Ausgabe 
(5.3.1934) Nr. 63
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amtliche Organ öes Senats

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Bremer Zerrung, Verlagsgesellschast m. b. H., Geeren 6 vrs 8 / Fernruf: Sammelnummer Roland 62 S.

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Nr. 63 / 1 . Vierteljahr

Nkontag, den 5. März

Einzelpreis 13 Rps.

Der Jahrestag der Durchbruchsschlacht

Ein Rückblick zum Z. März

Der 5. März 1833 ist der Tag der Durch­bruchsschlacht des Nationalsozialismus. An diesem Tage entschied sich das deutsche Volk endgültig und in freier Wahl gegen die zersetzenden Systempar- t?ien, gegen Korruption, Internationalismus und Parlamentarismus und gab Adolf Hitler mit einem grandiosen Vertrauensvotum die Macht.

An diesem 5. März, der ein Markstein in der wechselvollen deutschen Geschichte bleiben wird, sagte sich die Mehrheit der Nation nach vierzehn Jahren dep Enttäuschung, des Bürgerkrieges, des Verrats und der Demütigung los von den schachernden Parteien der heuchlerischen Demo. kratie'und setzte einen Schlußstrich unter einen Zeitabschnitt traurigster deutscher Entwicklung.

Die Bewegung und die Idee Adolf Hitlers hatten gesiegt! Was viele für eine Unmöglichkeit hielten, war geschehen: Aus der Zerrissenheit

eines korrupten Parteiwesens formte sich der Wille, der Nation zur politischen und sozialen Einheit. Das deutsche Volk zertrümmerte mit einem Schlage das System, das ohnmächtig dem volksverräterischen Kommunismus gegenüber­stand, das es zuließ, daß marxistischer Verrat und Mordhetze in deutschen Städten und Dörfern ein Terrorregi'ment ausrichtete, daß Tag für Tag deutsche Menschen von roten Mordbuben auf offener Straße niedergeknallt wurden, das dem Verfall der deutschen Wirtschaft und der ins riesengroße gestiegenen Arbeitslosigkeit nichts, rein gar nichts entgegenzusetzen wußte, und das Landes- und Volksverräter in unverschämtester Weise gegen das Ansehen und die Sicherheit des Peiches..Hqdjgen ließ.

Mit dem Ruf«Deutschland erwache!" war Adolf Hitler vor 14 . Jahren an der Spitze weniger Männer aufgebrochen. Mit reinem Glauben an Leu guten Geist des deutschen Volkes hatte er einen entsagungsvollen, opferreichen Kampf begonnen, der über Gräber hinweg, über schwerste Rückschläge , und Gefahren nun zum überwältigenden Sieg geworden war.

Im Ausland ist der Sieg der NSDAP. als ein deutsches Wunder bestaunt worden. Man wollte es nicht für möglich halten, daß sich das deutsche Volk von seinem schmarotzenden Parteien- gezücht befreien könnte. Die Feinde des deutschen Volkes prophezeiten der NSDAP., daß sie nicht imstande sein werde, die gewaltige Aufbauarbeit, die ihrer harrte, zu leisten; mit Haß und Hohn überschütteten die neue Staatsführung jene Ele­mente, die das Reich beherrscht und durch 14 Jahre irregeleitet und ausgebeutet hatten und jetzt, jenseits der Grenzen, auf denZusammen- bruch des Dritten Reiches" warten. Haß und Hetze aber prallten an dem Führer der Idee und der Leistung wirkungslos ab.

Seitdem Nationalsozialisten im Reiche regieren, seit sie durch des Volkes Stimme zur Rettung des Vaterlandes gerufen wurden, ist planmäßige Führung am Werke.

