Ausgabe 
(6.12.1932) Nr. 274
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Bremer Nationalsozialisten

Von nvuon XLmpton unrl

Liegen

2un ^nütßnung 6vs irolokstsgos am 6. OsLemdsn

Berlin, S. Dezember. Ueber die am Montag abend in Anwesenheit Adolf Hitlers abgehaltene erste Sitzung der nationalsozialistischen Reichstags- fraktion gibt die Reich-Pressestelle der NSDAP. nachstehenden Bericht auS:

In Anwesenheit Adolf Hitlers trat am Mon­tag abend die Reichstag-fraktion der NSDAP. zu ihrer konstituierenden Sitzung zusammen. Der Fraktionsvorfitzende Dr. Frick eröffnete die Sitzung mit einer Begrüßungsansprache, in der er fest­stellte, daß die Fraktion zusammengekommen sei, um zu bekunden, daß sie geschlossener und einiger denn je hinter ihrem Führer stehe und in den Kampf eintrete.

insgesamt in Thüringen prozentual im Verhält­nis zu den anderen Parteien nicht zurückgegangen sei, sondern sogar gegenüber der letzten Reichs­tagswahl im Verhältnis etwas gewonnen habe.

In zahlreichen Gemeinden sei sogar die Stimmen- zahl der letzten Reichstagswahl überschritten worden.

Keine Sekunde werde die nationalsozialistische Bewegung in ihrem Kampfeswillen und in ihrer Kampfentschlossenheit erlahmen.

Sie habe dsn längeren Atem und werde daher auch den letzten Sieg erringen.

Nachdem Adolf Hitler sodann die politischen Richtlinien für die Reichstagsfraktionen im einzel­nen bekannt gegeben hatte, schloß der Fraktions­vorsitzende Dr. Frick die Sitzung, indem er dem Führer namens der gesamten Fraktion das Ge­löbnis unerschütterlicher und unverbrüchlicher Ge- folgstreue in die Hand ablegte."

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Dann nahm Adolf Hitler das Wort und legte in mehr als einstündigen Ausführungen nach einem Rückblick auf die letzten politischen Ereig­nisse die Richtlinien fest, die für die Haltung der Reichstagsfraktion der NSDAP. Im kommenden Kampf maßgebend sein werden. Ausgehend von den immer gleich bleibenden weltanschaulichen Zielen und der großen nationalen Ausgabe der Bewegung, von der Millionen Deutscher die Er­füllung ihres Sehnens nach einer besseren deut­schen Zukunft erwarten, gab er seiner durch nichts zu erschütternden Ueberzeugung Ausdruck, daß Energie und eiserne Fähigkeit der national­sozialistischen Idee den Sieg sichern werde.

Niemals habe eine große Bewegung gesiegt, wenn sie den Weg des Kompromisses eingeschlagen habe.

Je mehr die Ereignisse zur Entscheidung dräng­ten, um so mehr Opfer erfordere der Kampf. Ent­scheidend sei allein, wer in diesem Kampf das letzte Ausgebot und das letzte Bataillon auf die Walstatt bringe.

Es sei nicht war, daß die NSDAP. in Thürin­gen eine Niederlage erlitten habe. Wenn man schon diese Gemeindewahl als politischen Maßstab nehmen wolle, dann stelle er fest, daß die NSDAP.

/lusgangsstsllungsn

Neben der Fraktionssitzung der NSDAP, über deren bedeutungsvollen Verlauf wir oben berichten, hat im Reichstagsgebäude gestern sich eine fieberhafte Tätigkeit ent­wickelt. So trat auch die deutschnationale ReichstagSsraktion unter dem Vorsitz von Dr. Oberfohren zu einer Besprechung zu­sammen und ließ sich von Dr. Hugenberg berichten, mit welchem Mißerfolg sein Jrp- trigantenspiel der letzten Woche geendet habe. Der Pressechef der Deutschnationaken kündigt in den parteiamtlichen Mitteilungen an, daß die Stellung der Deutschnationalen zum Kabinett Schleicher noch nicht geklärt sei und daß sie es von den ersten Schrit­ten der Regierung abhängig machen wür­den, wie sie sich zu einem Kabinett ver­halten würden, für das sie sich noch vor wenigen Wochen mit Leib und Seele ein­gesetzt haben.

Wir» ßonüspn ^isuKvgsIung üss

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München, 5. Dezember. Der Beauftragte der NSDAP für Arbeitsdienst, Oberst a.D. Hierl, beschäftigt sich im völkischen Be­obachter" mit der bisherigen Regelung des

freiwilligen Arbeitsdienstes.

