Ausgabe 
(27.2.1934) Nr. 57
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Üas amUiche Organ Des Freien Hansestadt öremen

Bremer Zerrung, -uerlagsgejelljchast m. b. H.. Eeeren 8 bis 8 , Fernruf: Sammelnummer Roland 825.

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Nr. 27 / i. Vierteljahr Dienstag, den 27 . Februar Einzelpreis is Rps.

Disziplin

M. Der Stellvertreter des Führers, Rudolf Hetz, hat am Sonntag in seiner großen Rede m München vor dem Akt der Eidesleistung auch M den Hitlerjungen gesprochen. Disziplin müsse der Hitlerjungen-Führer von seinen Jungen, so hat Rudolf Hetz betont, um so mehr verlangen, je mehr die Jugend von Naturin schönem Freiheitsdrang zur wilden Ungebundenheit sich sehnt." Mit diesem Wort zeichnet sich ein Ziel ab, das in seiner Klar­heit und kategorischen Tendenz der Er­ziehung überhaupt voranzuleuchten hat. Die Sehnsucht zur wilden Ungebundenheit, als Tatsache heute immer wieder den Willen zur Selbsterziehungsarbeit herausfordernd, hatte im überwundenen Zeitalter der liberalisti- schen Pädagogik keine Einengung, keine Zähmung zu fürchten. Nichts hinoerte die Kraft der Jugend im Stürmen und Drängen, sich zu verausgaben. Das liebe Ich stand im Mittelpunkt der Erziehung, und wenn sich im harten Lebenskampf herausstellte, daß die Ungebundenheit zum Chaos und zur Vernich­tung aller Werte führen müßte, war es zu spät. Der Mensch scheiterte an seinem nicht gezügeltenFreiheitsdrang". Das Ver­hängnisvollste aber: der Jugend war keine Aufgabe gestellt, an der ihre Kraft sich stählen, mit deren Lösung sie ihre Leistungsfähigkeit selbst steigern konnte. Der Liberalismus hätte so auch aus diesem Feld seiner Betätigung zur inneren Schwächung des Reifenden, zu Listigem und sittlichem Verfall fuhren mist­en, hätte nicht der Nationalsozialismus Kraft einer geistigeren Haltung über ihn gesiegt.

Die Ausgabe, die allein der Jugend die Möglichkeit vorwärtsdrängender Kraftäuße- rung, letzter Willensanspannung und empor- veitzender Freude am Werk gibt, liegt nicht im Ich. Sie ist gegeben mit der nationalsozialisti­schen Volksgemeinschaft, deren schlimmster Feind die Ungebundenheit ist. Das Mittel zur Erfüllung der Ausgabe, die die Nation stellt, ist die Diszipki n. Unbe­dingter Gehorsam, rückhaltloser Verzicht auf Ungebundenheit, strengste Disziplin also nicht Um ihrer selbst willen, wie es dem Schiffbruch erleidenden Erzieher marxistischer Prägung als letzter Ausweg aus dem selbstverschulde­ten Durcheinander vorschwebte, sondern im Sinne des Wortes Adolf Hitlers:Wir sehen vor allem die deutsche Jugend als den Träger der kommenden Entwicklung an." Und wie beschließt Heinrich vonTreitschke seineSchrift überDie Freiheit"? Er ruft den Deutschen zu wir möchten seine Mahnung besonders der Jugend des Tritten Reiches ans Herz legen:Was du auch tun magst, um reiner, reifer, freier zu werden, du tust es für dein Volk!"

Oefterreichische Gozialdemokratie verschiebt Gewerkschaftögelder

ävb. Wien, 26. Februar. Die Untersuchung gegen die aufgelöste sozialdemokratische Arbeiterbank hat ergeben, Lag von der Leitung der Bank in der letzten Zeit für fünf Millionen Schilling Eewerkschaftsgelder durch Ankauf auslän­discher Wertpapiere bei ausländischen Banken ins Ausland gebracht worden sind und aus Grund von Akkreditiv-Briefen der Arbeiterbank von geflohenen Gewerkschafts­funktionären zum Teil bereits abgehoben wor­den sind.

