ttn. 23S »tskngsng 1S22
vnsmsn, pnsltso, «I«n 21. oiltod»!'
Verlag. Redaktion und Geschäftsstelle: Papenstraße 15. Sprechstunde der Redaktion: Montag bis Freitag von 18 bis 19 Uhr Fernsprecher: Domsheide 25878.
Die BNZ erscheint Werktags und kostet ^ 1.90 frei Saus. durch die Post zuzüglich 36 ^ Bestellgeld.
Parteiamtliches Organ der ' Bremer Nationalsozialisten
Anzeigen: hiesig« die 10 gespaltene mm-Zeil« L6 0.10, auswärts ^ 0.12; im Lextteil Kl 0.50, auswärts L-il 0.70; Stellengesuche 0.06; sonstige kleine Anzeigen 0.08. Platzvorschrist ohne Verbindlichkeit. Bei Betriebsstörung, Streik, Verbot usw. hat der Bezieher keinen Anspruch auf Rückzahlung des Bezugspreises.
Aclolk Hillsi* antwortet ^spsn
^slionalsorislisliseks Wsllsußtassung gsgsn IrSvsnIosigksil unrl VSIsttsniismus
Als Sie am 12. Oktober vor dem Bayerischen Jndustriellenverband in München Ihre große Rede hielten, wurden zwei Absichten bemerkbar: Erstens sollte damit eine Rechtfertigung erfolgen und zweitens durch eine geschickte Polemik meine Person und die nationalsozialistische Bewegung angegriffen und erledigt werden. Da Sie mich, Herr Reichskanzler, dabei des öfteren direkt und indirekt anführten, sehe ich mich gezwungen, auf diese Ihre Rede ausführlich einzugehen.
Schon die von Ihnen gewählte Reihenfolge Ihrer Themen zeigt den inneren Gegensatz zwischen Ihrer Betrachtung der Lebensvorgänge eines Volkes und der unseren.
Als Nationalsozialist beherrscht mich die Erkenntnis, daß Außenpolitik und Wirtschaftspolitik nur Funktionen find zur Selbstbehauptung und Erhaltung eines Volkskörpers «nd mithin bestimmt werden von Faktoren, die in inneren Wertem dieses Volkskörpers ihre Wurzel haben und aus ihnen ihre bestimmende Anweisung bekommen.
Diese inneren Werte umfassen ebenso die an sich im Blute gegebenen wie die durch Vererbung erhaltenen. Sie umfassen weiter die Werte der gesellschaftlichen und staatlichen Organisation eines Volkskörpers.
Die blutsmäßige Ausbesserung eines Volkskör- pers ist die erhabenste Ausgabe des wahrhaften Staatsmannes. Aus keinen Fall aber kann man die Wieder erhebung eines Volkes anbahnen, ohne diese gr ößte Aufgabe im Auge zu behalten, und mach weniger, wenn man sich gegen sie stellt.
Im Hinblick darauf, daß die nationalsozialistische Bewegung aber gerade diese Erkenntnis in sich aufgenommen hat, stellt sie sich auf einen geistigen Standpunkt von dauernder Gültigkeit, nicht nur für die Betrachtung und Beurteilung der einzelnen Lebensvorgänge und Funktionen des Volkskörpers, sondern auch für die Durchführung der Absichten, die sich aus der Berücksichtigung dieser Erkenntnis für unser Volk in der Zukunft ergeben. Damit setzt diese Idee die sie vertretende Orgmrisation der nationalsozialistische« Bewegung in den Besitz einer Weltauffassung, die auf eine absolute Totalität Anspruch erheben kann. Und dank dieser universalen Idee ist diese Bewegung auch befähigt, den Kamps gegen andere Weltauffassungen durchzuführen.
Es ist deshalb verständlich, daß die Betrachtungen, die ich als Nationalsozialist über die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen oder außenpolitischen Lebensvorgänge anstelle, in sich geschlossene find. Daher ist es auch wohl verständlich, daß es für mich schwer ist, mich mit einer Rede zu beschäftigen, deren innere Disharmonie gerade deshalb so hervortritt, weil ihr jeder irgendwie mit dem Verstand zu fassende Ausgangspunkt sehlt.
*
Es ist daher die Aufgabe dieser meiner Erwiderung, gerade die Unlogik nicht nur dieser Ihrer Rede, Herr von Papen sondern auch Ihres Handelns aufzuzeigen.
