Ausgabe 
(6.3.1934) Nr. 64
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M. 64 / i. Vierteljahr

Dienstag,

den 6. März

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Für Dauerfilebe mit Frankreich

Eine Llnlerreöung zwischen dem Reichspropaganöaminister Dr. Goebbels und dem Berliner „Matin"-Vertreter

Paris, 5. März.

Reichspropagandaminister Dr. Goebbels hat dem Berliner Vertreter des „Matin", Bossan, in einer Unterredung die Ziele der nationalsc^ialistischen Politik im allgemeinen und gegenüber Frankreich im besonderen auseinander­gesetzt. Dr. Goebbels sührte aus: Ich halte die meisten Handlungen unserer Regierung sür geeig­net, dem französischen Volke zu zeigen, daß wir endgültig der mehrhundertjährigen blutigen Ver­gangenheit der Beziehungen beider Nationen ein Ende zu setzen wünschen. Unser Führer Adolf Hit­ler hat — nicht nur in Reden — eindringlich be­tont, dah nach endgültiger Regelung der Saar­srage, bei der es sich um rein deutsches Gebiet han­delt, keine Gebietsfrage mehr trennend zwischen Frankreich und Deutschland stehen wird.

Eine Regelung der zwischen beiden Ländern schwebenden Fragen wird um so leichter zu er­zielen sein, als keine wirtschaftlichen Meinungsverschiedenheiten sie verhin­dern könnten. Da es nun feststeht, daß die lebens­wichtigen Interessen nicht aufeinanderprallen, ist es dann zulässig, daß ein Mißverständnis ver­ewigt wird, ganz einfach deshalb, weil das zu einer schlechten Angewohnheit gewor­den ist?

Der Berichterstatter des „Matin" warf ein, dah der offenkundige Aufriistungswunsch Deutschlands Frankreich beunruhige, das durch diese Tendenzen bedroht werde.

Reichsminister Dr. Goebbels erwiderte: Ich bin im Zweifel, ob das französische Volk sich auch hin­reichend unsere Lage klar zu machen sucht. Wenn wir unsere geographische Lage betrachten, finden wir wenige natürliche Grenzen im Norden und Süden. Ganz Deutschland ist von starken, selbst­bewußten und in vollem Aufstieg begriffenen Nationen umgeben. Diesen Ausstieg begrüßen wir übrigens, denn er kann nur in einer Entfaltung der europäischen Zivilisation zum Ausdruck kom­men. Es ist jedoch klar, dah wir, im Mittelpunkt des Kontinents gelegen, im gleichen Schritt mit diesen Nationen marschieren müssen. So wird man zweifellos leichter begreifen, warum wir die Gleichberechtigung fordern, die für uns eine Frage aus Leben und Tod ist.

Wir hatten gehofft, daß unsere Abrüstung von den übrigen Mächten befolgt werden würde, wie es im Versailler Vertrag vorgeschrieben ist. Muß man Deutschland die Schuld zuschreiben, wenn dies nicht geschehen ist? Sind die Flugzeug- Mutterschiffe und die Flottenstützpunkte, die man so zahlreich überall in der Welt antrifft, nur gegen die deutsch« Gefahr vorgesehen worden? Welches auch der Grund sein mag, ich will nicht näher darauf eingehen, aber kein verantwortlicher Staatsmann könnte zulassen, daß sein Volk für immer ohne jede Verteidigung, sowohl theoretisch wie praktisch, irgendwelchen Angriffen ausgesetzt bleibt, umsomehr, als die durch das Flugwesen er­zielten Fortschritte in naher Zukunft mit un­geahnten Vernichtungsmöglichkeiten rechnen lassen. Es handelt sich nicht darum, und ich mochte diesen nach unserer Auffassung dogmatischen Standpunkt betonen, unseren Willen anderen Nationen auf- zuzwingen, denn der Nationalsozialis­mus bekennt sich zum absoluten Re° spektder Rechte anderer, sondern darum, die elementarsten Möglichkeiten zu erhalten, um uns zu schützen, wie wir auch dem französischen Volk es nicht verargen, wenn es bestimmte Maß­nahmen im Hinblick auf seine Sicherheit ergreift. Es handelt sich also nicht etwa um eine Auf­rüstung, sondern «her darum, die Geister wieder zu beruhigen.

