Ausgabe 
(7.10.1932) Nr. 224
Seite
1
 
Einzelbild herunterladen

224.

Uskngsng 1S32

vnamsn, klon 7. Vftiobvk

Sinnslpnsis 1S k*tg,

Verlag, Redaktion und Geschäftsstelle: Papenstraße 15. Sprech- V»»de der Redaktwn: Montag bis Freitag von 18 bis 19 Ubr.

__ Fernsprecher: Domsheide 25878.

Sk BNZ erscheint WerÜags nnd kostet Kk 1.90 frei Saus durch die Post zuzüglich 36 Bestellgeld.

Parteiamtliches Organ der Bremer Nationalsozialisten

Anzeigen: hiesige die 10 gespaltene mm-Zeile^^ 0.10, auswärts 0.12; im TexttciUe 0.50, auswärts 0.70; Stellengesuchs ZLU 0.06; sonstige kleine Anzeigen 0.08. Platzvorschrist ohne Verbindlichkeit. Bei Betriebsstörung, Streik, Verbot usw. hat der Bezieher keinen Anspruch auf Rückzahlung des Bezugspreises.

0sn ^üknvi- gibt äis Xsmpkpsi-ols aus:

Von unsonsm 8>og Willi voutsoklonrls

Tsin skkAngsn

. München, 6. Oftov«. M MtterpuM der heutigen Reichspropagandatagung der MSDAP.^ stand die Kampfparole Adolf Hitlers für den beginnenden großen Wahl- kampf. In seinen Ausführungen wies Adolf Hitler darauf hin, daß die Wider­stände, die sich der nationalsozialistischen Be­wegung heute noch entgegenstellten, jener letzte Ansturm vereinigter Gegner seien, dem sich jede Bewegung gegenübersehe, wenn sie sich der letzten Entscheidung vor dem Siege nähere. Der Nationalsozialismus sei eine so umwälzende Bewegung, daß ihr Sieg kein leichter sein könne. Die Geschichte kenne leine große Umwälzung» deren Erfolg von vornherein allen sichtbar gewesen sei. Immer habe erst die

letzte Entschlußkraft in den entscheiden­den Kämpfe» dem Stärkeren den Sieg garantiert.

Die nationalsozialistische Bewegung, die nicht auf kurze Sicht aufgebaut sei, besitze in ihrer inneren Kraft diese ungeheure Be­harrlichkeit und 'Zähigkeit, ohne auch nur einen Augenblick am Endsieg zu zweifeln. Das wirtschaftliche Programm der Regie­rung Papen könne nach allen vorhandenen Anzeichen bereits jetzt als erledigt gelten.

Der innerpolitische Dell des Programms, der augenblicklich die Aufrichtung einer starken Autorität erstrebe, müsse an den geradezu lächerlichen Mitteln scheitern, mit denen man glaube eine solche Autorität ohne die geringste Fundierung im Volle aufrechterhalten zn können«

Man könne ein System nicht einfach er­setzen durch irgend ein neues Kabinett von Männern dieses gleichen Systems. Wenn man die parlamentarische Organisation er­setze,» wolle, könne man das nicht durch eine Clique, die dem Volke ihren Willen aufzwingen wolle, sondern nur durch eine »»parlamentarische Organisation, die be­reits von unten her aus dem Volke selbst herausgewachsen sei.

Hitler umerzog die außenpolitischen Methoden der Regierung von Papen, die Deutschland in eine völlige Isolierung hineintrieben, einer scharfen Kritik und zeichnete die positive Linie einer na­tionalsozialistischen Außenpolitik. Der Führer gab sodann die Richtlinien und Grundsätze sür die poli­tische Tendenz des Wahlkampses bekannt. Er führte zum Schluß seiner immer wieder von stürmischer Z lstimmung unterbrochenen Rede aus:

