Ausgabe 
(10.3.1934) Nr. 68
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das amtliche Organ -es Senats

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Nr. SS / i. Vierteljahr <-

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Wie steht es mit der Abrüstung?

Gens veröffentlicht die Dokumente der Großmächte / Wie Frankreich feinen

Standpunkt zu begründen versucht

Gens, 9. März.

Um die Mittagsstunde wurde in Genf gleichzei­tig mit der Veröffentlichung in den wichtigsten Hauptstädten eine Dolumentensammlung auf Ver­anlassung des Präsidiums der Abrüstungskonferenz veröffentlicht, die sich mit den Verhandlungen der Großmächte befaßt, die in den letzten Monaten an Stelle der Abrüstungskonferenz stattgefunden haben. Durch die Form der Veröffentlichung wird der Eindruck erweckt, als ob diese Verhandlungen gewissermaßen nur im Auftrage und in ständiger Verbindung mit dem Präsidium.der Abrüstungs­konferenz geführt worden seien, während in Wirk­lichkeit das meiste über den Kopf Hendersons hin­weg und ohne jede Verbindung mit Genf ge­schehen ist.

Die Dolumentensammlung enthält zunächst eine Vorbemerkung und zwei einleitende Briefe Hen­dersons. Als Antwort auf die Bitte des Präsiden­ten, ihm Auskünfte über die zwischenstaatlichen Verhandlungen für den Standpunkt der einzelnen Regierungen zu übermitteln, folgt dann das von Grandi am 7. Februar in London Henderson über- gebene italienische Memorandum, ferner das am 9. Februar mit einem Brief des britischen

Außenministers überreichte britische Ab­rüstungsmemorandum und der Wortlaut der Ausführungen Sir John Simons am 8. Fe­bruar 1984 vor dem Unterhaus.

Im Anschluß hieran sieht man, daß der fran­zösische Außenminister Varthou am 19. Februar Henderson neben dem französischen Ab­ruft ungsmemorandum vom 1. Jan. 1934 auch die Leiden deutschen Stellungnahmen zum Abrüstungsproblem vom 18. Dezember 1933 und vom 19. Januar 1934 übersandt hat. Varthou faßt in seinem Begleitschreiben den französischen Stand­punkt nochmals kurz zusammen.

Diese Zusammenfassung enthält nichts Neues. Es wird nur nochmals betont, daß die franzö­sische Regierung keine sofortige Verminderung ihrer Rüstungen vornehmen könnte, die mit einer gleichzeitigen Wiederbewaffnung qualitativer Art der durch die Friedensverträge gebundenen Staa­ten geknüpft sein würde. Der französische Außen­minister weist ferner darauf hin, daß Frankreich besonderen Wert auf praktische Bürgschaf­ten für den Fall der Verletzung des abzuschlie­ßenden Abkommens legen würde. Die gegenwär­tigen Umstände und vor allem die Beschleunigung

des Tempos, mit dem gewisse Staaten ihre Auf­rüstungen in Widerspruch mit den Verträgen be­trieben, fordern nach Ansicht Barthous eine schnelle Entscheidung über die der Abrüstungs­konferenz vorgelegten Fragen. Schließlich erwähnt Varthou noch, daß ein Vergleich der Heeresstärken nur möglich sei, wenn man von der Heeresstärke die Verbände abzöge, die nach seiner Meinung unzweifelhaft einen militärischen Charakter trügen.

In der Veröffentlichung des Präsidenten der Abrüstungskonferenz wird dann festgestellt, daß das Präsidium der Abrüstungskonferenz am 13. Februar in London von diesen hier unter­breiteten Dokumenten Kenntnis genommen hat. Wie schon bekannt, kam man zu dem Schluß, daß die erzielten Erfolge die Wiedereinberufung des Präsidiums zu einem näheren Zeitpunkt nicht rechtfertigen würden, und daß man weitere Ver­suche, insbesondere die Verhandlungen Edens, zur Beseitigung der bestehenden Gegen­sätze, noch abwarten müsse. Aus diesem Grunde seiderWiederzusammentrittdesPrä- sidiums der Abrüstungskonferenz auf den 19. April festgesetzt worden.

