Ausgabe 
(17.10.1932) Nr. 232
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Parteiamtliches Organ der BremerNationalsozialisten

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Würzburg, 16. Oktober (Eigenbericht). Der Höhepunkt der ersten Etappe der großen Deutsch, landfahrt Adolf Hitlers war der Hitkertag in Ko- burg. Koburg ist heute ein Flaggenmeer. Von jedem Haus, über Straßen und Plätzen, von den alten Türmen und Toren, überall wehen die Zei­chen des neuen Reiches. Und die Masten stehen dicht gedrängt, frohe, grüßende Menschen, die ju- belnd die Abordnungen der braunen Armee aus dem ganzen Reiche empfangen. Am Sonnabend abend ist Koburg in festliches Licht getaucht, über­all Freude, überall herzlicher, echter wahrer Gruß. Hier ist zum ersten Mal das Wahrheit geworden, was morgen einmal für ganz Deutschland zur Wirklichkeit werden muß. Hier ist eine ganze Stadt vollkommen in unseren Händen. Aber hier herrscht nicht der Nationalsozialismus, nein, hier hat er eine ganze Stadt erobert. Hier hat er Herze», die ganze» Mensche»! Hier ist im wahrsten Sinne des Wortes eine nationalsoziali­stische Gemeinschaft.

Koburg feiert seinen Befreier und Ehrenbürger Adolf Hitler. 10 Jahre sind es her, seitdem der Führer mit knapp 7M Mann gegen den Willen der Reaktion den roten Terror zerbrach und zum ersten Male in alle Welt unsere Parole rief. Und heute, nach 10 Jahren treffen sich hier wieder gegen den Willen der Reaktion und das Aufmarschver­bot die alten Kämpfer von 1922, die hinauszogen, als Jünger des neuen Glaubens, aus deren Wil­len und Einsatz später das große Werk erwuchs.

250 Mann aus allen Landern des Reiches, die damals unter Adolf Hitlers Führung den roten Mord aus den Straßen trieben, wird heute ein Ehrenzeichen verliehen für Treue «nd Arbett, zu Ehren und Ansporn für weitere Kämpfe. Und die 250, die heute dieses herrliche Bild schauen, die an die Kämpfe von 10 Jahren denken, sie wissen es fest nnd sicher, daß Deutschland uns morgen eben­so gehören wird, wie Koburg uns heute gehört. Pg. Schwede empfing die SA. und den Führer in der gastlichen Stadt. Der erste Tag bringt eine überfüllte, prächtige „Meistersinger"-Festvorstel­lung im Landestheater.

Zum dreihundertsten Male jährt es sich, daß Wallenstein ergebnislos von der Festung Koburg abziehen mußte und zum 10. Male, daß Adolf Hitler und seine Hundertschaften zum allerersten Male in Deutschland den roten Volksfeind bewie­sen, daß es außer bürgerlichen Parteien, die sich damals feige verkrochen, außerdem noch ein deut­sches Volk gibt, das nicht daran denkt, sich zu fügen und sich behindern zu lasten.

Seit den frühesten Morgenstunden klingt der Schritt und das Singen unserer SA. und SS. durch die engen Straßen.

Als dann Adolf Hitler im Ratshause z«m Ehrenbürger Koburgs erklärt wird, stehen schon weit über 50000 Männer und Frauen und er­warten den Führer. 18 600 SA.- «nd SS-Män­ner sind gemeldet und stehen mit mehr als 100 wehenden Fahnen. Ei» prächtiges Bild.

Dann kommt der Führer. Ein Jubel ohne Ende empfängt ihn. Langsam schreitet er die Front der alten Hundertschaften von 1922 ab. Der Gauleiter steht neben dem SA.-Maun, der Standartenführer »eben dem politischen Letter. Jedem einzrlnen »rückt er die Hand und schaut ihm lauge und tief

ins Auge. Dann steht der Führer vor der gewal­tigen Menschenmenge und spricht.

