Ausgabe 
(22.8.1932) Nr. 184
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Verlag und Geschäftsstelle: Papenstraße 15, Redaktion: Langen» präge 48. Sprechstunde der Redaktion: Montag bis Freitag von 18 bis 19 Uhr. Fernsprecher: Domsheide 25878.

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Parteiamtliches Organ der Bremer Nationalsozialisten

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Brieg. Staatsanwaltschaftsrat Haude stellte am Sonnabend am Schluß seines Plä­doyers folgende Strafanträge; gegen den Kreis­leiter des Reichsbanners und Gewerkschaftsfekre- tär Durnick wegen schweren Landfriedensbrn- ches, Wasfenmißbrauches und schweren Aufruhrs vier Jahre Zuchthaus, wegen der gleichen Straf­taten gegen den Ortsgruppenleiter des Reichs­banners, Blech, sechs Jahre Zuchthaus, gegen den Angeklagten Vanin (Vater) wegen der glei­chen Straftaten fünf Jahre Zuchthaus, gegen den Gewerkschaftssekretär Strulik wegen ein­fachen Landfriedensbruches und schweren Auf­ruhrs zwei Jahre. Zuchthaus, gegen den 'so­zialdemokratischen Stadtrat Manche wegen schweren Landsriedensbruches in Tateinheit mit Raushandel vier Jahre Zuchthaus. Die übri­gen Anträge bewegen sich wegen einfachen oder schweren Landfriedensbruches zwischen vier Mo­naten und zwei Jahren Gefängnis. Gegen sechs von den 43 Angeklagten beantragte er Jrei- spruch.

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Brüssel, 21. August. Am heutigen Sonn­tag fand die alljährlich veranstaltete große Fla- menkundgcbung in Dixmuden statt. An dem Denkmal, das an der Äser zur Erinnerung an die gefallenen flämischen Frontkämpfer errichtet ist, hatten sich etwa 210 000 Kundgeber ver­sammelt. Die Stadt Dixmuden wies überrei­chen Flaggenschmuck auf. Bis auf ein Hotel und eine» Mehlfabrik, von denen die belgische Flagge Wehte, waren ausschließich die schwlarz- gelben flämischen Farben zu sehen. Die Tat­sache, daß offizielle belgische Vertreter fehl­ten, stempelte die Kundgebung zu einer rein flämischen Angelegenheit. Ihren Höhepunkt er­reichte die Kundgebung, als die sterblichen Ueberxeste von sieben flämischen Gefallenen bei dem Äser-Denkmal beigesetzt wurden. Ein ka­tholischer Priester, ein Bruder eines dieser sieben Gefallenen, las unter freiem Himmel die Totenmesse, darauf erfolgte die feierliche Bei­setzung. Anschließend hielt Pros. Franz Daels als Vertreter der flämischen Frontkämpfer die Gedenkrede. Weitere Ansprachen wurden von .holländischen und südafrikanischen Vertretern gehalten. In sämtlichen Reden wurde der Ov- sertod der flämischen Gefallenen verherrlicht,

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Donnerstag, den 18. August, waren in München, in den neueingerichteten Räumen der Reichsorganisationsleitnng im Reichs­adler, die Reichs- und Landesinspekteure unter dem Borsitz des Reichsorganisations­leiters Pg. .Gregor Straßer versam­melt. . 'Hier, in engstem Kreise der ältesten und bewährtesten Führer der Partei wur­den eingehend die politische Lage erörtert und äußerst wichtige organisatorische Frage« durchgesprochen. Es ist etwas eigenartiges um eine Kamps- und Schtcksalsgemeinschaft, wie es ein solcher Kreis alter Kämpfer der Partei darstellt. Da ist auch keiner, der nicht von der Pike auf gedient hätte, und alle Arbeiten, vom Kleben der Plakate und Verteilen von Flugblättern, b-bs Hinauf zu den höchsten Führer-Aufgaben nicht selbst durchgemacht hätte. Hieraus ergibt sich die unzerbrechliche Front, die neben der unver­gleichlichen revolutionären Idee des Natio­nalsozialismus und ihrem, einzigartigen Führer Wolf Hitler das Wesen des Natio­nalsozialismus ausmacht, jene Front, die von den Bürgerlichen nnveHänden und un­begreiflich jahrelang beiseite geschoben und von den Marxisten in Überheblichkeit ver­höhnt und verlacht wurde, jene Front, die

immer wieder den Einzelnen aufraffte und ihm neue Kraft gab, um den fast unmensch­lichen Kampf durchhalten zu können.

Zum ersten Mal nach der politischen Hoch­spannung kamen die höheren FüHrer der politischen Organisation zusammen. Der Reichsorganisationsleiter Pg. Gregor Straßer gab die Ernennung der Ländes­inspekteure durch den Führer bekannt und gab dann ein genaues und eingehendes Bild über die politische Lage. Die Landes- tnspekteure gaben wiederum der Reichs­leitung ein Bild der Partei in den einzelnen Gauen, wobei sie zum Ausdruck brachten, daß die feste und unerschütterliche Haltung des Führers gegenüber den Sireuen-Ge- sängen des Kabinetts Papen ungeheure Freude unter den Parteigenossen ausgelöst habe.

