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Nr. 54 / 1 . Vierteljahr
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Sonnabend, den 24. Februar
Einzelpreis 15 Rpf.
MSmpferr ßüv Adolf Hitler
Dr. Ley zum Tage -es Treuschwurs
„Wir sind eine verschworene Gemeinschaft von Kameraden"
Exportsteigerung ohne Markentwertung
Lri. Wenn der Reichsbankpräsident das Wort zu einer grundsätzlichen Stellungnahme nimmt, dann findet er immer das Ohr der Welt, die sich allmählich daran,zu gewöhnen scheint, in den Worten Dr. Schachts Wahrheiten, wenn auch zum Teil bittere Wahrheiten, zu suchen.
Seit der berühmten Pariser ersten Poung- Konferenz hat es sich Dr. Schacht zur Aufgabe gemacht, die Dinge so, wie er sie sieht, und wie sie sich nachträglich gewöhnlich auch als richtig herausstellen, mit erfrischender Deutlichkeit, friesischer Offenheit, ja mit einer gewissen brutalen Ehrlichkeit vorzutragen.
Damit hat er sich im Auslande gewiß nicht allzu viele Freunde erworben, hat es aber erreicht, daß die Welt aufhorcht, wenn er über die Fragen internationaler Währungspolitik, zwischenstaatlicher Schulden und Zinsenregulierung, über die Fragen der Neugestaltung des internationalen Güteraustausches, der Schaffung neuer Absatzmärkte, das Wort ergreift.
Am Donnerstag hat Dr. Schacht vor dem Eentralverband des deutschen Banken- und Bankiersgewerbes nicht so sehr zu seiner ständigen, internationalen Zuhörerschaft, als vielmehr zur deutschen Wirtschaft, und nicht zuletzt auch zum ganzen deutschen Volk gesprochen. Mit drei Haupt-
Dein Gruß
ist der Deutsche Gruß
Problemen hat sich Dr. Schacht in seiner großen Rede auseinandergesetzt, manche Unklarheiten beseitigt und vor allen Dingen wieder einmal eine grundsätzliche Erklärung über die Stellung der Reichsregierpng und der deutschen Zentralnotenbank zu den Fragen der Ban - kenreform, der Zinssenkung und der Währungspolitik abgegeben.
Offen hat Dr. Schacht das Versagen der Banken in der schweren Nachkriegszeit zugegeben; offen hat er auch erklärt, daß das Versagen der ausländischen Bankwelt kein Entschuldigungsgrund für das deutsche Bankgewerbe sein könne. Ebenso offen hat er aber auch um Verständnis dafür gebeten, daß die Vergangenheit endgültig liquidiert, der Bankierstand im wesentlichen gereinigt und die heutigen verantwortlichen Männer mit vollem Herzen dem Geiste des neuen Staates hingegeben sind. Mit aller Deutlichkeit hat er festgestellt, daß sich bei den deutschen Großbanken in den letzten Jahren sehr viel geändert hat, in bezug auf den Geist, der in ihnen herrscht, wie auch in bezug auf ihre verantwortlichen Leiter. Elemente vom Schlage eines Jakob Goldschmidt sind ausgemerzt, die deutschen Banken sind kein Spielball einer internationalen Finanzclique mehr, sondern können sich unter Führung des mit über 70 Prozent kapitalmäßig an ihnen beteiligten Deutschen Reiches der volkswirtschaftlich notwendigen und unentbehrlichen Aufgabe widmen, „die Gelderder Sparer, die bei dem einzelnen ungenutzt liegen würden, durch die Zusammenfassung in der Bank der gesamten Volkswirtschaft im Kreditwege zuzuführe n". Das deutsche Bankwesen, das heute, wie Dr. Sch acht ausführt, nicht mehr von dem Reichtum einiger nteniger getragen wird, sondern von einer Anzahl kleinen und kleinsten Sparern und Geschäftsleuten, muß deshalb vor den Angriffen der Leute geschützt werden, die den Unterschied zwischen früher und heute nicht erkennen wollen odek können. .