Ein Varlfer Verlag am Vranger

Gegen Verfälschung des Hitler-Buches

Berlin. 9. März.

In eigener Sache veröffentlicht der Verlag Franz Eher Nachf. folgende Erklärung: Ein Pariser Verlag hat vor ein paar Tagen in fran- zösischer Sprache unter dem Titel „Adolf Hitler — Mein Kampf" (Non oombat) ein Buch her­ausgebracht, von dem der Verlag behauptet, es fei eine wortgetreue und ungekürzte (intögrale) llebersetzung des Werkes des Führers. Im Vor­wort und in Zeitungsnotizen brüsten sich Verlag und lleibersetzer in geradezu zynischer Art mit der Tatsache, daß die Veröffentlichung ohne Geneh­migung des Autors und unseres Verlages unter Bruch jeglichen Rechtes erfolgt ist. Als Grund und Zweck der Veröffentlichung wird angegeben, die ganze Welt, besonders aber Frankreich, müsse von dem unveränderten Urtext des Buches Kennt­nis haben. Der Autor habe aber eine autori­sierte französische Buchausgabe grundsätzlich ab­gelehnt.

Das Ergebnis unserer sofortigen Nachprüfung des Sachverhalts ist: 1. Der Pariser Verlag, der Diebstahl geistigen Eigentums begeht und sich dessen noch brüstet, ist auch in Frankreich völlig unbekannt. Ernste und führende französische Kreise mißbilligen diese widerrechtlichen Methoden nach­drücklichst. 2. Die Behauptung, die llebersetzung sei wortgetreu, ist unwahr. Schon der erste Ab­satz des ersten Kapitels (Im Elternhaus) zeigt so klare und entscheidende Abweichungen vom Ur­text, daß die bewußte Verfälschung aus der Hand liegt. Der „llebersetzungsfehler" betrifft eine heute besonders interessierende politische Frage.

Di? tendentiöse Absicht der llebersetzung geht auch daraus hervor, Laß der Verläg it^det Ein­leitung einzelne aus dem Zusammenhang ge­rissene Worte und Satzteile des Buches zu einem angeblichen Satz in Zitatform vereinigt und da­durch den Eindruck erweckt, als ob eine Lösung durch gewaltsamen Konflikt als das Ziel der Außenpolitik des Führers gegenüber Frankreich dargestellt werde und im Gegensatz zu den Aus­führungen des Führers als Kanzler, als das einzige Mittel, das deutsch-französische Verhältnis zu klären.

In Wahrheit handelt es sich bei den Stellen des Buches, denen die Worte und Satzteile ent­nommen find, um eine Auseinandersetzung mit politischen Gegnern, die dem Führer mangelndes Interesse an der Wiedergewinnung verlorener Gebiete vorwarfen. Der Autor weist demgegen­über daraus hin, daß die Frage zu ernst sei, um durch leichtfertige Agitation gelöst zu werden und lehnt Gewaltanwendung für dieses Ziel ab.

Die theoretische Möglichkeit eines gewaltsamen Konfliktes wird im Buche nur im Zusammenhang mit der damals akuten Frage der R heinland- besetzung erörtert. Insbesondere angesichts der Tatsache, daß die widerrechtliche Veröffentlichung ungenau und tendenziös ist, haben wir sofort mit Erfolg alle Schritte eingeleitet, um auf zivil- prozessualem Wege unsere Rechte zu wahren. Die französischen Behörden haben, indem sie unsere zivilrechtlichen Ansprüche als berechtigt aner­kannten, uns die Unterstützung gewährt, die dem Rechtsempfinden und den Gesetzen entspricht.

Mit einem Verlage, der so gegen jedes Recht und gegen jeden Anstand handelt, können Verein­barungen nicht getroffen werden. Nachdem diesem Verlag alle Voraussetzungen für die Herausgabe des Buches des Führers ermangeln, bedeutet diese Maßnahme keine grundsätzliche Entscheidung über eine autorisierte französische Ausgabe des Hitler- Buches.

Verlag Franz Eher Nachf., G. m. b. H. gez. Amann.

Das unruhige Spanien

Madrid, 8. März.