Was ist seither alles anders geworden! Der fremdvölkische Einfluß tn Theater, Kino und Presse wurde gebrochen, die gelähmte Wirtschaft faßte neue Hoffnung und begann initiativ zu ar­beiten, die Finanzen des Reichs und der Länder wurden geordnet, der Kampf gegen die verhee­rende Arbeitslosigkeit mit zäher Energie plan­mäßig organisiert und mit sichtbarem Erfolg ge­führt, die Erziehung der Jugend und des Volkes durch tief in die Volksmassen verankerte Organi­sationen des Nationalsozialismus angebahnt und weitergetrieben, der Klassenkampf, der ein Kampf aller gegen all« geworden war, ist ausgeschaltet und zum Kampfe des ganzen Volkes um Freiheit, Gleichberechtigung und Brot gemacht worden. "Durch das Verufsbeamtengesetz wurde die ge­samte Beamtenschaft von ungeeigneten und un­würdigen Elementen, die in den Zeiten nach der Marxistenrevolte in die Aemter eingezogen waren, gesäubert und der Rassengrundsatz erstmalig in ganz großem Umfange gesetzgeberisch verankert. Durch das Erb- und Eesundheitsgesetz wurde die Voraussetzung für ein lebensfrohes und starkes Geschlecht' der Zukunft geschaffen.

Eine Unmenge von Gesetzen sorgte für die Verankerung der nationalsozialistischen Revolu­tion in allen Teilen des öffentlichen Lebens. Ueber allen diesen Arbeiten stand der Kampf des Führers und des ganzen Volkes um unsere Ehre und die Gleichberechtigung, der gegen eine ganze Welt von Feinden geführt werden muß.

Die Krönung des großen Werkes der nationa­len Einigung im Inneren aber bildet dasGe­setz über den Neuaufbau des Reiches, das die Er­füllung eines jahrhundertealten Sehnsuchtstrau­mes der ganzen deutschen Nation darstellt.

Hat Adolf Hitler mit dem Kampf gegen Ar­beitslosigkeit, gegen Marxismus und gegen die Lehre vom Klassenkampf, mit der Zerschlagung des Parteiunwesens, dem Einbau der Deutschen Arbeitsfront in den Staat und der Sicherung des deutschen Bauerntums vor der Verelendung die großen Sorgen des deutschen Volkes und die soziale Zukunstsgestaltung gebannt und Glaube, Hoffnung und Zuversicht in den breiten Massen des Volkes verbreitet, dann gilt sein Kampf um den Neuaufbau des Reiches, der uralten deut­schen Zerrissenheit in Ländern, Stämmen und

Landschaften, die jetzt zum ersten Male in der neueren deutschen Geschichte zu einem wirklich einigen und einzigen deutschen Vaterland zusam­mengeschlossen werden.

Das deutsche Volk, zerklüftet in Klassenkämpfen und Vielstaaterei, mußte ohnmächtig nach außen und verelendet nach innen werden und so äußere und innere Freiheit des nationalen Lebens , ver­lieren.

Heute geht es dem deutschen Volke ähnlich, wie dem Reiter nach seinem Ritt über den Bodensee: Jetzt erst erkennt es, in welcher Riesengefahr es war! Sozial aufgespalten in eine Unzahl ohn­mächtiger, sich balgender und schmähender Par-

Letpzig, 4. März.

Die diesjährige Frühjahrsmesse, die nach einem Jahre nationalsozialistischer Aufbauarbeit im Zeichen des deutschen Aufstieges steht, wurde am Sonntagvormittag in der mit den Farben der nationalen Erhebung geschmückten Halle 20 auf dem Gelände der technischen Messe mit einem schlichten Festakt feierlich eröffnet. Die Bedeutung, die der diesjährigen Frühjahrsmesse von der Reichsregierung beigelegt wird, kam darin zum Ausdruck, daß der Reichsminister. für Volks­aufklärung und Propaganda Dr. Goebbels, dem das Messewesen untersteht, gekommen war, um die Messe persönlich zu eröffnen.

