Ausgabe 
(30.8.1932) Nr. 191
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XI »In. 191

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Parteiamtliches Organ der Bremer Nationalsozialisten

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Berlin. 29. August. Die Rcichälettung

s teilt mit:

„Die heutige erste Sitzung der rmtirmab- ! sozialistischen Reichstagsfraktion wurde vom fi Fraktionsführer Dr. Frick mit einer Bs- s grüßungsanfprache eröffnet, in der er der < Freude der vollständig erschienenen Fraktion . über die Anwesenheit des obersten Führers ^ besonderen Ausdruck gab. Dr. Frick wies s auf den in dieser Fraktionssitzung so ficht- i bar in die Erscheinung tretenden in der Par- i lamentarischen Geschichte einzig dastehenden ! Aufschwung der Nationalsozialistischen Be- i. wegung hin, die man in anmaßender Ueber-- ! iheblichkeit zwar immer noch glaube von der . ihr gebührenden Macht fernhalten zu kön- inen, für die aber die Zeit des Handelns nunmehr gekommen sei. Die Reichstags- ' sraktion als parlamentarischer Arm der Be­wegung werde die Einheit, Geschlossenheit und Disziplin der NSDAP., die der Garant , ihrer Stärke und ihres Sieges sei, nach >' Nutzen hin fo zum Ausdruck bringen, wie ! es Las Interesse der NSDAP. erfordere.

Dann nahm Adolf Hitler das Work zu eingehenden richtunggebenden Ausführungen über die Stellung der NSDAP. zur poli­tischen Lage. In einem kurzen Rückblick . streifte er den gigantischen arbeits- und opferreichen Kampf der Bewegung und ihre bisherigen Erfolge, regierend bereits in ' zahlreichen deutschen Ländern, und im Reiche eigentlich nur noch bekämpft wegen des Ma­ßes an Macht, das die Bewegung bean­spruche gegenüber dem, was die Gegner 'ihr noch vorenthalten zu können glaubten. Zwar werde einer Bewegung, die nach al­len Gesetzen des Rechtes — auch des Rech- s tes der andere» — den Anspruch hätte, zu . herrschen, dieses Recht heute noch verwei­gert.

Aber gerade deshalb sei der Sieg der

Bewegung, der absolut gesichert ssi, nur

noch eine Frage der Zeit. Niemals habe

er mit mehr Ruhe und Zuversicht der

Entwicklung entgegengesehen als heute. Der Anspruch der Bewegung auf die Macht werde auch von Regierungsseite heute nicht mehr bestritten. Aber man wolle ihr die Erfüllung ihrer Ansprüche in Formen bie­ten, die sie zum selbständigen Handeln un­fähig mache.

Wenn er die Haltung einzelner Persön­lichkeiten der Regierung im Hinblick auf ihren Wirkungskreis auch zu würdigen wisse, so hätten sie doch alle, außer einem, nur ihren Namen einzusetzen. Di!e NSDAP. habe aber nicht einen Namen einzusetzen, sondern 14 Millionen deutscher Menschen, die voll grenzenlosem Vertrauen hinter ihr ständen. Diese Bewegung, des deutschen Volkes größte Organisation, einzigartig im deutschen Volke gewachsen, sei heute die Nation und habe die Pflicht, sich als solche zu fühlen. Wenn man diese nationale Selbst- einschätzung als Zügellosigkeit bezeichne, dann nähmen wir diese „Ueberlftblichkeit" vor der Geschichte auf uns. Solange bei der Regierung eine Auffassung herrsche, wie die bezüglich Beuthens zum Ausdruck gekommene, könne die nationalsozialistische Bewegung diese Regierung nicht mit ihrem Namen decken. Hier kenne er keine Objek­tivität. Er habe kein Verftändiris dafür, daß für eine« polnischen Insurgenten, der einst: aeaen untere deutschen Brüder in

Schlesien gestanden Hat, fünf Nationalsozia­listen Unter das Fallbeil sollen«

»Hier bin ich nicht objektiv, sondern subjektiv. Wer für Deutschland kämpft U«d lebt, streitet «nd wenn es sein muß, stirbt, hat alles Recht. Und wer sich gegen Deutschland wendet, hat gar kein Recht."

In ciner Frage, die den Staat selbst be­treffe — und der Sieg des Kommunismus sei eine Angelegenheit, die den Staat an­gehe — könne sich dieser nicht einfach neutral darüber stellen.