In Madrid explodierten erneut mehrere Bom­ben an verschiedenen Stellen der Stadt. Eine Bombe zerstörte einen Transformator. In Valencia, Castellon und Alicante streiken die Transportarbeiter. Sabotageakte werden von dort gemeldet. In der erstgenannten Stadt wurde mehrmals die Beleuchtung unterbrochen, so daß die Theater schließen mußten. Auch in Santander griff die Streikbewegung weiter um sich. In Sara­gossa mußte die Universität wegen des erneuten Aufflammens der Studentenunruhen geschlossen werden.

Der Schnellzug Madrid—Barcelona entgleiste infolge eines Erdabrutsches. Verluste sind nicht zu beklagen, doch war der Verkehr mehrere Stunden auf dieser Linie unterbrochen. In der Nähe von Barcelona raubte eine anarchistische Bande unter Vorspiegelung einer polizeilichen Durchsuchung das Herrenhaus eines Landgutes aus. Die Räuber konnten entkommen.

Kabinettskrise in Belgien?

London, 9. März.

Der Brüsseler Vertreter der „Morningpost" be­richtet, daß Ministerpräsident d e Br o c q u e v i l l e vor seiner bekannten Senatserklärung telephonisch mit dem französischen Außenminister und dem Großsiegelbewahrer Eden gesprochen habe. Der Korrespondent hält eine Kabinettskrise in Belgien für wahrscheinlich.

Deutschlands Vorschläge

Genf, 9. März

Die in der Henderson'schen Dokumentensamm- lung erwähnte deutsche Denkschrift vom 18. Dez. 1933 stellt zunächst fest, daß an eine Durch­führung einer wirklichen Abrüstung gegenwärtig nicht mehr zu denken sei und daß sie sich an diese Realität halten müsse. Deutschland macht dann folgende Vorschläge:

1. Deutschland erhält die volle Gleichheit der Rechte.

2. Die stark bewaffneten Staaten verpflichten sich, ihren gegenwärtigen Rüstungszustand nicht zu überschreite».

3. Deutschland verpflichtet sich, von der Gleich­heit der Rechte nur einen so gemäßigte» Gebrauch zu machen, daß kein Staat sich dagegen bedroht fühlen könne.

4. Alle Staaten verpflichten sich gegenseitig zu einer humanen Kriegsfiihrung und zum Nichtge- branch bestimmter, gegen die Zivilbevölkerung gerichteter Waffen.

5. Alle Staaten nehmen eine gleichmäßige und allgemeine Kontrolle an.

8. Alle Staaten garantieren sich die Aufrecht­erhaltung des Friedens durch den Abschluß von Nichtangriffspakten.

Berlin. 9. März.

Die Auflockerung der winterlichen Arbeits­losigkeit hat im Februar bedeutsame Fort­schritte gemacht. Die Zahl der bei den Ar­beitsämtern gemeldeten Arbeitslosen belief sich Ende Februar auf rund 3 374 000, sie ist um rund 480000 niedriger als Ende Januar und liegt bereits um 341000 unter dem Ende November 1833 erreichten günstig­sten Stand des ersten Jahres der Arbeits- fchlacht. Die Ende des Vorjahres eingetretene winterliche Belastung ist somit nicht nur aus­geglichen. sondern bereits erheblich überholt. Gegenüber dem Vorjahrsstand an Arbeitslosen konnte ein Rückgang um rund 2 630 000 Arbeitslose erreicht werden.

Die Bewegung innerhalb der Unterstützungs­einrichtungen der Arbeitslosenhilfe war gleichlau­fend, jedoch im Ausmaß verschieden. In der Ar­beitslosenversicherung ging die Zahl der Haupt­unterstützungsempfänger um 139 909, in der Kri- senfllrsorge um 79 999 zurück. An anerkannten Wohlfahrtserwerbslosen wurden von den Arbeits­ämtern 129 099 weniger als zu Beginn des Mo­nats gezählt, ein Zeichen, daß die Bemühungen zur Unterbringung auch der langfristig Arbeitslosen erfolgreich waren.

Der bedeutsame Februar-Erfolg ist zu einem erheblichen Teil der bereits lebhaft einsetzenden Hochbau- und Tiefbautätigkeit zu verdanken, der das milde Wetter sehr zugute kam.