Zahlreiche weitere Ehrengäste wohnten der Feier bei, unter ihnen Reichswehrminister Gene­raloberst von Blomberg, die Gesandten von Bolivien, Argentinien, Brasilien, Aegypten, der Schweiz, der Tschechoslowakei und von Oesterreich, ferner der Geschäftsträger von Panama, Reichs­gerichtspräsident Dr. Bumke und Oberreichs­anwalt Dr. Werner, Reichsstatthalter Mutschtnann, Ministerpräsident Dr. Wer­ner-Hessen, die Regierenden Bürgermeister der Städte Bremen und Lübeck, zahlreiche Staats­minister der Länder, preußische. Staatsräte, Ver­treter der Reichswehr, der SS, SA, der Reichs­leitung der NSDAP., ferner der Vorsitzende und die Mitglieder der Kommission für Wirtschafts­politik bei der Reichsleitung der NSDAP., die in diesen Tagen in Leipzig und Bad Lausigk eine Schulungstagung abgehalten haben, Oberbürger­meister Dr. Eördeler, die in Leipzig residierenden Konsuln, Vertreter der Reichsstände, der in- und ausländischen Messen und der Presse. 2m übrigen füllten Tausende von Vertretern der Aussteller­schaft und Einkäuferschaft, die ja erst die Messe machen, die geräumige Halle Kopf an Kopf.

Von nicht endenwollenden Jubel begrüßt betrat sodann Reichsminister Dr. Goebbels das auf einer Estrade an der Stirnwand der Halle vor einem riesigen Hoheitszeichen der NSDAP. errichtete Rednerpult. Unter lautloser Stille be­gann der Minister seine Ansprache.

Meine Volksgenossen und Volksgenossinnen! Die Männer der nationalsozialistischen Revolution übernahmen vor ihren Vorgängern eine furcht­bare Erbschaft. Was wir auf dem Gebiete der Politik, der Wirtschaft und der Kultur vorfan­den, schien vollkommen dem Verfall geweiht zu sein. Ein Chaos auf allen Gebieten des öffent­lichen Lebens! Die Finanzen waren verwüstet, die Wirtschaft ruiniert, das Bauerntum in seinen Existenzgrundlagen unterhöhlt, über 6 Millionen Arbeitslose zeichneten den Weg des deutschen Niederbruchs, das gesamte Produktionsleben war von einer lähmenden Krise der Hoffnungslosigkeit, um nicht zu sagen Verzweiflung, befallen. Da­rüber hinaus hatten weite Schichten des deutschen Volkes jeden Mut und jede Tatkraft zur Erobe­rung einer besseren Zukunft für die Nation ver­loren.

Es gehörte schon viel Selbstvertrauen dazu, diese grauenerregende Hinterlassenschaft überhaupt zu übernehmen. Wir haben uns damals von der fast entmutigenden Größe der Probleme, die uns aufgegeben wurde, nicht beirren lasten. Wir sind an sie mit jugendlicher Tatkraft herangegangen und waren der Ueberzeugung, daß, wenn es uns gelingen könnte, das ganze deutsche Volk zu mit­wirkender Hilfe aufzurufen, es uns auch gelingen würde, mit ihm zusammen der Not der Zeit Herr zu werden. Wir mußten damals ganz von vorne anfangen; denn die innere Katastrophe hatte so grauenhafte Ausmaße angenommen, daß man nicht mehr hoffen durfte, mit kleinen Behelfs­mitteln eine fühlbare Erleichterung und einen sichtbaren Wandel herbeiführen zu können.

Die Methoden, mit denen wir dem allgemeinen Verfall entgegentraten, waren neuartig und bis

teien und Klassen, die vergeblich ihreForderun­gen" gegeneinander vertraten politisch und verwaltungstechnisch aufgelöst in eine Viel-, staaterci, die sich hemmend auf die Entfaltung der nationalen Kraft legte. So war das deutsche Volk zur Ohnmacht nach außen und innen verurteilt!

