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Parteiamtliches Organ der Bremer Nationalsozialisten
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Brieg. Staatsanwaltschaftsrat Haude stellte am Sonnabend am Schluß seines Plädoyers folgende Strafanträge; gegen den Kreisleiter des Reichsbanners und Gewerkschaftsfekre- tär Durnick wegen schweren Landfriedensbrn- ches, Wasfenmißbrauches und schweren Aufruhrs vier Jahre Zuchthaus, wegen der gleichen Straftaten gegen den Ortsgruppenleiter des Reichsbanners, Blech, sechs Jahre Zuchthaus, gegen den Angeklagten Vanin (Vater) wegen der gleichen Straftaten fünf Jahre Zuchthaus, gegen den Gewerkschaftssekretär Strulik wegen einfachen Landfriedensbruches und schweren Aufruhrs zwei Jahre. Zuchthaus, gegen den 'sozialdemokratischen Stadtrat Manche wegen schweren Landsriedensbruches in Tateinheit mit Raushandel vier Jahre Zuchthaus. Die übrigen Anträge bewegen sich wegen einfachen oder schweren Landfriedensbruches zwischen vier Monaten und zwei Jahren Gefängnis. Gegen sechs von den 43 Angeklagten beantragte er Jrei- spruch.
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Brüssel, 21. August. Am heutigen Sonntag fand die alljährlich veranstaltete große Fla- menkundgcbung in Dixmuden statt. An dem Denkmal, das an der Äser zur Erinnerung an die gefallenen flämischen Frontkämpfer errichtet ist, hatten sich etwa 210 000 Kundgeber versammelt. Die Stadt Dixmuden wies überreichen Flaggenschmuck auf. Bis auf ein Hotel und eine» Mehlfabrik, von denen die belgische Flagge Wehte, waren ausschließich die schwlarz- gelben flämischen Farben zu sehen. Die Tatsache, daß offizielle belgische Vertreter fehlten, stempelte die Kundgebung zu einer rein flämischen Angelegenheit. Ihren Höhepunkt erreichte die Kundgebung, als die sterblichen Ueberxeste von sieben flämischen Gefallenen bei dem Äser-Denkmal beigesetzt wurden. Ein katholischer Priester, ein Bruder eines dieser sieben Gefallenen, las unter freiem Himmel die Totenmesse, darauf erfolgte die feierliche Beisetzung. Anschließend hielt Pros. Franz Daels als Vertreter der flämischen Frontkämpfer die Gedenkrede. Weitere Ansprachen wurden von .holländischen und südafrikanischen Vertretern gehalten. In sämtlichen Reden wurde der Ov- sertod der flämischen Gefallenen verherrlicht,
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Donnerstag, den 18. August, waren in München, in den neueingerichteten Räumen der Reichsorganisationsleitnng im Reichsadler, die Reichs- und Landesinspekteure unter dem Borsitz des Reichsorganisationsleiters Pg. .Gregor Straßer versammelt. . 'Hier, in engstem Kreise der ältesten und bewährtesten Führer der Partei wurden eingehend die politische Lage erörtert und äußerst wichtige organisatorische Frage« durchgesprochen. Es ist etwas eigenartiges um eine Kamps- und Schtcksalsgemeinschaft, wie es ein solcher Kreis alter Kämpfer der Partei darstellt. Da ist auch keiner, der nicht von der Pike auf gedient hätte, und alle Arbeiten, vom Kleben der Plakate und Verteilen von Flugblättern, b-bs Hinauf zu den höchsten Führer-Aufgaben nicht selbst durchgemacht hätte. Hieraus ergibt sich die unzerbrechliche Front, die neben der unvergleichlichen revolutionären Idee des Nationalsozialismus und ihrem, einzigartigen Führer Wolf Hitler das Wesen des Nationalsozialismus ausmacht, jene Front, die von den Bürgerlichen nnveHänden und unbegreiflich jahrelang beiseite geschoben und von den Marxisten in Überheblichkeit verhöhnt und verlacht wurde, jene Front, die
immer wieder den Einzelnen aufraffte und ihm neue Kraft gab, um den fast unmenschlichen Kampf durchhalten zu können.