Die Erfolge der Arbeitsschlacht in Deutschland stehen in der Welt ohnegleichen da. Im Verlaus von nur einem Jahre ist es gelungen, die deutsche ArbeitsloseMffer von mehr als 6 Millionen auf

Deutschland fordert dann eine Heeres st Lrke von 388 888 Mann MS beansprucht ein« Reihe von Jahren für die Umwandlung der Reichswehr. Die Defensivwaffen dieser Armee müßten denen anderer moderner Heere entsprechen. Die Um­wandlung der Reichswehr würde in keiner Weise die Art und den Charakter der SA und SS be­rühren, da diese keine militärischen Verbände sind.

Die deutsche Note erwähnt noch, daß der Ge­danke an eine Rückkehr des Saargebie­tes ohne Abstimmung die Erregung der öffent­lichen Meinung in Frankreich und Deutschland vermeiden sollte, wie sie sich im Gefolge einer Wahlkampagne zweifellos zeigen würde. Falls aber die französische Regierung diesen Standpunkt nicht annehmen könnte, so würde die Reichsregie­rung die Frage als erledigt ansehen.

USA für Nichtangriffspakt

Das amerikanische Memorandum, das im Wortlaut noch nicht bekannt geworden ist, beschäftigt sich mit dem britischen Memorandum vom 28. Januar. Es betont, daß die Vereinigten Staaten in vielen Punkten mit den britischen An­regungen sich einverstanden erklären könne». In anderen Punkten sind sie der Meinung, daß die englischen Vorschläge im Hinblick aus die tat­sächliche Abrüstung nicht so weit gehe», wie es in

rund 3*/- Millionen Menschen herunterzudrücken. Das heißt: Die Arbeitslosigkeit in Deutschland ist im ersten Jahre des Nationalsozialismus um mehr als 40 v. H. zurückgegangen.

Wir müssen schon verschiedene Jahre zurückgehen, wenn wir auf ähnliche niedrige Ziffern um die jetzige Jahreszeit zurückkommen wollen. Kein Land der Erde kann auf einen derartigen großen Er­folg in der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit zu­rückblicken, wie unser nationalscyialistisches Deutschland. Es braucht nur auf die neuerlichen Hungermärsche in England hingewiesen zu wer­den, um darzulegen, in welcher Lage sich noch immer der ausländische Arbeiter befindet.

Die Arbeitslosenzahl von Großbritan­nien liegt Ende Januar dieses Jahres um nur etwa 359 909 niedriger als im vorigen Jahre. Frankreich muß sogar noch eine Zunahme der Veschäftigungslosigkeit um rund 29 000 Menschen verbuchen. In Italien ist die Zahl der Er­werbslosen um nur 99 999 Köpfe zurückgegangen; Polen weist wiederum eine Zunahme um rund 89 090 Arbeitslose im Vergleich zu Anfang 1932 auf. Sogar in Holland werden gegen­wärtig etwa 50 990 Erwerbslose mehr als zu Beginn des verflossenen Jahres gezählt.

Diese Beispiele beweisen mit aller Deutlichkeit, was dagegen unser Führer bereits für den deut­schen Arbeiter in der Bekämpfung der Arbeits­losigkeit erreichen konnte. Es kann kaum Wunder nehmen, wenn immer wieder vom Ausland, na­mentlich in den marxistischen Zentralen, bezwei­felt wird, daß sich tatsächlich in Deutschland die Arbsitsverhältnisse derartig stark gebessert haben.

Nicht zuletzt sind unter den Kritikern an den deutschen Verhältnissen jene „Arbeiterführer" zu finden, die früher in Deutschland viel zu lange eine führende Rolle gespielt haben, die es aber

Aussicht genommen war. Die amerikanische Re­gierung betont dann, daß sie es für das Wich­tigste halte, die Verteidigungskräfte jedes Staates zu stärken und gleich­zeitig dieAngriffskraft zu vermin­dern. Die Erreichung dieses Zieles könne man auf verschiedenen Wegen anstreben: Durch Ab­schaffung der hauptsächlichsten Angrisfswaffen, durch eine automatische und dauernde Kontrolle und schließlich in Verbindung mit einem allge­meine« Abrüstungsabkommen durch einen welt­umfassenden Nichtangriffspakt, der die Verpflich­tung enthält, das Gebiet keines anderen Staates in Verletzung der Verträge mit Armeen zu über­schreiten.

