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Parteiamtliches Organ der Bremer Nationalsozialisten
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Seit dem 28. Juli, dem Tage, an dem die Brann-Severiuge, die rote« Preutzcn- zarc», der „Gewalt wiche«" usd vor einem Reichswehrhauptman« uud 10 Blaun ihre Throne räumten, Kommt die „Eiserne Front" nicht mehr zur Ruhe. Die Unzufriedene», die Enttäuschten melden sich, die nach all den großmäuligen Redensarten nnd geschwollenen Drohungen mehr Taten erwartet haben, die Ehrlichen beginnen aufzuhorchen bei den stets wieder durchsickernden Gerüchten von Besprechungen der Führer der freien Gewerkschaften mit Regie- rnngsniitgliedern, die „Ueberpmckeilicheir" fangen au, fich ungemütlich zu fühlen, nachdem man den alten Bananengeneral Otto Hörsing so kurzerhand aus dem Reichsbanner hinausgeworfen hat, weil sogar er mit der SPD. nicht zufrieden war nnd einen eigenen Laden aufmachen wollte.
Unruhe hat sich eingeschlichen in die Reihen der wackeren AÄnpfer für die Republik von Weimar, die eben dabei ist, sich Lurch sich selbst einen sanften Tod zu geben. Es bohrt und knistert im Gebälk des „Eisernen" Hauses; der Holzwurm des Mißtrauens ist an der Arbeit.
Neberall Gärung, Proteste. Eine Frak- tionsfitzuug der sszialdemokratischen Reichstagsfraktion ist aufgeflogen, weil die jungen" die „Alten" -absägen wollten. Durch Hereinnähme einiger Oppositioneller in den Fraktions- und Parteivorstaud Hofft man die Angelegenheit erledigt zu haben.
Der bekannte Reichsbannermazor Anker, das Paradepserd der „Antimilitaristen", ist aus dem Bananenklub ausgetreten, weil ihm das unglücklich plötzliche Verscheiden feines Freundes Hörsing etwas au die Nieren gegangen ist.
Im Gau Berlin des Reichsbanners hat es auch ein bißchen kriselt. Stelling, der Gauführer, sollte daran glauben. Doch er hat seinen -Posten noch einmal retten können. Wie lange noch? Wird es gelingen, durch Geschästsordnungskniffe den „Eisernen" Laden zusammenzuhalten? Zweifelhaft!
Es ist schon verständlich, wenn die hohe Führung auch auf andere Mittel sinnt, nm die Massen bei der Stange zu halten.
Deshalb will man vorläufig erst einmal
das Ncichsbanrrer neu uniformieren,
in der Hoffnung, daß ein« neue Uniform manches vergessen machen könnte«
Seit längerer Zeit verhandelt ein Reichs- bannerhauptmann Qnaas bereits mit einer Reihe Berliner Firmen über die
Lieferung von vorläufig ca. 25 VW neuen Uniformen.
Anstatt der grauen Wirdjackeu wird das Reichsbanner in Zukunft grüne Hemdes mit schwarzen Binden und schwarze Tuchhosen tragen, während die Mütze nicht verändert wird. Schwarze Gamaschen vnd Kopyel und Schulterriemen in schwarz, vervollständigen den Anzug, zu dem noch
schwarz-rot-goldene Armbinde mit den drei Pfeilen auf ovalem roten Grund gehört. Das Bemerkenswerteste find jedoch die blauen Kragenspiegel mit je drei silbernen Sterns», wie sie die preußische Polizei trägt! Ist der Trams von der Hilfspo-- lizei noch nicht ausgeträumt, baut man Brücken zu Herrn Bracht?
Als vor einigen Monaten die Oberste SA-Aührung Versuche anstellte mit einer neuen Uniform für die SA., überschlug sich die marxistische Presse geradezu vor Eifer, zu beweisen, woher das Geld für diese „Neuumformieruug" komme. Die SA. trägt jedoch heute noch ihr altes Braunhemd, in dem sie unter unendlichen Opfern den stolzen Kampf für Deutschland, gegen den Marxismus geführt hak.
Aber sind
25 VW Uniformen auch ein Versuch? Wer bezahlt diese Aufträge?. Etwa der erwerbslose Reichsbannern: ann, der vor Hunger nicht in den Schlaf kommen kann? Soll der in der Lage sein, plötzlich sich eine neue Ausrüstung zu kaufen und die alte an den Nagel zu hängen?
Oder hat Herr Leiparl vielleicht einmal mit Herr» von Schleicher über diese Dinge gesprochen? Denn es wird Loch nun allmählich Zeit für die SPD., eine Anlehnung zu suchen, nachdem die Arbeiterschaft von Tag zu Tag mehr erkennt, daß die NSD.
alles andere als eine Kapitalisten- schntztrnppe ist, sondern den Kampf für den deutschen Arbeiter gegen die Sozialreaktio» mit aller Macht ihrer riesigen Organisation fuhrt. Wie lange wird es noch danern, bis Herr von Paper» auch nur noch wie Brü- niug und Hindenburg ei» „Kleines Uebel" ist? —
Der Streik hei dem Berliner Scherl-Ver-
lag ist da ein lautes Warnungssignal für die Arbeiterschaft.
