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Parteiamtliches Organ der Bremer Nationalsozialisten
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Berlin, 3. Nov. Wir haben gestern bereits nachgewiesen, dass der Kampf der BVGer ins Teutsche übertragen nicht um 2 Pfennig, sondern um 2'/? Laib Brot in der Woche geht. Tie BKG-Direktion hat kein Recht, den Berliner Vcrkehrsardeitern ihren fMsefo schon kärglichen Lohn zu kürzen.
Ter Streik ist von der Belegschaft nicht willkürlich vmn Zaune gebrochen worden, aber man muß es verstehen, daß der Berliner Vcr- kchrsarbeiter nach bereits dreimaliger Gehaltskürzung und nach ebenfalls dreimaliger Einlegung von Feierschichten nicht eine erneute Kürzung, die kn Jahre 59 RM., also ungefähr die Monatsmiete einer Verkehrsarbeitersnmilie ausmacht, über sich ergehen lassen kann.
Daß der Nationalsozialismus in diesem Kamps nicht nur an der Seite der Berkehrs- »rbeitrr, sondern an der Spitze dieser ihre Existenz verteidigenden Volksgenossen steht, ist eine klare Selbstverständlichkeit. Mögen die Spießer noch so sehr die kalkigen Köpfe schütteln. Gerade sie sind es, die gegen den Gedanken der Volksgemeinschaft verstoßen, die rs nicht verstehen können, daß der Arbeits- kampf einer so großen Zahl von Volksgenossen nicht nur Sache dieser Leute, sondern Sache der GcHamtheit ist, da sich eine Herabsetzung der LebcnZchaltungsanspräche dieser 21000 Familien deshalb auf die Allgemeinheit auswirkt, weil der Konsum in bedeutendem Maße von dieser Kürzung mitbetrofsen wird.
Es geht nicht an, daß man einfach kurzerhand immer den Leuten recht gibt, die in den Tirektorenzimmern sitzen und jeden berechtigten Abwehrkampf der Arbeiterschaft als Klas- senkampf und Verrat am Gedanken der Volksgemeinschaft bezeichnen.
Wir Nationalsozialisten billigen rs nicht» daß in den letzten Stunden in Berlin Gewalttätigkeiten und Ausschreitungen vorgekommen find.
Wir stehen auf dem Standpunkt, daß man nrit gesetzmäßigen Alittelu das Ziel erreichen kann und erreichen Wird. Aber man muß die Stimmung dieser Menschen verstehen, man muß das Gefühl der Bitterkeit erfassen können, das die BVG-Arbeiter erfaßte» als gestern nachmittag aus dem Straßenbahndepot Kreutzberg der erste Strtzikbvecher-Wagen ausfuhr und am Führerstand dieses Streikbrecher-Wagens der sozialdemokrattsche Betriebsratsvorsitzende Ja- wulowski, sorgslyu behütet von zwei bis an die ZDne bewaffneten Schutzpolizisten stand.
Die Schassenden aller Schichten fühlen sich zusammengehörig in einem Kampf, in dem es «m die Existenz Zehntausend«! geht. Und dieses Zusammengehörigkeitsgefühl, das hat sich gerade in den letzten Tagen in Berlin in manchmal geradezu heroischer Weise gezeigt. Sie laufen lieber, die Berliner, als daß sie sich in die Wagen der Streikbrecher setzen. Sie laufen, mit Löchern in den Sohlen und mit schiefgetretenen Absätzen Stunden um Stunden in ihre Wohnung. Aber sie tun es, weil sie wissen, daß sie damit ihren kämpfenden Volksgenossen nicht in den Rücken fallen.
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Nationalsozialisten halten Disziplin im
Berliner Berkehrsstreik.
Berlin» 5. November, Die Nationalsozialistische Betriebszellen-- Organisation Gau Groß-Berlin hat an die
streikenden BVGer folgenden Aufruf erlassen:
„Die gegnerische Presse, und zwar in d-iesem Fall bezeichnenderweise die Blätter des Herrn Hugenberg und die Judenzei- tungen in trautem Verein, behaupten, daß Nationalsozialisten, SA-Männer und Mitglieder der NSBO. an Terror- und Sabotageakten beim Streik der BVG- beteiligt seien. Diese Meldungen sind zu durchsichtigen Zwecken erfunden und haben nichts anderes zum Ziel, als die nationalsozialistische Vollsgemeinschastsbcwegung jetzt kurz vor der Wahl vor der Oeffcntlichkeit in Mißkredit zu bringen. Wir erklären hierzu: Kein Nationalsozialist hat sich an den Sabotage- und Terror-Akten betei-
Berlin, 5. November. In der Nacht vom Donnerstag auf Freitag und am Freitag morgen, ereigneten sich in der Reichshauptstadt anläßlich des Verkehrsstreiks geradezu beispiellose Szenen. Die Polizei des deutschnationalen Polizeipräsidenten Melcher hatte den Auftrag erhalten, mit schärsstmöglichen Mitteln gegen die Streikenden vorzugehen.