Zum ersten Mal nach der politischen Hochspannung kamen die höheren FüHrer der politischen Organisation zusammen. Der Reichsorganisationsleiter Pg. Gregor Straßer gab die Ernennung der Ländesinspekteure durch den Führer bekannt und gab dann ein genaues und eingehendes Bild über die politische Lage. Die Landes- tnspekteure gaben wiederum der Reichsleitung ein Bild der Partei in den einzelnen Gauen, wobei sie zum Ausdruck brachten, daß die feste und unerschütterliche Haltung des Führers gegenüber den Sireuen-Ge- sängen des Kabinetts Papen ungeheure Freude unter den Parteigenossen ausgelöst habe.
Am .Abend dieser denkwürdigen Tagung waren die Reichs- und Landesinspekteure unter Führung des Reichsorganisationsleiters zum Führer eingeladen. Es wird jedem, der an dieser fast zweistündigen Unterhaltung teilnehmen durfte, unvergeßlich sein, wie klar und fest umrissen der Führer die bis ins Einzelnste durchdachten Gedanken über seine einzuschlagende Politik darlegte.
die durch ihren Tod zur'Befreiung Flanderns hätten beitragen sollen. Es wurdefl,dann zwei Entschließungen verlesen. Eine für die Abrüstung, die andere für die Amnestie flämischer Aktivisten. Am Fuß des Denkmals wurden zahlreiche Kränze niedergelegt, so von den alten flämischen Frontkämpfern und von Abordnungen aus der Wallonei, Frankreich, Amerika, Irland und einer deutschen Abordnung aus Aachen. Vermerkt wurde auch die Anwesenheit einer Abordnung von Frontkämpfern aus Eupen-Malmedh. Am Schluß der Kundgebung leisteten die vielen Tausende den Treueschwur > für Flandern.
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Drei Deutsche an der Spitze Berlin, 21. August. Nach den bei der Berliner Wettbewerbsleitung eingegangenen Nachrichten befinden sich die Deutschen Seidemann, Marienfeld und von Massenbach an der Spitze. Außer diesen drei Fliegern und dem Italiener Colorado ist auch noch der Deutsche Lusser in Bicenzo eingetroffen. Der unter deutscher Flagge fliegende Rumäne Papana befindet sich, wie gegen 20 Uhr gemeldet wurde, ebenfalls noch auf dem Wege nach Vicenza, eine Etappe zurück, in Agram, befinden sich sechzehn Wettbewerbsteilnehmer, darunter der Teutsche Poß, während Morzik am Sonntag abend in Brünn geblieben ist.
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Kiel, 21. August. Am Sonntag morgen lag die „Niobe" noch immer mit Schlagseite zwischen den tzebeleichtern. Obwohl die Schleppdampfer „Sim- son" und „Capella" jetzt auch zum Lenzen der „Niobe"-Unterwasserräume mit herangezogen und enorme Wassermengen Herausgefordert wurden, tauchte der Schiffskörper zunächst nur wenig weiter aus dem Wasser auf. Es wurde dann festgestellt, daß der Seekadetten-UnterrichtZraum mittschiffs nicht dichthielt. Erst als dieser Raum durch Taucher abgedichtet war, tauchte das Wrack merklich schneller auf und verlor auch viel an Schlagseite. Um 9.30 Uhr konnten die Hcbetrossen, die das Wrack gehalten hatten, avgenommen werden, so daß der Schiffskörper jetzt, nach dem Leerpumpen verschiedener Abteilungen, schnell durch eigenen Auftrieb schwimmfähig geworden ist. Die Stützbalken zwischen den auf beiden Seiten der „Mobe" liegenden Bergungsschiffen wurden ebenfalls abgehoben.