„Dieser Tag beweist es: Deutschland gehört nicht denen, die nicht an Deutschland glauben, sondern denen, die in Deutschland alles sehen. In dieser Stadt marschierte ich damals mit 700 Mann. Heute ist eine Armee daraus geworden von 540 000 SA.-Männevn und über 60900 SS-Männer« und etwa 280 900 Hitlerjungen. Zu ihnen gehören aber noch Wer 1 Million Parteigenosten nnd hinter ihnen 14 MMonrn Deutsche. Ich habe die Ener­gie und die Fähigkeit gehabt, aus den 700 Mann heute 14 Millionen zu machen. Ich werde aus den 14 Millionen 20—30 Millionen machen. Die Parole ist heute wie damals gleich: Kämpft Vor­wärts! Kapitulieren gibt es nicht! Wenn die Re­gierung Papen «icht einmal mehr dem Namen nach bekannt sein wird — dieses Werk bleibt be­stehen «nd wird Deutschland tragen. Unsere Geg-

Wsien, 16. Oktober. Ant Sonntag vor­mittag wurde tm Bezirk Sinnnering ein Fencrübersall aus eine nationalsozialistische Abteilung von einem sozialdemokratischen Arbeiterheim aus verübt, bei der ein Wacht- mann und drei Nationalsozialisten getötet sowie über 30 Personen verletzt wurden, dar­unter zwei lebensgefährlich.

Am Sonntag vormittag war Ln Simmd-- ring eine nationalsozialistische Bersammlnng angesagt, zu der eine Abteilung SA-Leute durch die Tiefschütz-Gasse marschierte. Als sie an dem dortigen sozialdernokratischen Ar- Leiterheim vorbeikamen, fielen aus dem Ar- Leiterheim zahlreiche Schüsse. Der Wacht­ln ann Tlasek sank als erster, durch die Stirn getroffen, sofort tot nieder. Außer-, dem wurden drei Nationalsozialisten ge­tötet nnd über 30 Personen leichter oder schwerer verletzt. Bei zwei Personen sind die Verletzungen derart schwer, daß wenig Hoffnung aus ein Aufkommen besteht. Die Polizei entsandte sofort starke Abteilungen nach Sinnnering. Die Wachtlente drangen in das sozialdemokratische Arbeitcrheim ein, wo sije eine Reihe Gewehre und Pistolen beschlagnahmte, es dürften, soweit bisher bekannt ist, 79 Gewehre und eine große Anzahl Revolver fein. 60 Personen wurden verhaftet. Sie mußten unter starker Be­deckung .auf das Polizeipräsidium gebracht werden, da die Menge derart erregt war, daß sie versuchte, die Täter zu lynchen. Eine Anzahl Sozialdemokraten hatte sich aus dem Dachboden in Kisten versteckt, wo sie von Wachtleuten herausgeholt und ver­haftet wurden.

Bei der Durchsuchung des sozialdemo- kratischen Parteisekretariats sind außer den 7V Gewehren über 1999 Schutz Muni-

ner sagen, unsere Partei ist im Auflösen begriffen. Wir werden ihnen am 6. November eine Antwort geben, daß ihnen Hören und Sehen vergeht."

Dann begrüßte der Führer die Reihen der Standarten und Stürme seiner SA. und SS. Die Fahrt durch die Straßen ist ein wahrer Triumphzug, nur schrittweise können sich die Wa­gen Bahn schaffen.

Die Stadt Koburg hat heute ihrem Befreier die Ehrenbürgerurkunde überreicht. Die Zeit ist nicht mehr fern, an der das ganze Deutschland die Ur­kunde seinem Führer übergibt.

Von Koburg geht es in schneller Fahrt ln das Zentrum der Kkeineisenindustrie Unterfrankens nach Schweinfurt. Die bisher rote Hochburg ist gänzlich erobert und 15 000 Männer und Frau­en, in erster Linie Handarbeiter und Bauern, be­grüßen freudig den Führer.

Mehr als 1 Stunde spricht Wolf Hitler hier vom Wesen und Wollen unseres Kampfes, dann bringt ihn der Wagen weiter gen Nordwest nach Würzburg. Auch hier trotz Terror und Ver­bot ist der große Ludwigbau überfüllt. M 000 in der Halle und ungezählte Masten davor. Des Führers Worte sind Bekenntnis zum Volk, dem er immer die Treue hielt und daS ihm am 6. November Treue um Treue vergelten möge.

tion, 12 Handfeuerwaffen sowie Maschinen­gewehrbestandteile gefunden worden. Die im Parteisekretariat festgenommenen Schutz- bündler hatten sich inzwischen größtenteils ihrer Uniform entledigt. ,

