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Verlag und Geschäftsstelle: Papenstraße 15. Redaktion: Langen- straße 48. Sprechstunde der Redaktion: Montag bis Freitag von 18 bis 19 Uhr. Fernsprecher: Domsheide 25878.
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Parteiamtliches Organ der Bremer Nationalsozialisten
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Das Volk sisgon!
Von 0i». Otto vistniek
812 :42 lautete die Visitenkarte des deutschen Volkes für Herr» von Papen und sein „Präfi- dialkabinett". Die Weigerung des Kabinetts, zurückzutreten, und sein Versuch, trotz dieses vernichtenden Mißtrauensvotums weiter zu regieren, ist eine ofsene Brüskierung des Volkes. Eine ebenso kleine wie unfähige reaktionäre Clique glaubt dem Willen der Nation trotzen zu können. Nun gut! Das Volk nimmt diesen Fehdehandschuh auf! Am 6. November, dem letzten verfassungsmäßig noch möglichen Termin, sollen die Wahlen stattfinden. Wenn auch nur aus Verlegenheit >— die Herren der Regierung Papen haben diesen Wahl- kamp'f gewollt. Sie sollen ihn haben!
Wir sind sicher, daß das „Papen-Jntermezzo" in der deutschen Geschichte einmal einen Platz einnehmen wird, dessen unverschuldete historische Bedeutung allerdings im umgekehrten Verhältnis stehen wird zu seiner" eigenen politischen Bedeutungslosigkeit. Vielleicht hat das Schicksal uns diesen Herrn von Papen geschickt, um an ihm und dem Beispiel seiner Negierungsmethoden endlich dem ganzen deutschen Volk Klarheit werden zu lassen, mit welch tiefer innerer Berechtigung die nationalsozialistische Freiheitsbewegung ihren Kampf um die Nation führt, und warum sie in diesem Kampfe siegen muß. Klare Erkenntnis ist .die Voraussetzung zu richtigem Handeln. Das gilt auch für das deutsche Volk, das durch die ünver- hüllten politischen Machenschaften der letzten Wochen erst sehend und damit eigentlich erst reif geworden ist für die große Entscheidung, die es am 6. November zu fällen hat.
Worüber man bisher das Volk noch durch eine willfährige RegierungsPresse zu täuschen vermochte, das weiß heute jeder einzelne, vom höchststehenden Intellektuellen bis zum einfachsten Handwerker in Deutschland: Die Politik der deutschen Regierungen in den letzten Jahren bestand zu ihrem entscheidenden Teil in nichts anderem, als darin, unter allen Umständen der nationalsozialistischen Freiheitsbewegung den Weg zur Macht zu verlegen. Der „sachlichen" Arbeit der Aera Brüning lag in Wirklichkeit nichts anderes als das jahrelange Buhlen um die Tolerierung der SPDH der willkommenen Hilsstruppe gegen die nationalsozialistische Bewegung zugrunde. Das „tragische Geschehen" der letzten Wochen und Monate, das die Leute um Papen angeblich so beklagen, hat seinen tiefsten Sinn in Wahrheit nur in der Absicht, koste es was es wolle, zu verhindern, daß die NSDAP. an die Regierungs- sührung im Reiche gelangt.
Warum hat der Herr Reichspräsident die Möglichkeit, gegen den Willen der Mehrheit des Reichstages zu regieren, erst jetzt entdeckt, und warum nicht von ihr Gebrauch gemacht, als diese Mehrheit eine marxistische war?
Warum hat der Herr Reichspräsident nicht den Reichstag auflösen lassen, als seine damalige Mehrheit für Annahme des Poungplanes war, der Deutschland dem Ruin entgegenführen mußte, wie die Nationalsozialisten richtig voraussahen?
Warum läßt der Herr Reichspräsident heute gegen den Willen der Mehrheit des Reichstages regieren, in dem Augenblick, in dem diese Mehrheit eine nationale, von den besten Teilen des deutschen Volkes getragene ist?
Warum tritt Herr von Papen, der noch vor wenigen Wochen angeblich seine Aufgabe darin sah, diese nationalen Kräfte an die Führung des Staates heranzubringen, nicht zurück, um eine solche Möglichkeit zu erzwingen?
Auf alles das gibt es nur eine Antwort: Weil man die nationalsozialistische Freiheitsbewegung bewußt von der Führung des Volkes fernhalten wollte!
Das weiß heute das Volk und hat sich — trotz der irreführenden Regierungspresse und ihrer Soldschreiber — sein eigenes Urteil darüber gebildet.
Es weiß, daß wenn der Herr Reichspräsident
gemäß dem Sinn der Verfassung und in Uebereinstimmung mit dem Willen des Volkes den Führer der nationalsozialistischen Bewegung zur Führung der Regierung berufen hätte, heute mehr als 30 Millionen Wähler, d. h. fast das ganze deutsche Volk hinter einer solchen Regierungsfront stände, um mit vereinten Kräften an den inneren Wiederaufbau heranzugehen und den Kampf für die Gleichberechtigung nach außen hin aufzunehmen.
