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Parteiamtliches Organ der Bremer Nationalsozialisten
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Am Sonnabend und Sonntag fand in Berlin der 13. Stahlhelmtag statt, an dem über 109 003 Stahlhelmer beteiligt waren. Der Höhepunkt der Kundgebung war die große Herbstparade auf dem Tempelhofer Flughafengelände, an der sich nach Schätzung der Scherlpresse 1Z0VVÜ Mitglieder beteiligten. Der Aufmarsch der 23 Landesverbände und Gaue sowie der Motor- radbrigade dauerte von morgens 5 bis vormittags 10 Uhr. Der Vorbeimarsch begann dann gegen 1 Uhr mittags und währte bis in die Abendstunden. An 300000 Zuschauer sollen sich den Aufmarsch des Stahlhelm angesehen 'haben. Störungen haben sich nicht ereignet. Die Reichsregierung war durch den Reichskanzler und den Reichswehrminister sowie mehrere andere Mitglieder des Kabinetts vertreten.
Der Sonntagsparade ging am Abend vorher ein Sportfest des Stahlhelms im deutschen Stadion voraus.
Die Bundesführer Seldte und Düster- berg fuhren im Auto die Front ab, worauf Seldte von einer Rednertribüne aus eine Ansprache hielt, in der er erklärte, daß der Stahlhelm nicht für sich, sondern für Deutschland kämpfe. Er fordere nicht die staatliche Macht, sondern den machtvollen Staat, ein Wortspiel ohne Wert, denn, was nützt es, einen machtvollen Staat zu fordern, ohne sich selbst dafür einzusetzen. Nach dem Deutschlandlied weihte Düsterberg über 100 neue Fahnen und betonte dabei, daß. Bünde und Parteien nicht Selbstzweck, sondern nur lebensberechtigte Dienste am Vaterland seien. Den Vorbeimarsch — an dem sich verschiedene Hohenzo ller nprinzeu beteiligten — nahm neben den Bundesführern der Kronprinz ab. Unter den Ehrengästen sah man ferner die Kronprinzessin, Prinz Waldemar von Preußen, Herzog Adolf Friedrich von Mecklenburg und eine ganze Reihe weiterer Fürstlichkeiten. Auch Vertreter der Industrie und Diplo- znatie hatten sich eingefunden, während sich Dr. Hugenberg durch Hauptmann a. D. Schmidt, Hannover, vertreten ließ.
Soweit der sachliche Verlauf des zweifellos imponierenden Stahlhelmauftnar- sches in Berlin. Wir behalten uns vor, auf die politische Bedeutung noch einmal zuurückzukommen.
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Rüdesheim, 5. Sept. Im benachbarten Eibingen brach in der Nacht zum Sonntag im ehemaligen Kloster ein Großseuer aus, das sich aus die Schule, das Rathaus und die Hildegardiskirche ausbreitete. Die alte Klosterkirche von Eidingen birgt Reliquien der heiligen Hildegard, die in einem wertvollen Schrein aufbewahrt werden. Bei' dem Versuch, Liesen Schrein zu retten, 'ptzoiavq iZaitzj isMvzqqjoA u-w zqana, Erst in den Morgenstunden gelang es, des Feuers Herr zu werden. Die Kirche selbst ist vollständig ausgebrannt. Dagegen konnte der Schrein mit den Reliquien der heiligen Hildegard und den anderen Reliquien gerettet werden. Die vier großen Glocken sind geschmolzen. Es liegt der Verdacht nahe, daß es sich um Brandstiftung Handelt.
Beutheuer Verurteilten nach Gro-ß-Strchlitz überführt.
Beuchen, 3. Sept. Unsere am Freitag vorn preußischen StaatsmiNisterinm zu länglichem Zuchthaus „begnadigten" fünf Kameraden sind am Sonnabend früh um 3 Uhr in das Zuchthaus nach Groß-Streh- lib überführt worden.
Dienstag Wagens „kßo1KIIßs"-Vsi'oii>nung
„Aufklärung" durch Rundfunkreden der zuständige« Ressortminister«
Berlin, 4. September. Das Papenkabi- nett hat am Samstagnachmittag sein „Nothilfeprogramm" verabschiedet. Noch am gestrigen Tage hat sich ein Kurier — nicht der ursprünglich vorgesehene Staatssekretär der Reichskanzlei, Dr. Planck — mit dem Entwurf in Richtung Nendeck in Bewegung gesetzt, wo der Reichspräsident den Plänen seines Kabinetts durch seine Unterschrist Gesetzeskraft verleihen soll. Dem Vernehmen nach sind in den letzten Beratungen nur noch unwesentliche Abänderungen vorgenommen worden.
Die Verkündung der Notverordnung ist für Dienstag in Aussicht genommen. In mehreren Rundfunkreden der zuständigen Ressortminister soll die Verordnung dem staunenden Volk eingehend erörtert werden.
