Ausgabe 
(22.11.1932) Nr. 262
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Parteiamtliches Organ der Bremer Nationalsozialisten

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Berlin, 22. November. (Drahtbericht u. Berl. Schriftl.) Auch gestern lagerte eine un- geheuere Spannung über der Reichshauptstadt. Zu Tausenden standen die Menschen vor dem Hotel, in dem Adolf Hitler wohnt und Vor der - Reichskanzlei, dem augenblicklichen Wohnsitz des Reichspräsidenten. Als der Führer heute vor­mittag dem Reichspräsidenten erneut seinen Besuch abstattete, wurden ihm wieder von der tausendköpsigen Menge begeisterte Ovationen bereitet. Der Besuch des Führers dauerte ca. 15 Minuten. Ueber den Verlauf des Besuches, der wieder in durchaus freundschaftlicher Weise vor sich ging, erfahren wir, daß der Reichs­präsident den Führer bat, möglichst bis Don- . nerstag abend zu "klären, ob ein von Hitler ge­bildetes und unter Hitlers Führung stehendes Kabinett eine parlamentarische Mehrheit be­sitze. Der Reichspräsident hat dem Führer mit diesem Auftrag zugleich die Voraussetzungen mitgeteilt, die der Reichspräsident für not­wendig erachte.

Durch ein absolut farbloses amtliches Kom­munique über den zweiten Empfang des Füh­rers beim Reichspräsidenten Wurde die Span­nung nicht vermindert, sondern verstärkt. Im­mer mehr Menschen sammelten sich vor dem Kaisechof an. Immer und immer wieder brauste das Deutschland-Lied oder das Horst-Wessel- Lied durch die Straßen.

Im Kaiserhof besprach der Führer mit seinen Vertrauten die politische Lage. Man sah den Führer unserer Reichstagsfraktion, Pg. Dr. Frick, den Reichsorgauisationsleiter, Pg. Gre­gor Straßer, sowie die Präsidenten des Reichs­und Landtages, die Pgg. Goering und Kerrl. In den Abendstunden veröffentlichte die Reichs­pressestelle ein amtliches Kommunique, aus dem hervorgeht, daß der Führer gegen 29 Uhr seine Antwort in Form eines Briefes an den Staats­sekretär des Reichspräsidenten, Dr. Meißner, überreichen ließ. In dem Brief sind einige Fragen enthalten, für deren Klärung der Reichspräsident im Laufe des heutigen Tages Sorgen tragen dürste.

Wir lehnen es nach wie vor ab, uns an den Kombinationen der büvgerlich-reaktionär-kapi- talistischen Presse zu beteiligen.

"Wir wissen, daß der Führer den Entscheid

Gens, 21. November. Eine erste einstündige Unterredung hat am Montag nachmittag zwischen dem deutschen und dem englischen Außenminister stattgefunden- Man vertritt auf amerikanischer und auch auf englischer Seite jetzt die Auffassung, daß eine Behandlung der Gleichberechtigungsfcage im Rahmen der einzelnen Organe der Abrü­stungskonferenz, dem Büro oder dem Hauptaus­schuß nicht möglich ist, da sich der Weg einer all­gemeinen öffentlichen Durchberatung der Gleichbe­rechtigungsfrage als viel zu umständlich und schwierig erwiesen hat.

Aus diesem Grunde wird insbesondere aus amerikanischer Seite jetzt der ursprüngliche Ge­danke eines Zusammentritts der fünf Großmächte England, Deutschland, Frankreich Italien und die USA. zur endgültigen Regelung der Gleichberechtigungssrage meder in den Vorder­grund gerückt.

treffen wird, der im Interesse Deutschlands notwendig ist.

Sicher, es ist eine große Nervenprobe für alle jene, die nur das Aeußerliche sehen und sich nicht darüber klar sind, daß ein leises Plätschern an der Oberfläche bei Entscheidun­gen Von welthistorischer Bedeutung ein Ver­brechen wäre.

Wir dürften nicht fehlgehen, wenn wir an­nehmen, daß es erst einmal gilt, das Vorfeld zu säubern und Klarheit über Dinge zu ver­schaffen, die von gewissen Seiten bewußt und absichtlich verwirrt worden sind.

Das Storungsscuer gewisser Kreise hat eine Intensität erreicht, die fast nicht mehr Lbertrossen werden kaun.

Der Nationalsozialismus Adolf Hitlers hat 14 Jahre lang geraden Kurs gesteuert, auch dann, wenn auf diesem geraden Kurse Schwie­rigkeiten zu überwinden waren, die bei Ge­neigtheit zu Kompromissen hätten vermieden werden können.

