Ausgabe 
(24.8.1932) Nr. 186
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186

^skngang 1932

Snvmsn, IMirwoen, 6»i» 2«. August

Lln^akpi-sis IS pßtz.

Verlag und GeschLMstÄllrr Papenstraße 15,

Kratze 48. SprechktuHve v« Redaktion: Montao

18bis 1SW>. Aernshrecherr Domsheios zrovvs.

^ Bremer Nationalsozialisten

MDNL Parteiamtliches Organ der

Kigerrr hiesige die 10 gespaltene vrm°Zelle 0.10, auswärts OÜ8; st» Textteil 0.50, auswärts 0.70; Stellengesuch« ^ 0.06; sonstige kleine Anzeigen 0.08. Platzvorschrist ohn« ^Kindlichkeit. Bet Betriebsstörung, Streik, Verbot usw. hat der Bezieher keine» Anspruch auf Rückzahlung des Bezugspreises.

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München, 23. August, Die bayerische amtliche Pressestelle teilt mit:

" Ministerpräsident Dr. Held hatte heute in Ber­lin eine Aussprache mit Mitgliedern des Reichs- labinetts über die Stellungnahme Bayerns zur Krage der Rcichsreform. Die Aussprache war ver­anlaßt durch die Rede des Reichsinnenministers auf der Versassungsfeier am 11. August 1932, in idcr die Reichsregierung ihren Entschluß ankün­digte, alsbald eine Verfaffungs- und Reichsreform in Angriff zu nehmen. Die Forderungen Bayerns Verlangen vor allem, daß eine Neuordnung der Verfassungsrechtlichen Verhältnisse nur auf dem un estrittenen Boden des Rechts angebahnt wird.

DieBayerische Staatszeitung" enthält einen Bericht aus Berlin mit Einzelheiten der Unter­redungen. Danach hat der Ministerpräsident Dr. Held vormittags eine eingehende Aussprache mit dem Reichskanzler von Papen und anschließend Seine zweite Unterredung mit dem Reichsinnen, ivilnister Freiherr von Gayl gehabt. Die An- ßchauungen der bayerischen Regierung seien in Seiner vertraulichen Denkschrift zusammengefaßt, die der bayerische Ministerpräsident bei den Unter- vedungen überreicht habe und die auch den Re­gierungen der anderen süddeutschen Länder, sowie der sächsischen Regierung von München aus nn- jmittelbar zugestellt worden sei. l Die Besprechungen des bayerischen Minister­präsidenten haben sich nach derBayerischen Staatszeitung" auch auf die Pläne erstreckt, mit denen die Reichsregierung dem bevorstehenden Zu­sammentritt des Reichstages entgegensieht.

i-SUSSNNSN D^otokoü

Gnrigültig angenommen

Wien, 23. August. Der österreichische National­rat faßte in seiner Sitzung am Dienstag um 12.30 Uhr nach längerer lebhafter Aussprache den Be- harrungsbchchluß, der den Einspruch des Bundes­rates gegen das Lausanner Protokoll unwirksam macht. Der Beharrungsbeschluß wurde mit 82 ge­gen 80 Stimmen angenommen. Für diesen Be­schluß stimmten die Christlich-Sozialen, der Land­bund und Telle des Heimalblockes, gegen den Be­schluß die Großdeutschen, die Sozialdemokraten und die frondierenden Abgeordneten des Heimat- blockes. Ein großdeutscher Antrag, den Beschluß des Nationnlrates vor der Beurkundung durch den Bundespräsidenten einer Volksabstimmung zu un- terterziehen, wurde mit dem gleichen Stimmen­verhältnis abgelehnt.

