Ausgabe 
(4.11.1932) Nr. 248
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Bertis November. Obwohl die am Mittwoch durchgeführte Urabstimmung über einen Streik bei der Berliner Verkehrsgefellfchast die eftrderliche Mehrheit aller Stimmberechtigten nicht ergeben hat, scheint es doch zu einem Streik zu kommen.

Gestern abend fand in Haverlands Festsälen die Delegierten-Konferery der BBGErbeiter statt. Auf Grund des Ergebnisses der heutigen Urab­stimmung^ bei der sich über 78 v. H. aller Abstim­menden für den Streik entschieden haben, hat die Konferenz einstimmig den Beschluß gefaßt, daß der Streit morgen früh mit Arbeitsanfang beginnt. Es wurde eine zentrale Streikleitung gewählt, die sich aus Mitglieder der NSBO., der RGO., des Gesamtverbandes, des christlichen Verbandes und aus Unorganisierten zusammensetzt. Eine von etwa 500 Arbeitern besuchte Belegschaftsversamm­lung des Straßenbahn, und des Omnibnsdepots Weißensee hat einstimmig den Beschluß gefaßt, daß ab morgen früh kein Wagen mehr fährt.

Berlin, 3. November. Am Donnerstag morgen ist In allen Betrieben der Berliner Verkehrsgesell­schaft die Arbeit nicht wieder ausgenommen wor­den.

Arbeitswillige, die zu ihrer Arbeitsstätte kamen, mußten wieder umkehren, da die zahlreich aufge­stellten Streikposten ihnen den Zugang verwehrten. Die Polizei hat auf Anforderung seitens der BVG. die Betriebsbahnhöfe besetzt.

Bisher nahm die Polizei zwei Nationalsozia­listen und einen Kommunisten fest, die an Terrorakten führend beteiligt gewesen sein sollen.

Berlin, 4. November.

Seit gestern, morgen ruht in der Reichs- hauptstadt der Verkehr vollständig. Die Arbeiter sehnst hat sich geweigert, das neue Lohnabbandiktat der Berliner Verkehrsgv- sellschast anzuerkennen und- ist geschlossen in den Streik getreten. -

Die soz-aidemolratische»» Gewerkschaften habe» auch in diesem Falle wieder einmal offen unter Beweis gestellt, daß sie nicht mehr berufe» sein können, die Interessen »er deutschen Arbeiterschaft zu vertreten. Mit alle« möglichen Mitteln haben die sazülldemokratischen Gewerkschaften Hand in Hand mit den Direktoren der BVG. ver­sucht, die Arbeiterschaft zur Anahme des neuen Lohnabbaudiktates zu bringen. Noch vorgestern wurden in den Betriebe», der BVG. Flugblätter der Gewerkschaften ver­teilt, in denen es hieß, - die neue Lohn- senkungsaktion bei der BVG. lediglich den Zweck verfolge, die Ungleichung der Löhn« der Gemeindearbeiter an die der Reichsar- bektrr, «sie sie die Notverordnung Papens »erlangt, herbeizuführen.

Nur ein einziges Beispiel, um zu illu­strieren, wie es um das Hungerdasein der Belegschaft inerhalb der BVG. bestellt ist:

Die über 1000 Kartenverkäuferinnen, die von -er BVG. beschäftigt werden und die täglich Ist bis 12 Stunden arbeiten, be­ziehen im günstigsten Falle ein Monatsge­halt von sage «nd schreibe 89 Mark.

Bezeichnend für den Verrat der sozial- demokratischen Gewerkschaften ist es, daß die Gewerkschaftsleitung der streikenden Arbei­terschaft noch im Laufe des gestrigen Tages dadurch in den Rücken zu fallen versuchte, daß sie Hand in Hand mit der Direktion der BVG. erklären lieb. der Streik sei des­

halb ungesetzlich', weil der Streikbeschluß nicht von der notwendigen Zwei-Drittel- Mehrheit der Belegschaft beschlossen worden sei. Die Nationalsozialistische Betriebszel- lenorganisation, die in erster Linie die Kampfbewegung der Arbeiterschaft .gegen das neue Lohuabbaudiktak geführt Hat und die schon fett Jahre» gegen die

unverantwortliche Mißwirtschaft gerade innerhalb der BVG., gegen die Man»- mutgehälter der fozialdemokratischen BBG.-Direktoren und für die zu Hnn- gerköhnen arbeitende Belegschaft, gekämpst hat, hat gestern morgen einen Strei.b-Au.fruf veröffentlicht, in dem es u. a. heißt:

Die Direktion der BVG. versucht, durch. Lohnraub für wenige Wochen ihre Geld- sorgen loszuwerden. Sie will, wie schon

Aus rein k< Lisch östlichen Gründ en hat sich die erdrückende Mehrheit der Berliner Berkehrsarbeiter für den Streik erklärt, für den Streik gegen Lohuraub und Entrech­tung. Je»»e Berliner Berkehrs-Gesettschaft, bei der der

Freund des Großschiebers Barmat ein

so oft, die früheren Schulde»» und die Miß­wirtschaft des ehemaligen Aufsichtsratsvor­sitzenden Rente und seines Parteifreundes Brokat auf Kosten der Arbeitnehmer zu einem Teil wieder gut machen. Es mutz endlich einmal mit den Lohnabbaudiktaten Schluß gemacht werden. Der Streik der Arbeitnehmer der BVG. hat seine sittliche ' und moralische Berechtigung. Hoch die -Fahne des deutschen Sozialismus für den ^ freien Staat der deutschen Arbeit.

Auch dieser Streik hat wieder einmal mit brutaler Deutlichkeit den schamlosen Verrat der marxistischen Gewerkschastsbonzokratie offenbart. Die deutsche Arbeiterschaft hat längst erkannt» an welcher Stelle und von wem sie verraten wurde und wo für ihre Interessen gekämpst wird. Der Berliner Berkehrsstreik hat trotz des Verrats der marxistischen Gewerkschaften vnter Führung der nationalsozialistischen Betriebszellen-Or- ganisation and Einheitsfront der Arbeiter­schaft im Kampfe gegen den Lohnraub der Reaktion und im Kampfe gegen Verrat des Marxismus gesehen k

Gehalt von einigen 7VVV9 Mark ver­dient, wagte es, den Berliner Verkehrs- arbeitcrn einen Lohnraub anzubieten, der die Existenz der über 29 009 Fami­lien der Berliner Verkehrsarbeiter ernst­lich gefährden mußte.

(Fortsetzung auf Seite 2)

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Der Tag der Abrechnung »st da. Monate hin­durch hat mau in der gesamten Regierungspreste, im Rundfunk und in öffentlichen Reden der Mi­nister, dem deutschen Volke wieder einmal Herr- ' liehe Zeiten versprochen, genau wie vor Annahme des Doungpkanes. Damals sollten 800 Millionen Steuern gesenkt werden, diesmal versprach man, bis Anfang Dezember 1 Million Arbeitslose ein­zustellen, diesmal versprach man der Landwirt­schaft wirkliche Hilfe, diesmal kündigte man außenpolitische Aktionen an, die der. nationalen Ehre und Würde Deutschlands Genugtuung be­reiten würden. Man verwies stolz auf Preußen, in dem es angeblich gelungen fei, die marxistische Regierung davon zu sagen Und man vergaß bei all diesen Versprechungen undTaten" nicht, mit dem Finger auf uns Nationalsozialisten zu zeige»», die das zwar alles seit 10 Jahren gefordert hät­ten, aber nur zusehen müßten, wie andere be­rufeneKöpfe" diese Aufgaben durchführten.

Am 6. November ist Volksgericht. Herr von Po­pen hat selbst erklärt, daß er nur nach seinen Taten beurteilt werden möchte. Nun wohl, hier sind die Unterlagen für das Urteil, das sich das Volk am 6. November bildet.

