Ausgabe 
(31.10.1932) Nr. 244
Seite
1
 
Einzelbild herunterladen

»«i-. 244

Uskngsng 1S3L

Vnvmon, IVIontsg, 6sn 31. O^1od«k»

Sinrslpi'L«» 1S blA,

^?'^«5.^L.^^chästsstelle: Papeustraße 15. Sprech. stunde der Redaktion: Montag bis Freitag von 18 bis 19

a, «mr, Dornsheide 25378.

Die VNZ er^eint Werktags und kostet 1.80 frei Laus. durch die Post zuzüglich 36 3^/ Bestellgeld. ^

Parteiamtliches Organ der Bremer Nationalsozialisten

Anzeigen: hieflge die 10 gespaltene mm-Zeile^L^ 0.10, auswärts 0.18; im Textteil ^ 0.50, auswärts ^ 0.70; Stellengesuch« 0.06; sonstige kleine Anzeigen 0.08. Plahvorschrift ohn- Derbtndlichkeit. Bei Betriebsstörung, Streik, Verbot usw. hat de: Bezieher keinen Anspruch auf Rückzahlung des Bezugspreises.

Osi^üki'sp m OSrZsnbupg

„8ek will riis ^üks'ung, um msin Mspic voiisnrisn

zu künnsn"

KniUIr Uvp »IvSüsn . . .

Mit Stolz sagte der Führer, daß er in. seiner Bewegung alle Schichten des guten, soliden, treuen Deutschtums vom kleinen Straßenfeger bis zum kaiserlichen Prinzen geeint habe. Immer wieder bewahrheitet sich dieses stolze Wort, hinter dem eine ungeheure dreizehnjährige Arbeit steht, in den gewaltigen, mitreißenden öffentlichen Kundgebungen der NSDAP- in so herrlicher Weise, daß man wohl verstehen kann, batz die beiden Schünemannbl ä tter der blasse Neid ankommt.

Lange vor Beginn der Kundgebung war der Zic.,.l,^f, der größte Saal der olden- burgischen Landeshauptstadt, bis zum Ber­sten gefüllt und in dem nebenan von der SA. erbauten Zelt stauten sich die Massen und füllten den verfügbaren Raum bis zum letzten Plätzchen. „Schwache Beteili­gung" wagen da die beiden Schünemann- blätter zu schreiben! Es scheint sich in der politischen Redaktion dieser systemhörigen Zeitungen noch nicht herumgesprochen zu ha­ben, daß es nicht mehr Sommer ist, daß der Herbst mit seinen Regengüssen, feinem Blätterfall, seinen Kälteschauern über das Land gekommen und öffentliche Versamm­lungen im Freien unmöglich gemacht hat, — „leider", sagen wir, „gottseidank" die Schünemänner — sonst hätte man bort nicht die

kindische Kühnheit

besessen, von schwacher Beteiligung bei der „Oldenburger Hitlerkundgebung" zu reden, wo doch die Beteiligung so stark war, baß aller zu der Kundgebung überhaupt nur verfügbare, einigermaßen zu wärmende, um­baute Raum aber auch bis zum Aller­äußersten ausgenutzt wurde! Oder aber, man scheint bei den Schünemannzeitungen des Glaubens zu sein, daß die Nazis es sogar fertig bringen, die Menschen in den Sälen aufeinanderzustellen, sonst verstehen wir bei Gott nicht, wie diese Herren mit der Papencouleur diese Saalkundgebung am vergangenen Sonnabend mit einer Kundgebung im Freien —. jener überwäl­tigenden Hitlerversammlung aus dem Olden­burger Rennplatz im Sommer dieses Jah­res — vergleichen können. Gott hab sie selig, sie haben es sogar in einem Leitar­tikel fertig gebracht, die „Deutsche Volks­partei" (man scheint bei Schünemanns gute