Im Bewußtsein, für das Recht und die Zu­kunft des Volles zu lämpsen, geht die national- sozialiftisthe Bewegung von dem gleichen Kampf­geist beseelt, mit dem Einsatz ihrer ganzen Kraft in den Wahllamps hinein. Sie besitzt in ihrer Organisation alle Voraussetzungen eines erfolg­reichen Kampfes, die überhaupt denkbar find. Jeder Einzelne wird sich einsetze« bis zum äußersten. Wir Nationalsozialisten werden der Nation ein unerhörtes Vorbild unserer Willens­kraft geben. Es gibt Leute, die sage«, ehe die Wahl kommt, ist die Regierung Papen wirt­schaftlich längst zusammengebrochen und er­ledigt. Aber Friedensresoluticnen werden in der nationalsozialistischen Bewegung nicht gesatzt. Wir werden sür den ö. November kämpfen, als ob davon Deutschlands Sein ober Nichtsein ab­

hängen «erde. Ich sehe dem Kampf mit abso­luter Zuversicht entgegen. Die Schlacht kann be­ginne«. In vier Woche« werden wir aus ihr als Sieger hervorgehen. Im Reichspräsidenten­palais wird dann wohl die Erkenntnis einhellig sein: Die Nationalsozialistische Bewegung steht, sie ist da und wird niemals verschwinden. Es gibt nur zwei Möglichkeiten: Entweder man gibt ihr die Macht oder man gibt sie ihr nicht. Dann «erden sie von der Macht dieser Bewegung über­wunden werden."

Win ßop^snn Sokulr gegen rUv Wintertet

Oldenburg, 6. Oktober. Das Staatsministerium hat folgendes Schreiben an den Reichskanzler ge­sandt:

Die Städte des Oldenburger Landes »d viele Gemeinden sind infolge der ständig an­schwellenden Wohlfahrtslasten in einer grauen­vollen Lage. Es ist ihnen in wenigen Tagen einfach nicht mehr möglich, den hungernden Er­werbslosen Brot zu geben, denen durch die Not­verordnungen des Reichs die kargen Unter­stützungssätze aus ein unerträgliches Minimum zurückgeschnitte» find. Den Großstädten des Reiches hat man geholfen. Nun ist an der Zeit,

auch den mittleren Städten beizuspringen, ebenso den Hafenorten und den Gemeinden mit einer hohen Zahl von Arbeitslosen. Der Winter steht vor der Tür. Er wird sür den deutschen Men­schen grauenvoll, wenn die Reichsregierung nicht frühzeitig genug dafür sorgt, daß die Winter- versorgung der Aermsten der Armen sichergestellt wird. Die Steuerkraft des Landes ist über ein erträgliches Maß hinaus ausgeschöpft wor­den. Jetzt muß die Reichsregierung sich ihrer Pflicht besinnen und den Wohlfahrtserwerbslo­sen helfen."

Ksßeksdsnnsi'-MD-ksn- sokssdsi* VSI*Kstt8l

Zwickau, 6. Oktober. Die Staatsanwaltschaft Zwickau hat die Festnahme einiger Reichsbanner­mitglieder veranlaßt. Diese stehen unter dem Ver­dacht, in die bekannte Waffenschiebungsangelsgen- heit des westsächsischen Reichsbanners verwickelt zu sein. Sie sollen außer den bereits beschlagnahmten Pistolen noch andere Waffen verschoben haben. Mehrere der verhafteten Reichsbannerführer sitzen im Untersuchungsgefängnis Zwickau. Zwei andere, der Konsumvereins-Lagerhalter Steinert und der Reichsbannerkassierer Seyfarth, im Amtsgerichts- gesängnis Crimmitschau.

Ms nsus Ksieksbannsn

Uniionm

Lsisilosv kopis üsn SK.-Uni-opm

Nach unseren aufsehenerregenden Veröffentlichun­gen über Neuuniformierung des Reichsbanners und ihre dunklen Hintergründe und Zusammen­hänge, sind wir heute in der Lage, das Bild eines Reichsbannermanns in der neuen Uniform zu bringen.

Das Bild zeigt mit vollkommener Klarheit, daß die neue Kluft nichts als eine ganz genaue Kopie der SA.-Uniform in grün ist. Ein bezeichnendes Armutszeugnis für diese Helden, die auch bei Neuschöpfung von Uniformen nicht in der Lage sind, mehr Geist zu entwickeln als bei der Schaf­fung einer Verfassung nnd dem Aufbau eines Staates. Daß die Reichsbannerführung sich jedoch nicht scheut, nachdem sie in ihrer ersten Uniform den Stahlhelm kopiert hat, bei ihrer, zweiten UnifvrmiSrung wieder einen anderen Verband nachzuahmen, scheint uns schon einer eingehenden medizinischen Untersuchung werten sein. .