Das bisherige System habe völlig versagt und jetzt werde der freiwillige Arbeits­dienst sogar noch abgebaut. Dies bedeute bis Bankrotterklärung des bisherigen Sy- emS. Es bestehe die Gefahr, daß der Ar- citsdienstgedanke überhaupt im Volke in Mißkredit komme. Die Neugestaltung sei on Grund auf notwendig. Es wird gl­iedert:

I. Grundsätzlich: -

1. daß der freiwillige Arbeitsdienst so umgestaltet wird, daß er die planvolle Vorbereitung und Vorstufe für die Durch­führung der allgemeinen Arbeitsdienste Pflicht werden und den festen Rahmen für ihre Organisation schassen kann;

2. daß die Vorarbeiten für die gesetz­liche Einführung der allgemeinen gleichen Arbeitsdienstpflicht für die deutsche Ju­gend ohne Verzug aufgenommen werden, so daß im Spätherbst 1933 der erste Jahrgang der Arbeitsdienstpflichtigen ein­gezogen werden kann;

3. daß Zentralstellen für Arbeitsbe­schaffung mit weitgehenden Vollmachten im Reich und in d§n Ländern geschaffen werden, um eine planvolle großzügige und volkswirtschaftlich richtige Arbeits­beschaffung zu ermöglichen.

II. Als sofort zu betätigende Ueber- Mngsumtznahmen:

1. daß alles getan wird, um die be- steheuden geschlossenen Lager der Winter­lager durchzuhalten, deshalb ist die Ge­währung einer Winterbeihilse unerläßlich;

2. daß die jungen Menschen, die im freiwilligen Arbeitsdienst sich bewährt und eijien neuen Lebensinhalt gesunden ha­ben, beim Ablauf der Förderung nach 30 oder 40 Wochen nicht mehr auf die Straße gesetzt und der Verelendung preisgegeben werden;

3. daß die im freiwilligen Arbeitsdienst bewährten Führer, von deren Wert der Wert der ganzen Einrichtung abhängt durch Gewährung einer der Notlage un­seres Volles angepaßten aber auskömm­lichen Besoldung dem Arbeitsdienst er­halten bleiben. Die Möglichkeit, ein aus­reichendes Auskommen im Arbeitsdienst zu finden, muß auch für verheiratete Füh­rer geschaffen werden.

In der Fraktionssitzung des Zentrums wurden, wie gemeldet wird, politische Fra­gen besonderer Art nicht erörtert, dagegen wurden Anträge vorbereitet, so die durch Streichung der EinstellungsPrämie freiwer­denden Mittel direkt für Arbeitsbeschaf­fungszwecke zu verwenden. Ein weiterer Antrag verlangt die Ermächtigung zum Abbau und Umbau der Sozialversicherung. Des weiteren sprach sich die ZentrumsfraL- tion für eine Vertagung des Reichstages aus, da dem neuen Kabinett Gelegenheit gegeben werden müsse, seine Maßnahmen vorzubereiten. Für die Wahl des Vizeprä­sidenten werde wiederum der Abgeordnete Esser vorgeschlagen.

Die Sozialdemosiratie kündigt dem binett Schleicher allerschärfste Opposition an und spricht in ihrer Erklärung davon, daß ihr Kampf nicht nur der Wiedereroberung verlorener Positionen, sondern auch der Wiedergutmachung begangenen Unrechts gelte. Wie weit allerdings die Reue der Bonzokratie geht, wird nicht angegeben. Dieser Kriegserklärung an Schleicher scheint keineswegs die gesamte Sozialdemokratie zu­zustimmen, sondern wohl nur der kommu­nistische Flügel unter Löbe, während die Gewerkschaftler sich zunächst abwartend Ver­halten. Im übrigen kommt die SPD mit Anträgen für zusätzliche Winterhilfe für alle Unterstützungsempfänger und Hilfsbedürf­tige, wobei sie allerdings weder angibt, welche Geldmittel hierzu erschlossen werden können, nachdem ihre eigene Mißwirtschaft sämtliche Staatskassen erschöpft hat, noch sagt, daß die überwiegende Mehrheit der Unterstützungsempfänger ein Opfer ihrer eigenen Katastrophenpolitik ist.

Zum Schluß sei noch auf eine Fraktion der technischen Arbeitsgemeinschaft hinge­wiesen, die sich aus der Dollspartei und dem übrigen Rest der Splitter zusammen­setzt, so den Christlich-Sozialen und einem Deutsch-Hannoveraner. Diese Fraktion des Reichstags zählt 17 Mitglieder.

Wie im einzelnen die heutige Reichstags- sitzung verlaufen wird, steht noch' dahin, jedoch erscheint es uns nicht ausgeschlossen, daß sich der Reichstag nach seiner Kon­stituierung und nach der Wahl des Präsi­diums für eine Woche vertagt, um dann die Erklärung der neuen Reichsregierung ent­gegenzunehmen. Dann würde wahrscheinlich in die Aussprache eingetreten werden, wobei jeder Partei Gelegenheit gegeben würde, ihre grundsätzliche Stellung zur Reichsregie­rung bekanntzugeben. Ob es vor Weihnach­ten noch zu Beschlüssen und Abstimmungen kommt, steht noch dahin.

