Ausgabe 
(6.9.1932) Nr. 197
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Verlag und Geschäftsstelle: Papenstraße 15, Redaktion: Langen» Krake 48. Sprechstunde der Redaktion: Wontag bis Freitag von 18 bis 19 Uhr. Fernsprecher: Domsheide 25878.

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Parteiamtliches Organ der Bremer Nationalsozialisten

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Amäßlich der Einweihung des Gregor-Straßer- Hcimes in Dresden hielt Pg. Stratzer eine großangelegte, grundsätzliche Rede zur politischen Lage, in der er sich vor allem auch mit den Plä­nen der Papenregiernng befaßte.

Nachdem der Reichsorganisationsleiter dargelegt hatte, was es bedeutet, daß heute, nachdem die RSDAP. in einem 14jährigen Kampf die Wei­marer Demokratie aus dem Sattel gehoben hat, eine bestimmte Schicht plötzlich mit dem Anspruch auftritt, unserer Bewegung das Ziel ihres Kamp­fes vorenthalten zu dürfen, erklärt er wörtlich:

Heute proklamieren wir Äe Forderung, daß nicht der Adel und das Bürgertum» sondern der Ar­beiter der Stirn und der Faust zum Träger des Staatsgcdankeus gemacht werden mutz.

Herr von Papen hat schon bewiesen, datz er kein Fingerspitzengefühl für die Psyche des Volkes hat. Vor einem Rcichstagswahlkampf, in dem in Deutschland der Marxismus niedergerungen wer­den sollte, in einer solchen Zeit bringt es ein Ka­binett sertig. den Wahltermin solange hinauszu­schieben, d- der Marxismus mit jüdischem Gelde neuen Austrieb bekommen hat.

0is Sskski» üsi- pspsnpoMIK: Wisrlsi'stsr'kmsekung ils« I^sr'xismus!

Jtl einer Zeit, wo die Notoerordnungspolitik Sriinings ihre ungeheuren Folgen zeigt, bringt es dieses Kabinett fertig, das Salz zu besteuern und die Renten zu kürzen und dies acht Tage vor der Wahl, um auf diese Weise zwei Millionen Wähler drm Marxismus in die Arme zu treiben.

Das Kabinett Papen geht aber diesen Weg wei­ter. Es sprich! von einem Kampf gegen den Marxismus, macht aber eine Politik, die den zu­sammenbrechenden bankrotten Marxismus wieder stark zu machen beginnt.

Wa macht Herr von Papen? Er schafft über rwci Milliarden Mark Kredite, indem er

Steurranrechnungsscheme

kommender Jahre als Börsenpapiere erklärt, ob­wohl kein Mensch weitz, ob aus diese Steueranrech­nungsscheine in zwei Jahren überhaupt noch Steuern gezahlt werden können. Das kann näm­lich nur geschehen, wenn eine- Besserung der Welt­konjunktur kommt. Bleibt sie aus, dann erleben wir mit diesen Steueranrechnungsscheinen eine Inflation von unerhörtem 'Ausmaß, weil in die Erweiterung des Kredites nicht die Werteschaffende Arbeit eingeschaltet worden ist. Darum sind wir gegen dieses „WirtschaftsProgramm".

Ksin Knvütt oknv

Wir stehe» auf dem Standpunkt, datz Kredit- erweiterung nur dann möglich ist, wenn der letzte Pfennig zu einer sofortigen Auftragserteilung zur Leistung neuer Arbeit verwandt wird. Wir haben nur das eine Interesse, datz jeder Pfennig eines neugeschaffenen Kredites bis zur letzten Konse­quenz als Lohn in die Hand der Erwerbslosen kommt. Wir werden erleben, datz zwei Milliarden Mark — eine Summe, mit lwr wir Nationalsozia­listen unser ganzes Arbeitsbeschassungsprogramm durchführen — ausgegeben werden, damit die .Bankkonten ausgeglichen werden, so datz für die Wirkliche Arbeinbeichasinng nichts übrig bleibe« -"ürd.

Die zwei Milliarden sind weg und die Deckung Wird immer geringer. Es fehlt der Wille, die gesamte deutsche Wirtschaft organisch umzubauen. Hier wird ein Zweig der Wirtschaft, das Finanz­kapital, reichlich bedacht. Die Werte gehen heute Karst, well die Börse weiß. datz dieses Programm

nur für die Banken gut ist und sonst keinen Wert hat.

Wen so» voulseklsn«! noslsnon? voi» ^r»ont»olils1 unrl «li« jung« Qsnsnslion!

Das Gebot der Stunde ist, datz sobald als mög­lich eine Regierung geschaffen wird, die so park wie möglich ist. Wir verlange«, datz man die wirtschaftliche, politische und soziologische Entwick­lung der letzte« Jahre in Deutschland anerkennt. Wir verlangen, datz der deutsche Frontsoldat, der aus dem Kriege eine neue Auffassung heimge­bracht hat, und die junge Generation zum Träger der Politik gemacht werden.