Mv Kpiss üen 6su1svkvn Winlsekstt
ist eine Erscheinung, die in ihren letzten Ursachen mit einem nur wirtschaftlichen Verstand nicht begriffen werden kann.
Menschen mangels großer Völkisch-Politisch aufwühlender «nd bewegender Gedanke« «nd Aufgaben sich nur mehr mit ihren eigenen wirtschaftlichen Belangen beschäftigen und in ihnen aufgehe«.
Das wirtschaftliche Denken erzieht am Ende immer zum Egoismus, und nur das völkisch-politische zum Idealismus «nd damit zum Heroismus.
Niemals aber benötigt ein Staatsmann diese gewaltigen Kräfte mehr als in einem Augenblick, da eine scheinbar erdrückende wirtschaftliche Not nur durch die ungeheuersten Anstrengungen überwunden und beseitigt werden lann.
In Deutschland haben die Regierungen seit dem Jahr 1918 dies nicht begriffen.
Was haben Sie, Herr Reichskanzler z. B. aus unserem
NSt.-S02.^NogNSMM 2UN
Hi'bvitsdssekskfung
gemacht? Eine armselige Aktion, höchstens zur Belebung des Geldverkehrs, soweit die Banken an ihm teilhaben, gänzlich unzulänglich, um nicht zu sagen überhaupt wertlos aber für den angegebenen Zweck der Arbeitsbuch rffung.
Wenn Sie, Herr von Papen, heute nach den Mißerfolg Ihrer großen Aktion bestrebten wollen, dann werden die nächsten Monate ja endgültig erweisen, wer diese Dinge richtig gesehen hat, Sie oder ich.
Ich habe die Pflicht als Führer eine, Millionenzahl deutscher Volksgenossen — so ««angenehm es Ihnen, Herr Reichskanzler, sein mag — schon hier und heute festzustellen, daß meiner Ueberzeugung nach Ihr ganzes wirtschaftliches Notverord- unngswerk bereits gewogen ««d als zü leicht befunden wurde.
Ehenso wie mit dem Programm eine, Arbeitsbeschaffung, verhält es sich mit dem Programm einer
/^ndvi1s«Iivn»1p1iioM
Während wir Nationalsozialisten durch die Einführung einer allgemeinen Arbeitsdienstpflicht nicht nur ein Arbeitslosen- Reservoir entleeren, sondern zur Ueberwindung unserer inneren Klassengegensätze die deutsche Jugend ohne Ansehen ihrer Person und Herkunft zum Begreifen der Arbeit als sittliche Pflicht erziehen wollen, um sie in ihr und durch sie aneinander zu gewöhnen und sich gegenseitig kennen, schätzen und liebe« zu lernen, bauen Sie, Herr Reichskanzler, ohne jedes Verständnis für diese gewaltige Aufgabe eine Institution auf, die» nur die „Enterbten des Glücks" umfassend, zwangsläufig einst mehr zu einer Gefahr als zu einem Segen des deutschen Volkes werden mutz.
Damit aber kann ich auch hier leicht ein Prophet sein: Dieser Ihr Versuch hat weder
Hss wirtsaduttlicds vsnüsn Ist cksr Tack lsüss völüisaden kcksslismus
Ihr Ausgangspunkt liegt in dem Mißverhältnis, das zwischen dem deutschen Volke als Zahl seiner Bedeutung aus bluts- mäßig gegebenen Fähigkeiten, einem daraus resultierendem Kulturbedürsnis und allgemeinem Lebensstandard einerseits und der als Lebensraum dem deutschen Volke zur Zeit zugewiesenen Reichsfläche andererseits besteht. Das deutsche Volk ist daher gezwungen, entweder seine Volkszahl deut beengten deutschen Boden anzupassen, das heißt, sich selbstz« dezimieren, oder die übrige Welt für seine Lebenshaltung in Anspruch zu nehmen, sei es durch das Abschieben deutscher Arbeitskräfte als Auswanderer oder durch das Hinaussenden der deutschen Arbeitsleistung als Ware. Dieser letzte seit Jahrzehnten vor dem Kriege bereits unternommene Versuch, die Lebenshaltung des deutschen Volkes durch eine intenswe Anteilnahme am Weltverkehr und Welthandel zu ermöglichen, führte Deutschland in den Weltkrieg.
