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Durch lie nichtnationalsozialistischi Presse ki.-d die Meldung verbreitet, daß anläßlich der Bürgermcisterwahl in Neustadt im Odenwald (Hessen) der nationalsozialistische Landtagsabgeordnete Karl Lenz kandidiert und nur 64 Stimmen gegenüber 268 bisherigen nationalsozialistischen Stimmen erhalten habe. Tiefe „Meldung" ist von Anfang bis Ende frei erfunden. Tatsache ist, daß bei der Bürgermeisterwahl in Neustadt i " Odenwald überhaupt kein Nationalsozia- li> kandidiert hat, geschweige denn der G uftiter Pg. Lenz. Bon bürgerlicher Par« t, i eite wurde allerdings n. a. auch ein K:.üi-at namens Lenz aufgestellt. Diese Tatsache ist von gegnerischer Seite bewußt zu «iner Fälschung und Stimmungsmache grgen den Nationalsozialismus benützt worden.
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Wien, 7. Oktober. Vor kurzem wurde erst gemeldet, daß die Mehrheit des Verlages der „Neuen Freien Presse" in die Hände des französischen Verlagsunternehmens „Agence Economique et Finanziere" über- gegangen ist. Nach Informationen des DGD liegt jetzt von französischer Seite bci den Vereinigten Stahlwerken ein An- gevot auf Uebernahme des Aktienpaketes der „Alpine Montan-Gesellschaft" vor.
Von dem Aktienkapital von 60 Millionen Spilling der „Alpine Montan-Gesellschaft" be itzen die Vereinigten Stahlwerkedie Mehrheit. Es ist nicht anzunehmen, daß die Vereinigten Stahlwerke auf dieses Angebot eingehen werden, da sie erst vor wenigen Wochen erklärt haben, daß keine Rede davon sein könne, sich gerade dieser Beteiligung zn entledigen. Die „Alpine Montan-Gesellschaft" habe noch für das vergangene Jahr einen verhältnismäßig günstigen Abschluß vorlegen können, und das Produktionsprogramm der Gesellschaft ergänze sich nach mancher Richtung hin in wertvoller Weise mit dem der Vereinigten Stahlwerke.
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Fünf Todesurteile in der Sowjetunion , vollstreckt.
Moskau, 7. Oktober. Das Gericht in Tomsk verurteilte fünf Beamte der Genossenschaften wegen Spionage und gegen-
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Genf« 7« Oktober. Aus leitenden englischen Kreisen wird heute bestätigt, daß dsp englische Regierung uneingeschränkt an ihrem Vorschlag des baldigen Znsammen- tretens der Fünf-Mächte-Konferenz über die Regelung der Gleichberechtigungssrage festhalte« Man betont ausdrücklich, Laß durchaus noch Aussichten für ein Zustandekommen vorhanden seien. (?) Man gibt jedoch zn, daß das Vorgehen des englischen Außenministers übereilt war nnd die Vorbereitung der Konferenz eine längere diplomatische Vorarbeit notwendig mache.
Der Präsident Henderson trifft bereits am Freitag wieder in Genf ein. An dem Zusammentritt des Büros der Abrüstungskonferenz am 10. Oktober wird festgehalten. Der von Pauk Boncour ausgearbeitete neue große Plan der französischen Regierung über die Schaffung von Sicherheitsgarentien im Sinne des Genfer Protokolls von 1924 und der Jnternationalisierung der zivilen Luftfahrt wird in der nächsten Zeit dem Büro der Abrüstungskonferenz vorgelegt werden. Offenbar bezweckt die französische Regierung mit diesem Vorschlag, vor einer offiziellen Behandlung der Gleichberechtigungsfrage die Erörterung der französischen Sicherheitswünsche im Rahmen der Abrüstungskonferenz durchzusetzen und damit eine Wetterführung der Abrüstungskonferenz auch ohne Teilnahme Deutschlands zu sichern.
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London, 7. Oktober. Die „Times" widmet der deutschen Gleichberechtigungsforderung einen Leitartikel, in dem ausgeführt wird- es sei klar, daß Deutschland in London auf der Konferenz nur erscheinen könne, wenn es aus der gleichen Stufe wie die anderen Mächte stehen.
Alan stimme darin übevein, daß die deutsche Forderung in ihren wesenllichen Zügen gerechtfertigt sei, daß eine große Nation auf die Dauer nicht in einer niedrigeren, besonderen minderwertigeren Klasse bleiben könne, und daß die Beschränkungen, wie sie jetzt Deutschland auferlegt worden seien, freiwillig seien und in allgemeiner Uebereinstimmung mit den Begrenzungen stehen müßten, die andere Länder sich selbst auferlegen.