Wir verlangen, daß man das Reue, das sich im Volke bildet, das neue Denken in wirtschaftlicher, staatlicher und kultureller Hinsicht über alle Bolks- kreise und Schichten ausbreitet, in den Staat ein­baut und nicht die abgewirtschafteten Reaktionäre zum Träger der Ration macht. Wir verlangen, daß man den Willen des Volkes nicht verfälscht, nnd wir haben keinen Zweifel darüber gelassen, datz wir unser Ziel verwirklichen werden, wenn

die Front der schaffenden Menschen, die heute noch durch die jüdischen Parteiführer verfälscht ist, diese Front kann nur geschaffen werden aus dem Drang des deutschen Menschen nach Arbeit und Brot. Die Nationalisierung des deutschen Arbeiters wird um so leichter sein, wenn er vor sich einen Staat steht, der ihm Arbeit gibt und der sich um fein Wohl kümmert. Das ist der Weg, den wir gehen, im­mer in Marschrhtzthmus unseres Kampses, denn es ist der Rhythmus des Erfolges, das Marschtempo der Sieger. Wer heute die Bildung einer Front der Arbeitsbeschaffung verhindert, der versündigt sich an der Zukunft unseres Volkes. 95 v. H. aller Deutschen wollen nichts mehr wisse« von der Spekulation der Börse, sondern von der Schaffung neuer Produktionswerte. Wir erkennen die wirk­lich wertvollen Kräfte der konservativen Kreise der

Berlin. 5. September. Die „Verordnung des Reichspräsidenten zur Belebung der Wirt­schaft" t-stt am Sonntag vom Reichspräsidenten von Hindenburg in Neudeck unterzeichnet wor­den. >. Die Verordnung gliedert sich in vier Teile, und zwar:

1. „Entlastung der Wirtschaft",

2. „Sozialpolitische Maßnahmen",

3. „Kredrtpolitische Maßnahmen",

4. „Finanzpolitische Maßnahmen".

Das Kernstück dieser Verordnung bildet die vom Reichskanzler von Papen in Münster an­gekündigte Ermächtigung zur Einrichtung von Steueranrechmrngsscheinen in Höhe von 1F Milliarden Mark, sowie zur Aussetzung von Prämien in Höhe von insgesamt 700 Millionen Mark zur Neueinstellung von Arbeitskräften, d. h. je Neueinstellung 400 Mark jährlich. Der Stichtag für die Ingangsetzung dieses Program­mes wird der 1. Oktober 1932 sein.

Ans.-r Verordnung des Reichspräsiden­ten wiro eie.e Durchführungsverordnung erlas­sen werten, in der u. a. auch die Auflockerung

wir die Führung des Staates in die Hand ge­nommen haben. Wir fordern die Beseitigung der Schädlinge und der Elemente, mit denen man ein Volk nicht führen kann, wir verlangen die Zusammenfassung der Kräfte, damit der Staat in der Lage ist, dir eigenen Arbeitsstätten zu schützen, wenn wir dieses Volk durch Ausschaltung der zerstörenden Kräfte wieder zur Kraft, Sauberkeit und Anständigkett erzogen haben.

Wir werden nie eine« Zweifel darüber lasten, datz unsere erste Ausgabe die Lösung der Arbeits- losensrage ist und diese Lösung ist möglich mit dem Gelde, das Herr von Papen verschleudert.

Wir verhandeln nur deswegen mit anderen Parteien, weil vor uns die große Forderung steht: Arbeit z« schaffen

und dem Elend der Arbeitslosigkeit ein Ende z« machen. Wir werden dieser Verpflichtung nach­kommen und nicht einen Millimeter von unserem Programm abweichen. Wir sind fest entschlossen, nicht länger zu säumen, wenn es möglich ist, eine Regierung zu bilden, die Arbeit schasst, und wir werde» mit allen gehen, die diese Verpflichtung vor dem deutschen Volk ebenfalls vertreten.

Vergangenheit an, wir lehnen es aber ab daß diese Schichten, die einst den Staat besaßen und ihn durch eigene Schuld verloren haben, es heute versuchen, mit untauglichen Mitteln eine Regie­rung aufrechtzuerhalten, die nur die Linke stärkt und ohne uns im Chaos einer bolschewistischen Re­volution untergehen würde.

Ich din überzeugt, daß die Armee ihre Aufgabe nie in dem Schutze der Reaktion und in dem Schutze der Regierung einer lächerlichen Minder­heit sehen darf, sondern daß ihre Aufgabe ist, eins mit dem Volke zu sein und in die Front der Ar­beit und der Kraft aus allen Gebieten einzuschwen­ken.

Wir wollen nicht die Macht um der Macht wil­len, sondern um des deutschen Volles und seiner Zukunft willens

des Tarifwesens behandelt sein wird. Die darin enthaltenen Maßnahmen sollen umgehend in die Tat umgesetzt werden.