Der Nationalsozialismus hat keinen Kampf gescheut und deshalb ist er den Weg konsequent weitergegangen, den er einmal beschritten hatte. Wir sind nach dem Gesetz weiter marschiert, nach dem lvir angetreten waren; mit diesem Prinzip haben wir einen Widerstandsblock von 12 Mllivnen Menschen zu einer gewaltigen Macht zusammengeschmolzen und nach diesem Prinzip wird und muß es uns gelingen, daß das deutsche Volk von W Millionen Menschen unter der roten Fahne der deutschen Revolution marschiert.

Noch sieht mancher nicht durch die Schwa­den künstlichen Nebels hindurch, die Tatsachen

Berlin, 21. November (Eigenbericht).

Die unmittelbare Folge der innerpolitischen Entscheidungen ist eine neuerliche Spaltung der mühsamzusammengeschweitztea"Deutschnationalen Volkspartei.

Diesmal hat es den Anschein, als ob es die deutschnationale Opposition ehrlich meint und nicht wie bei den Dawes- und Doungsplitterun- gen aus wirklich nationalen Motiven vorgeht. Die scharfe Kritik der Opposition richtet sich gegen

Es wird hierbei geltend gemacht, daß die bis­herige Behandlung dieser Frage ausweglos er­scheint, da auf der einen Seite die deutsche Regie­rung ihre Rückkehr in die Abrüstungskonferenz von der grundsätzlichen Anerkennung ds r deutschen Gleichberechtigungssorderung abhängig macht,wäh­rend die französische Regierung eine Entscheidung über die praktischen militärpolitischen Folgen einer solchen Anerkennung zunächst geklärt wissen will. Aus dieser außerordentlich schwierigen diplomatischen Lage bildet sich nach englisch- amerikanischer Auffassung nur der Ausweg engerer Verhandlungen zwischen den fünf Hauptmächten.

Nach französischen Mitteilungen beabsichtigt Ministerpräsident Herriot, Mittwoch früh in Genf für einen kürzeren Aufenthalt einzutreffen, um an den jetzt begonnenen diplomatischen Verhandlun­gen persönlich teilzunehmen.

verschleiern sollen. Der Mann, zu dem die Be­sten des Volkes gläubigen Herzens empor- schauen, der Mann wird auch das deutsche Schicksalsschiff durch die Nebelschwaden hin­durch ins freie Meer zur großen Fahrt steuern.

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Berlin, 21. November. Ueber die heutige Unterredung Adolf Hitlers mit dem Reichs­präsidenten teilt die Reichspressestclle der NSDAP. mit: > > s

Der Führer wurde heute um 10.30 Uhr zmn Reichspräsidenten gebeten. Der Reichs­präsident richtete an diesen das Ersuchen, bis Donnerstag abend zu klären, ob ein von ihm gebildetes und unter seiner Führung stehendes Kabinett eine parlamentarische Mehrheit besitze. Diesem Auftrag wurden eine Anzahl präsidialer Vorbehalte als Vor­aussetzung beigefügt. Auftrag und Vorbe­halte sind schriftlich niedergelegt. Der Füh­rer erklärte, erst nach eingehender Prüfung dieser Bedingungen mitteilen zu können, ob sich damit eine Aussicht ergebe, die ge­wünschten Verhandlungen zu führen.

Nach eingehenden Aussprachen mit führen­den Männern der nationalsozialistischen Be­wegung und des sonstigen öffentlichen Le­bens wurde heute abend 20 Uhr die Ant­wort Adolf Hitlers in Form eines Briefes an den Herrn Staatssekretär Dr. Meißner überreicht.

Der Brief enthält eine Reihe von Fragen, die voraussichtlich im Laufe des morgigen Tages geklärt werden.

die Jntrigen der deutschnationalen Parteipäpste gegen die Berufung Adolf Hitlers, die bekanntlich auf Hintertreppen zu Hindenburg gelangten.

