Ausgabe 
(28.10.1932) Nr. 242
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Der köstliche Anblick, da sich die Ex­ponenten mit Recht der Vergangenheit an­gehöre,rder Systeme und Anschauungen ge­genseitig befehden und voneinander behaup­ten, daß jeder für sich das Recht in An­spruch nehmen dürfe, sich als Besitzer des Steines der Weisen zu bezeichnen, wird, wenn nicht alles täuscht, dem deutschen Volke nicht mehr altzulange geboten werden.

Im Vordergrund des Interesses steht au­genblicklich die Frage,

was das Kabinett von Papen zu tun gedenkt.

Räch unseren Informationen dürste noch !km Laufe des heutigen Tages das Ergeb­nis der Kabinettsitzung bekanntgegeben wer­den und dieses Ergebnis wird Maßnahmen und Verordnungen zur Verkündung gelan­gen lassen, an Hand deren die Freunde des Herrn von Papen die Möglichkeit haben, die Emsigkeit derautoritären Regierung" «ick» die Entschlußkraft des Herrn von Papen »u besingen.

So hört man, daß auf Grund des Art. 48 der Reichsverfassung eine Verordnung er­lassen werden wird, die dem Reich die Rechte zuerkennt, die -er Staatsgerichtshof ver­weigert hat.

Man spricht davon, daß durch diese Maß­nahmen die Reichsresorm auf kaltem Wege ermöglicht werde und die vom Staatsge­richtshof dem System Braun-Severing-Hirt- siefer zuerkannten Rechte damit illusorisch wären. Die Verordnung wird, wie wir hören, die Zusammenlegung verschiedener preußischer Ministerien mit Reichsmiuiste- rien bringen, 5 neue Kommissare sollen für Preußen ernannt, den Staatssekretäre« übergeordnet und 2 dieser neuen Kommissare sollen zugleich der Reichsregiernng als stimmberechtigte Mitglieder angehören.

Das System Papen-Bracht hat heute we­niger denn je das Recht, sich in Preußen häuslich einzurichten, da nun nach Klä­rung der Lage das Zustandekommen einer verfassungsmäßigen und vom Vertrauen breitester Volksschichten getragenen Regie­rung als unmittelbar bevorstehend erachtet werden kann. Die Bildung einer solchen Regierung zu verhindern, dürfte den Ein­peitschern der Reaktion doch einigermaßen schlecht bekommen, denn der Sprung in die Illegalität dürfte die Lage insoweit ver­schieben, als dann niemand mehr das Recht hat, im Interesse der StaatsautoritätMaß- nahmen vorzunehmen, sondern das Inter­esse der Gesamtheit dem Wunsch der Ge­

samtheit gemäß wahrgenommen und ver­teidigt werden muß.

Wir sagten schon einleitend, baß wir nicht daran glauben, baß man ernstlich einen Konflikt heraufbeschwören will. Wir glau­ben dies um so weniger, als die Verstän­digungsbereitschaft noch gestern vormittag außerordentlich groß war und eingeweihte Kreise wissen wollen, daß lediglich das Zu- tagetreten der Versöhnnngsbereitschast so unmittelbar vor der Wahl als nicht wün­schenswert angesehen werden müsse.

Den Sprung ins Dunkle werden die Herren Papen und Bracht nicht wagen, denn es ist nicht anzunehmen, daß der Reichs­präsident sich an dieser körperlichen Uebung betätigen wird. Die einzige Möglichkeit, wenigstens den Anschein von Resonanz im Volke zu erwecken, wäre die von uns be­reits gemeldete und

ernsthaft zur Erörterung stehen de Fro nt

Papen-Regiernng, DNVP., Bürgerliches Mischmasch, Zentrum, SPD.

Diese letzte Chance wird sich das System von gestern und das von vorgestern nicht entgehen lassen und all' die nun zu erwar­tenden Taten werden einer Prüfung auf ihre Ernsthaftigkeit unter Berücksichtigung dieser Sachte nicht standhalten.

Die Unstimmigkeiten zwischen dem

Reichspräsidenten und Herrn v. Papen

find zwar erwartungsgemäß dementiert wor­den. Aber auch dieses Dementi ist nicht in der Lage, Tatsachen aus der Welt zu schaffen. Auch als Herr Brüning gehen mußte, erschien kaum 24 Stunden vorher eine amtliche Erklärung, die das innige Verhältnis zwischen Reichspräsidenten und Reichskanzler feierte. Warum sollte ein De­menti in diesem Falle eine andere Bedeu­tung haben, als bei Herrn Brüning? De­mentis sind nun einmal dazu da, um von den inzwischen Tatsache gewordenen Er­eignissen dementiert zu werden.

Nach dem 6. November werden sich erst Dinge ereignen, die entscheidend sind. Was vor dem 6. »»November von diesen beiden Seiten passiert, ist beherrscht von dem Wunsche, guten Eindruck beim Volk zu machen.