Ein Jahr nach jenem historischen 5. März 1933 steht das deutsche Volk fester um seinen Führer ge­schart denn je. Die politische AufräumarLeit ist im wesentlichen getan, der Deutsche kann wieder frei und stolz atmen und zu einer sauberen und zielbewußten Reichsführung emporblicken, die nur ein Ziel kennt: die Ehre, das Ansehen und die Wohlfahrt der Nation wiederherzustellen.

Fanfarenklänge leiteten den Eröffnungsakt ein. Dann sprach der Präsident des Direktoriums der Leipziger Messe, Dr. Raimund Köhler. Er führte u a. aus:

Die Leipziger Messe ist das hohe Lied der Ar­beit des deutschen schaffenden Volkes, das die Fertigwaren als Gebrauchsartikel und Produk­tionsmittel herstellt. Ein großer Teil der mit der Fertigwarenherstellung Beschäftigten erhält die Arbeit durch Messeauftriige zugewiesen. Wir dürfen aber nicht nur zahlenmäßig die Bedeutung der Leipziger'Messe und :der Fertigwarenerzeu- gung erfassen,' wir Müssen sie auch vom Stand­punkt ihrer ideellen Bedeutung.-für das Wohl des gesamten Volkes betrachten. Gerade bei der Fer- tigwaren-Jndustrie hat der Qualitätsardeiter sein Wirkungsgebiet; dort muß ja der Arbeiter durch Lernen sich seine Stellung verdienen, ja vielfach ist es notwendig, daß er vererbte Eigen­schaften mitbringt Nun ist die Gestaltung des Absatzes der Fertigwaren grundverschieden etwa von der einfach durch den Bedarf bedingten Ab­satzmöglichkeit der Rohstoffe.

Die Fertigwarenwirtschaft mutz weitgehend den Bedarf für den Absatz ihrer Erzeugnisse erst decken und sie muß den Absatz pflegen. Welch' andere Möglichkeit zur Pflege solchen Absatzes nach jeder Richtung wäre ersichtlich außer der Leipziger Messe? Das Institut für Konjunktur­forschung hat einmal den Jahresumsatz der Leipziger Messe auf 980 Millionen Reichsmark geschätzt; die Hälfte davon waren Auslands­aufträge.

Gewiß, der Berkaufscharakter der Messe hat durch das Ueberhandnehmen der großen Konzerne etwas gelitten; sie könnten die Messe und ihre Einrichtungen zum Teil entbehren; aber wir

dahin noch nicht dagewesen. Sie erschienen des­halb auch der Öffentlichkeit im ersten Vollzug ihrer Wirksamkeit manchmal unverständlich, und es war somit unsere vordringlichste Aufgabe, die breiten Massen des deutschen Volkes, wenn nicht für die Mittel unserer aufbauenden Arbeit, so denn doch für ihre Ziele zu gewinnen und zu be­geistern. Wir hatten keine Zeit und keine Muße, uns in fruchtlosen theoretischen Debatten zu er­gehen. Das Leben mit seiner Allgewalt, mit seinen drängenden und unaufschiebbaren Pro­blemen machte sein Recht geltend, dem auch wir uns nicht entziehen konnten.

Die wichtigste und entscheidendste Aufgabe, die uns zur Lösung anvertraut wurde, war das Problem der Arbeitslosigkeit. Ein Millionenelendsheer grauer Verzweiflung füllte die Straßen der großen Städte. Viele Regierungen schon hatten sich vergeblich daran versucht, dieser furchtbaren Not Herr zu werden. Die Frage, ob uns das gelingen würde, war mitentscheidend für die Dauerhaftigkeit und den Fortbestand des na­tionalsozialistischen Regimes.