Der Weltkrieg wurde verloren, weil die weltanschauliche Zerrissenheit der deutschen Nation einen ^geschlossenen Einsatz aller völkischen Kräfte nach außen bereits unmöglich machte.
Das ohne einheitliche weltanschauliche Auffassung schwankende, zwischen internationalem Marxismus und bürgerlichen sogenannten nationalen Vorstellungen zerrissene Volk beendete das Ringen um seine damalige Lebensgeltung mit einer Revolution. Die Folgen dieser Revolution des Jahres 1918 waren entsetzlich.
Das späte Erwachen aus dem Repara- tionsunsinn, die allgemeine Einengung wirtschaftlicher Absatzmärkte überhaupt, die gigantische Steigerung der internationalen Konkurrenz führt zum langsamen Leerlauf der auf das äußerste rationalisierten Betriebe und endlich zu ihrem Stillstand.
Eine Arbeitslosenarmee wuchs damit heran und wurde zu einem
ilnvksnllsn fünßlsn LisnÄ
Alle Maßnahmen wirtschaftlicher Art zur Behebung dieser Not — und mögen sie noch so schwer und eingreifend sein — sind in ihrem letzten Erfolg zur Aussichtslosigkeit verdammt, wenn nicht der Ursprung des wirtschaftlichen Verfalls erkannt wird.-
Die Bereitwilligkeit zum Ertragen wirtschaftlicher Nöte, ja die allgemeine Opserwilligkeit überhaupt nehmen in eben demselben Umfange ab, in dem die
Dsmsgogiseks ^nlsisl- lung küsi* WssSi*-2siiung
Oss ist ksin ssvklieksn Ksmpti
Mit Bedauern stellen wir fest, daß auch wieder einmal die „Weser-Zeitung" in ihrem Kampf gegen die deutsche Freiheitsbewegung sich zu Entstellungen hinreißen läßt, die jeglicher sachlicher Kampfesart Hohn sprechen. In seiner gestrigen Abendausgabe gibt dieses Blatt den offenen Brief Hitlers an Papen wieder und überschreibt ihn mit der Schlagzeile: „Meint Hitler, Privateigen
tum sei Dieb stahl?"
Wer den offenen Brief Hitlers liest, ganz gleich, wie er zum Nationalsozialismus eingestellt ist, kann aus dem Brief niemals herauslesen, daß der Nationalsozialismus plötzlich im Gegensatz zu seinen zahllosen programmatischen Kundgebungen das Eigentum als Diebstahl bezeichnet.
Adolf Hitler hat den Reichskanzler lediglich daraus aufmerksam machen wollen, daß das deutsche Volk sich über die Grundbegriffe des öffentlichen Lebens nicht mehr einig ist, daß die eine Richtung Eigentum als Diebstahl bezeichnet, wärenb die andere im Eigentum die Grundlage aller Kultur sieht, daß die eine Richtung religiösen Glauben verkündet, während die andere Religion als Opium jür das Volt bezeichnen «nd so fort
Wenn die „Weser-Zeitung" dieser doch nicht abzustreitenden Tatsache der Verdächtigung in einer großen Schlagzeile Raum gibt, daß der Nationalsozialismus Eigentum für Diebstahl erklärt, so berührt uns das umso eigenartiger, als diese grundsätzliche Feststellung Adolf Hitlers keineswegs zum ersten Male ausgesprochen wird. Der Schriftleiter Gild der „Weser-Zeitung", der vor einem Jahr in Harzburg war, wird uns bestätigen müssen, daß Adolf Hitler im Kurhaus einen ganz ähnlich lautenden Vergleich gebracht hat, als er davon sprach, daß man in Deutschland die kleinen Diebe einsperrt, aber die Partei, die Eigentum als Diebstahl bezeichnet, die stärkste Stütze der damaligen Regierung Brüning sei.
Wenn schon die Schünemann-Presse es für richtig hält, den Kampf gegen den eigentumsfeind- lichen Marxismus einzustellen, und sich ausschließlich gegen die deutsche Freiheitsbewegung zu wenden, so könnte man zum mindesten erwarten, daß sie sich in ihrer Kampsesweise sachlicherer Argu« mente bedient, als die marxistische Presse.