Die amerikanische Regierung erkennt in ihrer Note aber an, daß die britische Regierung, wenn sie in ihren Vorschlägen nicht so weit ging, der tatsächlichen Lage in Europa Rechnung tragen wollte, mit der die Vereinigten Staaten nichts zu tun hätten. Trotzdem sei Amerika natürlich an der Aufrechterhaltung des Friedens aufs stärkste interessiert, es begrüße daher die Anstren­gungen der britischen Regierung zur Herbeifüh­rung einer Rüstungsverminderung, die eine poli­tische Entspannung im Gefolge haben würde.. Zu­gleich hofft die amerikanische Regierung, daß die britischen Vorschläge eine glückliche Wiederauf­nahme der Verhandlungen über die allgemeine Abrüstung herbeiführen können.

fertig brachten, die Arbeitslosigkeit in Deutsch­land bis auf sechs Millionen Menschen anwachsen zu lassen. Sie haben es ja nicht einmal vermocht, der Arbeitslosigkeit Einhalt zu gebieten, ge­schweige denn sie auf ein erträgliches Maß zurück­zuschrauben. Sie müssen natürlich auch in erster Linie die Köpfe darüber schütteln, wie es im neuen Deutschland möglich geworden ist, inner­halb nur eines Jahres eine 40prozentige Besse­rung auf dem Arbeitsmarkt zu erzielen. Denn in der Entwicklung am deutschen Arbeitsmarkt offenbart sich ja in erster Linie, wer Recht hat, sich Arbeiterführer zu nennen und wer sich dieses großen Titels bisher nicht als würdig erwiesen hat.

Gerade diejenigen Marxistensührer, die jetzt allen Grund hätten, sich voll Schamgefühl soweit wie möglich aus dem Gesichtskreis der deutschen wie auch der ausländischen Arbeiterschaft zurück­zuziehen, gerade diejenigen sind es aber, die es sogar fertig brachten, uns vorzuwerfen, daß un­sere amtlich ermittelte Arbeitslosenziffer gefälscht sei. Unsere deutschen Arbeiter haben bei den letzten Wahlen im November bewiesen, daß sie an ihren Führer glauben. Sie wissen, was sie ihm in der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit ver­danken.

Wir wollen hier aber auch einmal dem Aus- lande gegenüber zeigen, daß ein „statistischer Irr­tum" in das Reich der Märchen gehört. Wir wollen an Hand der Zahlen der einzelnen Ar­beitsämter und der Verufsverbände zeigen, in welchem Ausmaß sich auf den einzelnen Gebieten der deutschen Wirtschaft Veränderungen in der Zahl der Arbeitslosen im letzten Jahr ergeben haben.

(Fortsetzung auf Seite 2)

Geist oder Wille?

ir. klü. Bremen, 10. März.

^er Nationalsozialismus als Weltanschau­ung findet seinen lebensnahen Ausdruck in einem ständigen Ringen des einzelnen und der Gemeinschaft um den Besitz und die Ge­staltung bleibender Werte. „Was du ererbt von deinen Vätern hast, erwirb es, um es zu besitzen!" — dieses mahnende Dichterwort hat uns vielleicht erst nach dem Durchbruch der innersten Kräfte Deutschlands seinen letzten Sinn offenbart. Der Erwerb des Erbes un­serer Väter geht allerdings nicht von selbst, gewissermaßen mechanisch, vor sich; er setzt vielmehr das unermüdliche Eindringen des Volksgenossen in das Kulturgut der Nation, in die Welt der schöpferischen Kräfte des Dritten Reiches voraus. Und da gilt es, gleich bis an die Quellen des nationalsoziali­stischen Ideengutes vorzustoßen. Zu der Reihe der Werke, die für die politisch-seelische Er­neuerung unseres Volkes das geistige Rüstzeug bieten, ist jetzt ein neues Buch Alfred Ro- senbergs getreten, eine unter dem' Titel „Blut und Ehre" herausgegebene Sammlung grund­legender Reden und Aufsätze aus den Jahren des „Kampfes für die deutsche Wiedergeburt von 1919 bis 1933". Die frühere Demaskie- rung des alten Systems, die gigantische Vor­arbeit für das neue Reich und seine Kultur, die außenpolitische Zielsetzung nach der Macht­ergreifung — alles trägt den Stempel unge­schminkter llrspriinglichkeit, zeitgebundener und doch zeitüberwindender Krafffülle. Wie sie vor Jahren dem Schriftsteller in die Feder flössen, dem Redner aufrüttelnde Wirkung sicherten, zünden sie noch heute, werden sie immer den ganzen Menschen packen, die sieg­haften Worte eines Kämpfers der Wahrheit.

