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Parteiamtliches Organ der Bremer Nationalsozialisten
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Ausweisung reichsdrutscher Nationalsozialisten aus dem Danziger Freistaat
Da« zig, 29. September. Der nationalsozialistische Sturmbannführer Hagen und der SA.-Man.n Horst Langchant in Neuteich, die die reichsdeutsche Staatsangehörigkeit besitzen, wurden oom Landrat des Kreises Tiegenhof aus dem Gebiet der Freien Stadt Danzig ausgewiesen «nd rmch Ostpreußen abgeschoben. In nationalsozialistischen Kreisen herrscht über diese Ausweisung graste Empörung, da man darin einen Kurswechsel in der Behandlung von Nationalsozialisten seit deren Oppositionsstellung gegen die Danziger Regierung erblickt.
Auster diesen beiden Nationalsozialisten find noch zwei weitere reichsdeutsche Nationalsozialt. sten, Kiesel und Lehwald, aus Danzig ausgewiesen und nach Ostpreusten abgeschoben worden.
Zur Begründung dieser ungeheuerlichen Provokation behauptet die Danziger Regierung, daß die ausgewiesenen Kameraden sich an Attentaten in Ostpreußen beteiligt hätten und von reichs- deutschen Gerichten gesucht würden.
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„Der einseitigste und rachgierigste Friedvnsvertrag"
London, 29. September. In einem Leitartikel des „Evening Standard" vertritt dieser die Revision des Versailler Friedensvertrags, der die einseitigsten und rachgierigsten Ziele verfolge. Mit dem Hinweis darauf, daß in der Geschichte fast niemals ein Friedensvertrag länger als 15 Jahre innegehalten worden sei, erklärt „Evening Standard", es sei nicht einzusehen, warum gerade der Versailler Friedensvertrag mit besonderer „Heiligkeit" behandelt werden sollte.
Falls der Friede in Europa ausrecht erhalten werden sollte, müßte in allererster Linie Deutschland die Gleichberechtigung gewährt, der polnische Korridor beseitigt, Oberschlesien wieder an Deutschland und Siebenbürgen an Ungarn zurückgegeben werden.
In der Rüstungsfrage müßte ein Mittelweg gefunden werden, auf dem sich Frankreich und Amerika nähern könnten. Amerika sehe ein, wie das'Jtalien bereits getan habe, daß eine deutschfeindliche Stellungnahme heute nicht mehr möglich sei.
Nungsnüsmonslnstion In Olll'SN
Düren, 29. September. Am Donnerstag morgen versammelten sich, einer durch kommunistische Flugblätter verbreiteten Aufforderung
Nachdem erst vor kurzer Zeit einer der kommunistischen Mörder von Röntgenthal, der nach Rußland geflüchtet war, wieder nach Deutschland zurückgekehrt ist und hier von der Polizei festgenommen wurde, sind jetzt zwei weitere kommunistische Verbrecher aus dem Sowjet-Paradies zurückgekehrt, um in deutschen Kerkern ihre Strafen abzubüßen. Der 27jährige Walter Juhl aus der Richardstraße in Neukölln, der im Oktoher vorigen Jahres den Pg. Gastwirt Böwe erschossen hat, wurde jetzt von der Polizei in Neukölln ermittelt und verhaftet. Der Täter war halb verhungert und befand sich m einem Zustand seltener Verwahrlosung. Ein ähnlicher Fall liegt bei dem Schuhmacher Paul Michaelis aus Wittstock vor. Michaelis hatte drei Nationalsozialisten aus dem Hinterhalt überfallen und beschossen, jedoch glücklicherweise ohne jemand zu treffen. Er war dann nach Rußland geflohen und ist jetzt ebenfalls völlig heruntergekommen wieder zurückgekehrt, um sich der Polizei freiwillig zu stellen.
Mit diesen Vorfällen enthüllt sich die furchtbare Tragik junger deutscher Arbeiter, die den kommn-
Wieit, 2S. September. Der nationalsozialistische Ganparteitag in Wien begann mit einer großen Kundgebung in der 15 090 Menschen umfassenden Sport-Avena Engel- mann, in der Abgeordneter Straßer sprach.
Die schamlose, vor keiner Gemeinheit zurückschaltende Hetze der marxistischen und, linksbürgerlichen Presse hat eine erregte Stimmung geschaffen. Die Polizei hat deshalb die Kundgebungen auf die Sonntagskundgebung am Heldenplatz beschrankt, in der Reichstagspräsident Goering sprechen wird. Nur für diese ist auch das Abziehen in geschlossenen Massen gestattet worden, jedoch ist für diesen Umzug über den Ring das Tragen der Braunen Hemden streng verboten.
Die gesamte Pokizeimannslchaft steht in Alarmbereitschaft. Bereits in den frühen Morgenstunden wurden Nationalsozialisten
folgend, einige Hundert Erwerbslose vor einer Auszahlnngsstelle und demonstrierten durch aufreizende Reden und Rufe. Es kam zu einem Zusammenstoß mit Polizeibeamten, worauf das Ueberfallkommando eingesetzt wurde. Drei Männer und zwei Frauen wurden verhaftet. Die Ansammlungen wiederholten sich immer wieder, so daß noch bis in die Nachmittags- stnnden hinein das Ueberfallkommando eingreifen und unter Anwendung des Gummiknüppels die Straße räumen mußte.
