Ausgabe 
(25.10.1932) Nr. 239
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Kn. 229

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Bochum, 24. Oktober. Zu schweren Ausschrei­tungen roter Banditen kam es im Ruhrgebiet, wo zwei Kämpfer für ein besseres Deutschland ihre Treue zur Idee Adolf Hitlers mit ihrem Leben bezahlen mußten.

In der Nacht vom Sonnabend zum Sonntag wurde der

13 Jahre alte SA.-Mann Helmuth Barm,

der einzige Ernährer seiner Mutter, in Bochum- Langendreer von Reichsbannerleuten angefallen.

Ein dem Reichsbanner angehörender Polizei­beamter, der sich in Zivil bei dem Reichsbanner- trupp befand, gab auf den SA.-Man» völlig un­begründet aus seinem Dicaftrsoolvrr eins« Schutz »bk Der SA.-Mann brach schwerverletzt zusammen.

Derselbe Polizeibeamte hatte, ehe er den töd­lichen Schuß abgab, einem anderen SA.-Mann mit seinem ihm als Hiebwaffe dienenden Dienst­revolver ein Auge eingeschlagen.

Ein von Passanten herbeigerufener jüdischer Arzt, Dr. Feldmann, trat an den Schwerver­letzten heran, betrachtete ihn mit den Händen in den Taschen und sagte kaltschnäuzig:

Der kann ruhig liegen bleiben.^

Dieses schamlose Verhalten des Arztes löste bei den Anwesenden naturgemäß ungeheure Empörung aus, so daß sich der Jude schließlich veranlaßt sah inzwischen waren 20 Minuten seit dem Schuß vergangen einen Krankenwagen mit der lleber- führung des Schwerverwundeten in das Kranken­haus zu beantragen. Barm starb wenige Minu­ten nach seiner Einlieferung in das Krankenhaus an innerer Verblutung.

Im Stadtteil Jckern von Castrop-Rauxel wur­den SA.- und SS -Männer am Sonnabend abend beim Flugblattverteilen von kommunistischen Banditen angefallen. Die Kommunisten stürmten, mit Latten, Messern, Stahlruten und Schußwaffen versehen, auf die kleine Zahl von SA.- und SS-- Leuten ein. Die SA.- und SS.-Leute setzten sich, so gut es ging, zur Wehr. Plötzlich knallten von Seiten der Kommunisten mehrere Schüsse.

Fünf unserer Kameraden sanken schwerverletzt zu Boden. Am schwerste» getroffen wurde der 22jährige SS.-Mann August Psasf, der kurz danach seinen schweren Schutzoerletzungen erlag.

Pfaff, der von Berns Elektriker ist, galt als ein vorbildlicher Kamerad und SS -Malrn, der sich wegen seines ruhigen, besonnenen und zielklaren Wesens der größten Beliebtheit erfreute.

Die roten Banditen konnten entkommen, doch sind die Haupttäter dem Namen nach bekannt.

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SA.-Maun mit Schlächtermcsser erdolcht

In Covern bei Kreuzberg in Ostpreußen waren zwei Stahlhelmer in einer Gastwirtschaft eingekehrt. Der Gastwirtssohn Fritz Lange war Nationalsozialist und im Alter von vierund­zwanzig Jahren. Gegen 22 Uhr verließen die beiden Stahlhelme^ Grunwald aus Sollnicken und Thurau, das Lokal, um nach Hause zu fahren. Draußen stellten sie fest, daß von ihren Fahrrädern die Ventile entfernt waren.

Sie versuchten darauf, in die bereits geschlossene Gastwirtschaft einzudringen, schlugen gegen die Tür, zertrümmerte» Fenster und macht«, einen großen Lärm. Als darauf der Gaftwirtssoh«, Pg. Lange, aus dem Häuft trat, und die beiden

Stahlhelmer zur Rede stellen wollte, zog der Stahl­helmer Grunwald ein Schlächtermesser und stietz dieses unserem Parteigenossen in die Brust und in den linke« Oberarm. Der Schwerverletzte wurde nach dem Kreuzburger Krankenhaus gebracht, wo er noch in der Nacht verstarb. Er war der einzige Sohn seine Eltern. Der Täter Grunwald und sei« Komplize Thurau wurden verhaftet und dem Kreuz­burger Polizeigesängms zugeführt.