Das Kernstück ist in den Steueranrechnungsscheinen zu sehen. Es bleibt bei der vorgesehenen Höhe von 1500 und 700 Millionen, im ganzen also 2,2 Milliarden Mark. Dieser Teil der neuen Maßnahme tritt nach der Verordnung am 1. Oktober in Kraft.
Die zweite Verordnung enthält die Neuregelung des Tariswesens, in dem ebenfalls vom Reichskanzler bereits angekündigten Sinne. Dabei geht die Reichsregierung davon aus, daß Willkür und Vorwände zur Umgehung der Tarife ausgeschlossen werden müssen. Deshalb ist als letzte Instanz hier der Schlichter eingeschaltet. Wenn also zwischen Unternehmer und Belegschaft eines Werkes eine
Einigung nicht möglich ist, so liegt bei einer staatlichen neutralen Stelle, dem Schlichter, die Entscheidung.
" Mit der Rückkehr des Reichspräsidenten ist nach den letzten Meldungen nicht vor Donnerstag, dem 8. September, zu rechnen. Ende der Woche dürfte dann der Empfang des neugewählten Reichstagspräsidiums bei Hindenbur. stattfinden. Da vor dieser Aussprache eine Reichstagseinberufung nicht in Frage kommt, wird sich Herr von Papen mit seiner Regierungserklärung bis zur nächsten! Woche gedulden müssen.
LInslellung
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NSDAP-Autrag auf Rückgängigmachung
der Kündigungen bei der Reichsbahn.
Berlin, 4. September. Die nationalsozialistische preußische Landtagsfraktion hat einen Antrag eingebracht, wonach das Staatsministerium beauftragt werden soll, die Reichsregierung zu veranlassen, auf die deutsche Reichsbahnge- sellschast mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln einzuwirken, daß alle vorgesehenen Kündigungen rückgängig gemacht werden. Alle Leistungszulagen für die höheren Dienststellen sollen solange in Wegfall kommen, als bei der Deutschen Reichsbahn Arbeitsmangel herrscht. Die dadurch ersparten Gelder sollen für die Beschäftigung der Arbeiter verwendet werden.
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Der deutsche Rüstungsgleichheitsantrag vor dem englischen Kabinett
London, 4. Sept. Der diplomatische Korrespondent des „Observer" meldet, daß sich das englische Kabinett in den nächsten Tagen mit den folgenden Fragen beschäftigen werde:
1. Mit dem deutschen Antrag auf Rüstungsgleichheit und
2. mit der japanischen Entscheidung in der Mandschurei.
Die Frage der deutschen Rüstungen berühre augenblicklich noch nicht die englische Regierung, aber der französisch-deutsche Meinungsaustausch gebe der englischen Regierung jederzeit das Recht einzugreifen, auch wenn keine Einladung von einer der Parteien vorliege. Das Kabinett werde zunächst zu erwägen haben, ob und inwieweit die deutsche Denkschrift eine Abweichung von den normalen Methoden der Abrüstungskonferenz sei, und ob der deutsche Anspruch aus Gründen des Rechts und der Zweckdienlichkeit bestritten werden könne. Da die Untcrzeichnermächte des Versailler Vertrages nicht die Absicht hätten, in demselben Matze wie Deutschland abzurüsten, so frage das englische Kabinett nur pflichtgemäß, ob die deutsche Forderung dadurch befriedigt werden solle, daß man Deutschland das Recht gebe, auf dem Stand der anderen aufzurüsten.
Hinsichtlich der Mandschurei rechnet man in London damit, daß die fernöstliche Frage voraussichtlich bald nichts mehr mit dem Völkerbund zu tun haben werde; wenn Japan aus dem Völkerbund austräte, so wären die drei hauptsächlich interessierten Mächte (Japan, Amerika und Rußland) keine Mitglieder des Völkerbundes.
Neuer Präsident von Mexiko
Mexiko (Stadt), 3. Sept. Präsident Or- tiz Rubin.hat überrasch,emd in einer Kabinettssitzung seinen Rücktritt bekanntgegeben, den er mit Gesundheitsrücksichten be
gründete. In politischen Kreisen ist man der Auffassung, baß der Rücktritt auf Meinungsverschiedenheiten mit dem früheren Präsidenten Calles, dem Führer der natio- nalrevolutionären Partei, zurückzuführen ist.
Mexiko-Stadt, 4. Sept. Der Kongreß wählte zum provisorischen Präsidenten von Mexiko den bisherigen Kriegsminister Rodriguenz, der am Sonntag den Eid auf die Verfassung leistete.
Verschärfte Lage in Schanghai
Schanghai, 4. Sept. Am Sonnabend wurde auf ein japanisches Geschäft im internationalen Viertel eine Handgranate geworfen, durch die ein Japaner getötet wurde. Ferner kam es am Sonnabend in der internationalen Zone zu einem chinesisch-japanischen Zwischenfall. Eine japanische Patrouille verhaftete einen Chinesen, der jedoch von chinesischer Polizei mit Gewalt befreit wurde. Das japanische Oberkommando hat Bestrafung der in Frage kommenden Polizisten verlangt.