Eine wesentliche Beruhigung für die Sparer und Rentner wird es auch darstellen, wenn Herr Dr. Schacht sich in aller Eindeutigkeit gegen eine unter staatlichem Druck erfolgende Rentenkonvertierung auf einen niedrigeren Zinsfuß ausspricht. Es ist dabei selbst- verständlich, dah sich der Reichsbankprastdent nicht gegen eine solche Rentenkonvertierung überhaupt wendet, im Gegenteil, heute wie schon immer gilt die These, daß eine allgemeine Zinssenkung eine der Voraussetzungen zur Behebung der Wirtschaftsnot ist. Auch hier appelliert der nationalsozialistische Staat unter bewußter Vermeidung jedes staatlichen Druckes an die freudige und freiwillige Mitarbeit der großen Eparermassen. Er verläßt sich auf die Einsicht der Betroffenen und lehnt es ab, durch Zwang neue Unruhe und Erbitterung in die Sparerkreise zu tragen.
Berlin, 23. Februar.
Dr. Robert Ley hielt am Freitagabend zum Tage des Treuschwurs eine Rundfunkansprache, in der er u. a. ausführte:
,2m ganzen nationalsozialistischen Deutschland sind in diesen Tagen die .Vorbereitungen im Gange für die große Vereidigung der politischen Leiter der NSDAP., der Führer der HJ. einschließlich der Führerinnen des VDM. und der Unterführer des freiwilligen Arbeitsdienstes. 2m Zeichen dieser Vereidigung stehen der Sonnabend und der Sonntag, der 24. und 25. Februar 1934. Der 24. Februar ist zugleich ein Tag der Erinnerung an 14 2ahre des Kampfes der NSDAP.
Vor 14 2ahren sprach an derselben Stelle, an der er auch diesmal das Wort nehmen wird, im Hofbräuhaus-Festfaal der Führer in der ersten großen Massenversammlung der Partei. Hier wurden die Thesen verkündet, mit denen die Bewegung ihren Siegeszug zu ihrer heutigen Bewegung durchführen konnte. Von hier aus nahm die neue deutsche Entwicklung ihren Weg.
2n der Erinnerung an diese erste große Massenversammlung und in der Weihe der Stunde des Eides bringen die beiden letzten Tage dieser Woche den deutschen Nationalsozialisten ein ernstes Gedenken an die Verschworenheit im gleichen Kampfgeist, aus dem in den letzten 14 2ahren des deutschen Geschickes deutsches Schicksal geworden ist. Hunderttausende werden die Hände zum Schwur auf die Fahne heben, die nun Symbol unserer Bewegung und, gepaart mit der alten Fahne der Tradition, das Sinnbild unseres Reiches ist.
Sie wissen, daß, wer auf das Fahnentuch mit dem schwarzen Hakenkreuz im weißem Feld auf rotem Grund schwört, nichts mehr besitzt» was ihm selber gehört. Sie wissen, diese Hunderttausende, daß von den feierlichen Augenblicken ab, da die große Verschworenheit der Träger des Nationalsozialismus ihren weithin sichtbaren äußeren Ausdruck findet, ihr Handeln und ihr Denken, ihr Fühlen und ihr Streben dem neuen weltgeschichtlichen Bunde, dem Bunde des Nationalsozialismus, verschrieben ist.
Der Eid der Hunderttausende bindet Führer und Gefolgschaft, die in den parteiamtlichen Trägern der Organisation in die Erscheinung tritt, in der großen Kampfgemeinschaft für das weltanschauliche Prinzip der Bewegung. Und diese Bekundung der Verschworenheit der Kämpfer mit ihrem Führer
cknb. Paris, 23. Februar.