Es weiß, daß mit diesem Tage die deutsche Schicksalswende eingeleitet und das große Versöhnungswerk im deutschen Volke zur Wirklichkeit geworden wäre. Es weiß, daß die NSDAP. zu diesem Werk die Hand reichte und daß man sie mit den fadenscheinigsten Begründungen gegenüber der Oeffentlichkeit ausschlug.
Warum? Auch das weiß das Volk!
Es sieht, wie die gebliebene Regierung v. Papen, hinter der eine Hand voll Reaktionäre und
Die Pressestelle des Oldenburgischen Staatsministeriums übergibt der Oesfent- lichkeit ein längeres Schreiben der Staats- rcgierung an den Reichspräsidenten und verweist darin in eindringlichen Worten auf die Notlage der oldenburgischen Landwirtschaft, in der durch unsittlich hohe Abgaben und Zinslasten in grauenvoller Konsequenz ein Besitz nach dem anderen zum Erliegen kommt. Es heißt dann u. a.:
„Böswillige Gläubiger pressen die Menschen aus zu staatlich konzessionierten Wucherzinsen. Können aber diese Zinsen nicht bezahlt werden, was bei dem katastrophalen Zusammenbrach der Preise für landwirtschaftliche Erzeugnisse meistens recht bald geschieht, dann folgen Zusammenbrach und Zwangsversteigerung. Die Preise für Grund »md Boden stehen recht niedrig im Kurs. Höfe werden zu einem Spottpreis verschleudert. Der einst seßhafte Bauer wird zum heimatlosen Bettler. Eine einzige Katastrophe ist das Schicksal der Siedler. Was dort an Leid und Jammer heute zu finden ist, kann Ihnen, Herr Reichspräsident, einfach nicht bekannt sein, sonst hätten Sie dem unsittlichen Zustande
Berlin, 21. Seht. Die zahlreichen Vereine und Parteien, die sich zum Zwecke des Mandatserwerbs jetzt vor der Wahl aufgetan haben, scheinen alle noch nicht die wahren Siegelbewahrer der Idee des Prä- sidialkabinetts zu sein. Unterrichtete Kreise bestätigen jetzt die
Meldung über die geplante Gründung einer Hindenburg-Partei.
Damals schrieben wir, daß in der Deutsch- nationalen Volkspartei außerordentlich starke Gegensätze vorhanden seien, da man die DNVP. zu einer Hindenburg-Partei umlormen zind Herrn Huaenb.erg .vor die
als Drahtzieher die Mische Hochfinanz steht, die Rechte des Volkes mißachtet.
Es sieht, wie das wirtschaftliche Elend in dieser von der Regierung heraufbeschworenen Atmosphäre des Mißtrauens zunimmt und zunehmen muß.
Es muß — am Rande des Abgrundes — zusehen, wie . ein zum Himmel schreiend unsozialer „Wirtschaftsplan" notverordnet wird, der angeblich der Wirtschaft die Freiheit wiedergeben soll und 2ZL Milliarden neuer Papiere dem Börsen- spiel ausgeliefert, aber nach dem Urteil aller Einsichtigen eine furchtbare Enttäuschung bringen und das Ende aller Wirtschaft herbeiführen wird.
Das Volk, durch die Meinungsfabrik der Regierungspresse nicht mehr zu täuschen, sieht heute völlig klar: Hier eine Regierung gegen das Volk, die ohne Aussicht auf Erfolg die Nation aufs neue in die Zerrissenheit, in den Zustand der Rechtlosigkeit und Klassenherrschaft hineintreibt — dort die von der Reaktion gehaßte und mit den skrupellosesten Mitteln niedergehaltene nationalsozialistische Freiheitsbewegung, die mit dem Volke und für das Volk der Nation eine neue Zukunft erschließen will und allen Widerständen zum Trotz erschließen wird.
längst ein Ende bereitet.
Gebieterisch rufen diese himmelschreienden Zustände nach einer sofortigen Aenderung. Was ist nötig?
1« Eine sofortige Herabsetzung des Reichsbankdiskonts aus höchstens 2 Prozent und des Privatdiskonts auf 3 Prozent, wobei jedes Nehmen von Unkosten - Zinsen oder Vermittlergebühren strengstens untersagt wird. Die Ausplünderung der Arbeit durch höhere als die gesetzlichen Zinsen muß durch ein Wuchergesetz unter schwerst« Strafe gestellt werden.
2. Die Aussetzung aller Zwangsverkäufe und Versteigerungen für ein volles Jahr, damit allen Eignern Zeit und Möglichkeit gegeben wird, aus ihrer in den meisten Fällen nur vorübergehenden Zwangslage herauszukommen.
