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Parteiamtliches Organ der Bremer Nationalsozialisten
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„Was wird Hitler tun?" „Hitler ist schon »n Berlin, um zu Papen zu gehen." — „Wird ex üöerhaupt zum Reichskanzler kom- Pien?" — „ober, wenn nicht, wen schickt er pls Vertreters — „Schickt er überhaupt feinen Vertreter?" So sragt man heute im Degierungsviertel und die Gazetten aller Schattierungen schwatzen es nach. Die Telephone bei nationalsozialistischen Politikern klingeln immer und immer wieder und man hört heraus, was der Fragesteller gerne hören möchte,, nämlich daß Hitler doch zu Papen geht. Nein — -Lsese Herrschaften zeigen, daß sie.noch ItzNrr nicht wissen,' Wer, Hchlrr- Merhaupr ist. Sie sind von der llljcrhrrgen Kompromißpolitik früherer Kanzler und Parteiführer, auch der von heute, so angekränkelt, daß eine Persönlichkeit, die weiß, was sie will, wie Hitler, hon ihnen gar nicht mehr verstanden wird. jSie mögen ihr Rätselraten einstellen, Adolf Hitler wird so handeln, wie es für die deutsche Freiheitsbewegung und damit für ganz Deutschland richtig ist.
Das wissen die Herren in der Wilhelm- straße auch.
Trotz alledem möchte man allzu gern den Führer der Nationalsozialisten ins Garn locken und hofft, daß er nunmehr nach dem Ergebnis des 6. November eher geneigt ist, den Vizekanzlerposten anzunehmen. „Ich habe hier bloß ein Amt und keine Meinung", dieses Wort aus „Wallensteins Tod" wäre dann auch Adolf Hitlers Schicksal. Doch sie alle, wie sie auch heißen, ob Hugen- berger oder Papenheimer, dürften sich täuschen. Auch einen neuen Wahlkampf würden wir auf uns nehmen, denn wir sind auf ihn gerüstet und die Zeit arbeitet für uns.
Wie wir hören, sollen die Verhandlungen mit den Parteiführern bereits am Sonnabend beginnen und bis Dienstag zu Ende geführt werden, worauf dann Herr v. Papen dem Reichspräsidenten über das ErgebnisVor- trag zu halten hat. Nur bei Hindenbnrg liegt dann die endgültige Entscheidung.
Bezeichnend für die
Verzinnung Im I*spsnlsgsn
ist die Stellungnahme der DAZ, die zweifelsohne mit einem baldigen Sturz des Reichskanzlers rechnet. Ihrem Leitartikel der heutigen Ausgabe entnehmen wir folgende Gedanken:
Es gehört wenig Prophetengabe dazu, vorauszusagen, welches die Antwort der Parteiführer sein wird, wenn der Reichskanzler sie im Sinne des ihm erteilten Auftrages fragt, „ob und wie weit sie gewillt seien, die Regierung in der Durch- sührung des in Angriff genommenen politischen und wirtschaftlichen Programms zu unterstützen". Inzwischen geht die parteipolitische Hetze ungehemmt weiter, inzwischen versammeln sich die Ministerpräsi- der größten deutschen Länder mit Ausnahme Preußens in Würzburg zu einer geheimen Konferenz gegen das Reich, die, mit allem schuldigen Respekt, nicht Verschwörung zu nennen sehr schwer fällt.
Wenn man gewählt Hat, so muß das Wahlergebnis doch in irgendeiner Weiss in die politische Rechnung eingestellt werden. Wir bedauern die unnötige und unfruchtbare Verzögerung der Entscheidungen und versprechen uns für die Stärkung der Rs° gierungsfront und des autoritären Staats- Aedankens von ihr nichts.
Auch' die „Tägliche Rundschau", die bekanntlich dem Reichswehrministerium sehr nahe stehen soll, befaßt sich in ihrer heutigen Ausgabe mit der politischen Lage. Das Blatt schreibt u. a.:
„Der Plan des derzeitigen Reichskanzlers ist sehr durchsichtig: Scheinverhandlungen mit den Parteien, Abbruch aus sachlichen Gründen, Presse- Echo". An der Person des Kanzlers hat es nicht gelegen. Mit dem baldigen Abbruch der Besprechungen ist schon jetzt zu rechnen. Das vorhandene „Wirtschastsprogramm" des Kanzlers ist bekanntlich allgemein abgelehnt worden; von einem Verfassungsplan kanp. rHrlicHerwkiss noch nicht gesprochen werden. Sollte also das Kabinett sachlich die Annahme dieser beiden Pläne zur Bedingung «rächen, so kann es nur zu Scheingefechten kommen."