Weite Kreise der Dentschnativnalen stehen auf dem Standpunkt, daß der Verrat an der nationalen Sache mit der Opposition Hugenbergs gegen ein von Nationalsozialisten geführtes Kabinett besie­gelt sei. Insbesondere fühlt man trotz des embrionalen Wahlerfolges den Verlust des moralischen Kredits der DNVP. durch Ver­brüderung mit Papen unerträglich. Es bleibt abzuwarten, welche praktischen Folgerungen aus d'eser Spaltung entstehen, ob insbesondere die durch geschäftliche und kapitalistische Einflüsse und Machtpositionen gestützte Stellung Hugenbergs als Parteiführer zu erschüttern ist. Politik und Ge­schäft spielen ja bekanntlich in der DNVP., genau wie in der SPD., eine große Rolle, um so mehr, als ein großer Teil der deutschnationalen Abge­ordneten direkt oder indirekt materiell von Hn- genberg und seinen Konzernen abhängig ist-

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Die amtliche Mitteilung

Berlin, 2l. November. Amtlich wird mitge­teilt: Der Führer der Nationalsozialistischen

Deutschen Arbeiterpartei, Adolf Hitler, hat an den Staatssekretär Dr. Meißner ein Schreiben ge­richtet, in welchem einige Rückfragen gestellt wer­den, deren Beantwortung im Laufe des morgigen Tages erfolgen wird.

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Elf Jahre find seit dem Geburtstage der SA. vergangen.Ihr werdet heute zum ersten Mals auf Biegen und Brechen der Bewegung die Treue halten müssen. Keiner von uns verläßt den Saal, außer sie tragen uns als Tote hin­aus. Wer feige zurückweicht, dem reiße ich persönlich die Armbinde herunter und nehme ihm das Abzeichen. Denkt daran, daß der An­griff beim geringsten Versuch der Sprengung die beste Verteidigung ist."

Dieses waren die Worte, die unser Führer damals am 4. November 1921 an seine 46 Ordner" richtete. Man stelle sich vor, ganze 46 Memn wagten sich einer tausendköpsigen Menge, meist Marxisten, entgegen zu stellen und ioar« fen sie, als die Störungen begannen, nach kur­zer aber heftiger Saalschlacht aus dem Hof­bräuhaussaal in München hinaus. Zum ersten Male toar es gelungen, der durch die Masse sich stark fühlenden Marxisten erfolgreich mit einer kleinen auserwählten Schar zu wehren. Dis Ordner bekamen als Anerkennung von Adolf Hitler den NamenSturmabteilung" (SA).

Jahre sind nun vergangen. Kämpfe über Kämpfe hat die SA bestanden. Aus der anfäng­lich kleinen Schar ist eine große festgefügte Truppe geworden, um die kein politischer Geg­ner mehr herumkommen wird. Hier steht eine Truppe, diszipliniert, treu ihrem Führer er­geben, untrennbar durch innige Kameradschaft verbunden. Wohl kaum eine Organisation un­serer Bewegung ist so gehaßt und gleichzeitig unverstanden wie die SÄl. Spricht man doch heute noch in bewußter Verkennung von der Bürgerkriegsarmee", von den Mordbanden und dergleichen. Andere wiederum von derlächer­lichen Soldatenfptelerei" und der heute schon zum Typ gewordene Spießer schwätzt von den Störern der Ruhe und Ordnung.

Ja, was seid ihr denn, fragt man uns im­mer wieder. Und kommt als Antwort:Hit­lers braune Soldaten," dann schüttelt der eins verständnislos den Kopf, der andere grinst spöttisch, oder gerät vor Wut In hellste Auf­regung.

Aber es bleibt dabei: Wir, sind Hitlers braune Soldaten! Nichts wollen wir zu tun haben mit denen, die im Soldaten nur einen uni­formierten Waffenträger sehen. Sondern wir glauben dem Wesen des wirklichen Soldaten dadurch am nächsten gekommen zu sein, daß wir uns berufen und verpflichtet fühlen. Sol- datentmn drückt für uns eine Summe von Wesenseigenschaften aus, die mit der augen- bliÄichcn Ausübung des Soldatenbeinfes, dem Tragen der Unlso-rm und Waffen nichts zn tun hat. Es kann ein Mensch Uniform tragen, ohne dem Wesen nach jemals Soldat zu sein. Andere wiederum tragen den einfachen Arbeits­kittel, Umstände irgend welcher Art haben sie nicht den Soidatenberus ergreifen lassen können, die ihrem Wesen nach wahre Soldaten sind. Sind wir nicht gerade in Deutschland leider von! sogenannten Gelehrten und Spießern in Uni­form teilweise ganz erbärmlich gesührt worden?. Hat nicht der wirkliche Soldat des .Welt­krieges nach Beendigung des Kampfes an der Front die bitterste Erfahrung machen müssen? Was macht nun das Wesen des Soldaten aus? Wie verstehen wir das Soldatentmn, das als Vorbild für die SA dienen soll?

Als erstes steht der Gedanke des Kampfes; Soldat sein, heißt nicht nur Kämpfer sein, son­dern auch kämpfen wollen. Nicht nur aus der

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