Und diese Leute, deren Geistlosigkeit sich derart dokumentiert, hab«, die Frechheit, Anspruch aus die Staatsführung zu erheben!!

Slnslsnlnsg gvgvn Vsnleumcksi'

Oberleutnant Schulz gegen Major Mayr München, 6. Oktober. Oberleutnant a. D. Schulz hat den Rechtsanwalt Dr. Frank ll be­auftragt, gegen do« Reichsbannersührer Major Mayr auf Grund von dessen Zeugenaussage im Prozeß gegen dieMünchener Post" vom 3. Ok­tober wegen der schwer beleidigenden Behauptun­gen gegen Schulz Strasantrag wegen Verleumdung zu pelle«.

W...

kampff gSDSn cSss

Deutschland erwache! war 13 Jahre lang der Mahnruf der Na­tionalsozialisten! Getreu den Worten alter Freiheitssänger, die sich unser Führer zum Leitmotiv gemacht hatte:

Das ganze Deutschland fall es sein-!"

Was schreit uns heute aus denBremer Nachrichten" entgegen? Bürgertum er­wache?"

Wir wiederholen diesen Ruf tausenfach; Bürgertum erwache", sonst erlebst du wieder, was der Kampf der Nationalsozialisten in 13 Jahren aus der Seele von 14 Millionen deut-, scheu Menschen ausgerottet hat: den Klassen-, kämpf.

Aufpeitschend klingt uns dieser Ruf entgegen. Wehe, wenn das deutsche Voll jetzt wieder in den. Klassenkamps gezerrt werden soll! Wer hat den Kampf gegen den Klassenkamps aus sein Banner geschrieben? Der National­sozialismus. Und wer hat am meisten die Auswirkungen des jahrzehntelangen Klassen- kampses zu spüren bekommen? Das sogenannte Bürgertum. Wem ist es gelungen, 14 Millio-, nen Menschen aus diesem bruderzerfetzenden! Klassenkcunps zu erretten? Adolf Hitler! Nicht Hugenberg, nicht Papen!

Ganz Deutschland schrie nach einem Mann, der das Volk aus dem unseligen Klassenkamps befreite. Der Mann wurde uns geschenkt; er ist den dornenvollsten Weg gegangen, den ein deutscher Mann gehen konnte, 13 Jahre lang. Er war am Ziel. Er beanspruchte mit Recht den Platz im deutschen Vaterland, der ihm, dein mutigen, unermüdlichen Kämpfer, zukam.

Weißt du noch, deutscher Frontsoldat, wie dir zumute war, als du nach jahrelangem Kamps des Weltkrieges heimkehrtest und da feststelltest, daß dein dir zukommender Platz besetzt war? Won wem? Wenn du dich dessen erinnerst, deutscher Frontsoldat, dann wirst du verstehen, was die jahrelangen Kämpfer der Freiheits­bewegung von Adolf Hitler bis zum klein­sten SA-Mann heute empfinden!

Die Treulosigkeit und den Verrat, den Dolchfios in den Rücken von 1918, hat das gesamte deutsch Voll schwer büßen müssen. Will es die Schull, eines zweite,« Dolchstoßes in den Rücken des nationalen Freiheitskämpfer wieder aus sich nehmen ?

Mit welcher Schadenfreude bringen die sich jetzt national gebärdenden Deutschen, die vor kurzem noch die Stütze einer Koalition von Sozialdemokraten, Zentrum, Staatspartei und Deutscher Wolkspartei waren und teilweise heute noch find, die Berichte über die Rückgänge der nationalsozialistischen Wähler bei kleinen Kouv- mnnalwahlen, verschließen aber die Augen ihrer noch nicht erwachten Leser des Bürgertums vor dem Stimmengewinn der Sozialdemokratie und der Kommunisten. Ein Spiel mit dem Feuer! -

Nehmt nur einmal die Stimmen der Natio­nalsozialisten hinweg von der Stimmliste und überlegt euch, was dann bleibt? Einfache Rechnung!

Ist man mit Blindheit geschlagen, um nicht zu sehen, wo dieses hinführt? Glaubt man in Zukunft in Deutschland für alle Zeiten nur noch auf der Spitze der Bajonette unserer Reichswehr und Polizei das ganze deutsche Volk regieren zu können?

Die Mehrzahl des arbeitenden Deutschlands wird sich in Zukunft nur noch bei den Marxisten