Ausgabe 
(10.12.1932) Nr. 278
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Bremer Nationalsozialisten

Die BRZ

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Der Reichstag ist vertagt, nachdem er die Ausgaben erfüllt hat, die wir ihm zugewiesen, aber nun weht ein scharfer Wind um die Bewe­gung Und das ist gut so. Ohrenklappen helfen da nicht, man bedarf der eigenen, inneren Wärme, bedarf der aus dem Erkennen gewon­nenen Kraft der eigenen Ueberzeugung. Das Ist Kampf, wie ihn der Nationalsozialist brauch^ um aus einem Waschlappen oder Schwätzer ein Charakter zu werden.

Gregor Straßer hat «inen dreiwöchentlichen Krankheitsurlaub angetreten, »och mehr, er hat bei dieser Gelegenheit dem Führer seine Bedenken über unsere zuletzt eingenommene politische Haltung zum Ausdruck gebracht und dabei seine Parteiämter zur Verfügung gestellt. Er ist aus Berlin abgereist und über München hinaus in die Berge zur Erholung gefahren. Der Führer aber hat ihn wissen lassen, daß eine Entscheidung über die von ihm ange­schnittene« Fragen erst nach seinem Urlaub erfolgen würde.

Das ist der tatsächliche Vorgang, der von der gegnerischen Presse zu phantastischen Aus­maßen aufgebauscht, eine gewisse Erregung in ganz Deutschland hervorgerufen hat. Als ge­stern abend auch »och ein angebliches Urlaubs­gesuch Feders bekannt wurde, da jubelten alle Gegner und Neider der deutschen Freiheits­bewegung und sahen ihr eigenes Unkraut schon «nieder in die Höhe schießen.

Es weht ein scharfer Wind um die Be­wegung und er soll wehen, bis alles wieder blank gefegt «nd sauber der Weg vor uns liegt.

Was wissen die Spießer, die jetzt mit den Köpfen wackeln, was wissen unsere Feinde, die jetzt schmarotzend in die Zukunft spekulieren, was wissen die alle von der herrlichen Kraft, die in uns, in Adolf Hitler, in Gregor Straßer lebendig ist. Mit unserem Herzblut ist die Geschichte un­seres Kampfes geschrieben, aus unserem Herzblut kommt die Ueberzeugung und der Glauben an Adolf Hitler und an Gregor Straßer, aus unserem Herzblut kommt die Bereitschaft letzter Pflichter­füllung.

Das ist das Geheimnis der Kraft unserer Be­wegung, die von einer taktischen Auseinander­setzung der beiden Führer nicht im geringsten be­rührt wird. Denn das steht fest: Adolf Hitler und Gregor Straßer, alle beide sind getragen von mr- -nndiger Liebe zur Bewegung, zur Sache und zu dem Ziel, dem wir alle dienen. Beide sind un- gemein schöpferische Köpfe, der eine leidenschaftlich genial, der andere klug und stark, Leide treu, tau­sendfältig erprobt. So leben sie in uns als Träger der Zukunft Deutschlands, über alle Meinungsver­schiedenheit 'in dieser und jener Frage hinweg.

Die Bewegung ist rasch gewachsen, hat oftmals das heiße Herz an Stelle alter Erfahrung sehen muffen, wie jede revolutionäre Kraft. Da bleiben Schlacken und Mangel, von denen uns keiner be­freit, es sei denn, wir tun es aus eigener Kraft.

Gregor Straßer ist nicht der Mann, ist nicht Irgendeine Persönlichkeit, die ihre Entschlüsse nicht aus tiefster Verantwortung faßt. Wir wissen um die Treue dieses Mannes zu dem Führer Adolf Hitler, und zu der Bewegung, der er immer dient, vielleicht heute mehr denn je.

Es weht ein scharfer Wind um die Bewegung und wir freuen uns seiner. Da mag mancher heute und morgen den Kopf hängen lassen, dann aber geht ein neues Grüßen, ein neues Bejahen, ein neues Verstehen durch unsere Reihen. Wir all«, der SA-Mann, der Hitler-Junge, der Partei-

genosse, wir haben wieder einen neuen Schritt hin­ein in das Kraftfeld des nationalen Sozialismus getan. Die anderen mögen von Krise reden, wir wissen, daß es bei uns immer nur einen scdw oaseeaä! gibt, ein Gebären neuer Kräfte, nur schöpferische Krisen.