Zu den schwersten Exzessen kam es in Schöneberg in der Martin-Lutherstraße. Ein dort stationierte! Streikposten vor dem Straßenbahnde- pot wurde von SA-Leuten mit Nahrungsmitteln, Kaffee und Zigaretten versehen. Ohne sichtbaren Grund erschien Plötzlich ein größeres Aufgebot von Polizei und begann sofort ein Schnellfeuer auf die Menge zu eröffnen. Der 45jährige SA- Scharführer Kurt Reppich vom Sturm 13, von Beruf Bezirkszollkommissar, erhielt auf der Flucht von hinten (!!) einen Schuß, der seitlich in die Schläfe dräng und die Stirn zertrümmerte. Reppich brach sofort tot zusammen. Der Sanitätsscharführer Schlichtenberg, der Reppich stürzen sah, drehte sich um und eilte auf den in seinem Blute Liegenden zu, um, wenn noch möglich, Hilfe zu leisten. Ein Schupobeamter zielte auf den Samtätsscharführer, drückte ab und verletzte Schlichtonbcrg durch einen Rückenschutz erheblich. Weiter wurde der 19jährige SA-Mann Hellmuth Schulz vom Sturm 19 und ein weiterer SA-
Berlin, 5. November. Die gestrige Meldung über die stürmische Kabinettsfitzung und den Streik wegen der Kontingente, hat im betroffenen Regierungslager peinlichstes Erstaunen hervorgerufen. Man hat sich bemüht, diese Meldung zu bagatellisieren bzw. zu dementieren. Wir möchten demgegenüber feststellen, daß wir die gestrige Meldung in allen Punkten aufrecht erhalten. Wir sind sogar in der Lage, festzustellen,
daß der Reichswirtfchastsminister, der Reichs- sinanzminister, der Reichsautzenminister und der neue Reichsminister ohne Portefeuille und Kommissar für das preußische Finanzministerium, Dr. Popitz, in der gestrigen Sitzung des Kabinetts gegen die Kontingentierung gestimmt haben.
ligk, noch wird tt sich daran beteiligen. Dre nationalsozialistische Bewegung verficht ihr Recht mit den Mitteln der Gesetzlichkeit und läßt sich nicht von diesem Wege auch durch die leicht verständlichen Wünsche der gegnerischen Presse abbringen. Nationalsozialisten! Haltet Disziplin! Die Nationalsozialistische Betriebszellen-- Organisation führt den Kampf «m das tägliche Brot der werktätigen Bevölkerung unbeirrt und unbeeinflußt von irgend einer anderen Organisation. Wir sind selbst Manns genug, um unser gutes Recht durchzusetzen und brauchen dazu keine Patenschaft irgend einer anderen Partei oder Gruppe. Der Streik bei der BVG. ist die notwendige Folge der Notverord- nunaspolitik der Papen-Regierung.
D»e Rettung bringt allein Adolf Hitler und seine Bewegung!"
Mann, ebenfalls vom Sturm 19, durch Schüsse verletzt. Schulz erlitt einen Oberarmdurchschuß und mußte in das Krankenhaus gebracht werden, der andere SA-Mann einen Oberschenkelstreif- schuß.
Der Adjutant des Berliner Gauleiters Dr. Goebbels, der Landtagsabgeordnete und der , Chef vom Dienst des „Angriffs", Pg. Krause, waren Zeuge dieser Bluttat. Pg. Hanke verlangte in seiner Eigenschaft als Landtagsabgeordneter sofort von den zuständigen Stellen die Entsendung einer Mordkommission, da es sich deshalb schon um einen glatt«, Mord handelt, weil die Beamten ohne Anweisung vorgestürmt waren.
Der Polizeibeamte, der den tödlichen Schuß aus den Pg. Kurt Reppich abgab, der Reichsbannermann Gröning, ist von Kameraden seiner eigenen Bereitschaft als Täter bezeichnet worden und mußte sich von den anständigen Polizribeamten schwere Vorwürse wegen seines, ein so furchtbares Blutbad provozierenden Verhaltens machen lasse«. Gröning unternahm einen Selbstmordversuch und mußte von seinen Kameraden, als ihm dieser Versuch nicht geglückt war und er einen Tobsuchtsansall bekam, gesqsselt werden.
(Fortsetzung auf Seite 2.)
Das Kabinett der „autoritären Staatsführung" ist also in zwei Teile zerfallen.
