Ausgabe 
(30.9.1932) Nr. 218
Seite
1
 
Einzelbild herunterladen

k

L

.s-

Kn. 21S.

Uskngsng IS3L

Snvmvn, fnvilsg, «Isn 3V. Lsplsmbvp

Llnrslpnsis IS

SvLmeeAMösMMMMckeLsMmm

Verlag und Geschäftsstelle: Papenstraße 15, Redaktion: Langen- straße 48. Sprechstunde der Redaktion: Montag bis Freitag von 18 bis 19 Uhr. Fernsprecher: Domsheide 25878.

Die BNI erscheint Werktags und kostet 1.90 frei Hans, durch die Post zuzüglich 38 Bestellgeld.

Parteiamtliches Organ der Bremer Nationalsozialisten

Anzeigen: hiesige die 10 gespaltene mm-Zeile 0.10, auswärts rÄF 0.12; im Textteil 0.50, auswärts 0.70; Stellengesuchs oLL 0.06; sonstige kleine Anzeigen oLF 0.08. Platzvorschrift ohne Verbindlichkeit. Bei Betriebsstörung, Streik, Verbot usw. hat der Bezieher keinen Anspruch auf Rückzahlung des Bezugspreises.

LinKsi* 6su1ag in Wisn

Vpsunkvmrisnvvpdot / Lorisirlsmokpsiisoks Usksnisilv

vis Dssrigsn i^sgisi'ung gsgsn 6is ^180^.

Ausweisung reichsdrutscher Nationalsozialisten aus dem Danziger Freistaat

Da« zig, 29. September. Der national­sozialistische Sturmbannführer Hagen und der SA.-Man.n Horst Langchant in Neuteich, die die reichsdeutsche Staatsangehörigkeit besitzen, wur­den oom Landrat des Kreises Tiegenhof aus dem Gebiet der Freien Stadt Danzig ausgewiesen «nd rmch Ostpreußen abgeschoben. In nationalsoziali­stischen Kreisen herrscht über diese Ausweisung graste Empörung, da man darin einen Kurs­wechsel in der Behandlung von Nationalsozialisten seit deren Oppositionsstellung gegen die Danziger Regierung erblickt.

Auster diesen beiden Nationalsozialisten find noch zwei weitere reichsdeutsche Nationalsozialt. sten, Kiesel und Lehwald, aus Danzig ausgewiesen und nach Ostpreusten abgeschoben worden.

Zur Begründung dieser ungeheuerlichen Provo­kation behauptet die Danziger Regierung, daß die ausgewiesenen Kameraden sich an Attentaten in Ostpreußen beteiligt hätten und von reichs- deutschen Gerichten gesucht würden.

Ls riZmmsnl in Lnglsnrß

Der einseitigste und rachgierigste Friedvnsvertrag"

London, 29. September. In einem Leitartikel desEvening Standard" vertritt dieser die Revision des Versailler Friedensvertrags, der die einseitigsten und rachgierigsten Ziele verfolge. Mit dem Hinweis darauf, daß in der Geschichte fast niemals ein Friedensvertrag länger als 15 Jahre innegehalten worden sei, erklärt Evening Standard", es sei nicht einzusehen, warum gerade der Versailler Friedensvertrag mit besondererHeiligkeit" behandelt werden sollte.

Falls der Friede in Europa ausrecht erhalten werden sollte, müßte in allererster Linie Deutsch­land die Gleichberechtigung gewährt, der pol­nische Korridor beseitigt, Oberschlesien wieder an Deutschland und Siebenbürgen an Ungarn zurück­gegeben werden.

In der Rüstungsfrage müßte ein Mittelweg gefunden werden, auf dem sich Frankreich und Amerika nähern könnten. Amerika sehe ein, wie das'Jtalien bereits getan habe, daß eine deutsch­feindliche Stellungnahme heute nicht mehr mög­lich sei.

