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Parteiamtliches Organ der Bremer Nationalsozialisten
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Lunektdsi's Lsslstsiiugsn rlss Instituts tüi» Konjunktuntopsekung
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Berlin, 30. September,
Das Institut für Konjunkturforschung macht in seinem neuesten Wochenbericht geradezu sensationelle Angaben übe die „unsichtbare Arbeitslosigkeit".
Wir haben oft genug betont, batz die Zahl der amtlich festgestellten Erwerbslosen viel zu gering ist, da besonders in den letzten Monaten die Statistiken der Arbeitsämter keinen Anspruch auf Zuverlässigkeit mehr erheben könn«,. Das liegt zum größten Teil daran,, daß infolge der verschärften Bedürstigkeitsprüsnng zahlreiche Volksgenossen ausgesteuert wurden und daher von den Arbeitsämtern nicht mehr erfaßt werden. Das Konjunktur- institut kommt zu dem Ergebnis, daß in den Monaten der höchsten Arbeitslosigkeit, so zum Beispiel im Februar 1932, bei dvn Arbeitsämtern sechs Millionen Arbeitslose gemeldet waren, während die Gesamtzahl der Arbeitslosen acht Millionen betragen haben soll.
Diese Feststellung des Konjnnkturmstituts ist geeignet, die Situation blitzartig zu beleuchten. Die Richtigkeit unserer immer vertretenen Anficht wird vou einer amtlichen Stelle anerkannt.
Die politische Bedeutung dieser Feststellung ist unabsehbar. In Münster erklärte Herr von Papen, daß von den fünfeinhalb Millionen Arbeitslosen durch sein Programm eine bis eine halbe Million in die Wirtschaft eingeordnet werden können.
Wien, 30. Sept. In Zusammenhang mit dem Nationalsozialistischen Gauparteitag in Wien kam es am Freitag nachmittag verschiedentlich zu Zusammenstößen, von denen einer gegen 17 Uhr in der Gegend des Braunen Hauses einen ernsten Verlauf nahm. Er ist durch Schüsse aus dem so- zialdemokratischeu Verbandsheim eingeleitet worden. Zwölf SA.- und SS-Männer wurden schwer verletzt; davon soll einer einen Bauchschuß, einer einen RSclenschuß und ein dritter einen Stich in d«l Unterleib erhalten haben.
Als Protest gegen diese Vorfälle verließ die nationalsozialistische Fraktion geschlossen die gerade in Gang befindliche Wiener Geuieinderatssitzuug. Die letzten drei oder vier nationalsozialistischen Abgeordneten wurden vou sozialdemokratischen Gern einderäten mit schweren Tintenfässern, Schubladen, Aschenbechern »sw. beworfen, woraus die ganze Fraktion.? in den Sitzungssaal zurückkehrte, «m ihre Parteigenossen z» schützen. Es entspann sich ein wildes Handgemenge, bei dem alle Mitglieder der Nationalsozialisten mehr oder weniger schwer verletzt wurden. Der Gauleiter Frauenseld und der Gemeiuderat Professor Suchenwirt muß- ten in das Sophien-Hospital gebracht werden. Auch die andere« Mitglieder der Fraktion mußten ärztliche Hilfe in Anspruch nehme«.
Die Pressestelle der Polizeidirektion bestätigt, daß vor dem sozialdemokratischen Verbandsheim mehrere Schüsse abgegeben wurden, und zwar vou so- zlaldemokratischen Schutzbündlern, und Laß einige Personen, darunter auch Polizisten, verletzt worden stnd. Ein Rayon-Inspektor hat einen Steckschuß in den Unterschenkel erhalten.
Auch in der Gupendorserstraße ist es zu einem ernsteren Ueberfall von sozialdcmokratischen Schutz- bündleru auf Nationalsozialisten gekommen, von denen einer eine« Stich in die Nierengegend, ein anderer Stiche über dem Auge erhalten hat, während einem dritte« zwei Rippen gebrochen wurde».
