Ausgabe 
(14.11.1932) Nr. 256
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Bremer Nationalsozialisten

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Saarbrücken, 14. November.

Die Wahlen im Saargebiet sind am Sonntag vhne Zwischoisälle verlaus«,. Die Wahlbeteiligung betrug im Durchschnitt 65 bis 70 Prozent. Bei der letzten Landesratswahl waren es 75 Prozent. Es ist gewählt worden in 350 Gemeindevertretun­gen mit insgesamt 4301 Gemeindevertrctern und 7 Kreistagen mit insgesamt 205 Kreismitgliedern. Von diesen find entfallen auf die Unabhängige Ar­beiter- und Vllrgerpartei — das ist der Deckname für den frankophilen Saarbimd — insgesamt 7 Gemcinderatsmitglieder!

Von den in etwa 12 Orten aufgestellten Kandi­daten der (separatistischen) Unabhängigen Bürger­und Bauernpartei find im ganzen nur 7 Kandi­daten in kleinen Gemeinden zum Ziele gelangt. Sie haben insgesamt noch nicht 1500 Stimmen er­halten denen aber ca. 30 000 Stimmen der deut­schen Parteien gegenüberstehen.

Das auffallendste Moment ist das starke An­wachsen der nationalsozialistischen Mandate. Die Nationalsozialisten find seit den letzten Kreistags­wahlen, wo sie zusammen sieben Sitze hatten und zum größten Teil überhaupt keine Liste aufgestellt hatten, aus 23 Sitze angestiegen.

Stadtratswahl Saarbrücken

Stimmmen Mandate KSDAP. 5288 ( 1103) 8 ( 1)

Zentrum 10887 ( 13 832) 16 (18)

SPD. 4930 ( 8777) 8 (12)

Dt. Saark. BP.

Wirtschaftspartei

DNVP.

KPD.

Komm. Opposition

3943 ( 8176) 6 (11)

3 695 ( 5252) 6 ( 7)

1479 ( 2440) 2 ( 3)

8 266 ( 6043) 12 ( 8,

930 ( - ) - (-)

(In Klammern das Ergebnis der Kommunal- wahlen vom 17. November 1929.)

Kreis Saarbrücken

Stimmmen «834 ( — ) 32 081 ( 33 647) 8 716 ( 12.768) 2 722 ( 2 716) 12933 ( 15876) 21 437 ( 8 293) 6 339 ( 6 323)

NSDAP.

Zentrum Dt. Saarl. VP.

Bürgerliche Mitte SPD.

KPD.

Komm. Opposition Arb.-u. Bauernpt. 1623 ( 3145)

DNBP. 1377 ( 351)

Mandate 3 (0)

15

3

1

6

10

2

0

0

(16) ( 6) ( I) ( 8 ) ( 4) ( 3) ( 0 ) ( 1)

NSDAP.

Zentrum Dt. Saarl. DP. Bürgerliche Mitte DNVP.

SPD.

KPD.

Kreis Saarlouis

Stimmmen 4 532 ( — ) 26 608 ( 28 214) 2737 ( 4 056)

Mandate 2 ( 0 )

2 152 ( 2217) 1150 ( 819)

4 708 ( 4 930) 15155 ( 5544)

Arb.- u. Bauernpt. 1 695 ( 2 056) Bereinigte Bolksp. 3005 ( —> )

17

1

1

0

2

9

1

1

( 20 ) l3) l I) ( 0) ( 3) t 4) l 1) L0)

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Dresden, 14. November.

Die Gemeindewuchen in Sachsen find ruhig -erlaufen. Die Wahlbeteiligung war in den Mor­gen- und Mittagsstunden verhältnismäßig schwach und hatte in Dresden bis etwa 14 Uhr z. B. nur 40 v. H. erreicht.

Manche Bezirke blieben weit hinter der Be­teiligung an der Reichstagswahl am vorigen Sonntag zurück.

Das Hauptkennzeichen der Wähle« z« den sächsischen Gemeindevertretungen ist die zuneh­mende Wahlmüdigkeit der sächsischen Bevölke­rung, die in diesem Jähre bereits zum sechsten Male gewählt hat. Ein Vergleich der Stimm- zahlen mit den Ergebnissen der Reichstagswahl dom letzten Sonntag ist ziemlich ausgeschlossen wegen der zahlreichen bei jeder Gemeindewahl auftretenden lokalen Sonderlrstcn. So treten z. B. in Dresden neben einer Hansbesitzerliste gleich zwei Gewerbelisten auf, denen sich noch eine „Ueberparteiltche Rechte" zugesellt. Der Versuch der .^objektiven" Schöne­rn annpresse, aus dem Wahlergeb­nis inSachsenuudLübeckeinen er­neuten Rückgang der NSDAP her­auszulesen, richtet sich selbst, da die Verluste der NSDAP sich rest­los aus der geringeren Wahlbetei­ligung ergeben. Immerhin ein Versuch, der gewiß auch wichtiger ist als darzulegen, daß die KPD von diesem Rückgang fast ganz verschont ist, daß also die rote Welle auch in Sachsen, wo sie durch uns restlos zum AnÄick- fluten gebracht worden war, dank des Herrn von Papen noch im Steigen ist.