Weitere Aufschiebung in den Verhandlungen der deutschen Forderungen könne nur dazu' führen, daß das Gespenst der Wiederaufrüstung in Freiheit gesetzt werde. Man müsse natürlich von Deutschland eine Zusicherung erhalten, daß es den neugewonnenen Spielraum nicht mißbrauchen werde« Auch dürfte die Sicherheit Frankreichs nicht gefährdet werden. (!!) Es würde sicherlich das beste sein, wenn die Mächte eine Formel entwerfen würden, durch die Deutschland wieder zur Abrüstungskonferenz zurückgebracht werden könne oder aber darüber Klarheit zu schassen, ob Deutschland stch-Mvirkltch nicht mehr an den Arbeiten der Konferenz beteiligen wolle.
revolutionärer Umtriebe zum Tode durch Erschießen. Die Todesurteile wurden am Donnerstag durch die Waffen der OGPU. vollstreckt.
Moskau (über Kowno), 7. Oft. Amtlich wird mitgeteilt, daß das Parteimitglied Cincandsen, der in Tiflis eine hohe Stellung bekleidet hatte, seiner Aemter enthoben wurde, weil er zur geheimen Trotz- kistenopposition gehört und die Politik Stalins bekämpft hat. Cincandsen wurde verhaftet und vor das Parteigericht gestellt.
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olsekswisllseko Spionage Organisation in Lolis
Sofia, 7. Oktober. Die bulgarische Polizei ist einer bolschewistischen Spionage- Organisation auf die Spur gekommen, in die mehrere Abgeordnete der bulgarischen Arbeiterpartei und ein in Sofia lebender Russe Fürst Lobauoff verwickelt sind. Fürst Lobanofs, der in der Sofioter Gesellschaft und im Diplomatischen Korps als Bridge- lehrer ausgezeichnete Verbindungen hatte, wurde mit zwei anderen aus Wien zugereisten Russen festgenommen. Bei der Untersuchung erwies sich, daß die drei Russen die als überzeugte Anhänger des kaiserlichen Rußland galten, in Wirklichkeit Agenten der G'KU. waren, die den Auftrag hatten» die wi russische Militärorganisation in Bulgarien zu bespitzeln. Die Verbindungen, die Fürst Lobanofs mit einigen ausländischen Gesandtschaften hatte, die sich für ihn einsetzten, verhaften ihm zu einer nachsichtigen Behandlung durch die bulgarische Po- Iftet. Er wurde aus freien Fuß gesetzt, wäh
rend seine beiden Auftraggeber ausgewiesen wurden. In Haft geblieben ist ein bulgarischer kommunistischer Abgeordneter, der in der Organisation ebenfalls arbeitet. Zwer andere Abgeordnete sind spurlos verschwunden und werden von der Polizei gesucht.
Der eigentliche Leidtragende der Angelegenheit, die in Sofia großes Aufsehen erregt, ist die französische Gesandtschaft, bei der Fürst Lobanofs volles Vertrauen genossen hat. Zu spät hat es sich herausgestellt, daß die enge Zusammenarbeit zwischen dem Stab des Weißrussischen Militärverbandes in Bulgarien und gewissen französischen Stellen, die den bulgarischen Behörden aus Gründen der Landesverteidigung schon lange ein Dorn im Auge ist, durch die Organisation des Fürsten Lobauoff Zug um Zug den Bolschewiken bekanntgemacht wurde.
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Berlin, 7. Oktober. Die große Strafkammer beim Landgericht 1 verurteilte am Freitag den bisherigen sozialdemokratischen Reichstagsabgeordneten Gerhard Seger, Hauptschristleiter des sozialdemokratischen „Volksblattes für Anhalt", unter Aufhebung des Urteils erster Instanz» das auf 5vü Mark Geldstrafe lautete, wegen Beleidigung der Reichswehr zu 1 Monat Gefängnis.
Seger hatte am 7. November 1930 in einer Versammlung der Liga für Menschenrechte geäußert, daß die Reichswehr so diffamiert werden müßte, daß jeder Reichswehrangehörige in der Oeffentlichkeit scheel angesehen werde. Die Strafkammer betonte in der Urteilsbegründung, daß hier eine Gefängnisstrafe am Platze sei- weil die Reichswehr, die das letzte Mittel für die Aufrechterhaltung des inneren Friedens darstelle, besonders geschützt werden müsse.