Will der Reichspräsident weiterhin dulden, daß sich zwischen seine verehrungswürdige Gestalt und das Voll in seinen verschiedenen Ständen ein Reichskanzler schiebt, der durch sehne Person bereits jede „nationale Konzentration" unmöglich macht?
Will der Reichspräsident weiterhin dulden, daß er abgeriegelt wird und deshalb nicht erfährt, daß der Gedanke einer unabhängigen Staatsführung dann am besten gesichert ist, wenn sie mit dem Volke verbunden ist. Will der Reichspräsident weiterhin dulden, daß ihm die Wünsche des Volkes als un- diskutierbar dargestellt werden? Wir glauben es nicht, da ja auch im Reichspräsidentenbüro bekannt sein dürfte, daß eine Zusammenarbeit mit dem Volke möglich ist — wenn man auf Herrn von Papen verzichtet und den Parteien ein neues Programm vorlegt, dqs die Annahm.» eines entsprechenden Ermächtigungsgesetzes seines Inhaltes wegen verdient. — Wer regiert? Herr von Hinden- burg oder Herr von Papen?
Diese Ausführungen der „Täglichen Rundschau" Passen durchaus in das Bild, das wir uns von der Lage machen. Es ist nur interessant, daß die „Tägliche Rundschau" in so scharfer Form gegen Herrn von Papen vorgeht, Es ist schon recht einsam um Herrn Franz von Papen ....
Ms eknlsllieksn Lswenkseksttsn lonrlsnn rlsn KüektniU k'spsns
Der Vorstand des Gesamtverbandes der christlichen Gewerkschaften erläßt soeben einen Aufruf, in dem es heißt, das schaffende Volk habe am 6. November das Mißtrauensvotum des aufgelösten Reichstags gegen das Kabinett Papen bestätigt. Trotz Aufbietung des gesamten Propaganda-Apparates habe Herr von Papen nur 10 Prozent des Volkes um sich gesammelt. Das bedeute das Todesurteil für diese Regierung, Volksur-eil und Verfassung lassen dieser nur eine Möglichkeit: Rück
tritt zu Gunsten einer verfassungsmäßigen volks- verbundenen Regierung. Die christlichen Gewerkschaften wenden sich an den Reichspräsidenten, seinerseits die Rechtssicherheit wieder herzustellen und dem sozialen Willen des Volkes kraft seiner Autorität Raum zu geben und damit gleich Ruhe und Ordnung zu sichern. Sie erwarten, daß der Reichstag raschestens in Aktion trete und die ihm von der Verfassung übertragenen Aufgaben entschlossen durchführe.
Visklsoko Kommunlsrisok« Slutlat
12 Kommunlstsn lostgsnommsn
Buxtehude, 12. November. Nachts gegen 1 Uhr wurde von kommunistischen Provokateuren vor einem Vertehrslotal der NSDAP in der Moortor- straße eine Schlägerei angezettelt, in derem Verlauf mehrere Scheiben des Verkehrslotals eingeschlagen wurden. Im Lokal waren nur zwei SA.- Leute anwesend. Als einer der SA.-Leute aus die Straße trat, wurde er sofort mit einem Messer angegriffen. Der zweite SA.-Mann sing den Stich auf, wurde aber durch mehrere Messerstiche verletzt, so daß er zusammenbrach. Der Verletzte wurde in das Lokal getragen und die Polizei alarmiert. Ein dritter SA.-Mann, der die Straße entlang kam, stieß vn einiger Entfernung auf einen Trupp Kommunisten und wurde von diesen ohne vorhergegangenen Wortwechsel angefallen und niedergestochen. Er erhielt etwa zehn Messerstiche in den Kops und wurde bis zur Unkenntlichkeit zugerichtet. Ein Auge hing ihm buchstäblich aus dem Kopf heraus. Auch dieser Verletzte wurde zunächst in das Lokal getragen, wo inzwischen auch die Polizei eingetroffen war. Als sich die Beamten noch im Lokal befanden und um die Verletzten bemühten, wurden alle noch heilgebliebenen Fensterscheiben des Lokals von draußen zertrümmert. Hierauf flüchteten die Kommunisten. Der Polizei gelang es, 12 Kommunisten festzunehmen. Der Führer der Kommunisten, Schalle, und ein weiterer Kommunist aus Dammhausen wurden mit Messern angetroffen. Die verletzten SA.--Leute wurden ins Krankenhaus geschafft.