Es weht ein scharf« Wind mn die Bewegung. Was fällt, soll liegen bleibe». Wir anderen marschieren dem deutschen Morgen entgegen. Aus eigener Kraft!

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Berlin, 10. Dezember. Ueber eine am Freitag abend nach Schluß der Vollsitzung im Hause des Reichstagspräfidenten Goering abgehaltene Sitzung der nationalsozialistischen Reichstagssraktion, an der sämtliche Parteimitglieder bis aus den Abge­ordneten Straßer und den seit einiger Zeit erkrank­ten Abgeordneten Lenz teilnahmen, wird von der Reichspreffestelle der NSDAP. folgender Bericht ausgegeben:

Die heute nach Beendigung der Reichstags­tagung abgehaltene Sitzung der nationalsozialisti­schen Reichstagsfraktion, an der Adolf Hitler teil­nahm, gestaltete sich zu einer überaus eindrucks­vollen Kundgebung der gesamten Fraktion für den Führer. Die Sitzung erbrachte den untrüglichen Beweis, daß die nationalsozialistische Bewegung durch keinerlei Ereignisse, von welcher Seite auch immer sie kommen mögen, auch nur berührt werden kann.

Nachdem der Fraktionsvorsitzende Dr. Frick die Behauptungen einer gewissen Presse, wonach er und andere Mitglieder der Fraktion dem Führer die Gefolgschaft versagt hatte«, als gemeine Lü­gen gebraudmarlt hatte, wiederholte er namens der gesamten Fraktion das Gelöbnis unwandel­barer Treue zum Führer und Schöpfer der Be­wegung, Adolf Hitler.

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Berlin, 10. Dezernber.

An die SA. und SS.

Der Chef des Stabes gibt folgende Erklärung ab:

Der Führer wird, veranlaßt durch die Beur­laubung Gregor Straßers, eine Reihe organisa­torischer und personeller Aenderungen in der politische« Gliederung der Bewegung durch­führen.

SA. und SS. werde« durch diese Maßnahme nicht berührt.

Als die Kerntruppe der Bewegung stehe« sie, ihrer Verpflichtung und Verantwortung bewußt, in Treue und Geschloffonheit vor dem Führer.

Berlin, 8. Dezember 1S32.

Ches des Stabes Ernst Rohm

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Berlin, S. Dezember. Wie die Reichspreffestelle der NSDAP. mitteilt, haben sämtliche Gauleiter und Landesinspekteure der NSDAP. folgende Er­klärung unterzeichnet, die der Oeffentlichkeit über­geben wird.

Die politische Organisation der NSDAP. teilt mit:

Die Beurlaubung des ReichsorganisatlonS- leiters Gregor Straßer wird von alle» Fein­den Deutschlands dazu benutzt, die Hoffnung ZU nähren, daß das deutsche Bollwerk, der National­sozialismus, das kein Angriff von außen her erschüttern konnte, durch Spaltung sich selbst vernichte» könnte. Die Feinde Deutschlands hof­fen vergebens! Die Landesinspekteure und Gau­leiter der NSDAP., die als die ältesten und treueste« Mitarbeiter des Führers die Organi­sation ausbauten «nd heute vrrantkwortlich leiten, stehen in nicht zu erschütternder Treue und Schassen zum Führer der Bewegung. Die PO. steht fester denn je in Liebe und Verehrung zu Adolf Hitler.«

Anschließend an die Versammlung der Gauleiter und Landesinspekteure fand eine Nachtsitzung der nationalsozialistischen Reichstagssraktion statt.

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Berlin, 10. Dezember.

Der Führer der Preußen-Fraktion hat heut« folgendes Telegramm an den Führer, Adolf Hit­ler, gesandt:

Preutzeu-Fraktion gelobt dem Führer erneut unverbrüchliche Treue."

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Der Führer hielt sodann eine Ansprache an die Fraktion, die in die Feststellung ausklang, daß die Kraft und Stärke der NSDAP. in erster Linie in der Treue liege, im Zusammenhalt auf Lebe» und Tod, woran alle Angriffe zerschellen müssen.

Der Reichtagspräsident Goering erklärte unter stürmischer Zustimmung der Fraktion, daß sich in dieser Stunde nicht nur die Führer und Abgeord­neten der NSDAP., sondern die gesamte Bewegung auch seelisch um ihre Führer schare.

