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Verlag und Geschäftsstelle: Papeustratze 15, Redattion: Langen- straße 48. Sprechstunde der Redaktion: Montag bis Freitag von 18 bis 19 Uhr. Fernsprecher: Domsheide 25878.
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Parteiamtliches Organ der Bremer Nationalsozialisten
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Berlin, 20. September. 8« dem Besuch des preußischen LandtagsPwSfidenten Pg. Serrl beim Reichspväsidewte« todt» «gLnHenV mftgeteilt: Der preußische Landtag hat eftren kommunistische« Antrag angenommen» in dem es heißt, daß die preußischen Beamten «Kht berpftichtet seien, den Anordnungen des RÄchs- knnmissars für Preußen Folge KN leisten. Der Reichskanzler, der bei der gesogen Besprechung Mischen Hindenburg und Kervl zugegen War, hat im Verlaufe der Besprechung die Erwartung ausgesprochen, daß es bei diesem Beschluß des preußischen Landtags nicht verbleibe. Ev hat, wie von zuständiger Stelle mitgeteilt wird, den Landtagspräsidenten darauf aufmerksam gemacht, daß sich die kommissarisch« preußische Regierung mit den Beschlüssen des Landtages nicht abfinden könne.
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Berlin, 20. Sept. Vor der ersten Kammer des Berliner Sondergerichis begann am Dienstag vormittag der bisher größte vor Berliner Sondergerichten verhandelte Prozeß. Es handelt sich dabei um Vorgänge, die sich am 29. August in Charlottenburg in der Röntgenstratze zutrugen. Die Nationalsozialisten wurden dort von den Kommunisten überfallen. Bei dem Uebcrfall wurde der Nationalsozialist Gatschkei erschossen, zwei weitere Nationalsozialisten schwer verletzt. Nun haben sich wegen dieser Vorgänge neun Kommunisten vor dem Son- bergericht zu verantworten unter der Anklage des vollendeten Totschlags aus politischen Beweggründen, des versuchten Totschlags in zwei Fällen sowie wegen schweren Landfriedensbruchs«
Bei diesem Sondergerichtsprozeß finden die verschärften Strafbestimmungen der Verordnung des Reichspräsidenten gegen den politischen Terror vom 9. August Anwendung, die bei Totschlag aus politischen Beweggründen die Todesstrafe vorsehen. Der Prozeß, zu dem über 70 Zeugen ge>-
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Mönchs», 80. September. Die „Nationalsozialistische Korrespondenz" schreibt:
„Wer Papen schlagen will, mutz Hitler wählen.
Denn wer nicht für Hitler ist, ist für Papen und stützt damit, wenn auch indirekt, seine unsoziale, die Ration aufs schwerste belastende Herrschaft.
Vielleicht mußte das deutsche Voll erst diese Regierung von Papen als eine höhere Fügung des Schicksals über sich ergehen laßen, um ganz klar zu erkenne«, zwischen wem es sich nun zu entscheiden hat. Das System Papen ist nicht nur reaktionär und ««sozial, sondern heute in Wirklichkeit
auch der Hemmschuh jedes wirtschaftlichen Ausstiegs
geworden. Wer aber dieses System «nd die in ihm verkörperten reaktionären und wirtschafts- hemmendcn Kräfte beseitigen will, muß sich am 6. November für die NSDAP. entscheiden.
Die nationalsozialistische Bewegung hat die
Führung übernommen. Der Marxismus ist am Ende und steht aus totem Gleise.
Die nationalsozialistische Bewegung wird dafür sorgen, daß diese Erkenntnis nicht durch eine seile Presse verschleiert, sondern im Volk noch verliest wird, damit am 6. November
der Sieg des Volkes ei» entscheidender wird.
Zwar hat die NSDAP., Re ganz aus den Idealismus ihrer Anhänger eingestellt ist, nicht die finanziellen Mittel, über die in diesem Wahlkamps die Parteion ohne Volk verfügen. Aber wir haben die beglückende Gewißheit, daß der untrügliche Kampsesgeist,
die nie erlahmende Ausdauer und der von niemand zu übertreffende Opfersinn der Millionen, der mit dieser Bewegung für immer untrennbar verbunden ist «nd ihr Gut und Blut geweiht hat, diesen Kampf segnen und zum Siege führen wird."
laben sind, wird vier oder fünf Verhand- lunsistage in Anspruch nehmen.
Kommunistische Demonstrationen«
Bei Beginn des Sondergerichtsprozesses im Moabiter Kriminalgericht kam es in der Turmstraße vor dem Eingang zum Neuen Kriminalgericht zu kommunistischen Demonstrationen. Mit Mühe gelang es den anwesenden Polizeibeamten, die Menge zu zerstreuen, aber immer wieder sammelten sich an den Absperrungslinien Demonstranten, die in Rufe „Nieder mit dem Son- dergericht", „Heraus mit den politischen Gefangenen", „Es lebe die Weltrevolution" ausbrachen. Erst einige Uebersallkomman- dos, die zur Hilfe kamen, konnten die Ruhe auf der Straße wiederherstellen.