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Weitere Zunahme der von den Gemeinden unterstützten Arbeitslosen in Preußen
Berlin, 29. September. Jm^ August ist die Zahl der von den Gemeinden und Gemeindeverbänden betreuten Arbeitslosen erneut gestiegen. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, sind nach.der Erhebung des Preußischen Statistischen Landesamt vom 31. August 1932 in Preußen insgesamt 2662 575 Arbeitslose von den Bezirksfürsorgeverbänden laufend unterstützt worden gegenüber 2612801 Ende Juli. Somit ergibt sich im August wieder eine Zunahme um 49 774 unterstützte Arbeitslose oder 3,1 v. H.
Mischen Hetzern in die Hände gefallen sind. Man hat sie hier in die schlimmsten Verbrechen getrieben, hat sie zu blutigen Mordtaten aufgeputscht. Dann wurden sie nach Rußland abgeschoben. Hier sahen sie dann mit eigenen Augen, wofür sie ge- kämpft hatten: Für die Hölle auf Erden. Sie verkamen, standen vor dem Hungertod, und da nun in Rußland ein an Grauenhastigkeit noch nicht überbotener Winter vor der Tür steht, nahmen sie ihre letzten Kräfte zusammen und verließen das bolschewistische „Arbeiter-Paradies", um nach Deutschland zurückzukehren. Sie zogen die deutschen Zuchthäuser der bolschewistischen Hölle vor.
Gerade jetzt vor Eintritt des russischen Winters dringen trotz schärfster Kontroll-Matznahmen der Sowjets immer wieder Nachrichten über die russischen Grenzen, die von blutigen Massakers in aufständischen Gebieten zu berichten wissen. Die Lebensmittelversorgung Rußlands ist fast völlig lahmgelegt. In den Großstädten stehen Hungerschlangen vor den wenigen staatlichen Lebens- mittelverkaufsstellen. Die Arbeiter hungern und verkommen, und auch die Bauern stehen nach all dem Hunger jetzt vor dem Kältetod, des Winters.
iü einer ganzen Reihe Wiener Bezirke von Marxisten überfallen. Acht Personen wurden verletzt, sechzehn verhaftet. Klebe- kolonnen der Sozialdemokraten haben vielfach auf den nationalsozialistischen Plakaten die Hakenkreuze mit den drei Pfeil-Abzeichen überklebt oder die Plakate überhaupt heruntergerissen.
Im Lause des Donnerstag abend ereigneten sich- noch in einer Reihe weiterer Bezirke gemeine Ueberfälle von Sozialdemokraten auf Nationalsozialisten. Etwa 25 Personen erlitten durch Hieb- und Stichwaffen Verletzungen. Im ganzen wurden gegen fünfzig Personen wegen Widerstandes, Aufwiegelung, Uebertretung der Waffenvor- schriften, Störung der öffentlichen Ruhe, Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und dergleichen Strafanzeigen bei der Staatsanwaltschaft -erstattet.
„Voiksküls unri voslsttungsfüi'soi'gs"
Berlin, 29. September. Bereits seit längerer Zeit stand es fest, daß der durch Verordnung des Reichspräsidenten vom 3. Mai 1932 aufgelöste „Verband proletarischer Freidenker" auf anderer Basis und in anderer Organisationsform u. a. durch die „Volkshilfe und Bestattungsfürsorge" fortgeführt wurde. Die am Donnerstag im Laufe des Tages von der politischen Polizei unternommene Durchsuchung der Büvoräume der „Volkshilfe und Bestattungsfürsorge" hat ergeben, daß es sich nur eine Fortsetzung des verbotenen „Verbandes proletarischer Freidenker" handelt. Die Büvoräume wurden geschloffen und versiegelt, die festgestellten Vermögensstücke sichergestellt; das vorgefundene Schriftmaterial wurde beschlagnahmt und zum Polizeipräsidium gebracht; es unterliegt zurzeit der Sichtung. Gegen die in Frage kommenden Personen werden entsprechende Verfahren eingeleitet.
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Berlin, 29. September.
Wie wir von absolut zuverlässiger Seite erfahren, sind die Bemühungen, Hugenbcrg zum freiwilligen Rücktritt von der Führung der DNVP. zu veranlassen, immer noch in vollstem Gange.
Gestern haben sich nun zwei maßgebende Herren des Herrenklubs zu dem augenblicklich iu Bad Kissingen weilenden Herrn Hugenberg begeben, um einen letzten Versuch in dieser Richtung zu unternehmen. Die Regierung von Papen und der Herrenklub haben das allergrößte Interesse daran, daß Hugenberg zurücktritt, um die DNVPj zu einer Unterorganisation des Herrenklubs umwandeln zu können. Die Aussichten dieser Bemühungen sind vollkommen offen. Uns wird aber versichert, daß der Herrenklub auch für den Fall, daß Hugenberg nicht zurücktritt, sich mit den augenblicklichen Verhältnißen nicht abfinden wird, sondern daß tatsächlich noch vor der Wahl dann jener von uns bereits mehrfach angekündigte Verein unter Führung von Geßler, Goerdeler und Luther ins Leben gerusett werden wird.
