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' Parteiamtliches Organ der Bremer Nationalsozialisten
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Nach dem gestrigen glänzenden Auftakt der großen Wahlkundgebung in Guensburg an der 'Donau und der alten Reichsstadt Nördlingen, sprach Adolf Hitler heute zu den NiederbaySrn in iPocking im unteren Jnntal nahe der österreichischen Grenze. Hatte bereits der gestrige erste Tag der Dentschlandfahrt des Führers im Gegensatz zu der amtlichen Stimmungsmache einen über Erwarten starkem Eindruck von der elementaren Bolksstimmung gegen die Regierung von Pape« und ihre stümperhaften Sanierungsexperimente hinterlassen, so wurde dieser Eindruck in der Heutigen gewaltigen Kundgebung im äußersten Südosten d'es Reiches noch stärker unterstrichen.
' Wenige Kilometer nur entfernt von jenseits des Jnn, in Brannau, wo Adolf Hitlers Geburtshaus steht, sammelten sich schon in den frühen Mittagsstunden die Masten. Die große Landwirtschaftshalle in Pocking war überfüllt, so daß sich draußen auf dem Vorplatz und bis weit hinein in die Vorstadt Kopf an Kopf, Männer und Frauen, drängten. Während die tönende, aber deshalb nicht durchgreifende Rede, die Herr von Papen vor einem kleinen Kreis industrieller Interessenten hielt, mit Hilfe staatlicher Mittel über alle deutschen Sender ins Land hinausposaunt wurde, um Volksstimmung künstlich zu erzeugen, sprach Adolf Hitler inmitten der nach Zehntausen- iden zählenden gewaltigen Kundgebung über die Lage der deutschen Nation, so wie sie wirklich ist.
Die Papenrede hätte in der Tat keine passendere Widerlegung finden können, als durch die Ausführungen, die Adolf Hitler zur gleichen Stunde in dieser gewaltigen Kundgebung machte.
Dort der Chef einer Regierung, der sich nur aus einen kleinen Kreis von Reaktionären Mtzt — einer Regierung, der das deutsche Volk soeben mit 512 gegen 42 Stimmen se«r vernichtendes Mißtrauen ausgesprochen — hier der Führer aus eigener Kraft, der im Volke selbst wurzelt, sich sein Vertraue« erarbeitet und erkämpft hat.
Adolf Hitler kennzeichnete das Papensche Wirt- .chaftsprogramm als das, was es ist, eine oberflächliche Arbeit, die sich in übler Weise unsere Gedanken zu Nutze machen möchte, ohne sie selbst auch nur begriffen zu haben und die in Wirklichkeit nur dazu führen kann, die furchtbare materielle und seelische Notlage des deutschen Volkes noch mehr zu verschärfen. Darüber können auch alle noch so dialektischen Reden nicht
hinweghelfen. In diametralem Gegensatz zu der Darstellung von Papen zeigt der Führer die Wirklichkeit und den wahren Sinn des 13. August, auf der nichts anderes gewesen sei, als der Wunsch, der nationalsozialistischen Freiheitsbewegung die Verantwortung aufzubürden, ohne ihr den entsprechenden Einfluß zuzubilligen.
Das wisse das ganze Volk, nur Herr von Papen glaubt noch immer das Gegenteil.
„Entweder, es wird in unserem Sinne regiert, dann habe« wir die Verantwortung, oder es wird nicht in unserem Sinne regiert, dann tragen andere die Verantwortung. Ich glaube an kein Regiment, das nicht im Volke ^selbst verankert ist, ich glaube an kein wirtschaftliches Regiment, Las das Pferd von hinten aufzäumt. Richt von oben kann man ein Hans aufbauen, sonder« von unten muß man beginnen. Das Fundament eines Staates ist nicht die Regierung, sonder« das Volk!"
Den bürgerlichen Parteien und Politikern, die seit November 1918 geschlafen hätten, während der Nationalsozialismus arbeitete und die jetzt auf einmal hervortreten und ihre Zeit für gekommen erklären, antwortete er: „Heute ist nicht mehr eure Zeit, sondern unsere Zeit." Herr von Papen, der erst vor drei Monaten aus der Zentrumspartei ausgetreten ist, in der er ein Dasein unter Ausschluß der Öffentlichkeit geführt hatte, habe bis heute nichts geleistet. Wenn dieser Herr von Papen heute es für gut befindet zu sagen: „Ich werde Ihr Programm durchführen", dann antwortete er ihm: „Auch das muß man gelernt haben." Mit den Verordnungen Papens könne man nichts durchführen, denn Opfer könne man niemals befehlen, diese Opfer würd«! nur freiwillig geleistet, in einer Schicksalsgemein- schast, die auf Gedeih und Verderb miteinander verbunden sei.