Das „Echo de Paris" meldet, daß aus den im Arbeitsministerium liegenden Aktenstücken, die mit der Arbeitserlaubnis für die Schauspielerinnen Rita Georg und Marianne Kupfer die Empfehlungsschreiben hochstehender Persönlichkeiten enthielten, plötzlich eine Reihe von Belegen verschwunden sind. Der Arbeitsminister habe diese Akten angefordert. Der mit der Registratur betraute Beamte hat lediglich feststellen können, daß die Aktenstücke von dritter Seite durchwühlt und alle irgendwie kompromittierenden Papiere entfernt worden sind.
Ein weiterer Unruheherd ist durch den Reichsbanlmäsidenten aufgedeckt und damit unschädlich gemacht worden. Das immer wieder auftauchende und sich hartnäckig haltende Gerücht von einer geplanten oder durch die Umstände erzwungenen Abwertung der Mark.
Er hat dabei diese Frage einmal auch grundsätzlich vom Standpunkte der Möglichkeit eii«r Exportsteigerung durch Markabwertung beleuchtet und dabei einen in Exportkreisen weit verbreiteten Irrtum widerlegt. Es ist kein kleiner Unterfchied, ob ein rohstoffreiches Land, wie z. B. die V e r e i n i g t e n Staa - ten'von Amerika, zu einer Währungsentwertung schreitet, um damit seine Exportfähigkeit zu erhöhen, oder ob ein rohstoffarmes Land, wie es Deutschland leider ja ist, mit dem Mittel der Währungsabwertung seinen Export zu steigern versucht. Die Vereinigten Staaten, die nur in geringem Maße auf Einfuhr von stohstossen angewiesen sind kpnnen und konnten die Dollarabwertung vornehmen, ohne befürchten zu müssen,
ist der Grundstein allen politischen Lebens unseres neuen Deutschland. In dem Eid auf Adolf Hitler werden die Träger der Politik zu klarer Zielsetzung und in fester Marschrichtung gebunden sein.
Das Ziel heißt: Durchsetzung des Nationalsozialismus aus allen Gebieten deutschen Lebens. Die Marschrichtung heißt: Deutschlands Freiheit und Frieden in Ehre und Würde. Das Marschtempo und den Marschrhythmus gibt allein der Führer an!
Der Rahmen, in dem unseres Lebens Arbeit ge stanzt ist, ist die NSDAP. Wir sind deren Hoheitsträger, wir sind deren politische Leiter, Führer der Jugend, auch der im Arbeitsdienst, die im weltanschaulichen Geist dieser Partei erzogen wird. Wir sind aber nicht etwa nur Arbeiter im Apparat der Arbeit, wir sind vielmehr und in erster Linie die Repräsentanten e'ner Bewegung, die zur Umsetzung ihres Willens die Apparatur der großen, einzigen Partei Deutschlands braucht. Wir sind die Werber und Soldaten für Adolf Hitlers Weltanschauung, die zu der unsrigen geworden ist durch die Erkenntnis d^r Einmaligkeit und der Berufung zur deutschen, Schickjylsgestaltung dieses Mannes. Wir tragen eins große Ehre, aber wir tragen eine höhere Pflicht.
Dieser Kampf wird getragen von einem neuen Typ des politischen Führers und Unterführers. Er steht vor uns in den Hunderttausenden, die am Sonntag zum Schwur antreten werden. Dieser neue Typ des politischen deutschen Menschen hat nicht den geringsten Wesenszug gemeinsam mit dem Politiker vergangener Jahrzehnte. Er dünkt sich nie ein fertiger Vefehlsgewaltiger, der ein glattes parteigeistisches Parteischema seiner lebendigen Umwelt aufpressen will, vielmehr bleibt er strebend bemüht, mit seinem Volksgenossen zugleich in sich der Vollendung näher zu schreiten, die ihn als deutschen Nationalsozialisten Hitlerscher Prüfung zeigen wird. Dieser neue deutsche politische Mensch lebt nach den fließenden Gesetzen d'er Bewegung, nicht in den Dogmen einer Parteidiktatur. Jenen, die als innerlich Beteiligte -der feierlichen Stunde am Sonntag entgegensehen, all diesen rufe ich zu: „Nicht zu befehlen, zu führen nach dem Willen einer überlegenen Kraft seid Ihr, Adolf Hitlers treueste und engste Gefolgschaft, da!"