In Dresden

hatte die Wahl folgendes Ergebnis (in Klam­mern die Stimmenzahl der letzten Reichstags­wahlen und die Mandatszissern der Stadtverord­netenwahlen vom 17. November 19LS)r.

NSDAP.

SPD.

DVP.

KPD.

Staatspartei

Allg. Hausbesitzer». 11910 Zentrum 6 643

Volksrechtspartei 922 Christl.-Soz. 4 733

Handel, Handwerk und Gewerbe 6 947

Stimmmen Mandate 104107 (134333) 22 ( 4)

103883 (123135) 82 (28)

16955 ( 22 522) 4 (12)

59 580 ( 64 515) 13 ( 7)

7 749 ( 8118) 2 ( 5)

l - ) S (3)

( 7231) 1 ( 1)

( 595) - (I)

( 4310) 1 (-)

( - ) A (-)

Handel «. Gewerbe 2858 ( —- )

Ueberp. Rechte 1661 ( ^— )

DNBP. 20396 ( 36185)

Deutsche Notgem, 564 ( —. )

r (-)

i (-) 4 (7) - (-1

NSDAP.

Nat. Bürgerliste SPD.

KPD.

Staatspartei

Christl.-Soz.

NSDAP.

SPD. 56 630

KPD. 47574

ChemmMittelstand 10010 DNVP. II554

DVP. 3 091

Staatspartei und Zentrum Bolksrechtspartei Christl. Volksdienst

In Leipzig

Stimmmen 101 090 (128 558) 55858 ( 63188) 132871 (115698) 96 275 (110202) 7900 ( 7kV9) 5505 ( 4305)

In Chemnitz Stimmmen «9 538 ( 79 768) ( 59 227)

Mandate

18 (3) 10 24 17 1 1

(28) (27) ( V) ( 3) ( 0)

Mandate 20 (4)

47695)

- ) 13 347) 3626)

17

14

3

4 1

(2t) ( 9) (-) ( ?) ( 7)

3 738 ( 3612) 1 (2)

1896 ( 193) — ( 2)

2839 ( 3103) I ( 1)

In Zwickau

Stimmmen

NSDAP. 14283 ( 20 458)

SPD. 10 738 ( 12 765)

DNVP. 3 637 ( 3 484)

KPD. 7 56? ( 8222)

Bürg. Einheitsliste 3682 ( — ) Christ.-Soz. 749 ( 770)

Mandate

13

10

3 7

4 0

( 7) (15) (5) ( 4) ( 0 ) ( V)

Die neue Stadtverordnetenversammlung zählt 37 Patt bisher 49 Mitglieder.

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Berlin, 14. Nov. Am Sonntag hatte der Reichskanzler, wie der „Montag" berichtet, nach der Rückkehr von einer kurzen Reise nach Schlesien eine Unterredung mit dem Führer der Deutschnationalen Volkspartei, Dr. Hugenberg. Die Besprechungen mit dem Führer der Zentrumspartei, Prälaten Kaas, und dem Führer der Bayerischen Volkspartei, Staatsrat Schäffer, werden frühestens am Dienstag stattfinden. Ob eine Besprechung mit einem hinreichend be­vollmächtigten Vertreter der Nationalsozia­listischen Partei zustande kommt, ist noch nicht zu übersehen.

Heute wird der Reichskanzler um 8 Uhr nach Dresden fahren und erst gegen 10 Uhr abends von dem offiziellen Besuch bei der sächsischen Staatsregierung zurückkehren.

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Lübeck, 14. November. Das vorläufige amtliche Gesamtergebnis der am Sonntag stattgefundenen Bürgerschaftswahlen lautet wie folgt (in Klammern die Stimmen- zahlen der letzten Reichstagswahlen und die Mandate der Lübecker Bürgerschasts Wahlen vom 1». November 1S2S):

NSDAP.

SPD.

Hanseatischer Volksbnnd KPD. i Deutsche Staatspartei Zentrum

Haus- und Grundbesitzer Soz. Arbeiterpartei Dt. Rentner >

DNVP.