Die Herren brauchen nicht zu denken, daß der Nationalsozialismus mit sich Spielball treiben lasse. Wir wissen sehr gut, was wir wollen. Wir haben ein durchaus po­sitives Ziel und wir werden nichts unter­lassen, um die Voraussetzungen, dieses Ziel zn erreichen, zn schaffen.

Noch sitzen sie zu zweit auf einem Mi­nisterstuhl. Aber schon pocht das Voll an das Tor, um den Inhalt der Sessel an die frische Luft zu befördern!

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Berliu, 28. Oktober. I» der vorvergaugenen Nacht wurde in der Oramenburger Straße der 49 Jahre alte SA.-Maun Richard Harwik von einer Baude Kommunisten angefallen und mit allen möglichen Mordhaudwerkzeugeu zu Boden ge­schlagen. Pg. Harwik besand sich allein auf dem Heimweg. Passanten, die den Schwerverletzten in seinem Blute liegend vorfanden, veranlaßten seine Ueberführung in das nächste Krankenhaus. Gestern vormittag ist er gegen 11 Uhr seinen schweren Ver­letzungen erlege«.

Pg. Harwik war von Beruf Zirmnermann und Vater von vier Kindern.

Fast kein Tag vergeht, an dem das nationale Deutschland nicht die Fahnen vor neuen frischen Gräbern senken müßte. Pg. Harwik ist der achte Lote innerhalb von acht Tagen. Herr von Papen

hat die Regierung BraunSevering abgesetzt, weil der Zustand Deutschlands unter ihren Maßnahmen einem latenten Bürgerkrieg gleichzusetzen war. Heute ist es nicht anders! Täglich fallen deutsche Menschen von den Kugeln roter Banditen ge­troffen, täglich beklagt das nationale Deutschland neue Opfer und nichts geschieht, um dem Wüten der marxistischen Terrorban­den Einhalt zn gebieten. Herr von Pa­pen, der Kanzler des Kabinetts dernationalen Konzentration" war es, der das nationale Deutsch­land mit vertiertem marxistischen Untermenschen- tum auf eine Stufe stellte!

Gestern fiel Pg. Harwik! Auch sein Tod wird für das nationalsozialistische Deutschland ein Fanal sein. Wir werden weiter kämpfen und der Sieg des nationalsozialistischen Deutschland wird die Er­füllung seines Todes sein!

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Von ^ninr August Wttkoln von pnouüon

Nachstehend geben wir das jeden ehrlich emp­findenden Teutsche» packende Bekenntnis eines deustchen Prinzen zu Boll und Vaterland wie­der, das den Stahlhelm und die Teutschnationa- len veranlaßte, in übelster Weiss über den Prinzen herzufallen. Unsere Leser aber fordern wir auf, diesen Artikel Stahlhelmern und Teutschnationalen zum Lesen zu geben und zu warten, ob in ihren Gesichtern die Schamröte aufsteigt ob der Schnmtzigkeit, mit der dieses Bekenntnis beantwortet wurde.

Das deutsche Voll bereitet sich auf eine neu« Entscheidung vor, aber es weiß auch, daß die­ser Wahllamps überflüssig war. Tie Nation hatte deutlich ihre Meinung kundgegeben, und sogar über die Grenzen Deutschlands hinaus strahlte ihr großer Wille. Allerorten hatt« man erwartet, daß dieser Wille zur Ausfüh­rung kommen würde, nur in Deutschland gab

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Adolf Hitler spricht am Sonnabend in Oldenburg

Der Wahlkampf hat seinen Höhepunkt erreicht. Auf der ganzen Linie geht die kampferprobte nationalsozialistische Frei­heitsbewegung im Sturm vorwärts und tritt alles nieder, was sich ihr entgegen­stellt. Es geht vorioärts, immer weiter vorwärts! Alle Stimmungsmache der Geg­ner, alle heimliche» Wünsche des Herren­klubs find zunichte geioorden. Mit einem Schwung und einer Begeisterung wie nie zuvor sind die Kämpfer des Nationalsozia­lismus aus den Plan getreten. Und das Geheimnis dieses überwältigenden An­griffsgeistes, der alle überwinden wird? Der Führer!

Als Adolf Hitler in München die Pa­role ausgab, da stand seine Armee bereit zum Letzten entschlossen! Der Führer selbst stellte sich an die Spitze und trat die Fahrt durch die deutschen Gaue an. Unsere Lo­ser wissen von der Triumphzug des Füh­rers, wissen von den gewaltigen Kundgebun­gen in Schlesien, Ostpreußen, Pommern usw. Mag Herr von Papen vorfeinen" Leuten reden Adolf Hitler spricht vor dem Volke, aus dem er gekommen und dem er sich für alle Zeiten verbunden fühlen wird.

Morgen wird Adolf Hitler in einer Riesenkundgebung in Oldenburg die Ueber­zeugung mitnehmen können, daß auch der Gau Weser-Ems in unverbrüchlicher Treue zu seinem Führer steht!

Dem Führer, der dem Volle die Treue hielt, wird auch vom Volle die Treue ge­halten werden!

Wir grüßen deu Führer des kommenden Deutschlands! Hetl Hitler!

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