Sonntag vormittag war eine Versamm­lung im Simmeringer Brauhaus angesetzt worden. Vor der Versammlung fand ein Umzug mit Musik statt. Ein kleinerer Teil der Umzugstellnehmer wurde von der Po­lizei abgeriegelt, das Gros zog zum Brau­haus weiter. Die zurückgebliebene kleinere Gruppe wurde aus» den umliegenden Häu­sern von Sozialdemokraten überfallen. Es kam zu einem Handgemenge, das die Po­lizei nicht verhindern konnte, da sie nur mit schwachen Kräften zur Stelle war. Aus die Kunde von dem Uebersall eilten die im Brauhaus befindlichen Nationalsozia­listen herbei. Es kam dann zu dem Feuer- überfall aus dem sozialdemokratischen Par- teiheiim. In wenigen Augenblicken wurden Wer 100 Schüsse abgegeben. Bei den Ge­töteten und Verwundeten handelt es sich größtenteils um SA.- und SS.-Leute, fer­ner wurden noch vier Wachtbecunte durch Schüsse verletzt.

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Leipzig, 17. Okt. In der Kirchstraße kam es am Sonntagabend zu einem Feuernberfäll auf Nationalsozialisten, als diese an dem dorti­gen Arbeiterheim vorbeigingen. Sie wurden von den Gästen des Heims mit einem Kugel­hagel überschüttet, durch den drei SA-Männer schwer verletzt wurden.

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Berlin, 16. Okt. Der allmählich auch in Berlin einsetzende Wahlkampf hatte im Laufs des Sonntags eine ganze Reihe politischer Zu­sammenstöße zur Folge, bet denen drei Perso­nen verletzt und W festgenommen wurden. Aml Sonntag früh kam eS in der Oldenburger Straße zu einer Schlägerei Mischen Kommu­nisten und Nationalsozialisten, Lei der auch Schüsse fielen. Ein Kommunist erhielt einest Kopfschuß, ein Nationalsozialist trug einen Na- fenbeinbruch davon.

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Dortmund, 16. Okt. Am Sonntag Lust es hiev zu ernstes Ausschreitungen, die meh­rere Opfer forderten. Bei dem Versuch der Po- litzei, eine Straße, in der es zu Unruhen ge­kommen war; zu säubern, wurden die Beamten! angegriffen und mußten von der Schußwaffe! Gebrauch machen. Es kam zu mehreren Schießereien, ^wobei zwei Perso­nen, darunter eine Frau, getötet und zwölf Personen mehr oder weniger schwerverletzt wurde n. Unter den Ver­letzten befindet sich auch ein Polizeibeamter, der einen Kopsschuß erhielt, aber außer Lebens­gefahr ist.

In den Bormittagsstunden waren national­sozialistische Flugblattverteiler, die in Grup­pen von 40 bis 50 Personen durch die Stra­ßen des nördlichen Stadtteiles zogen, in der Nähe des Borsig-Platzes von Kommunisten an­gegriffen worden. Es kam an mehreren Stel­len zu Schlägereien, wobei auch Schüsse fielen. Da die Unruhen immer größeren Umfang an­nahmen, wurde die Polizei alarmiert, die mit mehreren Ueberfallkommandos anrückte. Als die Beamten den Versuch machten, die Ruhe wieder herzustellen, kam es zu folgenschweren Schießereien. Die mns Leben gekommene Frau ist von der tödlichen Kugel getroffen worden, als sie hinter dem Fenster stand, um die Vor­gänge auf der Straße zu beobachten. Der Po­lizei gelang es mach kurzer Zeit, Ruhe und Ordnung wieder herzustellen.

Warnung sn k»spsn

Berlin. Die Verbandsborsitzenden der katholischen Arbeitervereine Westdeutschlands und die dem Verbände zugehörigen Diö- zesan-Vorsttzenden veröffentlichen einen offe­nen Brief an den Reichskanzler, in dem es u. a. heißt:

Wir sind als Seelsorger und durch Stel­lung in der Arbeiterbewegung mit den Stimmungen und Willensbewegungen des gesamten Werkvolkes vertraut. Wir stellen fest: Zu keiner Zeit, nicht einmal in den Monaten des Zusammenbrnches ging so tiefe Unruhe, eine solche Verbitterung und Gärung durch das Arleitervolk.

Zur Durchführung Ihres Wirtschaftsab­kommens haben Sie sich die Ermächtigung geben lassen, den in 60 Jahren ausgerichte­ten Bau des Arbeiterschutzes, der Arbeits- verfassung, der gesamten sozialen Einrich­tungen umzugestalten, umzuändern und abzubauen. Mit alledem haben Sie nicht der Privatinitiative, sondern dem Kommu­nismus die „Chance" gegeben. Noch vor kurzem war er aus absteigender Linie; Heute steigt seine Kurve mit allen den ver*

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