So hat der geflüchtet- Obmann der Eisen­bahner-Gewerkschaft bei einer Züricher Bank Las gesamte Konto der Eisenbahner-Gewerk­schaft in Höhe von 1,8 Millionen abgehoben. Die Polizei hat ferner eine Reihe von Geheim- konten der Sozialdemokratischen Partei, ins­gesamt 4 Millionen Schilling beschlagnahmt. Gegen die verantwortlichen Leiter der Ar- beiterbank ist ein Strafverfahren wegen Be­truges eingeleitet worden.

Wo ist die Heimwehs?

London. 26. Februar.

Die englische Tagespreise beschäftigt sich wieder lebhaft mit der Lage in Oesterreich und besonders mit der Heimwehr. Allgemein wird die Frage gestellt:Wo ist die Heimwehr?" Reuter meldet, es sei sicher, Lag 4000 Heimwehrtruppen verschie­dene Punkte der oberösterreichischen Grenze er­reicht haben. Die Blätter geben hier verschiedene Gerüchte wieder, wonach die Heimwehr erstens an der deutsch-österreichischen Grenze zusammen­gezogen werde, zweitens sich zu einem Marsch auf Wien vorbereite, drittens Erzherzog Otto an der schweizerischen Grenze abholen und nach Wien begleiten und viertens, daß Major Fey seine Streitkräfte von der Hauptstadt fernhalte, um einem Versuche der Regierung, diese zu ent­waffnen, vorzubeugen.

Deutsch-polnische Zusammenarbeit

in allen Fragen der öffentlichen Meinungsbildung

änd. Berlin. 26. Februar.

Amtlich wird mitgeteilt: Im Zusammen­hang mit der in Warschau ratifizierten deutsch-polnischen Erklärung vom 26. Januar dieses Jahres haben zwischen den zuständigen Berliner Stellen und dem zurzeit hier weilen­den Pressechef des polnischen Außenministe- riums, Herrn Przesmycki, und seinem Stell­vertreter, Herrn Ruecker, Besprechungen stattgefunden, um eine ständige Fühlung zwischen den beiderseitigen amtlichen Stellen einzuleiten.

Um die Auswirkungen der deutsch-polnischen Vereinbarung zu fördern, haben die Vertreter bei­der Teile ihren übereinstimmenden Willen dahin festgestellt, in allen Fragen der öffentlichen Mei­nungsbildung in den beiden Ländern in fort- laufender Zusammenarbeit darauf hin­zuwirken, daß das gegenseitige Verständnis immer

mehr geweckt und dadurch eine freundschaft­liche Atmosphäre gewährleistet wird. Ueber die auf den einzelnen Gebieten der Presse, des Schrifttumes und des Radio-, Kino- und Theater­wesens einzuleitenden Schritte ist dabei volles Ein­verständnis erzielt worden.

Die beiderseitigen Vertreter sind darin überein­gekommen, die hergestellte Verbindung ständig zu unterhalten. In diesem Sinne wurde vereinbart, die nächste Begegnung in Warschau stattfinden zu lassen.

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Anläßlich des Austausches der Ratifikations­urkunden der deutsch-polnischen Erklärung vom 26. Januar ds. Js. fand bei dem deutschen Ge­sandten in Warschau ein Essen statt. In seiner Be­grüßungsrede unterstrich der deutsche Gesandte die Verdienste des Außenministers Beck um das Zu­standekommen der Erklärung und bedauerte, daß seine Erkrankung ihn gehindert habe, zugegen zu sein. Er betonte, daß dieses Abkommen, daß eine

neue Phase in den deutsch-polnischen Beziehungen einleite, dem staatsmännischen Weitblick und der persönlichen Initiative der beiden Führer, des Reichskanzlers Adolf Hitler und des Marschalls Pilsudski, entsprungen sei. Dieses Abkommen sei nicht nur von großer Bedeutung für die freund- nachbarlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Polen, sondern auch für die Festigung des allgemeinen Friedens in Europa.