Umwälzung in Indien:
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Bombay, 29. Sept. In Ratnagirr, in der Residentschaft Bombay, wurden zum ersten Male seit Menschengedenken die religiösen Feierlichkeiten in einem Hindutempel von Parias durchgeführt. Dieses Ereignis, eine der Auswirkungen von Ghandis Hungerstreik, hat allergrößtes Aufsehen erregt, da die Priesterpflichten bisher nur von den Angehörigen der höchsten Hindukaste, den Brahmanen, ausgeübt werden dursten.
Hndvitsoksttsn keiM Hu-Insggsdeni
Was in Gestalt des Papenplanes als Ar-» beitsbeschafsungsaktion des Herrenklubs her-, auskam, beweist ein so hundertprozentiges! Nichtverstehen der Voraussetzungen wirklicher Wirtschaftsbelebung, daß nur das Wissen um die Vaterschaft der Herren Goldschmidt und Genossen das Zustandekommen dieses Planes verstehen läßt.
Schon Dr. Brüning hat, von der falschen Voraussetzung ausgehend, daß die Wird, schaftsankurbelung von der Kreditseite hep geschehen müsse IV 2 Milliarden zur Flüssigmachung der Großbanken verwendet, und wenn Herr von Papen mit der Gründung der ,Hfi" den gleichen Weg eingeschlagen hat, so beweist dies nur, daß mit ihm nicht das bei seinem Regierungsantritt mit erhobener Stimme geforderte neue Wirtschaftsdenken, sondern nur eine andere In-, teressenclique des Kapitalismus in den Vordergrund getreten ist.
Der von gewisser Seite sorgsam genährte Irrtum der herrschenden Gruppe beruht auf der falschen Vorstellung, daß der Kredit die wesentlichste Boraussetzung der Prodnk-
„UM vollen Knstt kün tiso ksgisnungspisn"
Die Banken für Papen Berlin, 29. September. Der Vorstand und Ausschuß des Zentralverbandes des Deut? scheu Bank- und Bankiergewerbes nahm Donnerstag zu dem Wirtschaftsprogramm der Reichsregierung Stellung. Man war einig in seiner Würdigung als einer mutigen erfolgversprechenden Förderung der sich anbahnenden Wirtschaftsbelebung.
Die Ueberwindung der Arbeitslosigkeit könne nur gelingen, wenn der freien Wirtschaftsinitiative in möglichst weitem Umfange Raum zur Entfaltung gelassen wird. Die Vertreter des Bankgewerbes betrachten es als Pflicht ihres Berufsstandes, wie alle Mitglieder der deutschen Wirtschaft, sich mit voller Kraft für das Gelingen des Regierungsplanes einzusetzen und Einzelwünsche vor dem Allgemeinwohl zurücktreten zq lassen (!!j Den inganggesetzt-en Maßnahmen werde aber nur dann Erfolg beschicken sein,, wenn die Fundamente jeder Wirtschaftsführung das Vertrauen in die Stetigkeit! der Verhältnisse und die Unerschütterlichkeff der Rechtsgrundlagen in vollem Umfange wiederhergestellt werden.
tio-U sei, und deshalb hat man sich immer wieder dazu verleiten lassen, die Reserven des deutschen Volkes Stück um Stück den! festgefahrenen Kreditinstituten in den Rachen zu werfen. Hätte man mit dem Nationalsozialismus erkamrt, daß nicht der Kredits sondern der Auftrag die Triebfeder allen Schaffens ist, und hätte man rechtzeitig die zur Flüssigmachung hoffnungslos ein-! gefrorener Großbanken aufgewandten Milliarden zur Auftragserteilung im Sinn«! des nationalsozialistischen Arbeitsbeschaf- sungsprogrammes angesetzt, so hätte Herr! von Papen heute nicht nötig, per Rundfunk die kläglichen „Erfolge" seines Planes re- klamehalber verbreiten zu lassen, das ganze Volk wüßte vielmehr aus eigenster, unmittelbarer Erfahrung, daß die große Wirt- schastswende, die Zeit der neuerwachten Arbeit, angebrochen ist.
Die Krise der Kreditinstitute wird durch die „Ist" so wenig behoben werden, wig sie durch die angeblich endgültige und allumfassende I 1/2 Milliarden-Sanierung Brü- nings behoben worden ist. Solange die deutsche Produktion lahmliegt und infolgedessen die Schuldner dieser Banken zahlungsunfähig sind, mag man an Snbverpt
KPV.-IVIÜi'llsi' Llsksn klsulsekv Ksnksi» klsm Towjst-^si'skllss von
Berlin, 29. September.