Die nationalsozialistische Bewegung habe den ungeheuren Vorzug, ein einziger ope- rakions fähiger Faktor z« sein. Als Führer könne und werde er jeden Weg beschwerten, der die Bewegung und damit die Nation dem Ziele näher führe. Die Gegner sollten wissen, daß ihnen in der nationalsozialisti­schen Reichstagssraktion nicht 230 Mann gegenübertreten, sondern diese Fraktion trete ihnen wie ein Mann gegenüber. Sie werde dem ganzen deutschen Volke, das heute auf sie blicke, ein Beispiel grenzenloser Diszi­plin geben.

Unsere Auffassung unterscheide sich von der unserer Gegner dadurch, daß wir

Kommunistisokoi' iVIonit in Ssi*Iin

Reverfall auf SA-Lokak

Berlin, 29. August. Gegen 23 Uhr wurde in Charlottenburg von Kommunisten ein Sturm auf ein nationalsozialistisches Vrkehrslokal versucht, bei dem etwa 20 Schüsse sielen. Drei SA-Män­ner wurden verletzt und mußten ins Krankenhaus gebracht werden. Nach alter Methode wurde na­türlich von der Polizei das überfallene Verkehrs­lokal durchsucht.

Der SA.-Mann Herbert Gatschke, der einen Lungenschuß erhalten hatte, erlag kurz nach der Einlieferung in das Westend-Kran- kenhaus seinen schweren Verletzungen«

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nioüoi'gosokosssn

Eisenach, 29. August. Ein Polizeibeam­ter hielt nachts zwei verdächtig scheinende Män­ner an . Einer der Männer rief dem Beamten, als dieser sie aufforderte, die Hände aus den Taschen zu nehmen, zu „Hände hoch" und gab sofort zwei Schüsse auf den Beamten ab. Der Beamte brach schwerverletzt zusammen. Wie verlautet, soll der Mann, der die Schüsse abgab, an der Mütze ein kommunistisches Abzeichen getragen haben. Bisher hat man von den bei­den Verbrechern noch keine Spur.

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Die Polizei will einen „Selbstmord" konstruieren

Breslau, 29. August. Am Sonnabend, gegen 21 Uhr, wurde bei Liegnitz auf der Strecke der UmLehunasbabiN am GleisLeichen 7.4 der

' sagten: Man kann wohl ohne Reichs- tag regieren, aber man kann nicht ohne das Volk regieren.

Fähig zu regieren sei nur der, dvr aus dem Volke herauswächst «nd dieses Volk kennt.

Das heute regierende System müsse schei­tern an dem gänzlichen Fehlen einer le­bendigen Verbindung mit dem Volke. Die Millionen hätten den Abgeordneten der na­tionalsozialistischen Bewegung das ver­trauen ausgesprochen, in der Hoffnung, daß sie dem deutschen Volke nun ein anderes Gesicht gebe als die anderen Parteien es getan hätten. In dieser Erwartung würden sie nicht getäuscht werden. Das Volk wolle Mut, Kraft, Entschlossenheit und Fähigkeit sehen. Wer sie beweise, dem werde es folgen. Ganz gleich, auf welcher Ebene die nationalsozialistische Bewegung fechten werde, kapitulieren werde sie nicht, sondern kämpfen bis zum Siege. Sie sei in jeder Stunde bereit, wieder vor die Nation zu treten. Das möge der Gegnerr wissen.

Nach den weiteren Ausführungen Adolf Hitlers, die von der Fraktion mit einem Begeisterungssturm ausgenommen wurden, legte der Fraktionsführer Dr. Frick für die gesamte Fraktion und nach ihm jedes Frak­tionsmitglied das Gelöbnis in die Hand des Führers, in unverbrüchlicher Treue und allezeit wie ein Mann hinter ihm zu stehen. Damit war die denkwürdige Sitzung ge­schlossen.

SA-Mann Rosemann von einem Güterzug überfahren und fast bis zur Unkenntlichkeit zer­stückelt aufgefunden. In der Nähe wohnende Anlieger hatten eine halbe Stunde vorher aus der Richtung der Bahngleise vier bis fünf Schüsse gehört: Für Selbstmord spricht nicht der geringste Anlaß.

Nach Aussage des Lokomotivführers ist ihm Rofemann auf'der Strecke taumelnd nnd mit erhobenen und winkenden Armen entgegengelau­fen. Es liegt der begründete? Verdacht nahe, daß Rosemann, tödlich verwundet bzw. be­sinnungslos geschlagen, halb benommen, hilfe­suchend gegen das Licht lief.

Rosemann war von Kommunisten seines Hei­matdorfes mehrfach und seit langem angedroht worden:

„Du Lerge (bekanntes schlesisches Schimpf­wort) wiüü bald verschwinden!"