Usdsn 100V l^ols sul Kuds
Die Sturmflutkatastrophe in Kuba Newhork, 11. November. Die Sturmflut- katastrophe in Kuba hat, wie sich jetzt herausstellt, diel schlimmere Folgen gehabt, als man bisher annahm. Die Zahl der Toten beträgt ungefähr 1800. Die Fischerstadt Camagueh ist von einer 8 Meter hohen Springflut vollständig zerstört Worden. Die Springflut drang 8 Kilometer tief ins Land ein. Tausend von Flüchtlingen sind in Santa Cruz und den Nachbarstädten eingetroffen.
Die Marinestation in Havanna gibt amtlich bekannt, daß die Zahl der Todesopfer der großen Sturmflut sich auf über eintausend belauft. Fünfhundert Tote sind bereits begraben worden. Der neugewählte Bürgermeister von Santa Cruz dcl Sul, Antonio Martinez, erschoß sich aus Verzweiflung, nachdem er festgestellt hatte, daß seine ganze Familie durch die Sturmflut umgekommen war. Augenzeugen berichten, daß sich Schreckensfzenen unbeschreiblicher Art, abgespielt haben. Zahlreiche Kinder wurden vor den Augen ihrer verzweifelten Eltern weggeschwemmt. Nach dem Zurückgehen der Sturmflut waren die Bäinne und die höher- gelegenen Häuser mit zahllosen Leichen übersät.
In der Stadt der sanften Reden und der potenzierten Hinterhältigkeit ist ein Wunder geschehen: es ist einmal sehr deutlich, zu deutlich, gesprochen worden, von Maschinengewehren. In der „Stadt des Fris- dens", am herrlich blauenden Genfer Se>e, hat sich wirklich etwas Aufsehenerregendes ereignet, nicht beim Völkerbund im „Haus der Nationen", nein, sondern ganz schlicht auf irgendwelchen Straßen und Matzrn- Schwere Zusammenstöße zwischen Sozial- demotraten und Kommunisten einerseits, Polizei und Militär andererseits. Die Hintergründe der blutigen Affäre scheinen zahlreiche schwere Korruptionsfälle in der Genfer Verwaltung zu bilden, die, vereinigt mit dem Zusammenbrach der Banque ve Geneve, Lei dem sich herausstellte, daß dür Äufsichtsrat mit dem Präsidenten der Kantonverwaltung an der Spitze, bedeutend« Kredite verspekuliert hatte, den geeigneten! Boden abgaben, auf dem zwei sozialdemo-
Unssn nsuon Kamsn
1>upp 8K.
von W. Glaser
Ein junger sächsischer SA.-Ma»n bringt in un. serem neuen Roman den Kamps einer Menschheit um die Seele des deutschen Volkes, die Rebellion gegen die Gleichgültigkeit eines Heldcnvolkes in dramatische Gestalt. Geschrieben mit der heißen Seele eines jungen Dichters, der seine menschlich« Reise in der SA. gesunde», seine Fugend der SAH geopfert hat.
Die Not des Lebenskampfes zwang den Verfasse« Glaser mehrfach, seine beruflichen Plane umzu- stellen. Er studierte unter Entbehrungen in Paris, Gens und Berlin, es genügte ihm nicht, die Situation Europas distanziert zu sehen und zu beurteilen, er ließ sich ordentlich fremde Winde um di« Nase wehen und immer, wenn er wieder zurückkam, war er seinem Volk um ein beträchtliches Stück nähergekommen. Er stand als Fahnenjunker bei der Reichswehr, aber die SA. lag ihm mehr. Er schenkte ihr dieses Buch, das zeugt wie sehr e« unter ihr ist, auch wenn ihn sein mehrfach unterbrochenes Studium zwingt, sich heute wieder mit der Juristerei zu beschäftigen.
Wir beginnen mit dem Abdruck in den nächstes Tagen.
kratische Nationalräte eine hemmungslose! Hetze gegen das Bürgertum überhaupt entfalteten. Hierzu kam die Niederlage, drei kürzlich die sozialdemotratisch-tommunistischa Bewegung in einer von ihnen beantragten Volksabstimmung über Steuerbefreiung alles Einkommen unter 7000 Franken erlitten hat. Als eine bürgerlich-konservative Ge- genbewegung nun ihrerseits den Versuchs unternahm, auch einmal von dem Recht des freien Meinungsäußerung Gebrauch zu mächen, da waren 12 Tote «nd Dutzende voll Schwerverletzten das Ergebnis dieser „Pro« vokatton".
Daß so etwas gerade in der Schweiz, dem Hort der Freiheit, in Genf geschehen tonnte!
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In einem Interview, das er kürzlich einem französischen Journalisten gewahrte, sagte Mussolini, es gebe zweierlei: Politik und Mystik, und Briand sei eines derjenigen gewesen, der statt Außenpolitik