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Parteiamtliches Organ der BSi BremerNationalsozialisten
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München, 7. Sept« Im überfüllten Zirkus Krone sprach am Mittwoch abend Adolf Hitler über die politische Lage, wobei er sich besonders mit der Regierung Papen auseinandersetzte. Das Judentum und der feudale Herrenklub bildeten sich A^A^schland retten zu könuen. Die es nicht nötig, im Jahre 1932 das zu tun, was sie 1923 tun mußte. Unter stürmischem Beifall erklärte Hitler weiter:
„Wir lassen euch nicht zur Macht kommen und wenn ihr den Reichstag zehnmal auflöst. Diese alten Exellenzen werden nns nicht mutlos machen können. Ich bleibe bei meinem Eid, zu dem ihr mich gezwungen habt, ich bleibe streng verfassungsmäßig. Das könnte euch so passen, uns von der Verfassung wegzulocken. Wir bleiben bei der Verfassung. Allerdings, wir werden sie auch ändern» aber verfassungsmäßig. Wenn ihr uns vorwerft, daß wir den Par- teistaat erhalten wollen, so antworten wir: Wir wollen den deutschen Volksstaat retten. Mit dem neuen Rettungsprogramm Papens rettet man nicht das deutsche Volk sondern höchstens ein paar Banken."
Scharf wandte sich Hitler darauf gegen die Angriffe Papens wegen des Aufrufes und des Telegramms des Führers in der Angelegenheit der Verurteilung der Beuth euer SA-Leute. Hitler erklärte dazu u. a.: „350 Nationalsozialisten sind getötet worden; auch nicht ein Mörder wurde dafür geköpft; 40 000 find verletzt worden. Mir ist nichts davon bekannt, daß man jemanden dafür mit dem Tode bestraft hätte. Es ist mir nicht bekannt, daß in Polen jemals jünj Personen zum Tode verurteilt war-
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den, weil sie einen Deutschen erschlagen haben, der zahlreiche Polen gemordet hat und den polnischen Staat vernichten wollte.
Ftt unserem Reich, das wir errichten, wer- ds" fünf Deutsch« wogen eines polnischen Mörders zum Tode verurteilt.
Herr von Patzen hat von Gerechtigkeit gebrochen. Das ist in meinen Augen nicht Gerechtigkeit sondern Wahnsinn. Bei mir erlischt die Kameradschaft nicht, auch wenn die Kameraden einmal einen Fehlgriff machen« Glaubt ihr, daß man im Kampfe eure Paragraphen-Register immer dabei hat? Ueber Soldaten können nur Soldaten zu Gericht sitze» und über Kämpfer in einer Freiheitsbewegung können nur Mit- rämpftr zu Geruht sitzen. Die -anderen ver-- stehen das garnicht. Erst belegt man die Beuthener SA-Leute mit einem Todesurteil und dann kaun mau dieses Urteil doch nicht aufrechterhalten. Jetzt begnadigt man sie zu lebenslänglicher Zuchthausstrafe.
Glaubt ihr wirklich, daß dieser Spruch bleibt, daß es solange dauert, bis wir in Deutschland zur Macht kommen? Wir werden zur Macht kommen (stürmischer Beifall) und werden unsere Kameraden vor ein Tribunal stellen und untersuchen, wie weit sie wirklich gefehlt haben Dabei wird man ausgehen von dem fundamentale« Grundsatz, daß das Leben der Nation wichtiger ist als alles andere. Mit dieser politischen Führung in Deutschland können wir niemals zusammengehen Herr Papen begreift nicht, warum die SA-Leute auf mein Telegramm an die Beuthener Verurteilten nicht sofort von mir weggehen. Wenn Herr von Papen im Kriege gewesen wäre anstatt auf der Botschaft in Newyork, wenn
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Empfang des Reichstagspräsidiums
Berlin, 7. Sept. Der Empfang des ReichStags- präsibiums beim Reichspräsidenten von Hinden- burg ist jetzt endgültig auf Freitag vormittag 11.30 Uhr, anberaumt worden.
Es wird als wahrscheinlich angesehen, daß im Anschluß an die Kanzlerrede am Montag am Tage darauf die große außenpolitische Aussprache beginnt und Ende der Woche die Abstimmungen vorgenommen werden. Ob es allerdings zu diesen Abstimmungen noch kommt, hängt von den Entschließungen der Reichsregierung ab. Für Montag vormittag haben bisher die Nationalsozialisten und die Sozialdemokraten Fraitionsfitzungcn anberaumt.