Da die politische Polizei bezeichnenderweise sich mit der Annahme eines Selbstmordes be­gnügt, wozu aber nicht die geringste Ursache vorliegt, sind nunmehr von der SA-Uihrnng die nötigen Schritte unternommen worden.

LLunmßüki'Si' opsokosssn

Swknemünde, 29. August. Im Swinemünder Krankenhaus starb am Sonntag der Sturmführer Thomas an ciner schweren Schußverletzung, die ihm in der Nacht zum Sonntag beigebracht worden war. Die Täter find unerkannt entkommen. Ein­zelheiten find noch nicht bekannt.

Ksioksdannsn mit Soiion dsivsf-not

Schwerin, W. August. In Mecklenburg kam es zu mehrfachen politischen Zusammenstö­ßen. In Berchen bei Malchin kam es zu einem

schweren Neberfall von Reichsbannerleuten cmr SA. Im Verlauf der Tätlichkeiten wurde der S A-Führer Vogler aus Berchen durch Beilhiebe schwer ver-- leht. Auch der SA-Mann Kreuz er­hielt schwere Kopf- und Oberarm- Verletzungen. Auf Sekten des Reichsban­ners erlitt der Führer Merk aus Verchen ebenfalls erhebliche Verletzungen. Zu weitere« Zusammenstößen kam- es in Gadebusch. Bei einer von Nationalsozialisten veranstalteten Feier versuchten Arbeitersportler in das Lokaik einzudringen. Das Ueberfallkommando aus Schwerin stellte die Ruhe wieder her

vss wsi* k'SswLuek!

Um dieses Verräters und Stratzenräubers willen^ sollen siins Kämpfer für das Deutschtum dem Hen­ker ausgeliefert werden!

Gleiwitz. Aus der Geschäftsstelle der RS- DAP, Kreisleitung Hindenburg in Oberschlesten« erscheint FränleinGertrudKaluza aus Hindenburg (O.-S.) und erklärt an Eidrsstatt folgendes:

Während der Jnsurgentenzeit im Frühjahr 1921 betrieb ich einen Butterhandel. In der Nähe von Tworog begegnete ich mehreren polnischen In­surgenten. Auf Grund meiner Hausierertätigkert in Potempa erkannte ich den Konrad Pietrzuch aus Potempa. Die Insurgenten, unter Führung von Pietrzuch, verlangten von mir, unter wüsten Be­schimpfungen meines Deutschtums, die Herausgabe der Waren, die ich mitfühlte. Ich weigerte mich selbstverständlich, denn die Ware war mein Eigen­tum. Daraus wurde ich von Konrad Pietrzuch und zwei seiner Komplizen schwer mißhandelt. Leute, die auf dem Felde arbeiteten, konnten mir aus Angst vor der bewaffneten Horde nicht zu Hilfe kommen. Ich blutete am Kopf und Rücken. Auch hatte ich mehrere schwere Fußtritte erhalten. Als ich mich schließlich nicht mehr wehren konnte, wurde mir meine Ware geraubt. Ich begab mich darauf nach Schwienowitz, um dort z» übernachten. Es ist mir jederzeit möglich, durch einen allgemeinen Ausruf aus den Leuten, die da­mals in der Nähe von Tworog auf dem Felde gearbeitet haben, Zeugen des Vorfalls z» erbringen. Ich bin bereit, meine Aussage zu be­er d e u.

6ogsn öss UnnseM von Souttion

Bürger von Potempa für ihren Gemeindevorsteher Breslau. 70 angesehene Bürger der Gemeinde Potempa haben folgendes Schreiben an Dr. Bracht gerichtet:

„Die unterzeichneten Bürger von Potempa bit­ten das gegen den Gemeindevorsteher Paul Lach- mann ergangene scharfe Urteil aus dem Begnadi­gungswege abzuändern und vom Begnadigungs­recht Gebrauch machen zu wollen. Dies würde zur Beruhigung der Gemeindemitglieder beitragen, da der Verurteilte als deutscher Mann vier Jahre lang die Geschicke unserer Gemeinde geleitet hat."

Folgen die Unterschriften von 70 Gemeindemit­gliedern.

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Stuttgart, 29. August. Nach einer Mel­dung der „Süddeutschen Arbeiterzeitung" ist der frühere Führer der Kommunistischen Par­tei, Bezirk Württemberg, Josef Schlaffer, bei einer Besprechung in Stuttgart, an der er in. seiner Eigenschaft als Reichsleiter des Kampf- bundes gegen den Faschismus teilnahm, der, haktet worden

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