Ausgabe 
(24.11.1932) Nr. 264
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Die ungcheure Spannung, die auf Deutsch­land lastete, ist mit der Antwort des Führers der deutschen Freiheitsbewegung auf den letzten Bries des Reichspräsidenten mit einem Schlage gelöst Worden. Der Führer zerhieb das Netz der Jntrigen, Kombinationen und Zweckgerüchte, das man gespon­nen hatte, um den Nationalsozia­lismus zu Fall zu bringen.

Klar und deutlich hat der Führer seinen Standpunkt zu dem Auftrag des Reichspräsi­denten herausgemeißelt. Klar und deutlich hock er den Willen der deutschen Freiheitsbewegung, den Aufbau Deutschlands dollverantwortlrch in die Hand zu nehmen, Ausdruck verliehen.

Noch ist nicht die Zeit, ausführlich auf das gewissenlose Treiben gewisser Kreise einzugehen. Noch ist es nicht Zeit, Ränkeschmiede aus dem Dunkel der Anony­mität an das grelle Licht der Oeffentlichkeit zu zerren. Unbeirrt von all' den mannigfachen Versuchen, den Nationalsozialismus von seinem geraden Kurse abzubringen, unbeirrt von allen Verlockungen ist der Führer seinen Weg ge­gangen und hat den Entschluß gefaßt, der die Möglichkeit zu einer vertrauensvollen Zusammenarbeit zwischen; dem greisenReichspräsidentenunddem neuen aufbauwilligen undschöpfe- rischen Kräften des jungen Deutsch­land schaffen kann.

Wir haben oft genug in den letzten Tagen betont, daß der Einsatz der letzten Energie­quelle Deutschlands, der nationalsozialistischen Freiheitsbewegung Mols Hitlers, nur dann erfolgen dürfe, wenn die Kräfte des National­sozialismus sich voll entfalten können, um VÄk und Heimat vom Rande des Abgrunds hinwsgzubringen und dem deutschen Menschen Freiheit und Arbeit und Brot zu schaffen.

Man war sich von Anfang an darüber klar,

daß jetzt keine halben Entscheidungen getrof­fen werden dürfen. 14 Jahre lang hat man das deutsche Volk verelenden lassen, weil man nicht den Mut anfbrachte, ganze Arbeit zn leisten. Heute stellt sich, eine Minute vor 13 Uhr, der Mann, der dem deutschen Volke den Glauben an seine Mission, die Hoffnung auf eine bessere Zukunft Wiedergab, dem greisen Reichspräsidenten zur Verfügung^ um zu retten, was zu retten ist.

Die Hand, die der Führer hinstreckt, muß von dem Reichspräsidenten aufgenommen wer­den, denn dieser HjändedruH der wird die Brücke sein zwischen dem alten Deutschland und der deutschen Zukunft.

Mit dem Beschluß des Führers, den Auf­trag nut dann anzunehmen, wenn er die Mög­lichkeit zu einer konsequenten Entwicklung der Dinge gibt, hat er alle jene Versuche zurück­gewiesen, die den emporstrebenden Riesen Na­tionalsozialismus in die Ketten und Schlingen parlamentarischen Kuhhandels, demokratischer Unlogik und- liberalisttscher Jnkonsequnz per- stricken wollten.

Der Nationalsozialismus steht heute stärker denn je bereit, von dem Recht Gebrauch zu

machen, das er sich in 14jährigem Ringen er­kämpfte. Wir glauben nicht daran zweifeln zu müssen, daß der Reichspräsident von Hrw- denburg sich der Welthistorischen Stunde be­wußt ist.

In ehrlicher Bereitschaft steht die national­sozialistische Freiheitsbewegung, .nachdem ihr Führer gesprochen hat, Gewehr bei Fuß und Wartet auf das erlösende Wut des Reichs­präsidenten.

Es geht um Deutschland! Darüber sind sich alle klar, die sich ihrer Verantwortung dem Volke gegenüber bewußt sind. Wenn es um Deutschland geht, dann hat alles zn schweigen. Es gibt nur zwei Wege: Der Reichspräsident nimmt die ihm vmn Führer der deutschen Freiheitsbewegung dargebotene Hand und sichert dadurch die tatkräftige Inangriffnahme des deutschen Wiederaufbaues und die Zukunft Deutschlands' und kommmender Geschlechter. Oder — Deutschland versinkt in den Strudeln des roten Chaos.