Auf die Frage, ob das deutsche Volk mit der Politik der Reichsregierung auch einverstanden sei,

erwiderte Dr. Goebbels, die Volksbefragung vom 12. November beweist hinreichend, daß die er­drückende Mehrheit sich für das Friedensprogramm des Kanzlers ausgesprochen hat. Dieses Programm ist nicht ein leeres Wort gewesen. Die Liquidierung des deutsch-polnischen Streitfalles beweist, daß Deutschland als Beispiel auf dem Gebiete der moralischen Ab­rüstung dienen kann. Wir wünschen diesen Frie­den mit allen Völkern, die uns die Gleichberechti­gung gönnen wollen, und wir glauben auch nicht, daß die innerpolitischen Schwierigkeiten, mit denen andere Länder zu kämpfen haben, unserem Volke dienen könnten. Ich zweifle nicht daran, daß man sich während der jüngsten Ereignisse in Frankreich davon überzeugen konnte, daß die deutsche Presse niemals den Rahmen der reinen Berichterstattung überschritten hat und daß irgend­ein deutsches Blatt seiner Schadenfreude über diese Ereignisse Ausdruck gab.

Wir glauben ganz im Gegenteil, daß die Sta­bilität und das Wohlergehen eines Landes die politischen Beziehungen mit seinem Nachbarn er­leichtern. Wir können also nur hoffen, dah Frank­reich ebenfalls seine innerpolitischen Schwierig-

7 Monate Gefängnis für Thomas Esser

Köln, 5. März

S..s Urteil im Handwerkskannnerprozeh

Am Montag mittag wurde in dem Kölner Handwerkskammerprozeß das Urteil verkündet.

Der Angeklagte Dr. Engels wurde wegen fortgesetzter genossenschaftlicher Untreue in Tat­einheit mit Untreue, wegen Unterschlagung und Amtsunterschlagung, wegen Vergehens gegen 8 274 StGB. un- wegen Vergehens gegen 8 147 des Eenossenschaftsgesetzes sowie wegen Bilanz­verschleierung zu einer Gesamtstrafe von fünf Jahren Gefängnis, 500 Mark Geldstrafe 'und zur Aberkennung der Fähigkeit zur Bekleidung öf­fentlicher Aemter verurteilt.

leiten überwindet. Zum Schluß dementiert Dr. Goebbels sämtliche Gerüchte über Meinungsver­schiedenheiten innerhalb der Reichsregierung und erklärte, in der Reichsregierung herrsche volles Einvernehmen. Hitler brauche keine Befehle zu erteilen: der geringste Hinweis seinerseits genüge, seine Wünsche werden ohne weiteres ausgeführt.

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Auch mit dieser bedeutsamen Unterredung wird unwiderlegbar bewiesen, wie ernst die deutsche Regierung ihre selbstgestellte Aufgabe nimmt, zur Befestigung des Friedens alle Mißverständnisse zwischen den Nationen zu beseitigen. Es wäre zu wünschen, daß die Erklärungen des Reichspropagandaministers ihre Wirkung in Frankreich nicht verfehlen. Der Führer selbst hat es mehrfach bekundet, daß er jene unselige deutsch-französische Erb- feindschaft für alle Zeiten beseitigen will. Möge das französische Volk, mögen nicht zu­letzt seine leitenden Staatsmänner den Mut zum unerschütterlichen Glauben an Deutsch­land und seinen Führer finden! Dann muß das große Werk gelingen.

Es wurden verurteilt: Der Angeklagte Wei­ter wegen fortgesetzter genossenschaftlicher Un­treue und Untreue, wegen Vergehens gegen 8147 des Genossenschaftsgesetzes sowie wegen Bilanz­verschleierung zu einer Gesamtstrafe von zwei Jahren Gefängnis und 200 Mark Geldstrafe.