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So wie Pg. Litzmann als ältester Abge­ordneter seinerzeit den Preußischen Landtag er­öffnet hat, wird er auch als Alterspräsident des Deutschen Reichstages die ersten Sitzungen bis zur endgültigen Präsidentenwahl leiten.

Karl Litzmann wurde am 22. Januar 4850 in Neuglobsow bei Rheinsberg geboren, wo er noch heute lebt. Als junger Leutnant kämpft«! er 1870-71. Bekannt ist der wundervolle UM schiedsgruß seiner Mutter, als er ins Feld zofft Es ist nicht nötig, daß Du wiederkehrst, Wohl aber, daß Du Deine Schuldigkeit tust."

Dieser Gruß ist ihm Geleitspruch für sein ganzes Leben gewesen bis auf den heutigen Tag. Viouville Mars-la-Tour Grabe-« lotts Paris und noch manch anderer Schlach« tenort stehen auf den Spangen feiner KriegÄ denkmünze. Nach dem deutsch-französischer« Kriege war er Kompagniechef, GenerälstabscheH Lehrer an der Kriegsakademie, Regiments^ Brigade- und Divisionskommandeur in raschem! Aufstieg. Als der Weltkrieg ausbrach, führte er zuerst die 3. Garde-Division und drang mit ihr in der Armee-Abteilung SchefferBohadel bei Lodz tief in den Rücken der Russen vor. Von diesen in Uebermächt umzingelt, brach er mit seiner herrlichen Division 'bei Brzezrnh heldenhaft durch. Die große russische Offen­sive, die sicherste Karte der Heerführer in Paris, London und Petersburg, .war steckengebliebonr General Litzmann rettete durch seinen Durch­bruch die ganze Armeegruppe. Er selber schreibt in seinen Erinnerungen dazu: !

Wir sollten alle die Freiheit verlieren und zogen als Sieger davon, hatten kein einziges! Geschütz eingebüßt und unsere 2800 Verwunde­ten glücklich bergen können. Freilich von der Armeeabteilung Scheffer deckten über 1600 tap­fere Soldeten die Walstatt, davon 800 aus den Reihen meiner dritten Gardedivision."

Wäre uns der Durchburch nicht gelungen, dann hätte nach Luderrdorffs Zeugnis die ganze neunte deutsche Armee zurückgenommen loerdeN müssen, und der Zlnsgang des ersten Kriegs­jahres 1914 wäre sehr ungünstig gewesen." !

Ich habe mich damals sofort ernsthaft ge­fragt, wem der Erfolg meiner dritten Garde­division zu danken sei, und bin zu der Ueber­zeugung gekommen, daß nächst Gottes Hilfe die wundervollen Eigenschaften meiner Truppen, ihre vorzügliche Ausbildung und besonders ihr« hohen moralischen Kräfte den glücklichen Aus­gang herbeigeführt haben. Glühende Vater­landsliebe, starkes Gefühl für deutsche Ehre, heldenhafter Opfermut; eiserne Disziplin, treue- ste Kameradschaft und der zähe, unerschütterliche Wille zum Siege, das sind die moralischen Kräfte gewesen, von denen die deutschen Sol­daten aller Grade damals beseelt waren. Sie schufen den Geist, der unter den schwierigsten Umständen den Sieg auf seine Seite zwingt/

Nach zahlreichen weiteren Heldentaten kam der Friede, der Schandfriede von Versailles. Der Stolz des alten Haudegens bäumte sich gegen die Schmach immer wieder und wieder auf, insbesondere litt er schwer unter der Lüge jwn der angeblichen Schuld am Kriege. So trieb es ihn zu den Deutschen in Südamerika, wo er in zahlreichen Vortrügen gegen dia Schuldlüge ankämpfte.

Dann sah er Adolf Hitler und erkannte in ihm, dem Gefreiten, er, der General, den Ret­ter und Befreier. Mit der ihin eigenen gan­zen Hingabe, wenn er sein Ziel als richtig er­kannt, widmete er sich voll und ganz und mit jugendlicher Begeisterung der nationalsozialisti­schen Bewegung. Wenn die straffe Söldaten- gestalt mit dem Blücherkopf und den blitzen­den Augen gerade und aufrecht durch die Säle schritt, jubelten ihm die Massen ehrlich ziu, hingerissen von seinem Beispiel, und wenn er vom hohen Rednerpult in zahllosen Versamm­lungen die Lehre Hitlers predigte und stolz verkündete, wie selbstverständlich er sich d-nn Gefreiten untergeordnet, da tobte stets ein