Dr« Unruhen auf Leu Straßen dauern an. Im Lauf« des Abends haben sich noch zwei Saalschlachten ereignet, bei denen die Sozialdemokraten der angreifende Teil gewesen sind. Bei der einen handelt es sich UM das sehr bekannte VeriammlunaÄskal
Das ganze Papensche Wirtschaftsprogramm fußt also aus der unrichtigen Zahl von fünfeinhalb Millionen Arbeitsloser. Durch die Feststellung des Konjunlturinstituts, das eine Disserenz von über zwei Millionen zrmschon der amtliche« Zahl und der tatsächlichen Zahl der Arbeitslosen feststellt, ist das ganze Papensche „Aufbauprogramm" illusorisch geworden, da es von Voraussetzungen ausgeht die in keiner Weise gegeben find.
Der ganze künstliche hochgepeitschte Optimismus ist durch die Feststellung des Instituts für Konjunkturforschung mit einem Schlage vernichtet. Mit halben Maßnahmen ist wirklich nichts zu machen. Das sollte die furchtbare Zahl von acht Millionen Arbeitslosen zeigen. Es müssen neue Wege gefunden werden, um Deutschland vor dem vollkommenen wirtschaftlichen und moralischen Zusammenbrach zu bewahren. Daß Herr von Papen und sein Hettenklub diese Wege nicht gehen, das haben sie bewiesen, und sie können diese Wege auch aus ihrer ganzen kapitalistisch-liberalistischen Weltanschauung heraus nicht einschlagen.
Jetzt müssen Männer die Leitung des Staates übernehmen, die nicht einer Illusion nachjagen, die sich nicht durch mit den Tatsachen in keiner Weise übereinstimmende Zahlen künstlich täuschen lassen, sondern die mit klarem und sicherem Blick den Ernst der Lage erfassen und entschlossen sind, in eiserner Konsequenz neuen Kurs zu steuern.
Leimb acher auf der Landstraße, das fast gänzlich verwüstet wurde. Die Zahl der Verletzten, ist noch nicht festgestellt. Einem der Verletzten sollen bei dem Kampfe die Auge» ausgestochert worden sein. Ein Polizist hat schwere Verletzungen des Magens durch Tritt« erhalten.
Di« zweite Saalschlacht ereignete sich bei Stählerner, wo es ebenfalls zahlreiche Der-, letzte gab. Auch hier ist die Zahl der Opfer nicht festgestellt. In der Nähe eines Ge- wettschaftshauses wurde eine Anzahl SA- Lsute stark beschossen, wobei sechs durch Schüsse schwer verwundet wurden. Bei dem einen handelt es sich um einen Kopfschutz, bet dem andere» um einen Durchschuß des Oberschenkels.
Nach den bisher vorliegenden Einzelmel- dungsn sind offiziell insgesamt 23 Schwerverletzte festgestellt worden. Die Zahl derer, di« von ihren Kameraden in Privatwagen weggebracht wurden, läßt sich natürlich nicht annähernd feststellen.
Nach dem Bericht der Polizei sind die Zu- sammemstöße vor dem sozialdemokratischen Verbandsheim darauf zurückzuführen, daß viyr Nationalsozialisten von politischen Gegnern beschossen wurden. Die Schützen sind als Sozialdemokraten festgestellt worden.
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Im Rahmen des nationalsozialistischen Gaupar- teitages fand im großen Konzerthaussaal eine Festveranstaltung statt. Reichstagsabgeordnrter Ley- Köln überbrachte die Grütze Adolf Hitlers. I« seinen Ausführungen verwies er aus die Verbundenheit zwischen Oesterreich und dem Reiche.
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Reichsautzenminister vou Neurath zur Gleichberechkigungssrage.