Nungsnüsmonslnstion In Olll'SN

Düren, 29. September. Am Donnerstag morgen versammelten sich, einer durch kommu­nistische Flugblätter verbreiteten Aufforderung

Nachdem erst vor kurzer Zeit einer der kom­munistischen Mörder von Röntgenthal, der nach Rußland geflüchtet war, wieder nach Deutschland zurückgekehrt ist und hier von der Polizei festge­nommen wurde, sind jetzt zwei weitere kommuni­stische Verbrecher aus dem Sowjet-Paradies zu­rückgekehrt, um in deutschen Kerkern ihre Stra­fen abzubüßen. Der 27jährige Walter Juhl aus der Richardstraße in Neukölln, der im Oktoher vorigen Jahres den Pg. Gastwirt Böwe erschossen hat, wurde jetzt von der Polizei in Neukölln er­mittelt und verhaftet. Der Täter war halb ver­hungert und befand sich m einem Zustand selte­ner Verwahrlosung. Ein ähnlicher Fall liegt bei dem Schuhmacher Paul Michaelis aus Wittstock vor. Michaelis hatte drei Nationalsozialisten aus dem Hinterhalt überfallen und beschossen, jedoch glücklicherweise ohne jemand zu treffen. Er war dann nach Rußland geflohen und ist jetzt ebenfalls völlig heruntergekommen wieder zurückgekehrt, um sich der Polizei freiwillig zu stellen.

Mit diesen Vorfällen enthüllt sich die furchtbare Tragik junger deutscher Arbeiter, die den kommn-

Wieit, 2S. September. Der national­sozialistische Ganparteitag in Wien begann mit einer großen Kundgebung in der 15 090 Menschen umfassenden Sport-Avena Engel- mann, in der Abgeordneter Straßer sprach.

Die schamlose, vor keiner Gemeinheit zu­rückschaltende Hetze der marxistischen und, linksbürgerlichen Presse hat eine erregte Stimmung geschaffen. Die Polizei hat des­halb die Kundgebungen auf die Sonntags­kundgebung am Heldenplatz beschrankt, in der Reichstagspräsident Goering sprechen wird. Nur für diese ist auch das Abziehen in geschlossenen Massen gestattet worden, je­doch ist für diesen Umzug über den Ring das Tragen der Braunen Hemden streng verboten.

Die gesamte Pokizeimannslchaft steht in Alarmbereitschaft. Bereits in den frühen Morgenstunden wurden Nationalsozialisten

folgend, einige Hundert Erwerbslose vor einer Auszahlnngsstelle und demonstrierten durch auf­reizende Reden und Rufe. Es kam zu einem Zusammenstoß mit Polizeibeamten, worauf das Ueberfallkommando eingesetzt wurde. Drei Männer und zwei Frauen wurden verhaftet. Die Ansammlungen wiederholten sich immer wieder, so daß noch bis in die Nachmittags- stnnden hinein das Ueberfallkommando ein­greifen und unter Anwendung des Gummi­knüppels die Straße räumen mußte.

ikl* sps?sn Lnlois, von k»spsn?

Weitere Zunahme der von den Gemeinden unterstützten Arbeitslosen in Preußen

Berlin, 29. September. Jm^ August ist die Zahl der von den Gemeinden und Ge­meindeverbänden betreuten Arbeitslosen erneut gestiegen. Wie der Amtliche Preußische Presse­dienst mitteilt, sind nach.der Erhebung des Preußischen Statistischen Landesamt vom 31. August 1932 in Preußen insgesamt 2662 575 Arbeitslose von den Bezirksfürsorgeverbänden laufend unterstützt worden gegenüber 2612801 Ende Juli. Somit ergibt sich im August wieder eine Zunahme um 49 774 unterstützte Arbeits­lose oder 3,1 v. H.

Mischen Hetzern in die Hände gefallen sind. Man hat sie hier in die schlimmsten Verbrechen getrie­ben, hat sie zu blutigen Mordtaten aufgeputscht. Dann wurden sie nach Rußland abgeschoben. Hier sahen sie dann mit eigenen Augen, wofür sie ge- kämpft hatten: Für die Hölle auf Erden. Sie verkamen, standen vor dem Hungertod, und da nun in Rußland ein an Grauenhastigkeit noch nicht überbotener Winter vor der Tür steht, nah­men sie ihre letzten Kräfte zusammen und ver­ließen das bolschewistischeArbeiter-Paradies", um nach Deutschland zurückzukehren. Sie zogen die deutschen Zuchthäuser der bolschewistischen Hölle vor.