Ministerpräsident Jendrzejewicz dankte dem deutschen Gesandten für die freundlichen Worte und hob hervor, auch die polnische Regierung und die polnische öffentliche Meinung seien überzeugt, daß das Inkrafttreten der deutsch-polnischen Er­klärung eine der wichtigsten positiven Etappenindendeutsch-polnischenVe- ziehungen darstelle. Das deutsch-polnische Ab­kommen sei der Ausdruck des grundsätzlichen Fort­schrittes in der Entwicklung des nachbarlichen Ver­hältnisses beider Staaten. Gleichzeitig sei es ein Werkzeug zur Sicherung und Festigung der inter­nationalen Beziehungen.

Frankreich fordert Kerntruppe für das Ausland

Die Erhaltung des Friedens ist eine Frage der Macht

änb. Paris, 26. Februar.

Der militärische Mitarbeiter desEcho de Pa­ris", ÄndrS Pironnenau, der als Vertrauens­mann des französischen Eeneralftabes gilt, wirbt in seinem Blatt für die Schaffung einer aus Be­rufssoldaten bestehenden Kerntruppe, die überall dort im Auslande eingesetzt werden kann, wo Frankreichs Politiksich mit Gewalt durchsetzen müsse. Pironnenau begründet die Dringlichkeit seiner Forderung mit den Ereig­nissen in Oesterreich.

Die Erhaltung des Friedens, so schreibt er, sei nur noch eine Frage der Macht. Davon sei die Regierung Doumergues sicher überzeugt, denn de­ren Zusamensetzung, der ernste Hinweis des Mi- ren Zusammensetzung, der ernste Hinweis des Mi­die feste Haltung in der Abriistungssrage bewie­sen, daß Träumerei und Verzichtpolitik aufgehört hätten.

Kriegsminister Pötain werde gewiß von sich aus alles Notwendige für die nationale Ver­teidigung tun, außerdem aber gelte es, Neues zu schaffen. Frankreich brauche dringend eine aus Berufssoldaten bestenhende Truppe, die außer­halb der französischen Grenzen das Instrument der Veistandspolitik sei, die fürPräven­tiv- und Repressiv-Manöver" eingesetzt werden könne und die außerdem als Kern- und Elite- Truppe das Rückgrat des Heeres bilde.

Pironnenau behauptet, daß die führenden mili­tärischen Kreise für diesen Gedanken bereits

gewonnen seien, und daß der Plan auch der persönlichen Auffassung - dcs Kriegsministers Pötain entspreche.

Der Balkanpakt

Athen, 26. Februar.

In einer gemeinsamen Sitzung der Regierung und Parteiführer erläuterte Außenminister

Maximos ausführlich den Balkanpakt. Maximos erklärte die Gründe, die zu dem Abschluß des Paktes führten, seien die Revisions­

bestrebungen verschiedener Länder gewesen, zu denen sich in letzter Zeit auch solche gesellt hätten, die aus dem Weltkrieg als Sieger hervor­gegangen seien.

Der griechisch« Außenminister sprach dann über seine Besuche in Paris, London und Rom und sagte, daß die amtlichen Kreise Italiens ihm gegenüber keine Bedenken geäußert hätten; diese feien ihm erst nach seiner Abreise aus Rom bekannt geworden. Der englische Außenminister Sir John Simon habe ihm seine Befriedigung über die Festigung des Friedens aus dem Balkan aus­gesprochen, aber hinzugefügt, daß die Organisation der Balkanländer einen noch größeren Wert haben würde, wenn auch Bulgarien daran teilnehme. Deshalb hätten die vertragschließenden Länder auch die Tür für einen späteren Beitritt Bul­gariens offengelassen. Militärische Verpflichtungen hätten die Beteiligten ausdrücklich nicht über­nommen. Bei auftretenden Streitfällen würden

die vier Regierungen gemeinsam beraten; von den dann zu ergreifenden Maßnahmen seien aller­dings Militärisch« nicht ausgeschlossen worden.

Wenn ein Balkan-Staat von einem Nicht- Balkan-Staat angegriffen würde, bestünden keine gegenseitigen Verpflichtungen der Balkan-Staaten, es sei denn, daß ein Balkan-Land, das am Ver­trag nicht beteiligt sei, sich auf die Seite des Nicht-Balkan-Landes schlagen würde.

Glimmen zur Dreier-Konferenz in Rom

Budapest, 26. Februar.