Der Angeklagte Pesch ebenfalls wegen genos­senschaftlicher Untreue und Untreue, wegen Ver­gehens gegen 8 14? des Genossenschaftsgesetzes, sowie gegen Bilanzverschleierung zu einer Ge­samtstrafe von einem Jahr einem Monat Gefäng­nis und 200 Mark Geldstrafe.

Der Angeklagte Thomas Esser wegen ge­nossenschaftlicher Untreue und Untreue» wegen Beihilfe zur Untreue und wegen Bilanzverschlei­erung zu sieben Monaten Gesängnis und 200 Mark Geldstrafe.

Der Angeklagte Stelzmann wurde freige­sprochen.

Nationalsozialisten! Bremer!

Heute vor einem Jahr leuchtete zum ersten Male die Hakenkreuzfahne von der Front unseres Rathauses. Heute vor einem Jahr übernahmen die Nationalsozia­listen die Macht in Bremen. Hier wie im Reich blieb uns nichts im Kampf um diese Macht erspart, selbst der Meuchelmord nicht: Wilhelm Decker und Johann Gössel mußten ihr Leben in diesem unerhört opferoollen Kampf lassen! Das Ge­denken an diese beiden Blutzeugen unseres Kampfes in Bremen soll immerfort in uns bleiben! Ihnen gilt unser erster Gruh.

Das Erbe, das wir Nationalsozialisten übernommen haben, war ein bitteres. In unerschütterlichem Glauben an die Tiefe und Wahrheit unserer Weltanschauung sind wir aber an die Arbeit gegangen. Dieser Glaube und dieser Wille wird ein Bürge dafür sein, dah unsere alte stolze Hansestadt auch im nationalsozialistischen Deutschland Adolf Hitlers ihre jahrhundertealte Tradition schöpferisch gestalten, Deutschlands Wirtschaft wieder beleben und in Zukunft Künderin nationalsoziali­stischen Gutes in der ganzen Welt sein wird! Unter der Führung Adolf Hitlers wol­len wir arbeiten und mit unserer ganzen Kraft an der Zukunft unseres großen deutschen Volkes bauen.

Heil Hitler!

Dr. Mai-kerl

Regierender Bürgermeister derFreien Hanse st adtVremen und Treuhänder der Arbeit.

Neue Hoffnungen in Leipzig

Die Messe als Kraftprobe der deutschen Wirtschaft

Keine Mchtarier aus deutschen Bühnen!

Berlin, 5. März.

Amtlich wird verlautbart: Der Reichsminister sür Volksaufklärung und Propaganda hat an die Landesregierungen folgendes Ersuchen gerichtet: In zunehmendem Maße wird beobachtet, daß Nichtarier, die bereits verschwunden und größtenteils offenbar ins Ausland geflüchtet waren, in Theatern, Varietes, Kabaretts usw., wieder auftreten. Ich weise darauf hin, dah das Auftreten aus deutschen Bühne« von der Zugehörigkeit zu einem der Fachverbände der Reichstheaterkammer abhängig ist l8 4 der ersten Durchführungsverordnung zum Reichskulturkam- mergesetz, Reichsgesetzblatt 1 Seite 797) und dah Nichtariern die Aufnahme in diese Verbände ge­mäß 8 10 der bezeichneten Verordnung regel­mäßig verweigert wird. Ich bitte deshalb, die Polizeibehörden anzuweisen, in allen in Frage kommenden Fällen den Nachweis der Ver­bandszugehörigkeit zu verlangen, und wenn er nicht erbracht werden kann, das Auf­treten zu verhindern. Ich stelle weiter anheim, Fälle, in denen eine Verbandszugehörigkeit nach­gewiesen wird, zur Kenntnis des Präsidenten der Reichstheaterkammer zu bringen, damit der Fall einer Nachprüfung unterzogen wird.