Berlin!, 30. Sept. Reichsaußenminister von Neurath äußerte sich am Freitag vor M.rtretern, Mr^euMen Press« über seine
Genfer Besprechungen in der 'Gleichberech- tigungssrage und die Möglichkeiten der weiteren Entwicklung. Er trat insbesondere der Auffassung entgegen, als ob er einem Gespräch mit Herriot in Genf ausgewichen! sei. Wenn Herriot irgend etwas zu sagen gehabt hätte, so hätte der französische Ministerpräsident gewußt, daß er. Neurath, zur Verfügung gestanden habe.
Der deutsche Außenminister erklärte sodann, daß es nunmehr Sache der «urderen Staaten sei, Vorschläge zu machen, nachdem die Gespräche in Genf zu keinem Ergebnis geführt hätten. Was Deutschland zu sagen habe, sei bereits eindeutig in der dem französischen Botschafter am 29. 8. in Berlin überreichten deutschen Denkschrift gesagt worden. Mit keinerlei Verdächtigung könne die Tatsache der deutschen Abrüstung bestritten werden. Es könne auch nicht be- stritteD werden, daß die allgemeine Ab- rüstungs-Konferenz nach sechsmonatiger Dauer ergebnislos auseinander gegangen sei. Zum Schluß erklärte der deutsche Außenminister nachdrücklichst folgendes:
Deutschland wird sich an den Verhandlungen über die Abrüstungsfrage solange nicht beteiligen, bis Sicherungen dafür geschaffen sind, daß die Gleichberechtigung Deutschlands von keiner Seite «ehr in Zweifel gezogen werden kann, und daß das allgemeine Abrüstungsabkommen für die anderen die gleichen Verpflichtungen enthält, wie für uns.
Zu Beginn seiner Ausführungen hatte sich der Außenminister über die Vorgeschichte der Abrüstnngsverhandlungen sowie über die Gründe seiner Anwesenheit in Genf ausgelassen. Außer anderen Dingen komme auch die Minderheitenfrage in Genf zur Sprache. Es sei Vorsorge getroffen, daß der deutsche Standpunkt nachdrücklichst zum Ausdruck gebracht werde. Eine weitere wichtige Frage sei die Reorganisation in -er obersten Leitung des Bölkerbundssekre- tariats. Deutschland lege Wert darauf, daß auch hier der Grundsatz der Gleichberechtigung besser als bisher verwirklicht werde.
Dßsus Uni'uksn in Lkiiv
Santiago de Chile, 30. Sept. Die Rückkehr des früheren chilenischen Diktators Jbanez nach Chile hat zu neuen politischen Unruhen in Antofagasta geführt. Die Lage ist jedoch sehr gespannt. Die Gerüchte, daß General Jbanez wieder aktiv an der Politik teilnehmen und einen Vorstoß zur Politisierung der Armee machen wolle, riefen bei der Armee in Antosagasto große Aufregung hervor. Der Oberbefehlshaber General Vignola richtete daher ein Protesttelegramm an den geschäftssührenden Präsidenten General Blanche, in dem er erklärte, daß weder die Armee noch die Bevölkerung Nordchiles eine Jrrtervention der Armee in politische Angelegenheiten dulden würde. General Vignola wurde daraufhin von der Militärbehörde in Santiago de Chile abgesetzt. Sein Nachfolger, General Mujica, befindet sich mit dem Flugzeug auf dem Wege nach Antosagasto. Die Regierung erklärt, die Armee stehe durchaus hinter der Regierung.
Viv KoniingsnisvsnksnMungsn beginnen
Berlin, 30. Sept. Die für die Verhandlungen mit den Kontingentländern bestimmte Regierungskommission ist am Donnerstag nach Brüssel abgereist. Die Kommission wird außerdem nach dem Haag, nach Paris, Rom und Kopenhagen fahren.
Lins ^isskisss
Von Georg Joel - Oldenburg, LandtagsprüsLent Um die Angelegenheit rund um den Neger- pastor Kwami zu beleuchten, mutz man vorerst einmal wieder feststellen, was der Ausgangspunkt der nach meiner Ansicht zum größten Teil künstlichen Aufregung um den Negerpastor war.