27 «81 30 317 3010 4 94« 1314 785 4135 15«

(31613) Stimmen (32036) Stimmen

t -)

( 4844) ( 1VS3» ( 464) .( -> 4 ->

447 - )

Stimmen

Stimmen

Stimmen

Stimmen

Stimmen

Stimmen

Stimmen

3741 ( 5788) Stimmen

27 (6) 24 (34) 5 (24) 4 (7) 1 < 2 ) 1

4 (1) - <-> - <-) 4 (-)

Mandate

Mandate

Mandate

Mandate

Mandate

Mandate

Mandate

Mandate

Mandate

Mandate

' Zusauunen: 83 554 Stimmen 8V (8V) Mandate

Zentrum und Staatspartei gelten in Listenverbindnng.

SPD. «nd KPD., die in der letzten Bürgerschaft 41 Sitze und damit die absolute Mehrheit hatten, haben jetzt nur noch 38 Mandate. Eine Mehrheitsbildung, wie sie heute noch in Bremen möglich ist durch Zusammengehen der bürgerlichen Mitte mit der Sozialdemokratieit jst in Lübeck vollkommen ausgeschlossen«

Was gskt kinlsi* 6sn Kulissen üss Kkvinlsmls«

VUI'?

In den letzten Woche» erlebten wir jene eigenartige und bedrohliche Schwenkung in der österreichischen Politik nach Frankreich hin, die von allen Kennern der heute in Oesterreich wirkenden Kräfte nur als das Endresultat einer seit langem im Verborgenen wirkenden und von beiden Seiten mit Energie betriebenen End, Wicklung angesehen wird, die in der Richtung der französischen Donaupolitik liegt. Steht Frankreich jetzt vor der Erfüllung feiner Träu­me von europäischer Vormachtstellung und völ­liger Isolierung und Zerschlagung des Deut­schen Reiches? ,

Es deuten Anzeichen genug darauf hin, daß wir hier vor entscheidenden Ereignissen stehen. Wenn diese im Dunkeln vorbereiteten Pläno gelingen, und sei es auch nur zu einem Teil^ dann bedeutet das ein „finis Germaniae". >

Hand in Hand aber mit der französische» Politik wirken einflußreiche Zenttnmskreise «U diesem Plane, der eine ungeheure Machterwei­terung und MachtLorrzentrieruug dieser Partei bedeuten würde. Sind nicht die augenblick­lichen Vorgänge in Bayern bereits als ein Auftakt der kommenden Auseinandersetzungen zu werten? Steht nicht hinter diesem Macht-

Wss ist üis SA,

Wss will eSis LA. s

Antwort gibt Ihnen-unser »euer Roman

Ein Trupp SA. von W. Glaser

mit dessen Abdruck wir in den nächsten Tagen beginnen.

kämpf Mischen Bayern und dem Reiche rnehtz als nur dieser Machtkampf? Holt hier nicht bereits der Gegner zum entscheidenden Schlag» aus? Man lasse sich nicht durch Besuche und Reden täuschen, die zwischen Bayern und dem Reiche gewechselt werden; man fasse ruhig und klar die Möglichkeiten ins Auge! Uirter der Decke schlummern bei nns heute viele un­gelöste Gegensätze, deren Auslösung auch jene Fragen über Nacht in Fluß bringen kann. Wy ist der bewaffnete Rückhalt, der solches verhin­dern könnte, wo obendrein noch dem Reichs die innere Einheit fehlt?

Hier am Rhein ist die furchtbare Krise der Separatistenjahre noch in zu frischer Erinne­rung, um nicht für das Werk Bismarcks das Schlimmste zu befürchten, das durch jene von! Frankreich im Bunde mit dem rheinischen! Zentrum herausgeführten Separationsbestre- birngen in feinen Grundfesten bedroht imirde. Welche überaus verhängnisvolle Rolle abey das rheinische Zentrum und ganz besonders die nassauische Aentrnmspartei gespielt hat, das wurde schlaglichtartig erhellt durch den Se­paratistenprozeß des Wiesbadener Landgerichts­rats Schmitz, der Anfang und Mitte Ok­tober in Frankfurt a. M. verhandelt ivurde. Weun sich prominente Separatisten in diesem Prozeß sogar unter Eid dazu bekannten, daß sie noch heute auf der Basis der Rheinischen! Republik stehen, und zwar in dem Sinne, dertz eine Huldigungsadresse des Nassauischen Zen­trums an den Hochverräter Dorten vom Juli 1919 zum Ausdruck bringt, so ist das eins Herausforderung der öffentlichen Meinung, dis mit dieser uiweichüllten Dreistigkeit nur ge-. sagt werden konnte, wenn der Betreffende weiA daß er durch andere Kräfte gedeckt wird.

Es ist im Rheinland schon lange kein Ge­heimnis mehr, daß hinter den Kulissen schon