Das Vevordnungswevk wird im Reichsgesetz­blatt etwa sieben Seiten umfassen, über die eine amtliche Zusammenfassung veröffentlicht wird.

Ein Teil der Verordnung wird sich mit den vom Reich subventionierten Betrieben befassen. Für die Dauer der finanziellen Beihilfe müssen die Gehälter in diesen Betrieben den Gehältern in den Reichsbetrieben entsprechen.

Schweres Unjglück beim RS-Flugtwg.

Flstgikapitän Risticz abgestürzt.

Dresden, 4. September. Während einer nationalsozialistischen Ftugveranstaltung am Sonntag nachmittag auf dem Flugplatz Hellerau, stürzte das Junkvrs-tzluMeug A 48, 550 PS-, D 2284, Führer der be­kannte Flugkapitän Risticz, beim, Ausstieg Plötzlich ab. Das Flugzeug ging vollständig in Trümmer. Risticz selbst wurde verletzt.

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Wilhelm Kube,

Mitglied des Preußischen Landtags

Wir Nationalsozialisten haben nie einen Hehl daraus gemacht, daß wir die Reichst Verfassung von Weimar nicht für die gv4 eignete staatsorganisatorische Ausdruckst form des deutschen Volkes halten, daß Witz auch nicht glauben, durch irgendwelches reformistisches Flickwerk diese Verfassung^ verbessern zu können, sondern daß die rassisch und Volkhaft bedingte Art des deut-« scheu Volkes eine grundsätzliche Neuord­nung aller staatlichen und nationalen Ver­hältnisse fordere. Darum lehnten wir auf dem Wege zur Macht faule Komprisse ab und gaben keinen Punkt unserer program­matischen Forderungen aus. Das brachte uns jahrelang in die von uns nicht alq peinlich empfundene Vereinsamung. Jtz stärker wir im Laufe der Jahre wurden, um so aufdringlicher wurde die Sehnsucht der sich national nennenden Reaktion, unsj zu „belehren", von unserem „Radikalis- mus zu befreien", uns „bündnisfähig zu! machen", ja, mit uns zusammen zu re­gieren. 1923 schoß dieselbe Reaktion nutz uns vor der Feldherrenhalle in München: und in den Wällen von Küstrin, die int Juni 1932 so tat, als sei sie uns gegen­über die personifizierte Treue. Wir Ael- teren, die wir schon am 9. November 1923 mit Hitler, Lude«dorff und v. Graefe ges gen Ebert, von Seeckt nnd Kapitän Ehr- hardt standen, waren 1932 von Anfang an mißtrauisch gegen die durch Altern nicht schöner gewordene Bettel Reaktion. Man soll uns, die wir z. T. seit Jahrzehnten mit dem gleichen Ziele deutscher Freiheit und Grüße im härtesten Kampfe stehen, doch nicht für dumm halten, wie das die überaus törichten und politisch grünen! „Grünen Briefe" eines reaktionären poli­tischen Sonntagsreiters tun! Glauben denn die Kreise oft- und westetbischer Hochtories im Ernste, wir Nationalsozialisten, SA. und Politiker, hätten darum unter der genialen Führuujg Adolf Hitlers fast vier­zehn Millionen deutscher Menfchev aus allen Berufen und Ständen für die natio­nalsozialistische Idee des Dritten Reiches gewonnen, damit die Mitglieder des Her- renklnbs auf unserm und des gesamten deutschen Volkes Rücken politische Experi» mente machen dürsten?

Warum hat sich z. B. der heutige Reichs- kommrssar in Preußen, der Zentrumspoli­tiker Herr Dr. Bracht, der sich in unserem Preußen nur dem Herr Reichspräsidenten von Hindenburg verantwortlich fühlt, im Jahre 1929 nicht an unsere Seite gestellt, als wir mit dem sozialdemokralischen preu­ßischen Innenminister Albert Grzsinski im harten Kampfe lagen? In welchem Lagen kämpfte das Zentrumsmitglied Herr Franz von Papen damals? An der Seite des mit seiner Zentrumspartei verbündeten Mar­xismus!!

Und die heute so anmaßenden Deutsch- nationalen, die am liebsten die Eselei des Kapp-Putsches wiederholt sähen, befanden sich 1929 im Zustande der Zersetzung! Da­mals, wie immer, waren es Adolf Hitler! und die Nationalsozialistische Deutsche Ar- Partei allein, die den marxistischen Stier; bei den Hörnern packten und in die Knie zwangen! Herr von Papen war doch in jenen Jahren auch schon lan'ge politisch tätig, warum sind die Millionen, die am Marxismus irre wurden oder die am Libe­ralismus der verlogenen „Volksparteien" verzweifelten, nicht zu Herrn von Papen, Dr. Bracht, Freiherr,! von Gayl, Dr. Meiß-. ner, Planck usw. gelaufen? Warum kam der beste Teil des deutschen Volkes dann!