Das Zuistaudekommen der Dreier-Konferenz in Rom zwischen dem 15. und 20. März bezeichnet Majyarorsag" als beschlossene Sache. Hingegen tritt das Blatt den übertriebenen Kombinationen, die an die Dreier-Begegnung geknüpft werden, entgegen mit der Begründung, die österreichische Lage sei gegenwärtig für die Inangriffnahme einer ernsten Aktion nicht geeignet.

Mit großer Entschiedenheit setzt sich dagegen der liberalePetit Kurir", der kaufmännische und großindustrielle Interessen vertritt, für die Zoll­union ein. Im Leitartikel zitiert das Blatt eine Meldung desParis Soir". daß der französische Gesandte in Wien sich sowohl gegen den Anschluß als gegen die Zoll-Union erklärt habe und nimmt daraufhin erbittert gegen Frankreich und die Kleine Entente Stellung, die offenbar die heute unhaltbare Lage aufrechterhalten wollten.

Deutsche Staatsangehörigkeit" undReichsangehörigkeit"

Berlin, 26. Februar.

Zu der Verordnung über die deutsche Staats­angehörigkeit äußert sich der Referent im Reichs­innenministerium, Oberregierungsrat Dr Löse- ner, imReichsverwaltungsblatt".

Er bezeichnet dabei das Gesetz über den Neu­aufbau des Reiches vom 30. Januar als ein Grundgesetz, das mit ein paar knappen Strichen ein riesenhaftes Schema eines Reichsneuausbaues gebe, ein Gerüst, das der Ausfüllung durch zahl­reiche Bausteine bedürfe. Ein solcher Baustein sei die Verordnung über die deutsche Staats­angehörigkeit. Die beiden AusdrückeDeutsche Staatsangehörigkeit" undReichsangehörigkeit" stünden vollwertig nebeneinander.Deutsche Staatsangehörigkeit" komme in Betracht, wenn der Gegensatz zur französischen, polnischen oder einer anderen ausländischen Staatsangehörigkeit hervorgehoben werden solle;Reichsangehörig­keit" dagegen, wenn der Gegensatz zu der aufge­hobenen Landesangehörigkeit in Betracht komme.

Dann verweist der Referent auf die Aenderung des Einbürgerungsverfahrens, wo an die Stelle der vielen Einzelländer nunmehr der Reichs­innenminister als maßgebende Instanz getreten ist. Er hebt auch hervor, wie das Personenstandswesen vereinfacht worden ist, weil nun nur noch das Land bzw. Gebiet in Frage kommt, in dem der Volksgenosse seine Niederlassung hat, nicht mehr das sogenannte Geburtsland. Der Begriff der Niederlassung sei dabei so nach dem Sprachge­brauch auszulegen, wie schon bisher im Staats­angehörigkeitsrecht. Der Begriff der Niederlassung sei'wesentlich weiter als der des Wohnsitzes und habe auch mit dem gleichnamigen Begriff des Handelsrechtes nichts zu tun. Er erstrecke sich auch auf dendauernden Aufenthalt" und umfasse das Innehaben einer Wohnung, eines Obdaches oder irgendeines anderen Unterkommens, wenn

aus den Umständen des Falles zu schließen ist, daß es nicht nur zum vorübergehenden Verweilen be­stimmt ist.

Berliner GA.-Männer sammelten 75000 Mark

Das vorläufige Ergebnis der Straßensamm- lungen der SA-Führer im Rahmen der Winter­hilfe stellt sich auf rund 75 000 Mark.