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Aachen, 24. Oktober. In lieblich kam es am Sonntag abend zu schweren Zusammenstößen zwi­schen Kommunisten und Nationalsozialisten. Die Nationalsozialisten hielten hier einenDeutschen Abend" ab, während gleichzeitig in einem etwa 600 Meter entfernt liegenden Lokal ein Mnsikfest der Kommunisten stattfand.

In der Nacht riß plötzlich infolge des starken Sturmes die Lichtleitung, so daß der Ortsteil in Dunkel gehüllt wurde.

Bei Schluß der Feiern kam es auf der Straße zu lleberfällen von Kommunisten auf National­sozialisten, die schließlich in eine schwere Schlä­gerei ausarteten, bei der auch die Schußwaffe eine große Rolle spielte. Nach den bisherigen Fest­stellungen der Polizei, die alsbald mit einem starken Aufgebot zur Stelle war, sind sechs Verletzte

zu verzeichnen, darunter ein an der Sache unbe­teiligter Mann, der einen Wadenschuß erlitt.

Drei Nationalsozialisten wurden schwer verletzt. Einer von ihnen erlitt einen Bauchsteckschuß. Sein Zustand gibt zu den ernstesten Besorgnissen Anlaß.

Außerdem wurden noch zwei Kommunisten ver­letzt. Der eine von ihnen soll einen Beckenbruch erlitten haben, ist aber inzwischen wieder aus dem Krankenhaus entlassen worden.

Mit Abscheu wird sich das Voll von dies« gräßlichen Methoden des Kampfes gegen die deutsche Freiheitsbewegung abwende«. Es wird sich einreihen in die Front der Kämpfer für ein neues Deutschland, und am K. November

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Berlin. Je näher der Wahltermin heranrückt, desto nervöser werden die Regierungsstellen.

Die Illusionen über das mit so großem Pathos verkündete Wirtschastsprogramm, das Deutschland rette» sollte, sind verflogen.

Ein kommender Rückschlag wirst bereits seine Schatten voraus. Der Mißerfolg steht vor der Tür und heischt Einlaß; es geht nicht mehr dar­um, ob er vielleicht noch zu vermeiden wäre; es handelt sich nur noch um die einzige Frage, wie lange er öffentlich weiterhin abgeleugnet werden kann.

Mittlerweile hat ein Suchen nach einem geeig­neten Sündenbock eingesetzt, dem der Mißerfolg in die Schuhe geschoben werden könnte. . . Also Muß ein jeder Borwand dazu herhalten, angeb­liche Schädigungen des Kurses und damit des Interesses des deutschen Volles" zu konstatieren. Auf den Offenen Brief Adolf Hitlers an den Reichskanzlergedenkt" die Reichsregierung nicht

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k'ommsi'n slui'mi'siß

Von unserem an der Deutschlandfahrt teilnehmenden Sonderberichterstatter

In den frühen Morgenstunden bereits brachten die Flugzeuge den Führer und seine Begleitung von Thüringen nach Hinterpom- mern. In Köslin warteten in einer riesigen Halle über 20000 Menschen, zum größten Teil Bauern und Arbeiter. Köslin war einmal eine marxistische Hochburg, die Hit- lerkundgebung bewies, baß auch hier der rote Terror endgültig gebrochen ist.

Ich habe es soweit gebracht", führte der Führer aus, ,chaß der nationale Gedanke eine Millionenorganisatron wie niemals zu­vor, geworden ist. Das deutsche Bürgertum müßte mir dankbar sein, -atz ich es von der Gefahr erlöst habe, zertrümmert zu werden."

Die Reaktion versucht gerade hier aus dem Laube mit Repressalien für sich Stimmung zu machen, der k. November aber wird be­weisen, daß alle ihre Bemühungen erfolglos bleiben mußten.

In Regen und Sturm brachte die Wa­genkolonne den Führer nach Stettin, wo in der Messehalle über 20000 Menschen ver­sammelt waren. Zehntausend« hatten keinen Einlaß gesunden und standen draußen auf den Straßen. Adolf Hitler sprach über das bereits gescheiterte Wirtschaftsprogramm der Regierung Papen. t

Das Problem der Arbeitslosigkeit ist nicht gelöst. Schon jetzt nimmt sie wieder zu. Wen» dabei die Reaierung erklärt, die An­

nahme sei geringer als im Vorjahre, so be­weist das, wie bescheiden man bereits ge­worden ist.