Ich bitte um nachdrückliche Durchführung meines Ersuchens. Es darf nicht dahin kommen, dah sich das Publikum gegen das Auftreten von Elemen­ten, von denen es bereits befreit zu sein glaubte, mit Selbsthilfe zur Wehr setzt.

Roosevells Wiederaufbau

Washington, 8. März.

Roosevekt eröffnete am Montag die Konferenz der Direktoren der Nira-Codes, die bis jetzt be­reits 600 Wirtschaftszweige, und, soweit die Zahl der beschäftigten Arbeiter in Frage kommt, 90 der industriellen Betrieb« der Staaten umfassen, mit einer Ansprache. An der Tagung nehmen auch die Vertreter der noch unkodifizierten Wirtschafts­zweige teil. Die insgesamt 3500 Vertreter haben sich die Aufgabe gestellt, die in den letzten acht Monaten zutage getretenen Unklarheiten und Mißstände des Codes-Systems gemeinsam mit der Regierung zu beseitigen.

Roosevelt erklärte u. a., er wolle die Ursache der Krise, aus der Amerika sich langsam aufraffe, durch den Wahlspruch charakterisieren: „Jeder für sich selbst: der Teufel greift den Letzten". Durch das Nira-Eesetz sei die Zusammenarbeit von Arbeit­geber und Arbeitnehmer aus der einen Seite und Verteiler und Verbraucher auf der anderen Seite in die Wege geleitet worden. Die große Mehrheit des amerikanischen Volkes habe diesem neuen Ziel, das ein Ausgleich zwischen Landwirtschaft und In­dustrie, zwischen Hersteller und Verbraucher, zwi­schen Unternehmer und Arbeiter, sowie zwischen Einfuhr und Ausfuhr sei, begeistert zugestimmt. Er begrüße jede aufbauende Kritik, halte jedoch ein rein negatives Bekritteln des großen Werkes, das die Nation jetzt vor sich habe, für unpatriotisch. Er wolle ganz klar sagen, daß man zu den alten Me­thoden und den alten Verhältnissen nicht zurück­kehren werde.

Die in den letzten Wochen vorgebrachten Be­schwerden richteten sich auch nicht gegen die Re­gierung oder gegen das Nira-System, sondern gegen bestimmte Lücken in den Verord­nungen und bewiesen, daß er den richtigen Weg gegangen sei. Die Industrie dürfe nicht den Gewinn, sondern die Schaffung von Kaufkraft als erstes und höchstes Gebot betrachten, denn 00 Prozent des Volkes lebten von Gehältern und Löhnen, und deren Kauskraft sei lebenswichtig für die gesamte amerikanische Wirtschaft.

LIGA.-Gvndei-botschaflei-

Washington, 8. März.

Der sriihere amerikanische Botschafter in Rom, Washburn C h i l d, der sich zum Ende von Coolid- ges Amtsperiodr als Schriftsteller zur Ruhe setzte und besonders sür Mussolini und später auch sür Roosevelt literarisch eintrat, wurde am Montag zum Sonderbotschafter ernannt. In dieser Eigen­schaft wird er eine Rundreise durch Europa machen und mit den einzelnen Regierungen über den augenblicklichen und noch zu erwartenden Stand der Weltwirtschaftslage, besonders aber über die auf der Londoner Wirtschaftskonfercnz angenom­menen oder vorgebrachten Entschließungen ver­handeln. Cbild reist am 14. März nach Europa ab.

Anzutreffende Darstellungen

Berlin, 8. März

In der Öffentlichkeit ist verschiedentlich be­hauptet worden, dah sür die Durchführung des Hilfswerks „Mutter und Kind" eine Lotterie eingerichtet werden würde. Das ist nicht der Fall: genau so wenig, wie die Darstellung rich­tig ist, der Eintopfsonntag würde nach Beendi­gung des Winterhilsswerkrs weitergeführt.

(Sonderbericht unseres nach Leipzig entsandten Sks.- Redaktion? Mitgliedes)

Leipzig, 5. März.