Es ist vielfach Klage darüber geführt worden, daß der Nationalsozialismus sich vorerst in der Durchführung seines rein programmatischen wirt­schaftlichen Inhalts größte Behutsamkeit aufer­legte. Dabei war uns das durch die Zwangsläufig­keit der Entwicklung selbst sozusagen anbefohlen. Es ging nicht an, in einer Zeit, in der Millionen Menschen die vitalsten Bedingungen ihrer ma­teriellen Existenz bedroht sahen, Debatten zu füh­ren und Experimente zu versuchen; es war viel­mehr die Stunde gekommen, zu handeln und vas entscheidende Problem der deutschen Wirt­schaftskrise, gleichviel mit welchen Mitteln zu lösen.

So sicher ist es, daß eine Revolution, wenn sie wirklich echt ist, im Schlußerfolg einen gewaltigen Kräftezuwachs für ein Volk bedeutet, so sicher auch ist es, daß sie in der ersten Phase ihrer Entwicklung

Am 30. Januar 1933 übergab der greise Reichs­präsident Keneralseldmarschall von Hindenburg dem Führer der NSDAP. das Amt des Reichs­kanzlers. Am 5. März wählte das deutsche Volk Adolf Hitler zu seinem Volkskanzler und be­stätigte ihm seine Macht.

Nach einem Jahre des Kampfes und der Arbeit, nach dem Riesensieg der 40 Millionen vom No­vember 1933 sieht alle Welt:

Die deutsche Nation ist erwacht!

Stark, geschlossen und zielbewußt führt Adolf Hit­ler das Volk der Freiheit und Gleichberechtigung geschlossen entgegen! kck. ü,.

wissen auch, daß unsere nationalsozialistische Wirtschaftsordnung gerade die großen Konzerne allmählich in ihrer Bedeutung zurückdrängen wird. Die Wirtschaft muß lebendig bleiben und sie kann das nur durch den jeweiligen persön­lichen Einsatz des Unternehmers, der mit Ver­mögen und Ehre für die Vetätigung seines Un­ternehmens haftet.

Dabei ist zu berücksichtigen, daß gerade dem Unternehmer eine weitgehende Handlungsfreiheit bleibt, und wenn wir diese Richtung der Wirt­schaftsgestaltung nachdenklich überblicken, so kommen wir zu.der Ueberzeugung, daß sie ein­deutig und klar auf die Benützung der Leipziger Messe als Vermittlerin in immer höheren Maße zukommt. Uebrigens ist die Messe ja nicht nur eine wirtschaftliche Angelegenheit, sie ist im großen Umfange auch eine Erziehungs­angelegenheit. Von der Messe aus geht die Wirkung zur Steigerung der Qualität, denn auf der Messe steht Konkurrenz an Konkurrenz und eine Leistung spornt zur anderen an.- Die Messe ist außerdem eine Propagandaeinrichtung von größtem Ausmaße. Sie wirkt durch ihre Einrichtungen auch außerhalb der eigentlichen Messezeit belebend für die ganze deutsche Wirt­schaft über die gesamte Welt hinweg. Das Messe­amt betreibt eine methodische Kollektivpropaganda zur Hebung des Fertigwarenabsatzes.

Die Leipziger Messe hat sich auch im Rahmen dieser Propaganda ein wesentliches Verdienst um die Abwehr der Greuelhetze im Auslande erwor­ben. Sie hat auch ihren internationalen Charak­ter behalten und sie hat das getan im wohlver­standenen Interesse der deutschen Volkswirtschaft. Der Redner verbreitete sich dann noch über Aus­bau und Einrichtung des Messeamtes überhaupt.

die Reserven eines Volkes angreifen und damit zu einem gewissen Kräfteschwund führen mutz. Wir wußten das auch sehr wohl und sahen deshalb unser erstes Ziel darin, diesen Kräfte­schwund sobald und so schnell wie möglich wieder aufzuholen, um damit die deutsche Nation fähig zu machen, den nun anbrechenden schweren Da­seinskampf siegreich zu bestehen.