Kiel, 21. August. Die „Niobe" ist jetzt vollkommen aufgetaucht und hat nur noch geringe Schlagseite nach Backbord. Bis um 17 Uhr waren alle Räume der „Niobe" genau nach Toten durchsucht worden. Es ist nicht anzunehmen, daß in dem bisher noch nicht leergepumpten Hellegat sich noch Weitere Tote befinden.
Oberleutnant zur See Reinhard, Wachoffizier, München. Oberverwaltungsgast Walter Engels, Hagen in Westfalen. Si'gnalgesreiler Kraus, Arnoldsweiler bei Düren. Slgnalgefreiter Gück, Kassel. Signalgefreiter Rothe, Gevelsberg. *
Seekadetten: Hans Andersen, Hannover. Erich Büß, Berlin. Klaus Freygang, Eöppmgen. Karl Verlach, Berlin. Helmut Geiser, Stettin. Karl Lüdtke, Stettin. Erich Meißenbach, Opladen bei Köln. H'ärald Rudlösf, Vegesack. Kurt Schlangenfeldt, Mors. Hans-Günter Schmidt, Wilhelmshaven-Rüstringsn. Winnifried Schmidt, Potsdam. Fritz Georg Schrewe, Cranz-Ostpreußen. Werner Schulz, Berlin-Mlmersdorf. Richard Spetzler, Rheinhausen-Kriomcrsheim. Dieter von Discke, Rheinhausen-Friemersheim. Herbert Vogler, Oldesloe. Otto Weißmüller, Seitz. Hans Georg Göing, Wilhelmshaven. Manfred Ricnau, Wil- helmshaven.
Sanitätsmannschaften: von Albedyll, Potsdam. Dr. M. G'elhaar, Frankfurt am Main. Gutjahr, Berlin.» Kruse Flensburg. Otto Heuer, Nienburg. Kurt Klotzke, Rendsburg.
Weiter wurde ein Toter geborgen, der noch nicht erkannt werden konnte. Es sind demnach am Sonntag aus dem Schiff 31 Tote geborgen. Mit den schon früher geborgenen drei Toten zusammen
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Das Flugzeug des Schweizer Fliegers Stran- mann drohte kurz vor dem Ziel einen Flügel zu verlieren. Der Mechaniker Schröder sprang deshalb mit einem Fallschirm aus dem Flugzeug ab, das durch den Sprung erleichtert, ohne wetteren Zwischenfall bis zum Wiener Flugplatz fliegen und dort landen konnte. Schröder erlitt beim Landen eine Prellung des Rückgrats und mußte in ein Krankenhaus überführt werden.
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Berlin. Der beauftragte Bevollmächtigte des Neichskommissars für Preußen, Dr. Bracht, hat an alle Polizeibehörden (einschließlich Landjägerei) folgenden Erlaß gerichtet
Im Verfolg der Richtlinien des Runderlasses vom 5. August 1932 verbiete ich den Beamten der Polizei und Landjägerei in Dienstkleidern an politischen Veranstaltungen teilzunehmen, sofern es sich nicht um einen dienstlichen Auftrag handelt.
Massenskucht ins Freie
Berlin, 22. August. Infolge des Hitzerekordes von 36,6 Grad in Berlin setzte bereits in den frühen Morgenstunden des Sonntags eine Massen- ftucht der Berliner ins Freie ein. Die Verkehrsmittel waren überfüllt und den Verkehr aus den Ausfallstraßen gewaltig. Die Ausflugsorte und die Freibäder hatten den bisher höchsten Besuch des Jahres zu verzeichnen. Soweit bis Sonntag abend festgestellt war, sind beim Baden in den Gewässern bei Berlin elf Personen ertrunken-
Involution von odon?