Seit gestern liegt strahlender Sonnenschein über der Stadt, über dem buntbewegten Leben des großen Ausstellungsgeländes zu Füßen des Völ­kerschlachtdenkmals und über den buntbeflaggten Straßen der Innenstadt, in denen sich die Scharen von Besuchern drängen und von einem Messehaus zum andern eilen. Dabei gibt es übrigens ein Jubiläum im Handelshof, der auf ein 28jähriges Bestehen zurückblicken kann. Er wurde im Jahre 1009 errichtet als einer der ersten, nachdem durch den in den 70er Jahren des 10. Jahrhunderts er­folgten Uebergang von der Waren- zur Muster­messe sich die Höfe und Durchgänge und die Buden am Markt als wenig geeignet für die neue Form des Handelsverkehrs erwiesen. In den Räumen befinden sich 43 Ausstellerfirmen, die seit dem

Tage der Eröffnung des Hauses seine ständigen Kunden gewesen sind. Wie wir schon in unserem Vorbericht über die Messe mitteilen konnten, hat sich die Zahl der deutschen Aussteller gegenüber dem Vorjahre um 1213 vermehrt. Diese Zahl hat ganz besondere Bedeutung.

Sie bringt nicht nur zum Aus­druck, daß die deutsche Wirtschaft der Initiative unserer national­sozialistischen Regierung gefolgt ist, sie macht darüber hinaus auch «ine gewisse Berlustzahl wett: denn wir dürfen doch darüber nicht ini Zweisei sein, daß die Aussteller- schaft der jetzigen Leipziger Messe ein anderes Gesicht trägt als in den früheren Jahren

Die artfremden Elemente, die vor noch gar nicht langer Zeit ein Charakter istikum eines „inter­

nationalen" Handels gewesen sind — allerdings unter deutscher Flagge — sind verschwunden. Das bedingt natürlich zunächst bei der vor Jahresfrist erfolgten Umstellung einen scheinbar zahlen­mäßigen Rückgang nach außen hin. Jetzt, nachdem der Eesundungsprozeß in dieser Richtung voll­zogen ist, hat der deutsche Kaufmann das Steuer der Wirtschaft in allen Zweigen wieder selbst in die Hand genommen.

Diese Frühjahrsmesse unterscheidet sich auch noch in anderer Beziehung von ihren Vorgängern. Er­innerlich sind die Messen, die einen Ausverkauf Deutschlands bedeuteten, wo die Ausläufer in Scharen erschienen und dei Ausstellei sich der Auf­träge gar nicht erwcbren konnte. Nach der Stabili­sierung der Reichsmark war dieser .Handels­betrieb" natürlich sofort unterbunden, und es bil-

(Fortsetzung auf Seite 2)