Wir waren nicht schuld daran, daß wir die deutsche Wirtschaft in einem solchen Zustand voll­ständiger Ohnmacht übernahmen, daß uns vorerst jede gewagte Umstellung, die das organische Ge- sllge des Produktionslebens betraf, versagt blei­ben mußte. Wir mußten alle Kräfte anspannen, um ihr die nackte Existenz zu retten. Es war uns nicht freigestellt, nach den Gesichtspunkten eines reinen Ideals zu handeln, wir mußten vielmehr nach den Gesichtspunkten einer vorhandenen Reali­tät, die wir vorfanden, ans Werk gehen.

Die nationalsozialistische Revolution hat diese Probe des Lebens glänzend bestanden. Ohne sich im Geringsten von ihren programmatischen For­derungen abdrängen zu lasten, hat sie sie doch mit den' wechselnden Erfordernissen des Tages in Uebereinstimmung zu bringen verstanden, und das Ergebnis war ein wirtschaftlicher Er­folg, wie er in diesem Ausmaß selbst nicht von den Optimisten erwartet worden war. Der Natio­nalsozialismus an sich ist eine grandiose Um­stellung der gesamten organischen Funktionen unseres Volkslebens. Diese Umstellung aber konnte in der Situation, in die wir hineingestellt wurden, nur vollzogen werden nach Maßgabe der organischen Funktionsmöglichkeiten.

Die Gefahr, daß wir als blasse Doktrinäre mit dem Leben selbst und seinen unabänderlichen Ge­setzen in Konflikt gerieten, haben wir auf das Glücklichste vermieden. Wir haben die Probleme aller Art als Praktiker angefaßt und, soweit das im Rahmen des Möglichen lag, einer greif-

(Fortsetzung auf Seite 2)

Schaufenster der Wirtschaft

(Drahtbericht unseres nach Leipzig entsandten Lks.-Redaktions-Mitgliedes

Leipzig, 4. März.

Der Schwerpunkt der großen Frühjahrsmesse des neuen Deutschlands liegt zweifelsohne draußen auf dem großen Ausstellungsgelände, wo Deutschlands in der Welt führende Industrie, die Technik, der Maschinenbau, seine Erzeugnisse zur Schau stellt. Die gewaltigen Hallen, das ganze viele lausende Quadratmeter umfassende große Gelände ist erfüllt vom donnernden Dröhnen, vom tosenden Sturm der laufenden Maschinen. Sinnbildhaft gerade dieser Teil der Messe.

Deutschland ist hier in seiner Quelle, hat seinen Lebensnerv gezeigt, es arbeitet wieder. Starke Hände setzen die Räder wieder in Bewe­gung, die jahrelang stillgestanden haben. Die Flüchte deutschen Erfindergeistes, deutscher Inge­nieure und deutscher Gelehrter verwandeln sich durch die Tätigkeit des Arbeiters der Faust in die Erzeugnisse, mit denen Deutschland den Markt der Welt wiedererobern will, mit denen es den Handelsaustausch mit dem Ausland wieder an­bahnen will. Sinnbildhaft auch, daß der Reichs­minister Dr. Goebbels gerade hier draußen in den Hallen dröhnender Arbeit die Messe er­öffnet und zur deutschen und der Weltwirtschaft spricht.

Hinter der Halle 20, der Vaumesse, liegt die Halle 19, in der Tausende von Menschen unge­duldig das Erscheinen des Dr. Goebbels erwarten. Ein Heer von Menschen blickt in die Höhe und tost ihm ihren Willkomm spontan entgegen. Zu­nächst, während der Einführungsrede Dr. Köh­lers, des Präsidenten des Leipziger Messe­amtes, nimmt er seinen Platz unter den Zuhörern ein.

Die Leipziger Messe ist das hohe Lied des arbeitbeschaffenden Volkes", beginnt Dr. Köhler seine Rede, in der er den Charakter der Messe für Fertigwaren besonders herausschält. 4 Mill. Arbeiter sind in der Fertigwarenindustrie be­schäftigt; davon ist jeder zweite oder dritte in einem Betriebe, der auf der Messe ausgestellt hat. Im Gegensatz zur Rohstoff-Industrie hat die Fertigwarenindustrie hier ihr Absatzgebiet, um mit ihren Erzeugnissen an den Produzenten heranzutreten. Die Absatzpflege ist ihr wirt­schaftliches Aufgabengebiet, das in der Leipziger Messe ihr Ideal zur Verwirklichung findet.