Wenn Herr von Papen sage: „Sie find nur
da, weil die Not da ist", dann antwortete er: „Ja, wenn das Glück da wäre, dann brauchte ich ja nicht hier zu sein und würde nicht hier sein.
Ich werde nicht dulden, daß diese sogenannten bürgerlichen Politiker die vom Nationalsozialismus in harter Arbeit ausgebaute Volksgemeinschaft wieder in Klassenparteien ausein- anderreißen wollen. Ich weris dieses deutsche Volk im Innern wieder aussöhnen und weiß auch dann, daß ich damit die Voraussetzung zur neuen Größe der Nation geschossen habe.
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Goebbels Antwort anf die „Einladung" zur Diskussion bei den Deutschnationalen.
Berlin, 12. Oktober. Der Berliner Gauleiter Dr. Goebbels hat an die Parteileitung der DNVP. ein Schreiben gerichtet, in
dem es n. a. heißt: ^ .
„Daß.Sie es ablehnen, einen Ihrer Redner in unsere Sportpalastversammlung am Mittwoch zu entsenden, wird von jedem objektiv Denkenden nur als Versuch geweitet, der Ihnen gewiß peinlichen nnd unangenehmen Auseinandersetzung zu- ent-
Darum Wohl auch haben Sie Ihre weiteren schriftlichen Ausführungen mit bewußter Absicht so persönlich beleidigend gehalten, daß Sie meinen, annehmen zu dürfen, ich würde auf Grund dessen ^hrer
Aufforderung, in einer deutschnationalen Verstümmlung zu reden, nicht Folge leisten können. Diesen Gefallen werde ich Ihnen nicht tun. Daß Sie gern verzichten würden, gerade mit mir zu diskutieren, wird wohl nicht allein seine Begründung darin finden, daß der „Angriff" angeblich die deutschnationale Partei in unerhörten Beschimpfungen bekämpft. Wenn Sie trotzdem, wie Sie schreiben, sogar mir die Möglichkeit zu einer Auseinandersetzung geben, so empfinde ich das als ganz unverdiente persönliche Ehrung — welch ein Glanz i« meiner Hütte — und ich kann schon deshalb nicht ganz umhin, Ihrer freundlichen Aufforderung Folge zu leisten.
Sie wollen so gnädig sein, mir mitzuteilen, in welcher deutschnationalen Versammlung ich zu Wort kommen darf. Sie gestatten mir Wohl die ergebenste Bitte an Sie, dabei in dieser Woche den 13. und 14. und in der nächsten Woche den 16., 20: und 22. ausnehmen zu wollen, da ich an diesen Tagen die Absicht habe, in Versammlungen außerhalb von Berlin mit der deutschnatio- naleu Partei abzurechnen. An allen anderen Tagen stehe ich gern zur Verfügung und ich ersuche untertänigst darum, nur befehlen zu wollen.
Mit Hitler-Heil gez. Dr. Goebbels.
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Berlin. Die Auseinandersetzungen innerhalb der Sozialdemokratischen Partei nehmen ihren Fortgang. Aus Solingen wird berichtet, daß dort die Sozialdemokratische Partei „mit großer Mehrheit "den Ausschluß des Solinger Bürgermeisters Brisch aus der Partei beschlossen habe. Bereits seit langer Zeit hübe eine „Spannung" zwischen dem Bürgermeister und der SPD. bestanden, jedoch habe den unmittelbaren Anlaß zum Ausschluß die UeberleitiMg der August-Dicke-Schule an den Staat zur Benützung als Lyzeum gegeben. Der „Genosse" Brisch hat gegen den Ausschluß zwar Protest erhoben, doch wird bereits von den Berliner Instanzen erklärt, daß der Beschluß der Solinger SPD. „zu Recht" bestehe.
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Düsseldorf, 12. Oktober. Der Polizeipräsident von Düsseldorf hat soeben bis einschließlich 18. Oktober d. I. sämtliche Versammlungen der NSDAP. und ihrer Unterorganisationen wie NSBO. usw. für das gesamte Gebiet der Stadt Düsseldorf verboten. Die Begründung für dieses ungeheuerliche Verbot liegt noch nicht vor.
Je mehr wir in den Wahlkampf hineinkommen, umso mehr scheinen die Reaktionäre vom Herrenklub und der Deutschnationalen Volkspartei es daraus anzulegen, den Nationalsozialismus und mit ihm das deutsche Volk in seinem Kampf gegen die unberechtigt herrschenden Gewalten zu behindern.