Zn der Erinnerung an die alten ersten Kämpfer für Adolf Hitler wollen wir in dem Eide bestätigen, daß wir auch weiterhin
Die „Libcrtö" verzeichnet das Gerücht, daß ein im Arbeitsministerium gesammeltes Aktenbiindel über die Stavisky-Asfäre verschwunden sein soll. Es soll sich um Schriftstücke handeln, die die Umstände betreffen, unter denen Dalimier seinerzeit als Arbeitsminister den Versicherungsgesellschaften den Ankauf von Kassengutscheinen des Bayon- ner Leihhauses empfahl.
Die Freitagmorgen-Blätter befassen sich wieder in spaltenlangen Artikeln mit der rätselhaften Ermordung des Eerichtsrates Prince. Man begrüßt es, daß die Regierung für die Aufklärung eine Belohnung von 190 090 Franken ausgesetzt
daß die innere Preisbasis sich allzu sehr erhöht. Die Folgen einer Währungsabwertung in Deutschland wären aber ganz andere. Deutschland, das eines der rohstoffärmsten Länder der Welt ist, das aber gleichzeitig eine der leistungsfähigsten Veredelungsindustrien der Welt besitzt, hätte als Folge einer Währungsabwertung eine unerträgliche Preisfixierung im Innern auf sich zu nehmen; variier hinaus würde der verteuerte Rohstoffimport aber auch die Preisbasis der Exportgüter so steigern, daß die Vorteile der abgewerteten Währung dadurch mehr als aufgehoben würden
Die auch Dr. Schacht stark betonte Notwendigkeit der Export st eige- rung, die um so zwingender ist, je höher die durch Belebung des Binnenmarktes hervorgerufene Rohstoffeinfuhr zur Deckung des inneren deutschen Bedarfes wird, muß also durch andere Maßnahmen in die Wirklichkeit umzusetzen versucht werden. Im Bereich dieser zu treffenden Maßnahmen liegt nicht nur
jene verschworene Gemeinschaft von Kameraden sein wollen, die geloben, daß sie aus Gedeih und Verderb, in guten und bösen Tagen, untrennbar zusammengehören. So zusammen gehören, wie uns die vergangene Kampfzeit zusammengehörig sah. Das Volk hat uns im Kampf mit all unseren Vorteilen und Fehlern gesehen und geliebt, und das Volk will uns jetzt in den Tagen des Sieges nicht als andere sehen.
Bleibt bescheiden: denn nichts gefährdet den Glauben an unsere Bewegung stärker als Handlungen, die dem Volk das Recht geben würden, hohnlachend auf neuen Byzantinismus seiner Führer mit dem Finger zu zeigen. Ihr seid die lebendigen Träger des Prinzips vom Primat des Nationalsozialismus in der deutschen Politik. Ihr habt die Pflicht, zu wachen daß alle politischen Handlungen in Deutschland im Geiste der Weltanschauung getan werden, für die der Führer mit der NSDAP. als dem parteiorganisatorischen Apparat seines Willens kämpft und für die Hunderte Nationalsozialisten ihr Leben liehen.
Werdet in aller Wachsamkeit über die praktische Verwirklichung eurer edlen nationalsozialistischen Ziele nicht kleinlich!
Vernichtet das Denunziantentum!
Hasset aus tiefster Seele die Kritiker aus Bösartigkeit und Dummheit! Verachtet nichts so tief wie das Nörglertum, wie Hohn und Spott aus Bosheit, Geistesarmut, Willenslosigkeit. Schaltet jeden Gedanken aus eurem Hirn, in dem nicht die Liebe zu unserem Volke schwingt, und bekennt euch immer wieder, immer wieder von neuem an jedem Ort, zu jeder Stunde, zu Deutschland, zum Führer, zur Bewegung!
