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Parteiamtliches Organ der Bremer Nationalsozialisten
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Am Tage nach der Wahl vom 31. Juli schrieben Wir folgenden Satz: Wir wollen keine Massenpartei sein. die heute zur Moderichtung wird und der man beigetreten sein mutz. Wir sind eine Bewegung von Bekennern, von Menschen, die die geistige und sittliche Revolution in sich selbst durchleben und durchkämpfen.
Das Wahlergebnis vom 6. November bestätigt unsere Auffassung vom 1. August, denn der Stimmenrückgang, den wir zu verzeichnen haben, reinigt die Bewegung von Mitläufern und Konjunkturpolitikern, die eines Tages vor unseren Türen stehen und sich dankbar hinten anschließen werden.
Betrachtet man das Sttmmenergebnis im einzelnen, so zeigt sich als erster Erfolg der Regierung Papen, daß der vereinigte Marxismus über mehr Stimmen und Sitze im Reichstag verfügt, als die NSDAP im Gegensatz zur vorige» Wahl. Das Kabinett Papen wird also durch seine Volksfremde Politik zum unfreiwilligen Schrittmacher des Bolschewismus.
Des wetteren ist festzustellen, daß das Zentrum zum ersten Mal mit beachtlichen Verlusten aus dem Wahlkampf hervorgeht, während die Deutschnationalen 15 Mandate gewinnen konnten. Hier bestätigt sich unsere Auffassung, daß das Judentum vom Zentrum zu den Deutschnationalen überge- schwenkt ist, da man in dieser Pattei die stärkste Stütze der jüdisch-liberalistifchen Witt- schastsausfassung zu erkennen glaubt. Wir haben diesen „Wahlsieg" der Teutschnationalen vorausgesagt und werden mit einigem Interesse abwarten, wie sie diese zu sich genommenen Gift- stosse verdauen wird.
Auch die übrigen Splitterparteien haben fast durchweg eine gewisse Stimmenznnahme zu verzeichnen, sodatz man als dritten Erfolg der Regierung Papen in diesem Wahlkamps die Belebung der Parteien und damit die Belebung des Parlamentarismus verzeichnen kann.
Hinzu kommt eine weit schwächere Wahlbeteiligung von fast 2 Millionen Stimmen, die selbstverständlich sich auch prozentual auf die Nationalsozialisten erstreckt, wodurch sowohl der Stimmenrückgang wie besonders der Verlust von 35 Reichstagsmandaten zu erklären ist. Das geht schon daraus hervor, daß unser prozentualer Anteil nur von 37 Prozent auf 33 sinkt, während z. B. der deutschnationale Prozentanteil von 6 auf 8 Prozent, also um ganze 2 Punkte steigt. Ter verstärkte Stimmenrückgang in Bremen ist einmal darauf zurückzuführen, daß die Stahlhelmleitung im Gegensatz zu der Parole der Bundesführung restlos in das deutfchnationale Lager übergegangen ist, und zum andern, daß Bremen als einzige Großstadt in Deutschland über keine neutrale Presse verfügt, die bet aller Gegnerschaft gegen uns doch sachlich über die NSDAP berichtet.
Zahlenmäßig betrachtet haben also die Nationalsozialisten besonders durch die schlechtere Wahlbeteiligung, dann durch die geschlossene Kampffront der Teutschnationalen bis zu den Kommunisten gegen die Freiheitsbewegung zwar einige Prozent verloren, Politisch sind sie aber der gleichstarke und ausschlagge-
vss snMieks Ui'gebnis
Berlin, 7. November. Am Montag früh um 3 Uhr wurde amtlicher- seits folgende Berechnung des Wahlergebnisses ausgegeben:
^ Stimmenzahl
Mandate
<7o
o/o
31. 7. 32
NSDAP..
11705236
195
33,1
37,4
SVD.....
7231404
121
20,5
24,3
KPD....
5970833
100
16,8
14,3
Zentrum...
4228322
69
11,9
12F
DNVP. mit Splittergruppen...
3061 626
51
8,6
6
Basier. Vp.
1081595
19
3.1
2,8
DVP.
659703
11
Staatspartei..................
337871
2
Chr. Soz. Vd. ...............
412523
5
Dt. Haun. Pt. ...............
63999
1
Wirtsch. Pt..
110117
2
Dt. Bauernp..
148982
3
Landbund..
—
—
Landvolk.....................
46486
—
Volksrechtp...
46068
—
SAP.
45036
—
Württemb. Bauernb.
105188
2
Nat. Minderh................
34 510
—
Thür. Landbund..............
60065
1
8 498
—
Gültig abgegeben wurden 35 379 011 Stimmen, im ganzen find 582 Mandate vorhanden. .