Die Kraft einer Regierung beruht nicht auf dem Gewicht von äußeren Macht­mitteln, sondern auf ihrer Verbindung mit dem tiefste» Wesen, Denken und Fühlen des Volkes.

Die wirtschaftlichen Krisen sind nur immer Schlußpunkte einer Entwicklung, Ergebnisse einer seelischen Zersetzung. Das deutsche Volk hätte den Krieg nie verloren, wenn diese Zersetzung nicht als das Werk der Politiker eingetreten wäre. Zu dieser Zer­setzung ist der Klassenritz durch das Volk gekommen. Gegen diese Zersetzung habe ich meine Bewegung aufgebaut, eine Bewegung zur Ueberwindung der Parteien und der Klassen, tiefverwnrzclt im wirklichen Volk.

Weil ich der Führer dieser Millionen bin, verlange ich die Führung, solange ich nicht weiß, daß ei» Besserer da ist.

Der Führer schloß mit den Worten:Erst mutz die deutsch« Zwietracht überwunden werden, dann erst die deutsche Not." Ein Beifallssturm durchtobte die riesige Halle, als die Wagen bereits zur Flughalle un­terwegs waren. Ueber nachtdunkles Land donnert die dreimotorige D 1720 nach Ber­lin, das bald mit seinem Lichtermeer aus dem Nebeldunft aufleuchtete.

zn antworten. Begreiflich genug denn dazu ist sie nicht in der Lage. Sie greift dafür lediglich wenige Sätze aus der dem Reichskanzler erteilten Abfuhr heraus, die dessen höchst unglücklich« Außenpolitik betreffen und gibt damit zu, daß z. B. ihre ganze bis zum heutigen Tage krampf. haft aufrechterhaltene Darstellung über den Verlaus des 13. August, den Adolf Hitler zum ersten Mal« authentisch niedergelegt hat, unzutreffend waren!

Ja, die Regierung Papen gesteht damit ganz allgemein ein, daß sie den für sie vernichtenden Ausführungen des Führers der deutschen Frei­heitsbewegung nichts, aber auch gar nichts ent­gegenzuhalten hat. Sie hofft, ihr Fiasko durch ein Ablenkungsmanöver kaschieren zu können. Sis wird sich täuschen!

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Die Reaktionäre wenden sich in einem Flugblatt au ihrealten Bundesgenossen innerhalb der NSTÄP." und schreiben: Den Uoung-Plan haben wir zusammen leidenschaftlich bekämpft. Gegen die Schwar­zen und gegen die Roten ging es. Wir Deutschnationalen blieben uns treu. Wir haben uns nie mit den Trägern des gemein­sam bekämpften allen Systems zusammen- getan."

Soviel Worte, soviel Lügen: Die Deutsch­nationalen, die die Annahme des Dawes- Planes ermöglicht haben, wollen sich in ihrer Politik treu geblieben sein.DieDeutsch- nationalen, die zweimal unter entwürdigen­den Bedingungen mit dem Zentrum eine Koalation gebildet haben (1925 und 1927), haben die eiserne Stirn, zu behaupten, sie hätten sich nie mit den Trägern des gemein­sam bekämpften alten Systems zusammen- getan. Dabei mußten sie bei ihrer zweiten Koalition mit dem Zentrum die Bedingung annehmen, daß sie die Weimarer Verfassung schützten, und für die Farben Schwarz-Rot- Gold eintraten. Die Behauptungen desFlug- blattes stellen also eine ganz besonders dumme Bauernfängerei dar.

I-Sueki aus üsn IMVk».

Berlin. Der Gemeindevertreter und Kreistags­abgeordnete Witte in Premnitz ist aus der DNVP. ausgetreten und zur NSDAP. überge­treten. Zur Begründung seines Austritts hat Witte angegeben, daß er es nicht verantworten könnte, Mitglied einer Pattei zu sein, die eine Volksfremde Regierung um einiger Pfründen willen unterstütze. Er habe erkannt, daß nur Adolf Hitler Deutschland aus Not und Elend her­ausführen könne und deshalb habe er den Weg zur nationalsozialistischen Freiheitsbewegung ge­sunden.