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Gens, 12. Oktober. Reichsaußenminister von Neurath hat dem Präsidenten der Abrüstungskonferenz durch ein Mitglied der deutschen Abordnung mitgeteilt, daß er infolge der Einladung der Londoner Konferenz und der dadurch geschaffenen Lage seine bereits getroffenen Dispositionen nicht ändern könne, und deshalb nicht Nach Gens kommen' werde. Diese Mitteilung ist in Beantwortung der Anfrage erfolgt, die Henderson durch den Gesandten von Rosenberg, übermitteln ließ.
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München, 12. Oktober. Der nationalsozialistische Abgeordnete Johann Weber, der seit April dem Bayerischen Landtag angehört, ist auf der Heimfahrt vou einer Kundgebung in Günzburg bei einem Mo- torradunfall tödlich verunglückt.
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Zwischen den verschiedenen Diners und festlichen Empfängen, unter anderem auch beim Kronprinzen Ruppvecht, beim Bayri-^ schen Automobilklub und dem Akademisch« politischen Klub, hat der Reichskanzler is München eine Rede gehalten, deren rednerische Geschicklichkeit von der Regierung^ presse umso mehr unterstrichen wird, je weniger positiver Inhalt in ihr zu finden ist. Der erste Teil der Ausführungen stellt einen mißlungenen Rechtfertigungsversuch über das schon jetzt gescheiterte Wirtschafts- prvgramm der Reichsregiernng dar. Herr von Papen glaubt, daß die Anfangserfolg!, nicht ausgeblieben sind und er meint, daß die günstige Beurteilung der weltwirtschaftlichen Entwicklungsaussichten ihm weiterhelfen wird. Es dürfte in Deutschland keinen überrascht haben, daß eine Milliarden- aktion der Reichsregiernng wenigstens einige Tausend Neueinstellungen herbeigeführt hat. Was bedeuten aber diese lächerlichen^ Zahlen gegenüber den 8 Millionen Arbeitslosen, gegenüber der trotz Papen rasch weiter um sich greifenden Not des Mittelstandes, gegenüber der dumpfen Verzweif. lnng von Millionen von Menschen, die nicht wissen, wie sie in diesem Winter sich nähren und kleiden sollen? Selbst in der Regierungspresse sickert immer mehr die Auffassung durch, daß Papens Programm der fandet und daß es notwendig ist, einen neuen Ankurbelungsplan zu erfinden, der die Regierung durch den Wahlkampf rettet» Die „Weser-Zeitung" hat schon vor einigen Tagen mit großer Schlagzeile mitgeteilt, daß die von Herrn von Papen gepriesene Privatinitiative nicht mehr genüge, sondern daß es notwendig sei, den Gereke- Plan heranzuziehen. Ein erstes Sturmzeichen, dem rasch andere folgen werden. Damit erledigen sich auch die schönen Worte, die Herr von Papen über den sozialpoliti- tischen Teil seines Programmes gefunden hat, erledigen sich auch alle die Wahl- versprechungen, die er den Arbeitslosen und Rentnern machte, denen man einige Pfennige mehr verspricht, bei denen sie ebensowenig leben können wie vorher.
Eine andere Frage ist die von Herrn von Papen geplante Verfassungsresorm, über die sachliche Auseinandersetzungen durchaus möglich sind, da auch wir Nationalsozialisten grundsätzliche Gegner des heutigen parlamentarischen Systems sind. Wir bezweifeln nur, daß eine Regierung, die so wenig im Volke wurzelt, die so wenig Verständnis für die weltanschauliche Umstellung der Menschen von heute aufzeigt, in der Lage, sein wird, eine Verfassungsresorm Anschaffen, die die nationalen Kräfte der Nation einheitlich zusammenballt und eine wirkliche autoritäre Regierung-ermöglicht. Ganz abgesehen davon, daß heute jede Verfassungsreform solange Utopie bleibt, solange nicht den Arbeitslosen Arbeit nnd Brot geschaffen wird.
Ganz grundsätzlich müssen wir uns gegen die falsche Darstellung des Herrn von Papen über den 13. August wenden. Herr von Papen hat hierzu folgendes gesagt:
„Es ist eine historische Fälschung, wenn heute behauptet wird, ich, der Kanzler, habe den Nationalsozialismus von der Ergreifung der Verantwortung ferngehalten. Das Angebot des 13. August gab der NSDAP. einen Anteil an der Macht im Reiche nnd