Weimar, 23. August. Der Thüri.-grsche Landtag wählte in seiner ersten Sitzung mit den Stimmen der Nationalsozialisten, des Landb,indes und der Deutschnationalcn den Natunialso-,wüsten Bürger­meister Marschler-Ohrdruf zum Landtagspräsiden- ten. Da die Nationalsozialisten sich nich' ent­schließen konnten, dem Vertreter der Soziaidemo- kraten als zweitstärkster Fruktion den Vizc^räfi- dentenposten zu überlassen, wurde mit gleicher ktimmenzahl der bisherige Landtagspräfidrnt von Thümmel (Landbund) zum ersten Vizepräsidenten gewählt. Als zweiter Vizepräsident schlugen die Nationalsozialisten den Abgeordneten Studienrat Hille-Hrldburghausen vor, der ebenfalls mit Mehr- Kett gewählt wurde.

Das ist der Bolschewismus!

Dor Beendigung der erste« Sitzung des neuge­wühlte« Thüringischen Lauotagcs kam es zu einem unerhörten Zwischensall. Der neue Landtag ge- Hatzte der Tgdrso pser der ^Niobe" in ehrender

Berlin, 23. August. HauPtmannGöring äußerte sich zu dem Beuthener Urteil dahin, daß er dieses Urteil für das ungeheuerlichste Bluturteil halte, das je seit den finsteren Zeiten der Tyrannei ausgesprochen worden sei. Die Regie­rung habe die fragliche Notverordnung angeblich herausgegeben, um den Nationalsozialisten zu hel­fen. In Wirklichkeit benutzte sie sie jetzt bewußt gegen die nationalsozialistische Bewegung. Die zum Tode Verurteilten hätten in berechtigter Notwehr gegenüber einem Kommunisten und Va­terlandsverräter gehandelt. Sie seien zwar über den Rahmen der Notwehr hinausgegangen, aber der Tatbestand der Notwehr sei^ unter allen Um­ständen gegeben.

Göring hat an die zum Tode verurteilten SA.» Leute nach Beuthen folgendes Telegramm ge­schickt:

In maßloser Erbitterung und Empörung über das Schreckensurteil, das Euch betroffen hat, gebe ich Euch, Kameraden, die Versicherung, daß unser ganzer Kamps von jetzt ab Eurer Freiheit gilt. Ihr seid keine Mörder, Jhr^ habt das Leben und die Ehre Eurer Kameraden verteidigt. Für Eure Fa­milien überweise ich heute 1000 RM., die mir Freunde zur Verfügung gestellt haben. Bleibt aus­recht! 14 Millionen der beste» Deutschen haben Eure Sache zu der ihrigen gemacht. Heil Hitler!

(gez.): Göring."

Wir fordern Reichshilfe für die Landwirt­schaft«

Schwerin, 23. August. Wegen der großen Notlage der Landwirtschaft und der Not­wendigkeit einer beschleunigten Reichshilfe hat das Mecklenburg-Schwerinische Staats- ministeriüm folgendes Telegramm an den Reichsernährungsministcr gesandt:

Die Preisgestaltung für Getreide macht allie bisherigen Schätzungen der Land­wirtschaft zunichte. Das Land sieht mit allergrößter Sorge den nächsten Atonalen entgegen." "

Lin ^ump ist psusgvliogsn

Heidelberg, 23. August. Gagen den außerordent­lichen Honorarprofessor Dr. Gumbel, der an der

Weise, indem, sich sämtliche Abgeordneten bis aus die Kommunisten von ihren Plätzen erhoben. Nach dieser Ehrung rügte Landtagspräfident Marschier unter Pfuirufen des Hauses das Verhalten der Kommunisten. Er schloß die gesamte Fraktion, da ihr Verhalten die Würde des Hauses verletzte und das deutsche Volk mißachtete, aus drei Tage von den Sitzungen aus.

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Um 6is Ikegisi'ungsbiiklllng in Hiüpingsn

Weimar, 23. August. Am Schluß der Dienstagsitzung des Thüringer Landtages be­auftragte das Landtagspräsiöium den national- sozialistischkn Abgeordneten Sauckel, als Frak­tionsführer der stärksten Partei des Parlaments, mit der Neubildung des Landesregierung. Am Dienstagabend war noch keinerlei Klärung der politischen Lage zu erkennen. Es soll jedoch schon jetzt feststehen, daß sich die Deutschnationa- lM, die im Landtag mit zwei Abgeordneten vertreten sind, an der kommenden R«ni-«>rng nickt beteiliaen werden.