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Die innerpolitische Entwicklung scheint einer Neuen Etappe entgegenzutreiben. Reichspräsident von Hindenburg wird heute abend nach Berlin zurückkehren und bereits morgen vormittag den Neichstagspräsidenten Goering empfangen, der ihm noch einmal die tatsächliche politische Lage vorstellen wird, jedoch ist es völlig ungewiß, welchen Auszang diese Besprechung nehmen wird. Es steht schon fest, daß der Reichstag für Montag, den 12. September einberufen ist, um eine Regierung entgegenzunehmen. In der dann folgenden Debatte wird Gregor Stratzer die grundsätzliche Haltung der NSDAP. zur Regierung von Papen klarlegen. Auch ist beabsichtigt, die notwendigen Anträge zu dem Notverordnmigswerk der Regierung von Papen einzubringen, und es besteht daher durchaus die Möglichkeit, daß Herr Pon Papen in seiner hoffnungslosen Minderheit
zu Beginn der kommenden Woche den Reichstag auflöst und Neuwahlen ausschreibt, die nach Pressemeldungen am Sonntag, den 6. November stattfinden sollen.
Ueber die Unterhaltungen von Nationalsozialisten mit Vertretern des Zentrums ist Neues nicht bekannt geworden. Pg. Goering hat gestern in Berlin in einer großen Versammlung den Vorwarf der Deutschnationalen — mit dem Zentrum zu verhandeln sei die Sünde wider den heiligen Geist — dahin richtiggestellt, daß die Dentschna- tionaten mit dem Zentrum zusammen schon Koalitionen gebildet hätten, während wir uns lediglich mit Zentrumsvertretern über eine Regierungsmöglichkeit unterhalten.
Aus Regierungskreisen wird noch bekannt, daß schon für die kommende Wahl eine kleine, wenn auch noch belanglose, Wahlreform in Kraft treten soll. Dabei wird an dem System der Verhältniswahl und dem Wahlalter selbst nichts geändert werden können, da hierzu die Verfassung umgestaltet werden müßte.
Wir Nationalsozialisten stehen allen diesen Einzelerscheinungen der innerpolitischen Tagespolitik mit aller Gelassenheit gegenüber. Kraft unserer Idee und Dank der Bewegung, die wir auf dieser Idee aufgebaut haben, werden wir unser Ziel, die Uebernahme der Macht in absehbarer Zeit so oder so erreichen. Wir fürchten keinen Wahlkamps, auch wenn er sich abermals ausschließlich gegen uns richten sollte, und wir fürchten keinerlei Auseinandersetzung mit unseren Gegnern; denn auf unserer Seite ist das Recht und durch die Opfer- bereitschaft jedes einzelnen Nationalsozialisten auch die Macht, um diesen Recht Geltung zu verschaffen.
er ln den 13 Jahren statt Im Ferrenklub bei nns gewesen wäre, würde er dies verstehen. Polen hat über 900 000 Deutsche ausgewiesen; wieviele Polen hat Deutschland ausgewiesen? Es hat ' Hunderttausend« hineingelassen.
Wenn Herr von Papen glaubt, die nationalsozialistische Partei wächst nicht mehr. so erwidern wir ihm:
Dic Partei wächst, bis der letzte Deutsche erwacht ist.
Wenn Sie morgen den Reichstag auflösen, so freue ich mich heute schon aus den Kampf, der dann beginnen wird. Man wirft uns vor, wir wollten jetzt plötzlich mit anderen Parteien eine Koalition bilden. Darauf sagen wir: Wir wollen mit anderen Parteien die Rechte des Volkes wahren, wenn es schon nicht anders geht. Wir schrecken vor garnichts zurück. Wenn Hugenberg sagt, wir gäben unsere Parteigrundsätze preis, so erwidere ich: Ich habe sie immerhin 13 Jahre lang hochgehalten und ich hatte sie auch im 11. Jahre hoch. Nur will ich auch nicht, daß wegen unserer Grundsätze vielleicht heute ein System zur Macht kommt, das am Ende alles zerstören würde. Meinen Sie denn wirklich, daß jede Bewegung für ein paar Ministersessel feil ist? Glauben Sie, daß ich überhaupt um einen Titel buhle? In meinem Testament wird einmal stehen, daß ich mir verbitte, daß auf meinem Grabstein etwas anderes steht als Adolf Hitler. Meinen Titel schasse ich mir mit meinem Namen und meiner Eigenart, von niemandem verlangt und geschenkt. Auch Herr Hindenburg kann mir nicht einen Titel geben (stürmischer Beifall). Was heißt für mich schon ein Titel oder was heißt für mich das Wort Reichskanzler? Ich buhle nicht um einen Titel, den vor mir Herr Müller getragen hat. Ich strebe nur nach der Führung. Der Titel ist mir einerlei.