Nachdetn zunächst einmal die vereinigre linke und bürgerliche Presse hörbar aufgeatmet hatte, als am 13. August Reichspräsi- den von Hindenburg „den Staat vor Adolf Hitler gerettet hatte", tritt nun allmählich der graue Alltag wieder in seine Rechte. Am 30. August tritt der Reichstag zusammen, und wenn Herr von Papen seine mutige Ankündigung wahr machen sollte, sich mit seinem „Aufbauprogramm" dem Reichstag zu stellen, dann wird auch Herr von Hindenburg erkennen können, wer eigentlich hinter seinem Präftdialkabinett der „nationalen , Konzentration" steht. Daß es viel mehr als die Dentschnationalen fein werden, ist wohl nicht anzunehmen. Immerhin eines etwas schwache Konzentration.
Deshalb erheben sich heute bereits überall! die Fragen nach dem, was dann kommen soll. Der -eutschnationale Abgeordnete Borck hat in einem Artikel im Tag bereits! das Stichwort gegeben: Revolution von! oben. Nun nimmt auch die schwerindustrielle „D. A. Z.", die dem Kabinett Papen sehr nahe steht, Gelegenheit, ihren Lesern einen kleinen Ausblick in die Zukunft zu vermitteln. Sie schreibt n. a.j Die Notwendigkeiten des Augenblicks. . . , müssen unter allen Umständen verwirklicht werden, das heißt, wenn es sein muß, auch gegen das Parlament. Wenn das Parlament es wagen sollte, sich dem Reichspräsidenten zu versagen, muß .... dass parlamentarische System endgültig liquidiert werden.
, Das sind klare Worte, die zeigen, wohin der Weg führt. Wir Nationalsozialisten sind nicht dazu da den Parlamentarismus zn verteidigen. Wir haben niemals einen Zweifel daran gelassen, daß wir grundsätzliche Gegner der westlichen Demokratie überhaupt sind. Was würde es jedoch bedeuten, wenn Herr von Papen nach seinem sicheren Mißtrauensantrag im Reichstag seine Regierung als Diktatur, gestützt auf Reichswehr und Polizei, weiterführen würde? Der Reichspräsident hätte sich geweigert, „den Staat einer .einzigen Partei auszuliefern" (hinter der das glühende Vertrauen 14 Millionen Deutscher steht), um ihn dann einem reaktionären Adelskabinett' zu überantworten, das sich bereits durch!
! seine erste Tat, die Millionen Volksgenossen von ihrer bereits zum Verzweifeln gedrückten Lebenshaltung noch weitere Abzüge zumutet, höchstens das Vertrauen gewisser Unternehmerkreise sicherte. Wer steht denn hinter Herrn von Papen? Außer Herrn Hngen- berg mit seiner reaktionären Partei, dir. jetzt auf einmal dem noch eben im Wahlkampf bekämpften „getarnten Zentrums - mann" laut zujubelt, vielleicht noch der Herrenklub. Oder etwa auch die, deren wirtschaftliche Lage durch den Sozialabban Papens noch verzweifelter geworden ist, als sie schon vorher war, oder die von Papens Erfolgen in Lau Kanne. Begeisterten, oder die, die anerkennen müssen, wie rasch und gründlich die Regierung mit dem roten Mord in Deutschland fertig geworden ist? Wir möchten wissen- woher man die innere. Berechtigung nehmen könnte, diesem Kabinett der sozialen Reaktion und der Volksfremdheit den Staat zu überlassen, angesichts der ungeheuren Aufgaben, die sich stündlich als immer dringlicher erweisen.
Die Regierung bereitet ein großes Aufbauprogramm vor, aber was bis jetzt davon an die Öffentlichkeit gedrungen ist, ist noch enttäuschender, als man annehmen konnte. Die Verhandlungen mit dem Reichsbankpräsidenten Luther über die Finanzierung des Arbeitsbeschassungspro- gramms werfen schon ein bezeichnendes Licht auf die innere Stelnng der Regierung. Urrd was bedeutet es schon, wenn man mij Lialem Proaramm bestenfalls 500 000 Mem