Waren es doch die Sozialdemokraten, die durch ihr Verhalten den Streikenden in den Rücken sielen nnd Hugenberg zu dem erwünschten Erfolge verhaften. Ich das der Anfang?
Soll der Lohnraub mit neuen Uniformen für das Reichsbanner sanktioniert werden?
Die deutsche Arbeiterschaft will wissen, ob das der Inhalt der fortgesetzten Füh-
Münche«. In der großen Münchener Beamten- kundgebung, die die Beamtenabteilung des Gaues München-Oberbayern der NSDAP. am Montag veranstaltet hat, machte Staatsminister a. D. Dr. Frick eine aufsehenerregende Feststellung zu den fol-xnschweren Vorgängen vom 13. August anläßlich der Berliner Besprechungen des Führers über die Auswirkungen des 31. Juli auf die Regierungszusammensetzung. Pg. Dr. Frick, der als Augen- nnd Ohrenzeuge Lei den Ereignissen dieses Tages Anspruch auf volle Authentizttät erheben darf, rief die bereits bekannte Tatsache wieder iu Erinnerung, daß Adolf Hitler seine Aussprache mit Herrn von Hindenburg davon abhängig gemacht hatten daß noch keine Entscheidung gefalle» sei.
Dies wurde Dr. Frick vom Staatssekretär Planck unmittelbar vor dem Empfang unmißverständlich im Sinne der Anfrage bestätigt, obwohl die Entscheidung bereits eine Woche vorher in Neudcck gefallen war.
lieber die wettere Entwicklung führte dann Dr. Frick aus:
Die Unterredung Lein» Reichspräsidenten spielte
lungnahme der Führer der freien Gewerkschaften mit Herrenklubkreifen ist. In ihr« Angst vor dem Nationalsozialismus habest sie ja sowieso die letzte gemeinsam« Linie.
Am 6. November werden die sozialdemokratischen Wähler Gelegenheit haben, auf diese Machenschaften die gebührende Antwort zu erteilen und der Partei der deutschen Arbett, dem Nationalsozialismus, die Möglichkeit zu geben, mit dem Volksverräterischen Marxismus die Schlußabrechnung zu halten!
fich geradezu in entwürdigender Form ab; es war eine höchst einseitige Konversation.
Herr von Hindenburg sagte: „Herr Hitler, ich habe nur eine einzige Frage a>n Sie zu richten. Sind Sie bereit, mir Ihre Mitwirkung im Kabinett von Popen zur Verfügung zu stellen?"
Adolf Hitler antwortete: „Wir sind dazu bereit unter der Bedingung, daß wir die Führung ioi Kabinett haben."
Darauf erklärte der Reichspräsident: „Sie
wollen also die ganze l!) Macht haben. Das geht gegen mein Gewissen, das kann ich nicht gutheißen aus mnen- und außen, politischen Gründen."
Damit war die Unterredung im wesent, licheu bereits beendet.
Daraus geht unbestreitbar hervor, daß unser Führer nicht die Forderung erhoben hat, uns die gesamte Staatsgewalt im Reich zu überantworten. Wir haben lediglich verlangt, daß uns als der stärkste« Partei dieFiihruug im Reichskabinett übertragen werde.
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Berlin, 5. Oktober. Wie der „Lokal-Anzel- ger" aus Mexiko-City meldet, ist Dienstag morgen der apostolisch« Delegierte in Mexiko, Erzbischof Monsignore Leopoldo Ruiz y Flores, aus seinem Bett heraus von der Polizei verhaftet worden. Er soll aus Beschluß des Abgeordnetenhauses ausgewiesen werden.
Präsident Rodriguez Hai, nach einer amtlichen Meldung, den Ausweisungsbefehl gegen Nuntius Ruiz y Flores bereits unterzeichnet. Der Erz- bischof wird noch im Laufe des Tages in einem Militärflugzeug über die Grenze gebracht werden.
Die mexikanische Kammer hat einstimmig die scharfe Erklärung, die Präsident Rodriguez als Antwort auf eine Enzyklika des Papstes veröffentlichte, gebilligt. Rodriguez hatte den Papst falscher Behauptungen beschuldigt and eine Am- Wandlung der Kirchen iu Schulen nnd Fabriken
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Wir »erweise« auf die i« der Sander-Beilage dieser Ausgabe veröffentlichte sachliche Kritik unserer Wirtschastspolitischen Abteilung mit der jeder Parteigenoß sich vertraut machen mutz, um erfolgreich werben zu können.
Wir halten es für nnverantworttich, daß aus Gründe« reiner Wahlmache dem darbende« deutsche« Voll Hoffnungen gemacht «»erden, dir keinesfalls in Erfüllung gehen können. Wieder einmal wie bei der Annahme des Bersaillrr Vertrags, des Dawes-Planes, des Doung-Planes und des Hoo- ver-Moratorinms wird von verantwortlicher Seite eine reine Jklusionspolitik getrieben. Wieder einmal sind es wir Nationalsozialisten, die rechtzeitig unsere warnende Stimme erhebe«.
Anfllärung tut not, damit neues Elend für die deutsche Wirtschaft und die werktätige Bevölkerung verhindert wird.
O8s Wsknksii üdsi* rßsn 13 . August!