Zwei Wege gibt es, aber nur einen, den der marschieren kann, dem das Wohl des Ganzen, dem die Zukunft Deutschlands Leitstern ist.

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Berlin, 23. Nov. Reichstagspräsident Goe- ring hat das neue Schreiben Hitlers an den Reichspräsidenten Mittwoch abend überreicht.

Ueber den Inhalt des neuen Hitler-Briefes wird folgendes mitgeteilt:

„Die Antwort bringt — unter ein­gehender Begründung — zum Ausdruck, daß Adolf Hitler den ihm vom Reichsprä­sidenten übergebenen Auftrag einer rein parlamentarischen Lösung der Regierungskrise nicht übernehmen kann, weil er in Verbindung mit den ge­machten Vorbehalten innerlich Undurch­führbar ist.

Angesichts der trostlosen Lage unseres

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Berlin, 23. Nov. Die Oberpostdirektion Berlin, die Kriminalpolizei und der Unter­suchungsrichter am Landgericht III beschäf­tigen sich, wie die „Nachtausgabe" meldet, seit einigen Tagen mit einem großen Be­stechungsskandal, an dem Politiker, hoch­stehende Beamte, zahlreiche Berliner Kauf­leute und Inhaber großer und angesehener Baufirmen beteiligt sein sollen. Im Zusam­menhang damit ist in Aschersleben der Ober­postinspektor Fromm, ein früherer leitender Beamter der Bauabteilung der Berliner Oberpostdirektion, festgenommen worden. Er hat bereits ein Teilgeständnis abgelegt. Die Arfehlungen gehen zum Teil bis zum Jahre 1926 zurück. Fromm hatte durch seine Be­ziehungen zwei Ballgesellschaften große Kre­dite vermittelt, wofür er allein bis 1930 rund 30000 RM. Bestechungsgelder erhalten hat. Er wurde bereits einmal verhaftet, als man sich in Fachkreisen über die Bevor­zugung der betreffenden Ballgesellschaften

durch die Oberpostdirektion wunderte und eine Haussuchung förderte 30M0 RM. zu­tage, die in einem Badeofen versteckt waren. Fromm wurde jedoch wieder freigelassen und das Verfahren gegen ihn eingestellt, weil ihm keinerlei strafbare Handlungen nachzu­weisen waren. Schließlich erstattete seine ge­schiedene Frau Anzeige und neue Nachfor­schungen brachten schwere Versäumnisse des Aufsichtsrats und fast unglaubliche Verfeh­lungen des Vorstandes zutage. Das Betrugs­dezernat der Berliner Kriminalpolizei stellte inzwischen fest, daß rund 1K5VÜVV NM. Staatsgelder verloren sind. Für die näch­sten Tage ist in dieser Angelegenheit mit weiteren energischen Schritten der Unter­suchungsbehörde zu rechnen und es werden u. a. der frühere Reichspostminister Gies- bert» der sozialdcmokratische Reichstagsab- geordnete Thadorn, mehrere Beamte der Berliner Oberpostdirektion sowie die In­haber verschiedener Berliner Banfirmen ver­nommen werden.

Vaterlandes, der immer steigenden Not und der Verpflichtung jedes einzelnen Deutschen, sein Letztes zu tun, damit Volk und Reich nicht im Chaos versinken, hat Adolf Hitler dem Herrn Reichspräsiden­ten einen klar umrissenen Vor­schlag Unterbreitet, durch den in kür­zester, fixierter Frist die Regierungskrise gelöst werden kann.

Der Vorschlag schließt mit dem Ver­sprechen Adolf Hitlers, bei seiner Annahme sowohl seine Person als auch seine ganze Bewegung für die Lösung der Regierungskrise und damit für die Er­rettung des Vaterlandes einzusetzen."

Wie die DAZ meldet, enthält der Vor­schlag Hitlers eine vollständige Minifterliste. Sie setzt sich aus Nationalsozialisten und Fachleuten zusammen, doch sind auch einige deutschnationale und Stahlhelm-Persönlich­keiten vorgesehen.