Bremens

Wirtschaftsbehörde

Von

Senator Konsul O. H. Bernhard

Das erste Jahr nationalsozialistischer Re­gierung hat auch im Bereich der bremi­schen Wirtschaftsbehörden tief­gehende Aenderungen mit sich gebracht. An die Stelle der Deputation für Häfen und Eisenbahn und der Senatskommission für Handel und Schiffahrt traten zunächst zwei Senatskommissare. Durch das bremische Landesverwaltungsgesetz vom 21. 9. 1933 wurden diese Verwaltungen und die zuge­hörigen Nebengebiete einschließlich der Aus­üben des Senatskommissars für die Strom- auverwaltung dem Senator für die Wirt­schaft unterstellt. Zur Verwaltung der ein­zelnen Sachgebiete wurden drei Mittelbehör­den gebildet: die Behörde für Schiffahrt, Handel und Gewerbe, die Behörde für Ver­kehr und die Behörde für Hafen- und Strom­bau. Der Behörde für Schiffahrt, Han­del und Gewerbe unterstehen die Lotsen, die Seemannsämter, das Seeamt und das Schiffsvermessungsamt in Bremerhaven so­wie die Schiffsbesichtiger. Sie bearbeitet die Angelegenheiten von Schiffahrt, Handel, In­dustrie und Gewerbe, das Börsenwesen, Zoll- und Sachverständigensragen und das Aus­wanderungswesen. Der Behörde für Verkehr unterstehen die Hafenbüros, die Landeswet­terwarte, das Hafenamt in Bremerhaven, die Hafeninspektionen, das Freihafenamt Bre­men und das Freibordamt. Die Behörde be­arbeitet die gesamten Fragen des bremischen Verkehrs, insbesondere der Häfen, sowie fer­ner der Straßenbahn, Kraftwagen, Fähren, Fahrgastschiffahrt usw. Sie ist ferner zustän­dig für alle Eisenbahnfragen, für den Ge­schäftsverkehr mit der Bremer Lagerhaus- Gesellschaft und dem Norddeutschen Lloyd. Der Behörde für Hafen- und Strombau un­terstehen die Hafenbauämter von Bremen und Bremerhaven; der Leiter der Behörde hat zugleich die oberste Leitung der Wasser- straßendirektion Bremen. Die Behörde für Hafen und Strombau sorgt für Unterhaltung und Ausbau der gesamten staatlichen Hafen­anlagen, die Unterhaltung der Ufer der gro­ßen und kleinen Weser und die Grundstücks­verwaltung in den Häfen.

In allen Verwaltungszweigen ist in dem abgelaufenen Jahre mit größtem Nachdruck zunächst dahingehend gearbeitet worden, durch Vereinfachung der Verwal­tung und äußerste Sparsamkeit zum Aus­gleich des bremischen Staatshaushalts beizu­tragen. In dieser Hinsicht ist geschehen, was irgendwie vertreten werden konnte. Selbst­verständlich ließ sich die Bremer Wirtschafts­behörde bei allen ihren Maßnahmen in der Hauptsache von dem Bestreben leiten, der drückenden Arbeitslosigkeit in jeder Weise zu steuern. In dieser Hinsicht können sehr erfreuliche Erfolge durch enges Zusam­menarbeiten aller beteiligten Stellen sowohl der Behörden als auch der Privatwirtschaft verzeichnet werden.

Im Bereich der Behörde für Schiffahrt, Handel und Gewerbe wurden die Kammern (Handelskammer, Gewerbekammer, Klein­handelskammer) umgebildet und Vorarbei­ten für einen Neuaufbau der bre­mischen Wirtschaft geleistet. Der deutsche Außenhandel wurde in seinem schweren Existenzkampf nachdrücklichst geför­dert, Bestrebungen auf Schwächung des bre­mischen Einflusses Einhalt geboten. Durch die Aktionen der Reichsregierung zur Förderung der See- und Binnenschiffahrt wurden zahl­reiche Schisse wieder in Fahrt gesetzt und eine Belebung der Tätigkeit der Werften her­vorgerufen. Auch einzelne Eckiffsneubauten stehen in Aussicht.

In den HafenanIagen fanden durch Fortsetzung begonnener Ausbauten, durch umfangreiche Instandsetzung?- und Ergän- zungsarbeiten eine große Anzahl Arbeits­loser Beschäftigung. Diesem Zwecke dienten auch die mit Erfolg betriebenen Arbeiten für den Ausbau der neuen Autobahn, die schon in allernächster Zeit einer großen Anzahl Arbeitsloser Arbeit und Brot geben wird. Die Einrichtungen der Bremer Lager- Haus-Gesellschaft wurden einer gründlichen Prüfung unterzogen, z. T. verbessert und er­neuert. In Bremen wurden im .Hsafcn I die Arbeiten an der Franzm-Hnje zu Ende ge­führt und auch in Bremerhaven zahlreiche

Was HiLt es dorrst Nettes

Zehn USA.-Flugzeuge zerstört

Studentischer Verband gegen November- Beamte

Keine Minderbewertung anderer Rassen

Reichsbahn und Wissenschaft arbeiten zusammen