Der Ausgangspunkt war die Ankündigung des Auftretens eines Negerpastors auf der Kanzel eines deutschen christlichen Gotteshauses.
Gegen dieses Auftreten eines Negerpastors auf der Kanzel eines christlichen Gotteshauses in Oldenburg wehrte sich die Hauptabteilung lll der Gauleitung Wefer-Ems aus dem instinktmäßigen Gefühl heraus, daß ein Neger, ein den Deutschen vollkommen artfremder Mensch, auf der Kanzel eines christlichen Gotteshauses in Deutschland nicht sprechen dürfe. Auch, wenn er ein der Aeußeren Mission angehörender Pastor ist.
Von uns ist gleich betont worden, daß wir nicht im entferntesten daran dächten, mit unserem Protest die Kirche als solche und ihre Lehren anzugreifen. Wir haben sofort betont, daß es sich bei nns ausschließlich um die Wahrung unserer rassischen Belange handelt.
Und in diesem Sinne hat auch per Ministerpräsident Röver seine Ausführungen in der bekannten Versammlung gemacht. Er hat ausdrücklich betont, daß er sich von vornherein dagegen verwahre, daß die Angelegenheit auf das religiöse Gebiet geschoben würde in der Voraussicht, daß ihm hinterher bestimmt von Uebelwollenden seine Ausführungen als antichristlich ausgelegt würden« Als Augen- und Ohrenzeuge der Versammlung, die von 1500 Menschen besucht war, muß ich feststellen, daß Ministerpräsident Rover auch nicht mit einem Wort irgendeinen Angriff gegen die evangelisch-lutherische Kirche und die Glaubenssätze des Christentums führte, noch. irgendeine Person bedrohte in der Sicherheit seines Lebens bei Ausübung ihres Amtes, daß kein Versammlungsbesucher sich irgendwie, trotz freigegebener Aussprache und schriftlicher Aeußerungsmöglichkeit, gegen seine sachlichen Ausführungen wandte. Jeder Teilnehmer der Versammlung wird zugeben müssen, daß die Ausführungen des Ministerpräsidenten nur eine Beleuchtung des Rasseproblems darstellten.
Und was hat man alles aus dieser Angelegenheit gemacht!
Eine Staatsaktien ersten Ranges. Der Gene« ralpredigerverein nrnßte eine geharnischte Er« kläruug abgeben, in der es heißt:
„Es ist damit von Vertretern einer Par-ri, deren grundsätzliche Bejahung des Christentums außer Frage steht, in einer Weise in den Auftrag und das innere Leben der Kirche und ihrer Glieder eingegriffen worden, die von einer völligen Mißachtung und Mißdeutung elementarster Glaubenssätze des Christentums zeugt. Es ist das Evangelium, die Kirche, die Mission beschimpft worden, und um des Christentums willen, das auch der NSDAP. am Herzen liegt, .mutz die Kirche hier in allerschärfster Form protestieren und' die grobe Entgleisung des oldenbnrgischen Ministerpräsidenten und der oldenbnrgischen nationalsozialistischen Ganleitung mit ernstem Nachdruck zurückweisen."
Als stellvertretender Gauleiter und Landtags« Präsident des Landtags des Freistaats Oldenburg verwahre ich mich ganz energisch gegen derartige Unterstellungen. Weder vom Ministerpräsidenten noch von mir ist in das innere Leben der Kirche eingegriffen worden. Als Mitglied der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde finde ich es einfach empörend, daß uns aus völliger Unkenntnis der Sachlage vom Generalpredigerverein „Mißachtung und Mißdeutung elementarster Glaubenssätze des Christentums" vorgeworfen wird. Und die unerhörteste Anschuldigung besteh! darin, daß man nns Beschimpfung des Evangeliums, der Kirche und der Mission vorwirft.
In ikinem, aber auch keinem Wort, ist bei den von nationalsozialistischer Seit« gemachter Aeußerungen eine Bestätigung dessen zu sirrdeq
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