Amtlich wird über den neuen Schritt d6> Nationalsozialisten folgendes mitgeteiltr „Die Antwort Adolf Hitlers auf daZ gestrige Schreiben des Staatssekretärs Meiß­ner wurde heute 6.30 Uhr nachmittags durch den Reichstagspräsidenten Goering dem Staatssekretär Meißner übergeben. Der ?Vs Seiten umfassende Brief enthält mit aus­führlicher Begründung die Erklärung, daß Herr Hitler dem vom Herrn Reichspräsi­denten an ihn gerichteten Ersuchen, festzu­stellen, ob und unter welchen Bedingungen er eine sichere, arbeitsfähige Muhrheit mit festem einheitlichem Arbeitsprogramnk für eine von ihm geführte Regierung finde» würde, nicht entsprechen könne.

Mit dieser Absäge verbindet Herr Hitler einen Gegenvorschlag, der zurzeit dem HervH Reichspräsidenten zur Prüfung vorliegt."

Die „Deutschen Führerbriese" zur Regierungsbildung

Berlin, 24. November. Den „Deutschen Führer- briefen" entnehmen wir folgende, immerhin be­achtenswerte Stellungnahme zu den Verhandlun­gen über die Regierungsbildung:

„Der Auftrag, den der Reichspräsident Hitler am Montag morgen gegeben hat, ging dahin, eine Kabinettsbildung auf Parlamentarischer Mehr­heitsbasis und unter verschiedenen persönlichen und sachlichen Auflagen zu versuchen. Diese Auf- tragsgebung bedeutet jedenfalls von vornherein eine ungeheure Erschwerung der Erfüllung in mehrfacher Hinsicht. Einmal nämlich mußte ver­sucht werden, vier bis fünf Parteien auf eine ge­meinsame Basis zu bringen, deren einzeln« Elemente, wie vor allem die Preußenfrage, gerad« zwischen ihnen heftig umstritten waren. Ferner steht die Besetzung so wichtiger Ressorts wie des Wehr- und des Außenministerinms ohne Mitwir­kung des Kanzlers im Widerspruch zu der Idee einer parlamentarischen Regierungsbildung« Schließlich und vor allem aber, wenn bereits der letzte wie der vorletzte Kanzler von vornherein einen Auftrag mit viel größerem Spielraum und weiteren Vollmachten bekommen hatten, so hätt« die Not dieser Stunde das noch viel mehr er­fordert."

Vanisumüsp sm k'nsngsi'

In eiserner Geschlossenheit hinter dem Führer!

Berlin, 24. Nov. Der Führer der na­tionalsozialistischen Reichstagsfraktion, Pg. Dr. Frick, der Führer des Gaues Berlin, Pg. Dr. Goebbels, Reichstagspräsident Pg. Goering, Stabschef Pg. Rühm und Reichs­organisationsleiter Pg.Straßer haben gestern gemeinsam folgende Erklärung veröffentlicht: „Wie seit Bestehen der NSDAP, besonders in politisch erregten Zeiten üblich, veröffent­licht die gegnerische Presse auch jetzt wieder in verschiedenartiger Aufmachung aus der Lust gegriffene Zweckmclduugen über an­gebliche Unstimmigkeiten innerhalb der na­tionalsozialistischen Führerschaft. Um diesem in seiner Absicht leicht erkennbarem Wunsch­bild der Gegner Rechnung tragenden Ge­schwätz ein für allemal ein Ende z« machen, erklären die Unterzeichneten, einig in vn- erschütterlicher Gefolgschaftstreue zum Füh­rer der Bewegung, daß sie es für.unter

ihrer Würde halten, in irgendeiner Forst aus solche Lügen künftighin noch einmal einzugehen."

Besonders die Schünemann-Presse beteiligt sich seit Tagen an diesen Sabotageversuchcn« Wie wir aber feststellen konnten, verfügt die) übrige gegnerische Presse immerhin über deitz einfachen und selbstverständlichen journalistt-- schen Anstand, von der vorliegenden Richtig-." stellung der verleumdeten Führer der Be-^ wegung zum mindesten Notiz zu nehmen Nur die Schünemann-Presse ist unanständi genug, ihre Verleumdungen durch Toi schweige;» und Unterschlagung der Richtig stellung aufrechtzuerhalten. Damit ist die, schmutzige und charakterlose Kampfesart bitt ses Blattes wieder einmal vor aller Oesfent°q lichkcit gebrandmarkt