Infolge der antijapanischen Propaganda ist in Tschapei der Belagerungszustand verhängt worden. Alle japanischen Geschäfte werden von bewaffneten chinesischen Polizisten bewacht.
Lnonsu In lokio
Tokio, 4. Sept. Der deutsche Flieger von Gro- nau ist am Sonntag um 11 Uhr MEZ. im Flughasen von Tokio glatt gewassert.
Am Tokioer Flughafen hatte sich eine sehr große Menge von Zuschauern eingefunden, um das Eintreffen Gronaus zu erwarten. Der Kaiser hatte einen Vertreter entsandt. Auch zahlreiche Vertreter der japanischen Armee und Manne waren erschienen. Der Bürgermeister von Tokio und mehrere Vertreter der Behörden hielten an Gramm Ansprachen, in denen sie die Verdienste des
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Im allgemeinen hat es wenig Zweck, sich mit bürgerlichen Politikern und ihren Aus-! lassnngen in der Presse zu beschäftigen. Wer 14 Jahre lang sein Licht unter den Scheffel gestellt hat, hat jetzt weder die Kraft, sichj zu regen, noch die Klarheit des Blicks, dies Dinge zu sehen, wie sie sind. Wer 14 Jahrs lang sein Christentum als mehr oder minder; kostbaren Privatbesitz unter Verschluß gehals ten hat. Hat das Recht verwirkt, sich mich denen auseinanderzusetzen, denen ihr? Deutschtum ein hohes Ideal war, das es int ganzen Volk zu verwirklichen galt, und! gleichzeitig eine heilige Verpflichtung, dafür; zu kämpfen mit einer Begeisterung undj Zähigkeit, die ohne Beispiel sind. Wenn! ihr's nicht fühlt, ihr werdet's nicht erjagen!
Wenn aber zu der Mischung aus bürgere sicher Beschränktheit, Unverständnis, Miß-s gunst und Papen'scher „Objektivität" ossens barer Haß tritt und seinen Träger zu uns erhörten Verleumdungen unserer Führer, fortreißt, dann hat jede Rücksicht zurückzutreten vor der Notwendigkeit, ein solches; Vorgehen niedriger zu hängen. Das ist nun der Fall angesichts eines wbg,-Artikels mit der Ueberschrift „Im Gnadenwege" in der Abendausgabe der „Weser-Zeitung" vom Freitag. Am zweiten Teil des Ars tikels interessiert lediglich die Angst vor der möglichen Machtergreifung deS Natios nalsozialismus in Koalition mit dem Zentrum. Um aber die Ungeheuerlichkeit des ersten Abschnitts klar herauszustellen, sei sein Inhalt sinngetreu kurz wiedergegeben! „Das Preußische Staatsministerium hat! Gnade vor Recht ergehen lassen, weil die neue Notverordnung den Verurteilten noch nicht bekannt war. Ob allerdings die Bestätigung der Todesstrafe — und damit also ihre Vollstreckung — nicht milder ges Wesen wäre, ist fraglich. Die nationalsozia-r listischen Führer allerdings sind enttäuscht) sie hätten die Vollstreckung der Todes-- strafe gerne gesehen, um aus dem Blute der Hingerichteten propagandistisch Kapital zu schlagen."
Man saßt sich an den Kopf und liest wieder und wieder und stellt erschüttert fest, daß es nicht möglich-ist, einen andern Sinn in dem betreffenden Satz zu erkennen. Jeder, urteile selbst! Der Satz lautet wörtlich: „Das Preußische Staatsmimstrrium hat durch den Begnadigungsakt den dernago-i gischen und sich nach Märtyrerblut sehnenden nationalsozialistischen Führern die politische Waffe aus der Hand geschlagen."
Wer noch einen Funken von Gefühl für politischen Anstand, von Achtung vor der Ueberzeugung, der Ehrenhaftigkeit und deni reinen Wollen auch des politischen Geg-f ners sich bewahrt hat, muß mit uns eines Urteils sein über, sagen wir: eine politische; Abneigung der NSDAP. gegenüber, dies sich zu derartigen Anwürfen entwürdigen; kann.
Grundsätzlich ist zu der Begnadigung zii sagen, doß für uns natürlich das eine so schlimm und entwürdigend ist wie h,asl andere. Wir lehnen die These: Menschs gleich Mensch aus Grundsatz ab, wir wols len Gnade so wenig wie Formaljustiz nach dieser These, wir fordern deutsches Rocht, das dem Willen und der Anschauung des erwachten und seines Wertes sich voll bewußten Volkes entspricht! Hjz.
deutschen Fliegers und seine Leistungen auf den) Weltfluge würdigten.
Gronau beabsichtigt, eine Woche in Tokio zu bleiben, um sich von den Anstrengungen des Fluges zu erholen und gleichzeitig die technischen Er« rungenschaften der japanischen Fliegerei kennen zu lernen. Für den Aufenhalt Gronaus in Tokio wird von japanischer Seite in großzügiger Weiss gesorgt werden