Wir geben nns der Ueberzeugung hin, daß Sie, hochzuverehrender Herr Reichspräsident, diesen Notschrei aus dem Oldenbur- ger Lande hören und in Erkenntnis Ihrer Pflicht freudigen Herzens den Wünschen des Volkes nachkommen. Sorgen Sie bitte, daß das Volk nicht jeden Glauben verliert.
gez. Röver. gez. Spangemacher."
Tür setzen wolle. Hugenberg hat seine Paladine, die finanziell von ihm abhängig sind, wieder zur Raison gebracht und die Beteiligung der DNVP. an diesem Gebilde, bzw. die Umformung der Partei kommt nicht in Frage.
Dagegen ist in allernächsten Tagen mit der Gründung der „Hindenburg-Partei" zu rechnen, die lediglich für diesen Wahlkampf gegründet werden soll, um der Politik Hiydenburgs eine Stütze zu werden.
Die Partei will sich, wie wir hören/ daraus beschränken, für die Person Hin- , d enb urgs und den Gedanken des Prä-
sidalkabinetts Propaganda zu machen, sie? will aber Angriffe auf andere Parteien unÄ Gruppen wohl in der Erkenntnis, daß ihr! diese Angriffe selbst schlecht bekommen wür» den, unterlassen.
Eine führende Rolle in der neuen Hin» deuburg-Partei werden, wie wir ebenfalls! voraussagten, die Herren Geerdeter und! G-eßler spielen.
Jetzt versteht man auch, warum der Wahl-, aufruf der Reichsregierung noch nicht ev* schienen ist. Die Firma, die angepriesen werden soll, muß ja schließlich erst geboren werden.
Auch eine „national-demokratische" Partei.
Kiel, 21. Sept. Wie aus Kiel gemeldet wird, hat sich unter der Führung des Buch-, Händlers Robert Brede eine neue Partei etabliert, die den Namen „National-* demokratische Partei" tragen wird. Sie will unter Betonung des „nationalen Gedankens" alle republikanisch-demokra* tischen, an der Privat-Initiative festhaltenden aufbauenden usw. Kräfte sammeln« Daß sie ebenfalls für Papen eintritt ver-* steht sich am Rande.
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Ueberfall auf eine Schnitterkaserne
Zchdnick, 21. Sept. In der Nacht zum Mittwoch wurde auf die Schnitterkaserne des Gutes Osterne ein politischer Ueberfall verübt. Die Ar* bcitsdienstfreiwilligcn des Arbeitslagers Radingen, die politisch der Stemics-Richtung angehören, hatten seit längerer Zeit mit den Schnittern, die Anhänger der NSDAP. sind, Streitigkeiten. Sie bewaffneten sich nun in der Nacht mit Kartossel- hacken, Spaten, Sensen und sonstigen Feldgeräten, drangen unter Anführung ihres Aussehers Bor- chardt in die Schlassäle der Schnitter ein und überfielen sie in ihren Betten. Es kam zu einer blutigen Saalschlacht, bei der drei Personen schwer und einige leicht verletzt wurden. Die Untersuchung ist eingeleitet.
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Zusammenhang mit der mandschulische,t Frage?
London, 21. Sept. Zu dem Besuch des Senators Reed in London und Paris meldet der Washingtoner Korrespondenz der „Times", Reed habe in seiner Unterredung mit Herriot zwar sehr diskret, jedoch deutlich zu verstehen gegeben, daß die Bereinigten Staaten eine öffentliche französische Stellungnahme gegen die deutsche! Gleichberechtigungsforderung unterstützet würden, wenn dafür die Franzosen die Haltung Amerikas in den fernöstlichen Fragen — vor allem der mandschurischen — unterstützen. Obwohl Stimson sich jeglicher Aeußerungen über die Mission Reeds enthalten habe, so solle er ihm doch, wie man glaube, die Anweisung gegeben haben, die englische Regierung der Unterstützung des Völkerbundes durch Amerika bei allen zukünftigen Entscheidungen hinsichtlich der Mandschurei zu versichern.
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Moskau (über Kowno), 21. September. Wie amtlich bekanntgegeben wirb, hat die Sowjetregierung die Moskauer Vertreterin der Londoner Zeitungen „Daily Expreß" und „Sundah Expreß", Rhea Clhman, ausgewiesen, da sie angeblich „systematisch bewußt falsche Nachrichten verleumderischen Inhalts" verbreitet habe. Ihr wird besonders zum Vorwurf gemacht, daß sie über Ausstände, Pvogrome und Religionen für Londoner Blätter geschrieben und sich grobe Beleidigungen der Rotyn Armes habe zuschulden kommen lassen.
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Das Oldenburigische Staatsministerium an den Reichspräsidenten. Oldenburg, 21. Sept.
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llinrlsnbui'g^sntsi
Eosi'llelsi' unrl Eskisp im Mntsi'gpunck