Die große Sammelaktion des Führerkorps der SA-Gruppe Berlin-Brandenburg ist ein großer Erfolg geworden. Am gestrigen Sonntag zogen die Berliner SA-Führer zum zweiten Male durch die Straßen Berlins und sammelten für ihre be­dürftigen Kameraden im Rahmen des Winter- hilsswerks. Die Berliner Bevölkerung opferte gern für die erwerbslosen SA-Kameraden. Ge­rade aus den ärmsten Stadtvierteln flössen die Gaben reichlicher als man erwarten konnte. Ueber die Einzelergebnisse weiß derMontag" folgendes zu berichten: Prinz August Wilhelm vereinnahmte am Sonnabend 965 RM. und am Sonntag sogar 1281 RM. An beiden Tagen zusammen hat Sturmführer Richter mehr als 3000 RM. einge­nommen. Gruppenführer Ernst lieferte am Sonn­abend abend sechs volle Büchsen ab, in denen sich 643 RM. in bar und einige Schecks in ansehnlicher Höhe befanden. Oberführer Rieck, der am Sonn­abend nur zwei Stunden am Potsdamer Platz sammeln konnte, vereinnahmte in dieser kurzen Zeit 465 RM Der 70jährige SA-Sanitäts- Gruppenführer Dr. Eiese betätigte sich ebenfalls mit großem Eifer und suchte selbst abfahrende Schnellzüge auf den Fernbahnhöfen auf. Das Er­gebnis seiner Sammlung beträgt 326 RM. Staatskommissar Dr. Lippert vereinnahmte 434 RM. Sturmbannführer Oberregierungsrat Som- merfeldt vom preußischen Staatsministerium konnte sogar einen Scheck über 1500 RM. in Empfang nehmen. In den Sammelbüchsen befan­den sich auch vier alte Goldstücke, ein 20 RM.- Stllck und drei Zehnmarkstücke.

Haftbefehl gegen früheren bayerischen Minister

Negensburg, 26. Februar.

Die Staatsanwaltschaft Regensburg hat gegen den ehemaligen bayerischen Landwirtschafts­minister Wutzl Hafer Haftbefehl erlassen. Es werden ihm Vergehen gegen das Eenossenschafts- gesetz und fortsetzte Betrügereien zur Last ge­legt. Die Blätter melden, daß Wutzlhoser nach England geflüchtet sei. Bei den Betrügereien soll es sich um Beträge von etwa 500 000 RM. handeln, die durch Fehlspekulationen entstanden sind. Wutzl- hofer gehörte zu den führenden Mitgliedern des früheren Bayerischen Bauern- und Mittelstand­bundes.

Hitlers Saar-Vorschlag

Times" sür direkte Verhandlungen

cknb. London, 26. Februar.

In einem Aufsatz in derTimes" über die Saar­frage heißt es, dem Vorschlag in der Reichstags­rede des Reichskanzlers vom 80. Januar, eine deutsch-französische Vereinbarung überdieSaar abzuschließen, sei vielleicht nicht genügend Beachtung geschenkt worden. Eine solche Lösung würde trotz gewisser Nachteile der einzig gangbare Weg sein, um Verwicklungen zu vermei­den. So wenig verheißungsvoll die Aussichten auch seien, so würde es doch bedauerlich sein, wenn nicht ein neuer Versuch gemacht würde, eine Lö­sung durch direkte Verhandlungen zu erreichen

2» Kommunisten in Flensburg v rhastet

Flcnsbnrg, A, Februar.

Im Verlause einer Razzia wurden hier 20 Kom­munisten verhaftet, die wie einwandfrei festgestellt werden konnte, versucht hatten, einen kommunisti­schen Propagandaappaiat aufzuziehen. Viel be­lastendes Material und mehrere Funkapparate wurden beschlagnahmt.

Deutschland stellt aus

Zur Eröffnung der Leipziger Exportmesse

kks. Am.nächsten Sonntag, 4. März, findet die Eröffnung der großen Frühjahrs-Export- messe des neuen Deutschlands statt. Bekannt­lich ist das Messewesen dahin geregelt wor­den, daß.das Vielerlei und Nebeneinander der verschiedenen Städte, die um jeden Preis ihre eigene Messe haben wollten, aufgehört hat. Einige Sondermessen, die wirtschaftlich bedingt sind, haben ihre Existenzberechtigung behalten; dazu gehört die Frankfurter Messe u. a.; dazu gehören vor allem die Braunen Messen, die eine national-wirtschaftliche Wer­bung sür Handel, Handwerk, Gewerbe und Landwirtschaft sind. Im übrigen will das neue Deutschland mit anderen Staaten im Warenaustausch leben, es will exportieren; seine Musterschau sür diesen Export ist Leip­zig. Dort findet man die Ausstellung der in Deutschland für den Markt der Welt her­gestellten Erzeugnisse deutschen Fleißes, deut­schen Erfindergeistes und deutscher Präzi­sionsarbeit.