Tut als Soldaten eure Pflicht in nüchterner, sachlicher Arbeit, in disziplinierter exakter Durchführung der euch gegebenen Befehle, und seid Werber in leidenschaftlicher Liebe. Bleibt Fanatiker und werdet, ob in kleinem oder großem Befehlsbereich, Reformatoren der Nation!
Bleibt dankbar dafür, daß wir in einer Kampfzeit leben dürfen, die von uns das Letzte an Kraft und Kämpfertum erfordert für die Erhaltung unseres Volkes.
Der Schwur, den uns Rudolf Heß auf Adolf Hitler abnehmen wird, dieser Schwur gilt einzig und zuletzt Deutschland, nur Deutschland, immer nur Deutschland!
hat. Innenminister Sarraut erklärte Pressevertretern, er persönlich glaube an das Bestehen einer regelrechten Maffia. Daher werde er alles tun, um das Geheimnis zu lüften. Die Untersuchung werde mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln durchgeführt. Am Donnerstag sind jedoch keine Fortschritte gemacht worden. Man weiß bisher lediglich, daß der Telephonanruf, ver Prince nach Dijon lockte, nicht aus Dijon gekommen ist, sondern aus Paris. Die Polizei sucht jetzt insbesondere nach dem Unbekannten, der Prince vor kurzem auf der Straße ansprach und zum Frühstück einlud.
die von Dr. Schacht erwähnte Ausbaufähigkeit des Sperrmark-, Scrips- und Ausland- bondsverfahrens, sondern auch die Abwehrmaßnahmen, die in Form von Exportprämien nach besonders bedrohten Märkten das Valuta- und Zolldumping fremder Staaten auszugleichen suchen.
So bleibt auch jetzt das Programm der Reichsregierung bestehen, ohne Währungs- experimente mit mehr als zweifelhaftem Ausgang, das möglichste in die Wege zu leiten, um die deutsche Exportfähigkeit zu steigern, Mittel zu finden, um dem deutschen Ueber- seehandel wirksam zu helfen. Daß dies unter vollkommener Schonung der Kaufkras- oer breiten Massen, ohne neue Entei,nnng des Volksvermögens durch Inst >>'»» geschehen wird, ist Beweis >afür, paß oer notionalsozi^ iistische Staat sich seine, ----antwortung s..-n rem Volksganzen -wußt geblieben ist und es verschmäht, nach dem Beispiel vergangener Zeiten künstliche Augenblickserfolge auf Kosten der Gesamtheit zu erringen.
Gtavisky-Akten verschwunden
ivo ooo Franken Belohnung für Aufklärung des Mordfalles prince
Außenpolitische
Streiflichter
rr. dick. Bremen, 24. Februar. Nark Berlin Englands Zweiter Außen- * minister. Lordsiegelbewahrer
NM. Eden, hat sich nach Abschluß seiner Berliner Besprechungen in die italienische Hauptstadt begeben. Schon zum Jahreswechsel besuchte, wie erinnerlich, ein englischer Staatsmann in Rom Mussolini zum Zwecke eines Meinungsaustausches über die Abrüstungsfrage. Aber er hatte — es war Englands erster Außenminister, Sir John Simon — seine Fahrkarte nicht über Berlin gelöst, das links liegen blieb, und lieh sich auch in Paris aus der Rückreise in keine neuen Verhandlungen ein. Eden dagegen kommt mit einer Klarheit über den deutschen Abrüstungsstandpunkt und Friedenswillen nach Rom, der sich eben nur durch unmittelbare mündliche Verhandlungen mit Adolf Hitler und dem Reichsauhen- minister gewinnen lieh. Diese Klarheit wird ihm bei seinen Verhandlungen mit Mussolini und bei den geplanten abschließenden Besprechungen in Paris vor Illusionen und unnötigen Kombinationen bewahren. Gegenstand der Berliner Besprechungen, deren