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^lisÄsi» miL IVIsi'Xlsmus UNÄ KsskUon!
Berlin, 20. Sept. Die ersten Auswirkungen der „Wirtjchaftsankurbelung" des Herrn von Papen machen sich bemerkbar. Nachdem wir erst vor wenigen Tagen melden konnten, daß der Generalangriff der Unternehmerverbände auf die Tarife schon in verschiedenen Teilen des Reiches eingesetzt hat, können wir jetzt mitteilen, daß alle Anzeichen dafür vorhanden sind, daß die durch die letzte Notverordnung des Reichskabinetts geschaffene Lage in aller Kürze zu
Lonkämpfen von allergrößtem Ausmaße führen muß. Das Wirtschaftsprogramm des Herrn von Papen bedeutet nichts anderes als die Entrechtung des deutschen Arbeiters. Den Beweis dafür liefern allein schon die Vorgänge der letzten Tage.
Wie wir vorgestern meldeten, haben die Lohnverhandlungen im mitteldeutschen Braunkohlenbergbau zu einer geradezu unerhörten Kürzung der Huugerlöhne der Arbeiterschaft geführt. Die Unternehmerver- bände haben trotz schärfsten Protestes der Belegschaften auf Gründ der Wirtschasts- notverovdnnng Papens Neueinstellungen vorgenommen und die dadurch ermöglichten radikalen Lohnkürzungen durchgeführt.
Diesem Beispiel sind jetzt auch Unternehmer- gruppen in Berlin und der Verband der Metallindustriellen Niederschlesiens gefolgt.
Die Belegschaft des Metallbetriebes Nieles in Berlin-Weißensee ist gestern morgen zum großen Teil in den Streik getreten, weil die Direktion des Werkes am Sonnabend nachmittag einen Anschlag veröffentlicht hat,
wonach ab 1. Oktober die Löhne von der 31. bis 49. Wochenstunde um 5V Prozent gekürzt werden sollen, und außerdem die 5-Tage-Woche eingeführt werden soll.
Die Geschäftsleitung des Werkes hat diese Maßnahmen damit begründet, daß durch Neueinstellungen in den Monaten Juli, August und September die Voraussetzungen für die in der Wirtschaftsnotverordnung des Kabinetts von Papen vorgesehene Lohnkürzung gegeben sei.
In Oberschöneweid« bei Berlin ist von der Direktion des dortigen Messingwerkes ebenfalls ein Lohnabbau von 29 Prozent durchgeführt worden.
In dem Metallbetrieb Wolfs, Netter n. Jakobi in Adlershof ist die Belegschaft Sonnabend nachmittag zum Protest Legen
einen 29prozentigen Lohnabbau für zwei Stunden in den Streik getreten.
In der Spirakbohrerfabrik Stock in Ber- lin-Marienfelde ist die Belegschaft ebenfalls für zwei Stunden in den Proteststreik getreten, weil die Direktion des Werkes einen 39-prozent. Lohnabbau angekündigt hatte. Mit einem Vollstreik der Belegschaft ist für heute zu rechnen.
In der Fahrzeug- und Aufzugsabrik Schindler ist der Belegschaft ein allgemeiner Lohnabbau um 10 Pfg. pro Stunde zudiktiert worden. Die Belegschaft hat bereits erklärt, daß ste unter den neuen Bedingungen nicht arbeiten werde.
Mit einem Abbruch des Streikes der Niederschlesischen Metallarbeiter ist — wie wir erfahren — vorläufig nicht zu rechnen. Die Mitgliederversammlung des Verbandes der Metallindustriellen Niederschlesiens hat beschlossen, die angekündigten Lohnkürzungen rücksichtslos durchzuführen. Vorschläge der Arbeitnehmergruppen sind abgelehnt worden.
Das, was bis jetzt geschah, war nur der Anstatt zu einem Generalangriff auf die Lebenshaltung des deutschen Arbeiters. Die deutsche Arbeiterschaft ist sich darüber im Klaren, daß der Kampf gegen ihre Entrechtung nur aus politischer Basis ausgetragen werden kann. Die Reaktion hat sich mit dem, was sie bisher aus wirtschaftlichem Gebiete geleistet hat, demaskiert. Die angeblich „sozialen" Maßnahmen Papens bedeuten nichts anderes als die Vernichtung die Existenzgrundlage der schaffenden Schichten Deutschlands. Der deutsche Arbeiter weiß, daß der Kamps gegen diese Entwicklung nicht nur gegen die Reaktion, sondern auch in gleicher Weise gegen den Marxismus geführt werden muß. Das, was geschieht, ist nur mit umgekehrtem Vorzeichen die konsequente Fortsetzung der Politik, die mit dem 9. November 1918 begann und die über die Herrschaft einer reaktionären Klique zum Cjaos führen mutz, wenn es nicht in letzter Stunde gelingt, den Männern die Staatsführung zu übergeben, die von dem Vertrauen des Volkes getragen sind!