Gerade jetzt vor Eintritt des russischen Winters dringen trotz schärfster Kontroll-Matznahmen der Sowjets immer wieder Nachrichten über die russischen Grenzen, die von blutigen Massakers in aufständischen Gebieten zu berichten wissen. Die Lebensmittelversorgung Rußlands ist fast völ­lig lahmgelegt. In den Großstädten stehen Hun­gerschlangen vor den wenigen staatlichen Lebens- mittelverkaufsstellen. Die Arbeiter hungern und verkommen, und auch die Bauern stehen nach all dem Hunger jetzt vor dem Kältetod, des Winters.

einer ganzen Reihe Wiener Bezirke von Marxisten überfallen. Acht Personen wur­den verletzt, sechzehn verhaftet. Klebe- kolonnen der Sozialdemokraten haben viel­fach auf den nationalsozialistischen Plakaten die Hakenkreuze mit den drei Pfeil-Abzeichen überklebt oder die Plakate überhaupt her­untergerissen.

Im Lause des Donnerstag abend er­eigneten sich- noch in einer Reihe weiterer Bezirke gemeine Ueberfälle von Sozial­demokraten auf Nationalsozialisten. Etwa 25 Personen erlitten durch Hieb- und Stich­waffen Verletzungen. Im ganzen wurden gegen fünfzig Personen wegen Widerstandes, Aufwiegelung, Uebertretung der Waffenvor- schriften, Störung der öffentlichen Ruhe, Ge­fährdung der öffentlichen Sicherheit und dergleichen Strafanzeigen bei der Staats­anwaltschaft -erstattet.

Voiksküls unri voslsttungsfüi'soi'gs"

Berlin, 29. September. Bereits seit län­gerer Zeit stand es fest, daß der durch Verord­nung des Reichspräsidenten vom 3. Mai 1932 aufgelösteVerband proletarischer Freidenker" auf anderer Basis und in anderer Organisa­tionsform u. a. durch dieVolkshilfe und Bestattungsfürsorge" fortgeführt wurde. Die am Donnerstag im Laufe des Ta­ges von der politischen Polizei unternommene Durchsuchung der Büvoräume derVolkshilfe und Bestattungsfürsorge" hat ergeben, daß es sich nur eine Fortsetzung des verbotenenVerbandes proletarischer Frei­denker" handelt. Die Büvoräume wurden ge­schloffen und versiegelt, die festgestellten Ver­mögensstücke sichergestellt; das vorgefundene Schriftmaterial wurde beschlagnahmt und zum Polizeipräsidium gebracht; es unterliegt zur­zeit der Sichtung. Gegen die in Frage kom­menden Personen werden entsprechende Ver­fahren eingeleitet.

»ugsnbsi'g soll eiovk gsksn

Berlin, 29. September.

Wie wir von absolut zuverlässiger Seite erfah­ren, sind die Bemühungen, Hugenbcrg zum frei­willigen Rücktritt von der Führung der DNVP. zu veranlassen, immer noch in vollstem Gange.

Gestern haben sich nun zwei maßgebende Her­ren des Herrenklubs zu dem augenblicklich iu Bad Kissingen weilenden Herrn Hugenberg begeben, um einen letzten Versuch in dieser Richtung zu unternehmen. Die Regierung von Papen und der Herrenklub haben das allergrößte Interesse daran, daß Hugenberg zurücktritt, um die DNVPj zu einer Unterorganisation des Herrenklubs um­wandeln zu können. Die Aussichten dieser Be­mühungen sind vollkommen offen. Uns wird aber versichert, daß der Herrenklub auch für den Fall, daß Hugenberg nicht zurücktritt, sich mit den augenblicklichen Verhältnißen nicht abfinden wird, sondern daß tatsächlich noch vor der Wahl dann jener von uns bereits mehrfach angekündigte Verein unter Führung von Geßler, Goerdeler und Luther ins Leben gerusett werden wird.

Umwälzung in Indien:

k'sniss sis Mission

Bombay, 29. Sept. In Ratnagirr, in der Re­sidentschaft Bombay, wurden zum ersten Male seit Menschengedenken die religiösen Feierlichkei­ten in einem Hindutempel von Parias durchge­führt. Dieses Ereignis, eine der Auswirkungen von Ghandis Hungerstreik, hat allergrößtes Auf­sehen erregt, da die Priesterpflichten bisher nur von den Angehörigen der höchsten Hindukaste, den Brahmanen, ausgeübt werden dursten.