Breslau, 23. August. Nachdem es bereits am Nachmittag zu Demonstrationen gegen das Beuthener Sondergerichtsurteil gekommen war, wobei die Polizei vom Gummiknüppel Ge­brauch machte und acht der NSDAP nahe­stehende Personen festnahm, wiederholten sich am Abend die Protestkundgebungen. Eine große Menschenmenge zog durch die Straßen und rief: Gebt uns unsere Kameraden frei! Nieder mit dem Schandurteil von Beuthen! Nieder mit der Papen-Regierung!" Die Polizei hielt sich sehr zurück, besuchte aber doch an einigen Stel­len, den Zug aufzulösen.

Rohm in Berlin. >

Berlin, 23. August.

Wie wir. erfahren, ist der Stabschef Rohm unterwegs nach Berlin, um im Auftrage des Führers bei den maßge­benden Stellen in Sachen Beuthen die notwendigen Schritte zu unternehmen.

Berlin, 23. August. Hauptmann Rohm und Hauptmann Goering haben gestern in der Reichskanzlei schärfsten Protest gegen das Beuthener Bluturteil eingelegt.

Universität Heidelberg über Sratistik las, schwebte bekanntlich ein Unlersuchungsverfahren wegen einer Aeußerung, daß das Kriegerdenkmal gewisser­maßen eine einzige große Kohlrübe sein müsse. Nach Abschluß der Untersuchung haben, wie jetzt amtlich mitgeteilt wird, der engere Senat und die philosophische Fakultät einstimmig beantragt, Pro­fessor Gunlbel die Lchrberechtiaung zu entziehen. Das badische Unterrichtsministerium hat diesem Antrag stattgegeben. Gumbel scheidet sofort aüs dem Lehrkörper der Universität aus.

Kundgebung risp Ksieksi'sgisi'ung

Berlin, 23. August. Die Reichscegierung «nd preußische Staatsregierung erlassen folgende Kund­gebung:

Gezwungen durch Gewalttaten im innerpoliti­schen Kampf, welche das Ansehen des Reiches aufs Schwerste gefährdeten, hat der Herr Reichspräsi- deut auf Borschlag der Reichsregierung die schärf­sten Strafen gegen den politischen Terror ver­hängt. Mit dem Augenblick, in dem diese Ver­ordnung in Kraft getreten ist, muß sie gleichmäßig gegen jedermann, der Recht und Gesetz verletzt, ohne Ansehen der Partei oder der Person Anwen­dung finden. Die Reichsregierung wird nötigen­falls alle Machtmittel des Staates einsetzen, um den Vorschriften des Rechts unparteiisch Geltung zu verschaffen und wird nicht dulden, daß sich irgendeine Pattei gegen ihre Anordnungen auf­lehnt. Ebensowenig wird sich die preußische Staatsregierung durch politischen Druck in der pslichtmätzigen Prüfung beeinflussen lassen, ob sie ihr Begnadigungsrecht im Falle der Beuthener Todesurteile ausüben kann.

Die leidenschaftlichen Vorwürfe, die in der Öf­fentlichkeit gegen diese Urteile erhoben worden sind, sollten sich gegen die Urheber der blutigen Ereignisse und nicht gegen die Staatsgewalt rich­ten, die im Interesse der Gesamtheit zu so scharfen Maßnahmen greifen mußte.

Die Reichsregierung wird jeden Versuch, die Grundsätze des Rechtsstaates zu verfälschen und die politischen Leidenschaften zu erneuten Aus- lckreitungen aufzustacheln, zu begegnen wissen."