freundschaftliche Form wiederholt hervor- H gehoben worden ist, war die englische Abrüstungsdenkschrift. Sie kommt, wie wir schon ausführlich darlegten, den deutschen Forderungen im ganzen recht nahe. Von rein technischen Dingen abgesehen, ist jedoch die im englischen Kompromiß vorgesehene Frist von zwei Jahren, in der Deutschland auf Luftverteidigungswasfen noch verzichten soll, für uns unannehmbar, wie man in Berlin auch die geplante zehnjährige Dauer der „Abrüstungsvereinbarung" ablehnend beurteilt hat. Mit Genugtuung verzeichnen wir in diesem Zusammenhang die im amtlichen Berliner Bericht zum Ausdruck kommende Tatsache, „daß jede der beiden Parteien den Standpunkt der anderen durchaus verstehe", und daß trotz der Schwierigkeiten Fortschritte erzielt worden sind. Dabei müssen wir uns allerdings dessen bewußt bleiben, daß diese Fortschritte zunächst theoretischer Natur sind, da Eden keinen Auftrag zum Abschluß einer Vereinbarung, sondern nur den zu ihrer Vorbereitung in der Tasche hat. Die Würfel werden überhaupt erst in Paris fallen, wo Edens Optimismus — in Rom werden keine allzu schroffen Gegensätze zu überwinden sein — auf eine harte Probe gestellt werden dürfte. Doch das braucht, nach Lage der Dinge, nicht eigentlich unsere Sorge zu sein.
Oesterreichs
„Ich schritt ins Blut hinein
MMiiNlliaß-iky bis zu den Knöcheln, doch UNUlllMslMru.-' auch das Grausen wird ZUM
Ueberdrutz" — so könnte Dollfuß mit Geibels Tiberius sprechen, wäre diese historische Parallele für ihn nicht allzu schmeichelhaft. Aber während sich die „Sieger" im Kampf gegen den österreichischen Marxismus, zu denen sich die Heimwehren gern rechnen möchten, über die zweifelhafte politische Beute nicht einig werden, beschäftigt die Wiener in Verbindung mit dem Budapester Besuch des italienischen Unterstaatssekretärs Suvich vor allem Mussolinis Plan einer österreichisch- ungarisch-italienischen Zollunion. Im kommenden Monat soll die Sache spruchreif werden, und zwar werden der österreichische Bundeskanzler Dollfuß und der ungarische Ministerpräsident Gömbös gemeinsam nach Rom fahren. Zollunion mit Oesterreich — war sie nicht schon einmal im Haag zu Grabe getragen? Richtig. l93l war es. als Curtius und Schober den Plan einer deutsch-österreichischen Zollunion ausgearbeitet hatten aber doch nicht den Mut aufbrachten, ihn sofort in die Tat umzusetzen. Der Internationale Ständige Gerichtshof im Haag mußte seines Amtes walten. Den Juristen woc wieder einmal das Wort erteilt De" - '.Uiemnoe Rechtsvertreter erklärte sich von ais in seinem Gutachten gegen die deutsch österreichische Zollunion, weil sie die ll'mhhüngigkeit Oesterreichs gefährde Heule wird nicht nur die rein wi'rt- jchafilid Bindung, die oer Zallplan Mussolinis ftir Oesterreich vorsieht, sondern auch die -'-den nach dem Vorbilde dir Kleinen Entente erfolgte grundsätzliche Festlegung einer einheitlichen außenpolitischen Linie der Staaten Italien, Oesterreich und Ungarn in Rom nicht als Gefährdung oer UnabhänguO.-it Oesterreichs angesehen. Hierjjhei ust-T sh.ls die Pläne des ickliemschc» ftjiere
formen nnnehi» n, noch einiges >n joc.c-,, sein. Zunächst jchein' es so, daß dst- Union der Tschechoslowakei, Jugoslawiens und Numä- ; niens nicht tatenlos zuschauen wird, wie