Die Ehre, der Führer der Partei zu sein. ist für mich größer als ein Kanzler in der bekannten Reihenfolge zu sein.
Ich verkaufe die Partei nicht für einen Ministerstuhl. für einen Titel, den fie mir anbieten. Da kämpfe ich lieber weiter, ein Jahr, zwei Jahre, wenn es sein muß drei Jahre, und wenn die Her
ren sagen, wir werden es nicht aushalten, sg sage ich,
mein großer Gegenspieler, der Herr Reichspräsident, ist 85 Jahre alt und ich bin 43 Jahre alt und ich fühle mich ganz gesund; das kann ich den Herren versichern nnd habe die Ueberzeugung, daß mir garnichts zustößt weil ich daran glaube, daß mich dic Vorsehung für eine Arbeit bestimmt hat. Ich kann ihnei- wciter sagen, daß meine Zähigkeit und Beharrlichkeit durch nichts erschüttert wird unk bis ich einmal 85 Jahre alt bin, lebt Hinden- bürg schon längst nicht mehr.
Mr kommen einmal an die Reihe» nachgeben werde ich nicht.
Die NSDAP. nimmt den Fehdehandschuh auf, deck ihr Herr von Papen hingeworfen hat. Wenn an-« dere sagen, die Verfassung sei überlebt, dann sag* ich, die Verfassung hat jetzt erst ihre« Sinn; den« jetzt komme ich und der Nationalsozialismus durch diese Verfassung zur Macht.
Unter stürmischem Beifall der Versammlung schieß Hitler: „Wir wollen den Kampf durchsech- ten und wollen sehen, auf wen Deutschland hört; ob aus den Befehl des Herrn von Papen: Das Ganze kehrt, oder auf unser Kommando: Junges Deutschland vorwärts!"
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Berlin» 7. Sept. Die KoalitionsbesprS? chungen in Preußen werden in engem Zu-« sammenhang mit den Verhandlungen int Reich geführt werben. Aus diesem Grunde Hai am Mittwoch eine Aussprache zwischen den Pg. Lasdtagspräsidentcn Kerrl «nd Reichstagspräsidenten Goering stattgefun-s den.
Für den Fall, baß die Verhandlungen zu einem Erfolge führen, ist, wie bereits früher angekündigt, mit einer früheren Einberufung des Landtages zu rechnen, dir nach den bisherigen Dispositionen erst an 21. September wieder zusammenkommen soll.
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Schwere Zusammenstöße in Leoben und Graz
Graz, 8. September. In Leoben kam es am Mittwoch in den späten Abendstunden zu Zusam- menstötzen zwischen Nationalsozialisten und Jung- sozialisten. Hierbei wurde der SS.-Mann Helle durch einen Messerstich in den Bauch lebensgefährlich verletzt. Die Zusammenstöße erneuerten sich baun, wobei auch ein Schuß fiel, der den Nationalsozialisten Joses Jaß in die Brust traft Er erlag kurze Zeit später seinen Verletzungen. Die Lage in Leoben wird als bedenklich bezeichnet. Bereits am Tage vorher hatten sich in Graz ähnliche Zusammenstöße ereignet, bei denen der Nationalsozialist August Aßmann, wie bereits gemeldet, durch einen Messerstich getötet wurde.
Nationalsozialistischer Student in Graz erstochen.
München, 7. Sept. Nach einer Meldung aus Graz erhielt bei einem Ueberfall auf Nationalsozialisten der nationalsozialistische Student August Amann einen Stich ius Herz. Er war sofort tot. Ein anderer Nationalsozialist wurde durch Stiche in den und in den Rücken schwer verletzt.
Llunm sul Lsplinsi* SK.-1-oIrsI
In der Nacht zum Mittwoch wurde das Berkehrslokal des Sturmes 100 in Berti« von ea. 150 Kommunisten angegriffen. Dett in dem Lokal anwesenden Nationalsozialisten gelang es, sich trotz der fast fünffachen Ucbermacht zu verteidigen. Die Kommunisten waren alle mit Selbstlade- pistoleu bewaffnet und überschütteten das Verkehrslokal mit einem wahren Kugelregen. Neuartig bei diesem Ueberfall war es, d^ß die Kommunisten mit Flasche« warfen, die mit einer scharfen, ätzende« Flüssigkeit gefüllt waren. Ein SA-Man« erlitt durch diese Säure nicht unerhebliche Verletzungen«
Als das Uebersallkommando nach ettlicher Zeit erschien, flüchteten die Täter nnd die Polizei nahm, um wenigstens nicht ganz umsonst gekommen zu sein, die Nationalsozialisten fest (!!), die sich erfolgreich gegen d-ie kommunistischen Banditen gewahrt hatten.