Ich danke allen SA.- und SS.-Führern und -Männern für die ungeheure Arbeit in diesem bisher schwersten Kampf unserer Bewegung. Ich weiß, mit wie viel Opfern und Leid, Sorge und Entbehrung Ihr kämpfen mußtet. Ich weiß, daß Ihr Uebermensch- liches geleistet habt, ich weiß, daß viele sich nach Ruhe sehnen. Ich kann dies verstehen, aber ich kann es nicht zugeben. Wir alle glauben, unser Höchstes getan zu haben, wir müssen uns überwinden und noch mehr leisten« Der Kampf mutz und wird zu End« geführt werden, bis unser Gegner am Ende doch vernichtet ist. Ich bestimme daher folgendes:
Die SA. und SS. haben sofort in engstem Einvernehmen mit der politischen Propagandaleitung der Partei die Arbeit und damit den Kampf erneut aufzunehmen.
gez. Adolf Hitler."
„Ich Hanke hiermit als Amtswalter der Partei der nationalsozialistischen Frauen- schaft und der Hitlerjugend sowie sämtlichen Rednern und Schriftleitern für die ungeheure soeben geleistete Arbeit. Der Kampf zur Niederringung unserer Gegner wird sofort wieder ausgenommen. Die Anweisungen hierfür werden noch in dieser Woche hinausgehen.
gez. Adolf Hitler."
bende Faktor der deutschen Außen- und Inncnpolistik geblieben, wie vor der Wahl.
Und damit kommen wir zu der entscheidenden
den ist Md'vst der es heute noch steht: Wer pchaf st Arbeit und Brot?
Die Regierung Papen besitzt genau wie vor der Wahl.Weder das Vertrauen noch die Von
Frage, vor die das deutsche Volk gestellt wvr- ; aussetznngen, diese Aufgabe zu lösen. Selbst
die Schünemannpresfe stellt als „wahrheitSs liebendes Blatt" fest, daß dieser Wahlkampf um die Regierung Papen geführt fei und daß sich gegen dieses Kabinett 85 Prozent der Wählerschaft ausgesprochen haben.
Sieht man aber einmal ganz von den Zahlern ab und stellt sich auf den autoritären Standpunkt des Reichskanzlers, der auch gewillt ist, gegen 85 Prozent des Volkes zu regieren, so ist damit noch immer nicht Arbeit und Brot geschaffen. Wer dieses Ziel erreicht, wird der eigentliche Sieger des Wahlkampfes sein. Wir Nationalsozialisten wissen aber — Gregor Straße» hat uns das erst vor wenigen Tagen in Bremen bestätigt — daß unser organisches Wittschafts- denken im Gegensatz zu dem volkszerstörendcn Liberalismus die erste Voraussetzung für die Lösung dieser Aufgabe ist. *
Das Kabinett Papen als Schrittmacher des Bolschewismus und als Träger einer zusammenbrechenden Politischen und wirtschaftlichen Weltanschauung trägt die Verantwortung dafür, daß der Neubau von Staat und Wirtschaft wieder um einige Zeit verzögert wird. Wir Nationalsozialisten aber werden keinen Tag ruhen, wir nehmen als deutsche Freiheitsbewegung mit dem heutigen Tag den Kanipf wieder auf und lassen uns von demselben Geiste tragen, der in unserem Führe» Adolf Hitler lebendig ist. —art-
vis WskIki'Eis-Li'gLbnisss
(In Klammern die Ergebnisse der Reichstagswahl vom 31. Juli)
1. Ostpreußen
NSDAP 422 602; SPD 211278; KPD 148038) Zentrum 79 824; DNVP 153 323; DVP 14 906; Staatspartei 5920; Chr. Soz. Vd. 15 252.
(NSDAP 536 278; SPD 223 938; KPD 147 393 Zentrum 88069; DNVP 107 998; DVP 9519; Staatspartei 6399 Chr. Soz. Vd. 12 422; Wirt- schaftspartei 1614.)
2. Berlin
NSDAP 265 860; SPD 282186; KPD 448 684; Zentrum 48 875; DNVP 103 207; DVP 6275, Staatspartei 12511; Chr. Soz. Vd. 5033.
(NSDAP 281 351; SPD 319 361; KPD 382 505; Zentrum 52 300; DNVP 76163; DVP 4417; Staatspartei 13 259; Chr. Soz. Vd. 4156; Wirtschaftspartei 1997.)
3. Potsdam 2
NSDAP 341 883; SPD 267 559; KPD 272 149; Zentrum 53 708; DNVP 178951; DVP 20148; Staatspartei 22 445; Chr. Soz. Vd. 6214; Wirt« schastspattei 1293.
(NSDAP 371693; SPD 296 309; KPD 228 222; Zentrum 58 499; DNVP 122 641; DVP 12 727) Staatspartei 23 616; Chr. Soz. Vd. 5087; Wirt. schastspattei 2772.)
4. Potsdam 1
NSDAP 414 354; SPD 285 837; KPD 287 307) Zentrum 32 800; DNVP 155 484; DVP 12391; Staatspattei 11209; Chr. Soz. Vd. 6540; Wirt. schastspattei 3026.
(NSDAP 482 226; SPD 338037; KPD 254 578; Zentrum 37 406; DNVP 113 585; DVP S57L; Staatspartei 13 282; Chr. Soz. Vd. 6226; Wirt- schastspartei 4750.)