T-ie Richtigkeit unserer gestrigen Meldung, die berichtete, daß die Krise offen und das Kabinett lediglich im Hinblick auf den nahen Wahltermin noch zusammen sei, ist hierdurch bestätigt. Interessant dürfte es noch sein, daß der Reichsernährungsminister dem Amtlichen Wolff'schen Telegraphen-Büro an dem Abend, als Herr von Gahl seine Wahlunrechtspläne verkündete, eine Erklärung über die Kontingente gab, die nachher von der Pressestelle, um „größeres Unheil" zu verhüten, zurückgezogen wurde. Heute kann man schon fragen: „Lebt das Kabinett noch? Wenn ja, toas gedenkt es da- l gegen zu tun?"
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Berlin. Rätselschwere Frage des Tages: Was wird der 6. November bringen? Bricht die nationalsozialistische Welle oder steigt die Flut weiter? Jeder Nationalsozialist, jeder Freund der Beewcgung, aber noch mehr die Kreise des Gegners suchen wohl Hundertemale am Tage nach einer vorausschauenden Lösung dieses Rätsels.
Bezeichnende Unsicherheit in der Öffentlichkeit und vor allem in den Reihen unserer Feindet Was wird der Wahlausgang bringen? Reultiop und Marxismus klammern sich in letzter Zuflucht an die bestellten unwahren Tendenzberichte ob« sturer Pressekorrespondeilten. Aus abgründigen Lügenmeldungen schöpfen sie trügerische Hoffnungen. Täglich zeichnen sie zitternd und bangend' vor der eigenen Unwahrheit unseren Verfall in der schwärzesten Farbe. Wir aber versuchen, uns ein wahres Bild aus der bisherigen Entwicklung des Wahlkampfes zu formen.
Um einen wirklich geschlossenen und umfassenden Ueberblick über die Volksstimmung im Reich« zu gewinnen, hat unser Berichtrstatter Gelegenheit genommen, Pg. Dr. Dietrich, den Reichspressechef der NSDAP. über seine bisherigen Eindrücke der Rundfahrt durch die Lande zu befragen. Dr. Dietrich, der in Begleitung des Führers an den sämtlichen bisher 47 Hitlerkundge- bungen dieses Wahlkampfes in allen Teilen Deutschlands teilnahm, gewährte unseren Korrespondenten bei kurzem Aufenthalt in Berlin eine Unterredung über seine bisherigen Beobachtungen und Erfahrungen.
Frage: Wie beurteilen Sie nach den bisherigen Erfahrungen Ihre alle Gebiete des Rei- ches umfassende Reise und die Aussichten der NSDAP.?
Antwort: Die NSDAP. wird am 6. November den größten und eindrucksvollsten Sieg erringen, d«r die Geschichte des Nationalsozialismus bisher zu verzeichnen hatte. '
Frage: Was berechtigt Sie zu dieser Wahl- voraussage?
Antwort: Der Sinn des Wahlkampfcs war einzig und allein, die NSDAP. entscheidend zu schwächen und das letzte Gesüge dieser Volksbewegung in ihren Grundfesten so zu erschüttern, daß sie gezwungen wäre, ihren Anspruch aus die Führung der Regierung aufzugeben.
Die NSDAP. wird nicht nur diese unwahren Wahlziele ihrer Gegner zunichte machen und zertrümmern, sondern sie wird im Wahlkamps vor aller Welt den endgültigen und unumstößlichen Beweis erbringen, daß die Bewegung als entscheidender Machtsaktor des deutschen politischen Lebens unerschütterlich und ohne sie eine deutsch^ Zukunft undenkbar ist. Datz die Bewegung den Kamps auch unter den für sie allerungünstigstcn Bedingungen aufnehmen und zu jeder Zeit erfolgreich durchführen kann, darin wird die entscheidende Bedeutung und die Größe ihres Sieges einen überzeugenderen Ausdruck finden, als jemals zuvor. Die größten und entscheidendsto» Siege find zu allen Zeiten die gewesen, die man in der kritischen Stunde und in den Zeiten der Not erkämpft.
Frage: Auf welche Beobachtungen im einzelnen und auf welche Eindrücke im besonderen stützen Sie diese Ihre Behauptungen eines solchen nationalsozialistischen Wahlersolges?
Antwort: Wenn man in wenig mehr als 14 Tagen fast 50 gewaltige Massenkundgebung«» vor Millionen deutschen Menschen in den Industriezentren ebenso wie in den abgelegensten Land- schastsgebirten Deutschlands, in Nord und Süd und West und Oft, kurz überall im Reich, wo deutsche Menschen wohnen, miterleben durfte, wenn man aus dieser gigantischen Reise im Auto mld Flugzeug bisher ungefähr 15 000 Kilometer! deutsche Laiche durcheilte und säst jedes Dorf unseres Vaterlandes passierte, dann kann man beurteilen, wie es draußen im Volke wirklich aussieht, was dieses Volk im Hinblick aus den ü November wirklich fühlt, denkt und will. Vom er-