Wenn auch die Schünemannpresse heute erneut die infame Wahllüge, die schon gestern richtigge­stellt worden ist, verbreitet, eine nationalsozia­listische Abordnung aus dem Reich hätte sich an der Faschistenfeier in Tirol beteiligt, so läßt sich damit nicht die Tatsache verkleistern, daß das Ka­binett Papen Deutschland in eine völlige Isolie­rung geführt hat. Jeder von uns hätte sich hiiner Papen gestellt, wenn er die Frage der Gleich­berechtigung aus richtigem Wege und mit Erfolg angegriffen und durchgeführt hätte. Statt besten verlieh Herr von Papen dem Franzosen Herrist, dem glühnden Deutschenhasser, die Goethemedaille, stieß England und Italien vor den Kotzf. und holte sich zugleich in Frankreich eine Absage, wie sie bislang kein anderer Minister erhalten hat. Und damit nicht genug, verbreitet doch dieDeut­sche Rundschau in Polen" eine Meldung, nach der Papen Frankreich den Borschlag eines Militärbündnisses gemacht hat und die gleiche Zeitung, die in Polen deutsche Kultnrbelange ver­tritt und großes Ansehen genießt, stellt fest, stoß die gegenwärtige Regierung am meistenfranko­phil", d. h. franzosenfreundlrch eingestellt sei von 'allen Negienmgen der letzten 10 Fahre. Dieses un­würdige Militärbündnis, nach dem französische Gs- neralstabsoffiziere in den deutschn Generalstab übernommen werden sollten, ist von Herrist oben­drein abgelehnt worden. Das ist das Ergebnis eine» verhängnisvollen Außenpolitik, das Ergebnis eins» Regierung, die nicht die einfachste Voraussehen? aktiver, nationaler Außenpolitik kerrnt, denn solch würde sie es verstanden haben, die gesamte Nation in diesen Fragen hinter sich zu bringen, ode» aber aus Verantwortung für die auswärtigen Ge­schicke zurückzutreten und einem Mann das Steuer in die Hand zu geben, der im Gegensatz zu der Regierung Papen, über die völkischen und natio­nalen Kräfte innerhalb des Volkes vorlügt. Man mag das bestreiten wie man will, die Taten Pa­pens in der Außenpolitik sind ein einziger erschüt­ternder Mißerfolg.

Aber in Preußen, wird man sagen, habe er Ordnung geschaffen und die Regierung Brau» davongejagt. Auch das ist dem neuen Kabinett »richt gelungen, denn man hat einen Staatsstreich nur halb durchgeführt und läßt es henke zu, daß die marxistischen Minister sich erneut in ihre Sessel setzen und erklärt sich selbst bereit, mit ihnen über Zuftändigkeitssragen zu verhandeln. Das deutsche Volk in feiner Not hat eine starke Regierung ge­fordert, jetzt aber sitzen drei in Berlin und lein

vsulsoks ^psusn, rlsulseks IVltMsi*

Ihr habt unter den Notjahren des deutschen Volkes am meisten zu leiden; denn ihr erlebt die Not mit eurem Herzen. Ihr.seht, wie euren Kindern das Recht auf Arbeit genommen wurde, der Ausblick in eine bessere Zukunft von jenen Parteien, die heute wieder um euch werben. Sie wenden sich in einem Appell an euer christliches Gewissen und sahen dennoch untätig dem Treiben der niederziehenden Kräfte zu, die das Fundament der Familie und des Staates untergraben wollten. Sie wenden sich an euch mit dem Hinweis auf ihrGottesgnadeutum" und nehmen den Deinen das Brot. Sie kommen wieder, die den Fluch tragen, schuldigamElenddes Volkes geworden zu sein. Hinter der Maske des Biedermanns verbergen sie geschickt die T e u s e l s - sratze der Giersucht, des Klassenkampfes, überhaupt der Zersetzung. Denkt daran, deutsche Mütter, wie eure Söhne in steter Knechtschaft ihr Leben vollbringen und mit ihrem Fleiß die Schulden bezahlen sollen, die ein feiges Geschlecht und verantwortungslose Parteien ohne Widerstand dem deutschen Volle aufbürden ließen.

Denkt daran, daß Alljuda mit Hilfe der Reaktion die Ausbeutung der breiten Massen des deutschen Volkes weiter fortführen will «nd in euren Kindern die Verbundenheit mit dem Volke zerstören.

Denkt daran, daß bei Fortbestehen der grenzenlosen Not auch euren Kindern der Halt genommen werden wird, und sie, wurzellos geworden, denen fluchen werden, die aus Angst vor der Entscheidung dem Schicksal sich nicht entgegenstemurtvn.

Wollt ihr, daß euren Kindern die Heimat lieb und wert bleibt, von der ihr zuerst zu euren Kinder» sprächet, wie ihr ihnen zuerst die Gedanken vermittelt von Gott, Heimat und Vaterland?

Wollt ihr, daß der von den Nationalsozialisten geführte Kampf südlich auch euren Kindern eine bessere Zukunft sichert?

Wollt ihr, daß dem deutschen Volke die Zukunft und damit auch die Zukunft eurer Linder gesichert bleibt?

Wollt ihr, daß ihr selbst wieder froh «nd von Sorgen unbeschwert sei« könnt?

Dann entscheidet euch! Die Zukunft des Volkes liegt bei

Adolf Hitler

Zu ihm strömt der verantwortungsbewußte Teil des deutschen Volkes, weil «S die Sondung diescs Führers klar erkannte und ihm darum Gefolgschaft leistet.

Darum wählt am 8. November

Nationalsozialisten

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