Früher wurde der Jahresumsatz der Leipziger Messe auf rund 980 Millionen geschätzt, von dem etwa die Hälfte Auslandsaufträge waren. Diese zurückgegangenen Zahlen gilt es wieder zu erobern, denn die Messe hat schwer dadurch gelitten, daß die Groß-Konzerne des vergangenen Regimes, die Warenhäuser etc. sie nur zum Studium benutzten. Die nationalsozialistische Regierung, die nun diese störenden Elemente zu Gunsten einer gesunden Wirtschaftsform zurück­drängen wird, hat auch dafür gesorgt, daß die Leipziger Messe für den kleinen und mittleren Gewerbetreibenden und Industriellen wieder zum Absatz geworden ist.

Unser Deutschland ist viel zu arm, als daß es sich eine passive Handelsbilanz leisten könnte, w i r müssen exportieren und wir wollen exportieren", fährt Dr. Köhler fort und erörtert im Anschluß daran die Aufgabe, die die einschlägige Propaganda im Ausland zu erfüllen hat. Aus diesem Gesichtspunkte heraus legt man auch allergrößten Wert auf die Aussteller des Auslandes, die in diesem Jahre wieder außer­ordentlich zahlreich vertreten sind. Jeder Kauf­mann, ohne Rücksicht auf seine Nation ist uns willkommen."

Beifallumbraust, von einem Heer von Film­leuten und Photographen umlagert, betritt Dr. Goebbels das Podium. Sein« Rede veröffent­lichen wir an anderer Stelle dieser Ausgabe.

Als er seinen Platz verläßt, sind die Zuhörer nicht mehr zu halten. Es beginnt ein ungeheurer Sturm, denn jeder will den kleinen Doktor wenig­stens einen Augenblick aus der Nähe sehen. Auf seinem Gang, den er durch das Ausstellungs­gelände antritt, bei den Maschinenhallen begin­nend, gelingt es dem Publikum, die absperrenden Polizeibeamten, Truppen der SS usw. ungeheuer stark zu beschäftigen, so daß für den Minister nur allerkleinster Raum zum Vorwärtskommen übrig bleibt

Auf der ganzen Messe sind insgesamt rund 8000 Aussteller vertreten. Darunter sind 24 aus­ländische Staaten mit insgesamt 550 Aus­stellern beteiligt. An erster Stelle marschiert Japan mit 174 Ständen, an zweiter Stelle die Tschechoslowakei mit 134, an dritter Stelle ist Oesterreich mit 63, Bulgarien mit 47 Ständen, In­dien liegt schon an fünfter Stelle mit 25 Ständen. England folgt mit 20 und die Schweiz mit 19, die Holländer mit 13 Ständen. Von dem ferneren Ausland sind noch Brasilien und Bolivien zu melden.

Von den deutschen Ländern ist Preußen mit 2737 Ausstellern beteiligt. Davon liegt die Provinz Brandenburg und Berlin mit 997 an erster Stelle. Die Rheinprovinz hat rund 600, aus der Provinz Hannover sind 165 Aussteller er­schienen; dann folg! die Provinz Sachsen mit >53 Firmen Bremen hat die Messe mit 19 Firmen beschickt, Oldenburg mit 32, Hannover mit 165.

Das Schwergewicht der Messe liegt in der Aus­stellung der Maschinenindustrie. Auf dem Aus-

Die Messe des deutschen Aufstiegs

Eröffnung der Leipziger Frühjahrsmesse durch Reichsminister Dr. Goebbels

Ein Denkmal der deutschen Arbeit