2wsi Urteils

Die Todesurteile, die von dem Beuthene i Sondergericht gegen süns unserer Kamera-« den gefällst worden sind, werden von demi nationalen Deutschland als ein Faustschlag ins Gesicht empfunden, als eine der schlimme sten Demütigungen, die man ihm je zuge-s fügst hat. Ein unendliches Gefühl der Bit-< terkeit steigt in einem hoch, wenn man mit! diesem Urteil den Spruch gegen die Ohlaueri Reichsbannermörder vergleicht. Das richt in Brieg hat ihnen die Absicht nndj sorgfältige Vorbereitung ihrer Tat beschei-j nigt, hat das unmenschliche Wüten der ver-f tierten Horden aufgedeckt, klargelegt, aufs welch entsetzliche Weise der SA-Mann Ko-j nictzky ermordet, ersäuft wurde wie eins räudiger Hund, und dann sühnt es den! Mord an zwei Menschen und die schweren! Verletzungen an 28 weiteren SA-Männern! mit Zuchthausstrafen von höchstens vieri Jahren! Und warum? Weil diese Tast eben begangen wurde, bevor die letzte Not-j Verordnung gegen den Terror erlassen! wurde. Sind die Morde deswegen etwa! keine Morde mehr? ''

Wir wollen den politischen Terror nichh verherrlichen, nicht verteidigen. Wir wollen! daß er nicht mehr länger das Gesicht der! Nation beschmutzt. Aber wir wehren unss dagegen, daß man eine Rechtsprechung durch-« führt, die nichts mit dem Leben zn tust hat, sondern es mit dem Buchstaben er-» schlägt.

Fünf SA-Männer sollen ihr Leben lasserd wegen einer Tat, in die sie durch jahre­langen Terror, die grausamsten Vorsatz gungen hineingetrieben worden sind! Menschlich begreiflich. wird ihr Verhalten, wenn man die Umstände betrachtet, unter denen diese Menschen lebten. Als alte Selbstschutzkämpfer, die ihr Leben bedin­gungslos in die Schanzen schlugen, als der Pole 1921 ins Land brach, die als leben­diger Wall, an Waffen und Ausrüstung weit unterlegen, ihre oberschlesische Heimat vor der slawischen Flut schützten, war es für sie fast selbstverständlich, daß ihr Wollen der deutschen Freiheitsbewegung gehörte^ einige sogar die braune Uniform der deut-> scheu Revolution trugen. Schwer, entsetzlich schwer, war ihr Kampf in den kleinen ober-« schlesischen Jndustriedörfern. Furchtbaren Terror, der vor den gemeinsten Mordtaten! nicht zurückschreckte, bedrohte sie jahrelang^ machte nicht einmal vor ihren Familiest halt. Kaum an irgendeiner anderen Stell« des Reiches wütete der Mordmarxismus zügelloser als hier. Warum? Weil hier^ wie im Ruhrgebiet» das kommunistisch« Untermenschcntum sich säst ausschließlich aus Polen zusammensetzt.

In diesem Jahre erreichte der rote Blut-« rausch seinen Höhepunkt. Es verging kaum eine Woche, wo die schlesische SA. nicht mehrere Kameraden zur letzten Ruhe ge°« leiten mußte. Und wann hat man einmal: gehört, daß man der Mörder Habhast ge°! worden ist? Kaum einer der zahllosen, Morde ist gesühnt worden. Weil es Ver-« brecher waren, gewerbsmäßiges, gedungenes Gesindel, die unsere Kameraden in oft nicht wiederzugebender Weise geradezu abjchlach-s teten, die zu verschwinden verstanden. s

Und da wohnt nun in dem Dorf, in dem die SA. den schwersten Stand hat, ein Kommunist, von dem alle wissen, daß er polnischer Aufständischer ist. Einer der schlimmsten Hetzer, ein Rädelsführer bei den dauernden Gewaltakten gegen unsere Kame­raden. Und dann ereilt ihn das Ende, das er scr und so oft ausrechten Deutschen zugedacht hatte.

Schon am Tage darauf sind die Täter verhaftet. Nun hat man süns von ihnen zum Tode verurteilt.

Wir gestehen dem Staate grundsätzlich das Recht zu. auch die härtesten Maßnahmen zu ergreifen, wenn es darum seht, . bis

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