Mikroskope M haben, mit ihnen sieht man nämlich das Winzige sehr groß!) und die Deutschnationale „Volks"partei" als „Be­wegung" zu sehen! Das ist neueste Erkennt­nis dieser so erfolgreichen — oder zweifelt vielleicht jemand daran — politischen Möch­tegerne! Vielleicht und wahrscheinlich ver­stehen sie darunter eine

Ssnsgung kn «Iss dttvkt»

denn einen solchen Kurs haben diese beiden wirklich fabelhaft erfolglosen Parteien seit Jahre» genommen« Solange diese beiden Parteien in Deutschland mit an der Re­gierung saßen, konnte sich' der Marxismus aufrichten, solange der Ungeist dieser bei­den Parteien deutsche Gehirne um bene­belte, konnten sich' im Volke jene Klüfte des Klafsenkampses aufreißen, der den Arbeiter vom Bürger schied, den Deutschen vom Deutschen, und

wem» Adolf Hitler »richt gekommen wäre mit seinem Glauben, mit seinem Willen, mit seinen Fähigkeiten, dann wären wir heute im roten Sumpf, «nd dann könnten sich die Herren der beiden „Bolks"»partei«n ohne Volk wohl nicht einmal mehr soweit bewegen, daß sie ihre „Bewegung" Bewegung nennen dürften!

Wer du lieber Gott, wer schon nach dem Da- wesplan Silberstteisen am Horizont sah, »»ach dem Houngplan die Dollarsorme über Deutschland, nach dem Papenprogramm einen Aufschwung, von dem kann man beim besten Willen nicht verlan­gen, daß er weiß, was eine Volksbewegung ist und insbesondere nicht eine Volksbewegung wie die Wolf Hitlers, welche auf der hohem Sitt­lichkeit eines völkisch-gebundenen nationale» und sozialen Denkens sich aufbaut, in welcher nicht die stramme Weste, die elegante Taille, die schnittige Bügelfalte, die zufällige Bevorrechtung durch die Geburt, der dicke Geldbeutel, ausschlaggebend ist, sondern das Herz, der Sinn für das Dollsgarize und nicht für eine Drohnenschicht! Wir dürfen wohl mit Recht annehmen, daß der Leitartikler der ,Meser-Zeitung" ein Gefühl der Lächerlichkeit mit Anstrengung bekämpfen mutzte, als er sei« „goldenes" Wort von der deutschvollsparteilichen oder deutschnationalen „Bewegung" niederschrieb — er verdient aber auf jeden Fall, baß er in die Ausstellungshalle der „berühmten" Männer ein­geht, den« solch „goldene" Worte könne« einen Menschen, ganz insbesonders eine« Leitartitter wohl „berühmt" machen . ..

Unsei« Msuds

Lächelnd betrat der Führer den mit einer er­wartungsfrohen begeisterten Menge überfüll­ten großen Saal des Oldenburger Ziegelhofes. Am Herbsthimmel hingen die Wolken tief, kalter Wind fegte über das weite, ebene Marschland. Wer in den Herzen brennt die Flamme, und wenn der Führer kommt, dann loht sie glühend und heiß auf. Ueber Deutschland hat der Pest­hauch des Marxismus geweht, über Deutschland hat eine volksfeindliche Herreuklubclique — äh, äh -— zu kommandieren versucht. Der Führer hat erst wieder den Glauben an das Recht im deut­schen Menschen gewellt, den Glauben an das Va­terland! Dieser Glaube leuchtete auf den Ge­sichtern dieser Volksgemeinschaft «nd strahlt aus den Zügen des Arbeiters, des Bauern und des Bürgers, die sich eins fühlen im Glauben, im Streben, !m Kämpf«,!