Die gesamte Fraktion umringte darauf spontan den Führer und brachte ihm außerordentlich stür­mische Ovationen dar. Jedes einzelne Mitglied empfand das Bedürfnis, dem Führer auch noch persönlich das Gelöbnis der Treue in die Hand abzulegen.

Darüber hinaus gab die Reichstagssraktion auch noch formell die einmütige Erklärung ab, daß sie geschlossen hinter ihren: Führer Adolf Hitler

stehe.

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Berlin, 10. Dezember.

Wie die Reichspreffestelle der NSDAP. mit­teilt, hat Gottfried Feder folgende Erklärung ab­gegeben:

Gegenüber den in der Öffentlichkeit ver­breitete» Meldungen und unzutreffenden Auf­fassungen über mein Verhältnis zur NSDAP. und über meine Haltung gegenüber ihre« Führer Adols Hitler gebe ich die Erklärung ab, daß ich aus Ehre und Gewissen in Treue uad unerschüt­terlicher Ergebenheit hinter meinem Führer Adolf Hitler stehe.

tgez.): Gottfried Feder.

Der Reichstag nahm am Freitag seine Arbeiten wieder auif. Die auf Beschluß des Reichstags aus der Haft entlassenen fünf nationalsozialistischen und kommunistischen Abgeordneten nehmen an der Sitzung teil, die von Vizepräsident Esser nach 11 Uhr eröffnet wird.

Das Hgus nimmt zunächst die nament­liche Schluißabstimmnng über den national­sozialistischen Gesetzentwurf über die Stell­vertretung des Reichspräsidenten vor.

Es werden insgesamt abgegeben 531 Stim­men. Davon 404 mit Ja und 127 mit Nein. Die für dieses versasstmgsändernde Gesetz notwendige Zweidrittelmehrheit ist damit erreicht.

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Es folgt die Fortsetzung der Aussprache znir ersten Beratung des Zentrumsgesetzent- wurfs zur Aenderung der sozialpolitischen Bestimmungen der Notverordnung vvm 4. September d. Js. und über die dazu vor­liegenden Anträge.

Nachdem verschiedene Redner der SPD, der MD imd des Zentrums sich gegen die sozialpolitischen Notverordnungen der Regierung Papen ausgesprochen hatten, nimmt dann

Pg. Schuhmann-Berlin das Wort. Er erklärt, die Sozialdemokra- ten hätten keinen Grund, die Nationalsozia­listen wegen ihrer Haltung beim Berliner Verkehrsstreik anzugreifen. Bei dem Streik habe es sich um eine wirtschaftlich berech­tigte Aktion gehandelt. (Die Nationalsozia­

listen rufen den Sozialdemokraten erregt Streikbrecher!" zu..) Als der Redner er­klärt, daß die Kommunisten die Arbeiter im Stich gelassen hätten, fühlen die Kommu­nisten sich sehr getroffen.

Damit schließt die Aussprache, und es folgen die Abstimmungen.

Zunächst wirb der Zentrumsentwurf über Streichung der sozialpolitischen Maßnah­men in der Notverordnung von: 4. Sep­tember 1S32 bei Enthaltung der Dentsch- uationaleu und der Deutschen Volkspartei in zweiter und dritter Lesung und in -er Schlußabstimmung endgültig angenommen.

Es entspinnt sich nunmehr eine längere und sehr lebhafte Auseinandersetzung über Las Verfahren bei den weiteren Abstim­mungen. Die Kommunisten erheben Eiir- spruch dagegen, daß erst über einen Teil der Notverordnungen und dann über die Notverordmmgen als ganzes abgestimmt werden solle. Bei scharfen Angriffen des Abgeordneten Raedel (Kom.) auf die Na­tionalsozialisten ertönen von der Rechten des Hauses andauernde lauteSchluß"- und Rans"-Rnfe.

Abg. Dr. Frick (Nat.-Soz.) stellt schließ­lich, mn, wie er erklärt, den Streit zu beenden, den Antrag, sämtliche übrigen An­träge den Ausschüssen zu überweisen. Vize­präsident Esser erklär? unter allgemeiner Unruhe im ganzen Hause, er habe sich vor­her mit den Parteiführern über das Ver­fahren bei der Abstimmung unterhalten. (Abg. Steinhoff (DNVP): Wir sind nicht gehört worden!) Schließlich empfiehlt der