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London, 20. Sept. In einem Artikel der „News Chronicle" befaßt sich der Präsident der Abrüstungskonferenz, Henderson, eingehend mit dem deutschen Anspruch aus Gleichberechtigung.
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Eine Erklärung von Dr. Goebbels
Die „Bremer Volkszeitung" bringt am Sonnabend, den 17. September 1932, unter der Überschrift „Wachsende Rebellion bei den Nazis" eins Notiz, die das bei dem Blatte Alfred Fanst's schon gewohnte Maß von Lüge und Unverschämtheit noch um einiges überbietet.
Pg. Dr. Goebbels erklärt zu den einzelnen ausgeführten gemeinen Behauptungen folgendes:
„Es ist unwahr, daß meine Frau im Haus« deren vo» Dirksen die Kronprinzestin beknickseu durste. Diese Behauptung ist deshalb unwahr, weil meine Frau niemals im Hause von Dirksen die Kronprinzessin gesehen hat.
Es ist unwahr, daß ich eine feudale Wohnung am Reichskanzlcrplatz eingerichtet und von Schulze-Naumburg für Zehntausends habe künstlerisch ausstatten lasten.
Die von mir und meiner Familie benutzte Wohnung am Reichskanzlerplatz war bereits und ist noch Eigentum meiner Frau. Sie ist alles andere als feudal.
Es ist unwahr, daß diese Wohnung von Professor Schulze-Naumburg mit einem Aufwand von Zehntausenden Mark künstlerisch ausgestattet worden sei. Unmöglich schon allein deshalb, weil ich die Zehntausende einfach nicht besitze.
Unwahr ist, daß ich den Standartenführern einen mit Blattgold belegten prunkhasten Kronleuchter in meiner Wohnung zeigte.
Ich besitze überhaupt keinen mit Blattgold belegten Prunkkronleuchter.
Unwahr ist endlich, daß ich mir die Riesen- gehältcr für das reiche Leben aus der SA., die meine Zeitungen und Broschüren verkaufen und aus dem Eintrittsgeld der einsachen Leute verschaffte.
Ich beziehe keine Riesengehälter und vermag sie infolgedessen auch nicht zu verleben, da ich das mir angedichtete reiche Leben nicht führe."
Da zu erwarten ist, daß diese Meldung, die zuerst im „Vorwärts" aufgetaucht ist, durch die gesamte Presto weiterläuft, werden alle Ortsgruppen hiermit um Wachsamkeit ersucht.
Pg. Dr. Goebbels hat gebeten, bei Auftauchen dieser Meldung oder Teilen derselben, ihm unverzüglich, unter Beifügung eines Belegexemplars, Anzeige zu erstatten, da in jedem Falle Klage angestrengt wird.
Da die starke Enttäuschung der deutschen Abordnung über die mangelnde Berücksichtigung ihrer mehrfach vorgebrachten Forderung nach Gleichberechtigung während des ganzen ersten Abschnittes der Konferenz allgemein bekannt gewesen sei, so habe niemand auf der Abrüstungskonferenz davon überrascht sein können, daß diese Frage nunmehr dringlich in den Vordergrund geschoben werde.
Der 13 Jahre lange Fluch der Minderwertigkeit habe im deutschen Volke Entrüstung hervorrufen müssen, die sich durch Nichterfüllung der von den alliierten Mächten gegebenen Versprechungen »och verstärkt habe. Im Hinblick aus die von den alliierten und assoziierten Mächten eingegangenen Verpflichtungen könne es nur eine Antwort aus den deutschen Anspruch geben, die sich nicht nur mit der Ehre, sondern auch mit der Erhaltung der guten internationalen Beziehungen vereinbaren lasse und in Uebereinstimmung mit dem Ziel stehe, um destentwillen sich die Nationen zur Abrüstungskonferenz zusammengesunken hätten. Die gehegte» Erwartungen stützten sich auf ein Versprechen, das von den Alliierten gegeben worden und das schon viel zu lange unerfüllt geblieben sei. Die Lage verlange sofortiges und großzügiges Handeln.
Verordnung über die Reichstagswahl.
Berlin, 20. September. Amtlich wird mftgeteilt: Reichspräsident von Hindenburg hat durch Verordnung vom heutigen Tage bestimmt, daß die Neuwahl des Reichstages am 6. No» vember 1932 stattfindet.