Ei» Wunder ist dieser Glaube, von einer Kraft, die nichts anderes kennt als den Sieg und den Kampf, ihn z« erringe«! Das ist im Süden so, im Osten und im Westen unseres schönen Deutsch­lands, und in der Front des erwachenden Deutsche lands steht auch der Norden, find die Oldenbur­ger, die Niedersachsen, die Friesen, die Bremer nicht die Schlechtesten. Der Führer weiß dies, der Führer ist stolz darauf. Als er durch das Spa­lier der SA und SS schritt, als er vor das Mikrophon trat, da brandete eine Welle der Ver­ehrung, der Liebe, des Vertrauens auf, wie sie nur einen Mann in Deutschland empfängt, unse­re« Führer! Mau sieht ihm die »mgeheureu An- strengunge« dieses Dauerwahllarnpses «icht an,

trotzdem er als bester und trenester und Vorbild» lichster Kampfer an der Spitze seiner 14-Millioncn- gcsolgschaft steht und es geht von ihm eine Zu, verficht aus, eine Sicherheit, ein Strom des Mu­tes, daß man weiß, daß ihm der Sieg, ihm die Zukunft, ihm das beste, kämpferischste, trrueste «nd edelste Deutschland gehört! Lächelnd, erfreut empfängt er von einem kleinen Mädchen ein Blumeugebinde, lächelnd beginnt er seine, höch­stes Gedankengut vermittelnde Rede und steigert sie in hinreißendem Schwung in seinen herr­lichen Formulierungen, mit denen er das

hohe Ethos der nationalsozialistischen Weltanschauung

lebendig Prägte, mit denen er seinem Gegner die heuchlerische Maske vom Gesicht riß, anklagend—> nicht im kleinen Stil deutschnationaler Gerne­große und oolksparteilicher Nichtse, sondern mit der Berechtigung wahrhafter Größe, die unver­gänglich sich in die deutsche Geschichte eingemeißelt hat, mit der Größe eines treuen Volksführers aus 14 jahrelanger Schmach und Schande. Er ist der, in dem unsere große Sehnsucht nach einem geeinten, kraftvollen Deutschland Gestalt fand, sein Name hat wahrlich mehr Klang als die stol­zesten und längsten Titel, welche die schwarz­rot-goldene Republik zu vergeben hat, und er ist der, welcher das Werk deutscher Einigung, deut­scher Sammlung vollendet. Ihm gehört der Sieg, ihn grüßen wir als unseren Führer, denn di« True ist das Mark seiner Ehre, das vieltausend« stimmige Heil möge ihm versichern, daß die nord- westdeutschen Gaue mit ihm Tod und Teufel nicht fürchten! R. tzth.

Arloil Ulllsi» spinoki

Staatsminister Spangemacher begrüßt Adolf Hitler. >

Das nationalsozialistisch« Oldenburg heißt den Führer herzlich willkommen. Das olden- burgische Staatsministerium schließt sich diesem Willkommensgrutz von ganzem Her­zen an.

Ich erteile das Wort dem Führer.

Als der Beifall und das Händeklatschen verebbt sind, nimmt Adolf Hitler das Wort.

Meine deutsche» Volksgenossinnen Volksgenossen!

und

In den letzten Tagen hat unsere natio­nalsozialistische Bewegung aus einmal zahl­reiche „Freunde" bekommen. Die bürger­liche Presse «nd die bürgerlichen Politiker können sich auf einmal vor Besorgtheit um das Wohl und das Gedeihen um i^e Zu­kunft unserer Bewegung gar nicht g"nug tun. Anfragen etwa des Inhalts: „Wa- >rum Herr Hitler, haben Sie denn die ein­zige günstige Gelegenheit, am 13. August in diese Regierung einzusteigen, nicht wahr­genommen? Wie konnten Sie, nachdem Ihnen dort die Tür ausgemacht wurde, aus

LM OlSi^siLg, 1. l^OVSMdSk', so

Olmtrltt_,scr, Lrwsrdsloss umct l<i-Isssdssst>3cllgts —»1S

Srrr OssskTG