Aus diesen Erwägungen heraus hat die Frühjahrsmesse des deutschen Ausbaujahres zwei Aufgaben zu erfüllen: Sie soll der Welt, die mit besonderem Interesse gerade aus die­sen großen Markt blickt, den Willen Deutsch­lands demonstrieren, mit nur allerbestem Qualitätsmaterial in den Güteraustausch zu treten. Sie soll zum anderen der Welt Zeug­nis ablegen von dem fortgeschrittenen Sta­dium der Arbeit, der unsere neue Regierung die Wege geebnet hat, um im Neubau der Wirtschaft das deutsche Volk wieder auf den Stand zu bringen, den es im Ring der Völker und ihrer Produktionsfähigkeit einzunehmen hat. Dieser Initiative folgend, hat die In­dustrie, das Handwerk und Gewerbe der Messe das Aussehen gegeben, das ihr als Ausstellungsplatz Deutschlands gebührt: Die Zahl der Aussteller ist eine noch viel größere, als bei der ersten Herbstmesse, was nur zu einem sehr kleinen Teil dadurch bedingt ist, daß bestimmte Industriezweige grundsätzlich nur die Frühjahrsmesse beschicken. Bedeut­sam ist in diesem Zusammenhang der Zu­strom des Auslandes, das sowohl als Aus­steller wie als Besucher wieder in starkem Maße vertreten ist. Wenn das Ausland viel­leicht eine kurze Zeit hindurch mit alarmie­renden Meldungen von deutschen Autarkie­bestrebungen beunruhigt werden konnte, so geht aus dieser Beschickung der Leipziger Messe am deutlichsten hervor, daß die klare Objektivität des internationalen Kaufmanns mit den Absichten von Börsenjobbern kurzen Prozeß gemacht hat. Mehr noch als das: Das Deutschland von heute begegnet dem Ver­trauen, das deutsche Qualitätsarbeit sich einst auf dem Weltmarkt erobert hatte und das nicht nur derStaat" Deutschland von gestern in bemerkenswertem Maße einge­büßt hatte.

Denn was in der Politik die November- linge, das hat in manchen Erzeugnissen wohlverstanden, in einigen das laufende Band fertiggebracht. Das zu einem uner­schütterlichen Qualitätsbegriff gewordene msäe in germsnv" steht heute wieder mit der gleichen Berechtigung über den Fabrika­ten, die das Erzeugnis deutscher Arbeiter und deutscher Ingenieure sind, hinter denen das Wissen deutscher Gelehrter steht. Dabei ist das Hauptaugenmerk nicht so stark auf den Einzelartikel, als auf den hochqualifi­zierten Serienartikel bei möglichster Verein­fachung der Typen gerichtet. Es ist dem Kun­den in Uebersee oder tief drinnen im Urwald nicht damit gedient, einen Pflug für den Acker oder eine Maschine für den Farmhaus­halt zu besitzen, die an kompliziertesten Neue­rungen reich ist. Die Messer seiner Maschinen > müssen aus dem allerfeinsten, härtesten Stahl sein, der auf Jahre schneidend scharf ist. Denn die Ersatzbeschaffung bedeutet zum mindesten Tagemärsche, die aber erfahrungs­gemäß jeder einmal gewonneneKunde" lieber auf sich genommen hat, als ein anderes Erzeugnis zu wählen. Deshalb hat auch diese Leipziger Messe im Rahmen ihrer Sonder- veranstaltungen, die besonderen Zielen ge­widmet sind, eineSonderschau für Tropen­bedarf und Auslandssiedlung", die dem aller­größten Interesse begegnet.

Ueberhaupt wird die Werkzeugindustrie erneu breiten Raum einnehmen; in Halle 8 auf dem Ausstellungso-llinde ist eine Sonder-

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R. Visionsantrag im Lahusen-Prozetz ein­gereicht

Pläne der Monarchisten in Wien Abrüstungsschwierigkeiten Schweres Unglück bei einem Autorennen Göring Ehrenbürger von Berlin