Gewiß, es war und wird bleiben ein Kampf mit geistigen Waffen. Aber hier scheidet sich die nationalsozialistische Welt­anschauung vom blutleeren Intellektualismus eines entarteten Literatentums: die Triebkraft jenes Kampfes ist nicht der Geist, sondern der Wille. Wenn die Befreiung der Nation von allem Alldeutschen, die Selbstbesinnung eines ganzen Volkes auf seine historische Sen­dung mit der unaufhaltbaren Gewalt eines Naturgesetzes erfolgte, so verdanken wir das einzig und allein dem in unserem gottbegna- deten Führer verkörperten politischen Wil­len des neuen Reiches. Dem Ver­stand fiel nicht die Vorherrschaft, sondern lediglich die Rolle eines Mittels zum Zweck zu. Das Lebenswerk Arthur Schopenhauers, des Frankfurter Philosophen, klingt mit an, seine Lehre vom Willen als dem unzerstör­baren Wesenskern im Menschen gewinnt neue Gestalt, wenn Alfred Rosenberg in seiner geschliffenen Darstellung des nationalsozia­listischen Wesensgefüges sagt, „daß der An­trieb des Willens für uns das erste und letzte ist, daß also in den Charakter­werten des Menschen der letzte Maß­stab auch für die letzten Vernunfterkenntnisse liegt".

Ist so dem rein Verstandesmäßigen wie­der die Herrschaft, die ihm der Materialis­mus in die Hände gespielt hatte, entrissen, so muß doch auf der anderen Seite, wie Alfred Rosenberg hervorhebt, Verwahrung gegen eine „romantisierende Philosophie" eingelegt werden, „die darauf hinausgehen will, heute moralische Werte als bestimmend für kosmi­sches Naturgeschehen einzuschmuggeln". Eine extreme, ideenarme „Kultur"-Richtung möchte gern nachweisen, daß der Geist an sich ein Feind des Lebens sei. Wir aber wollen Geist und Eeistesentartung auseinanderhalten. Ent­artung liegt vor, wenn der Verstand seine Aufgabe verkennt und Ent­wicklungslehren konstruiert, „die den unmittel­baren naturverwachsenen Anschauungen und allen willenhaften Kräften des Menschen wi­dersprechen". Die Theorie der Menschengleich­heit, an die Rosenberg in diesem Zusammen­hang mit Recht erinnert, ist vielleicht das beste Beispiel für jene Verirrung des Verstandes. Sie ist, wo sie auch angetroffen werden mag, schonungslos bloßzustellen. Wo aber der Geist in den Dienst erd- und blutgebundenen Wil­lens tritt, wie es allein der nationalsozialisti­schen Weltanschauung entspricht, da können auch Technik und Wissenschaft den Weg zur Vertiefung der Kultur nicht verfehlen.

Der Verfasser des „Mythus des 20. Jahr­hunderts" gibt in seinem neuen Werk auch wertvolle Anregungen zur philosophischen

es sottst T/eues:

2. Sonderbericht der Internationalen Auto-Ausstellung

Flieger im Eismeer verschollen

Kleine Entente gegen Habsburger

Zuchthaus für sozialdemokratische Volks- verrätcr

Neuer Stavisky-Zwischensall

Neuer Rückgang -er Arbeitslosigkeit

Der günstigste Stand des ersten Jahres der Arbeitsschlacht bereits unterboten