Hndvitsoksttsn keiM Hu-Insggsdeni

Was in Gestalt des Papenplanes als Ar-» beitsbeschafsungsaktion des Herrenklubs her-, auskam, beweist ein so hundertprozentiges! Nichtverstehen der Voraussetzungen wirk­licher Wirtschaftsbelebung, daß nur das Wissen um die Vaterschaft der Herren Gold­schmidt und Genossen das Zustandekommen dieses Planes verstehen läßt.

Schon Dr. Brüning hat, von der falschen Voraussetzung ausgehend, daß die Wird, schaftsankurbelung von der Kreditseite hep geschehen müsse IV 2 Milliarden zur Flüs­sigmachung der Großbanken verwendet, und wenn Herr von Papen mit der Gründung der ,Hfi" den gleichen Weg eingeschlagen hat, so beweist dies nur, daß mit ihm nicht das bei seinem Regierungsantritt mit erhobener Stimme geforderte neue Wirt­schaftsdenken, sondern nur eine andere In-, teressenclique des Kapitalismus in den Vordergrund getreten ist.

Der von gewisser Seite sorgsam genährte Irrtum der herrschenden Gruppe beruht auf der falschen Vorstellung, daß der Kredit die wesentlichste Boraussetzung der Prodnk-

UM vollen Knstt kün tiso ksgisnungspisn"

Die Banken für Papen Berlin, 29. September. Der Vorstand und Ausschuß des Zentralverbandes des Deut? scheu Bank- und Bankiergewerbes nahm Donnerstag zu dem Wirtschaftsprogramm der Reichsregierung Stellung. Man war einig in seiner Würdigung als einer mutigen erfolgversprechenden Förderung der sich an­bahnenden Wirtschaftsbelebung.

Die Ueberwindung der Arbeitslosigkeit könne nur gelingen, wenn der freien Wirt­schaftsinitiative in möglichst weitem Um­fange Raum zur Entfaltung gelassen wird. Die Vertreter des Bankgewerbes betrachten es als Pflicht ihres Berufsstandes, wie alle Mitglieder der deutschen Wirtschaft, sich mit voller Kraft für das Gelingen des Re­gierungsplanes einzusetzen und Einzelwün­sche vor dem Allgemeinwohl zurücktreten zq lassen (!!j Den inganggesetzt-en Maßnahmen werde aber nur dann Erfolg beschicken sein,, wenn die Fundamente jeder Wirtschafts­führung das Vertrauen in die Stetigkeit! der Verhältnisse und die Unerschütterlichkeff der Rechtsgrundlagen in vollem Umfange wiederhergestellt werden.

tio-U sei, und deshalb hat man sich immer wieder dazu verleiten lassen, die Reserven des deutschen Volkes Stück um Stück den! festgefahrenen Kreditinstituten in den Rachen zu werfen. Hätte man mit dem National­sozialismus erkamrt, daß nicht der Kredits sondern der Auftrag die Triebfeder allen Schaffens ist, und hätte man rechtzeitig die zur Flüssigmachung hoffnungslos ein-! gefrorener Großbanken aufgewandten Mil­liarden zur Auftragserteilung im Sinn«! des nationalsozialistischen Arbeitsbeschaf- sungsprogrammes angesetzt, so hätte Herr! von Papen heute nicht nötig, per Rundfunk die kläglichenErfolge" seines Planes re- klamehalber verbreiten zu lassen, das ganze Volk wüßte vielmehr aus eigenster, un­mittelbarer Erfahrung, daß die große Wirt- schastswende, die Zeit der neuerwachten Ar­beit, angebrochen ist.

Die Krise der Kreditinstitute wird durch dieIst" so wenig behoben werden, wig sie durch die angeblich endgültige und all­umfassende I 1/2 Milliarden-Sanierung Brü- nings behoben worden ist. Solange die deutsche Produktion lahmliegt und infolge­dessen die Schuldner dieser Banken zah­lungsunfähig sind, mag man an Snbverpt

KPV.-IVIÜi'llsi' Llsksn klsulsekv Ksnksi» klsm Towjst-^si'skllss von

Berlin, 29. September.