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Paris, 7. Oktober. Die außerordentliche Preissenkung des Getreides in Frankreich hat im Departement Bure mrd Loire zum Rücktritt von 97 Bürgermeistern geführt, die durch diese Geste gegen die Landwirtschaftspolitik der Regierung protestieren wollerr. Am Donnerstag fanden in verschiedenen Gegenden Pro- teswersammlrmgen statt, in denen Entschließungen angenommen wurden, in denen die Regierung aufgefordert wird, der trostlosen Lage der Landwirtschaft durch eine vernünftigere Preisgestaltung Abhilfe zu schassen.
„Alle Räder stehen still» wenn dein starker Arm es will." Tausende von Malen ist dieses Wort der Arbeiterschaft von den Gewerkschaften eingeprägt worden, Hunderte von Malen hat es sich als richtig erwiesen, hat es berechtigten und unberechtigten Forderungen zum Siege verholfen. Und nun muß das schaffende Deutschland ein ungerechtfertigtes Opfer um das andere auf sich nehmen, ohne daß die Möglichkeit besteht« erfolgreich Widerstand zu leisten?
Als am vorigen Sonabend die Meldung vom Hamburger Verkehrsstreik bekannt wurde, durch den das Wirtschaftsleben der Riesenstadt plötzlich auf das stärkste bedroht war, als in allen Teilen des Reiches Belegschaften großer Werke den Versuch machten, die Lohnraubverorönung abzuwehren, da war auf einmal ein Wort da, das man seit langem für tot gehalten hatte: Generalstreik. Generalstreik? Bei Millionen von Arbeitslosen? In der ungeheuersten Krise, die das Wirtschaftsleben der ganzen Welt jemals betroffen hat? Was werden die Gewerkschaften tun? Sie protestierten, faßten Entschließungen und Unterwarfen sich!.' als Herr von Papen den Streik gegen seine Verordnung einfach als „tariswidrig" bezeichnete, da waren die ganzen klingenden Worte verflogen und zurück blieb nichts als cir Häuflein von „Führern", deren tiefste Angst es ist, daß vielleicht ihre Organisationen zerschlagen tverdsn könnten.
Wie ist es sonst möglich, daß der Erlaß der Herrenklubregierung, die Ablehnung einer Lohnkürzung, die ohne vorherige Verhandlungen mit den Betroffenen einfach durch eine Verordnung in Kraft getreten ist, sei Tarisbruch, nicht von den Gewerkschaften mit dem allerentschiedensten Kamps beantwortet ist? Hier zeigt sich wieder einmal, wie recht der Nationalsozialismus hatte,wenn er der Gewerkschastsbonzokratie der „freien" und „Christlichen" Gewerkschaften fortgesetzten Arbeiterverrat vorwarf. Die krasseste Erfüllungspolitik war ihnen nicht kraß genug gewesen, den Datves- plan hatten sie als die „Sonne der Wirtschaft" bezeichnet, den Aoungplan hatten sie propagiert, das KabinÄt Brüning haben sie zwei Jahre lang gestützt, und alles bewilligt, was dieser „Hungerkanzler" von ihnen forderte. Und als am S. Dezember 1931 die Tarifvertragsparteien durch Notverordnung verpflichtet wurde», die Löhne und Gehälter zu kürzen, da haben sie diese Notverordnung anerkannt, indem ihre Vertreter im Reichstag der Regierung Brüning ihr Vertrauen ausgesprochen haben. Daß sie jetzt jedoch den deutschen Arbeiter in Stich lassen und die ebenso schwere, wie wirtschaftlich sinnlose Lohnkürzung Papens hinnehmen, ist der größte Betrug, der jemals am Deutschen Volke verübt worden ist, und es wird unsere Ausgabe in dem Kamps der kommenden Wochen sein, diesen „Arbeiterführern", die Maske vom Gesicht zu reißen und sie dem Volke in all ihrer häßlichen Nacktheft sichtbar zu machen. Jahrelang, immer, haben sie uns als „Kapitalistenknecht" verschrien, als Arbeiterpartei in Anführungsstrichen, jetzt hat die deutsche Arbeiterschaft selbst mit aller Gründlichkeit sehen können nnd wird es auch bald fühlen, wo der entschlossene Wille ist, zn helfen und einen Weg zu gehen, der grundsätzlich Schluß macht mit alten Experimenten und neue Wege aufzeigt, die bet gerechter Lasten- verteftung Wege aus dem Chaos sein werden. Und unter dieser Gewißheit stand die Führertagung -er Bewegung in München, auf der Adolf Hitler das Wort sprach:
„Im Bewußtsein, für das Recht nnd die Zukunft des Volkes zu »kämpfen, geht di. nationalsozialistische Bewegung in den Kampf, ans dem sie in vier Wochen als Sieger hervorgehen wird."