Am .Abend dieser denkwürdigen Tagung waren die Reichs- und Landesinspekteure unter Führung des Reichsorganisationslei­ters zum Führer eingeladen. Es wird jedem, der an dieser fast zweistündigen Un­terhaltung teilnehmen durfte, unvergeßlich sein, wie klar und fest umrissen der Führer die bis ins Einzelnste durchdachten Gedanken über seine einzuschlagende Politik darlegte.

die durch ihren Tod zur'Befreiung Flanderns hätten beitragen sollen. Es wurdefl,dann zwei Entschließungen verlesen. Eine für die Ab­rüstung, die andere für die Amnestie flämischer Aktivisten. Am Fuß des Denkmals wurden zahlreiche Kränze niedergelegt, so von den al­ten flämischen Frontkämpfern und von Abord­nungen aus der Wallonei, Frankreich, Amerika, Irland und einer deutschen Abordnung aus Aachen. Vermerkt wurde auch die Anwesenheit einer Abordnung von Frontkämpfern aus Eupen-Malmedh. Am Schluß der Kundgebung leisteten die vielen Tausende den Treueschwur > für Flandern.

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Drei Deutsche an der Spitze Berlin, 21. August. Nach den bei der Berliner Wettbewerbsleitung eingegangenen Nachrichten be­finden sich die Deutschen Seidemann, Marienfeld und von Massenbach an der Spitze. Außer diesen drei Fliegern und dem Italiener Colorado ist auch noch der Deutsche Lusser in Bicenzo eingetroffen. Der unter deutscher Flagge fliegende Rumäne Papana befindet sich, wie gegen 20 Uhr gemeldet wurde, ebenfalls noch auf dem Wege nach Vicenza, eine Etappe zurück, in Agram, befinden sich sech­zehn Wettbewerbsteilnehmer, darunter der Teutsche Poß, während Morzik am Sonntag abend in Brünn geblieben ist.

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Kiel, 21. August. Am Sonntag morgen lag die Niobe" noch immer mit Schlagseite zwischen den tzebeleichtern. Obwohl die SchleppdampferSim- son" undCapella" jetzt auch zum Lenzen der Niobe"-Unterwasserräume mit herangezogen und enorme Wassermengen Herausgefordert wurden, tauchte der Schiffskörper zunächst nur wenig weiter aus dem Wasser auf. Es wurde dann festgestellt, daß der Seekadetten-UnterrichtZraum mittschiffs nicht dichthielt. Erst als dieser Raum durch Tau­cher abgedichtet war, tauchte das Wrack merklich schneller auf und verlor auch viel an Schlagseite. Um 9.30 Uhr konnten die Hcbetrossen, die das Wrack gehalten hatten, avgenommen werden, so daß der Schiffskörper jetzt, nach dem Leerpumpen ver­schiedener Abteilungen, schnell durch eigenen Auf­trieb schwimmfähig geworden ist. Die Stützbalken zwischen den auf beiden Seiten derMobe" liegen­den Bergungsschiffen wurden ebenfalls abgehoben.

Kiel, 21. August. DieNiobe" ist jetzt vollkom­men aufgetaucht und hat nur noch geringe Schlag­seite nach Backbord. Bis um 17 Uhr waren alle Räume derNiobe" genau nach Toten durchsucht worden. Es ist nicht anzunehmen, daß in dem bisher noch nicht leergepumpten Hellegat sich noch Weitere Tote befinden.

Oberleutnant zur See Reinhard, Wachoffizier, München. Oberverwaltungsgast Walter Engels, Hagen in Westfalen. Si'gnalgesreiler Kraus, Ar­noldsweiler bei Düren. Slgnalgefreiter Gück, Kassel. Signalgefreiter Rothe, Gevelsberg. *

Seekadetten: Hans Andersen, Hannover. Erich Büß, Berlin. Klaus Freygang, Eöppmgen. Karl Verlach, Berlin. Helmut Geiser, Stettin. Karl Lüdtke, Stettin. Erich Meißenbach, Opladen bei Köln. H'ärald Rudlösf, Vegesack. Kurt Schlangenfeldt, Mors. Hans-Günter Schmidt, Wilhelmshaven-Rüstringsn. Winnifried Schmidt, Potsdam. Fritz Georg Schrewe, Cranz-Ostpreußen. Werner Schulz, Berlin-Mlmersdorf. Richard Spetzler, Rheinhausen-Kriomcrsheim. Dieter von Discke, Rheinhausen-Friemersheim. Herbert Vogler, Oldesloe. Otto Weißmüller, Seitz. Hans Georg Göing, Wilhelmshaven. Manfred Ricnau, Wil- helmshaven.

Sanitätsmannschaften: von Albedyll, Potsdam. Dr. M. G'elhaar, Frankfurt am Main. Gutjahr, Berlin.» Kruse Flensburg. Otto Heuer, Nienburg. Kurt Klotzke, Rendsburg.

Weiter wurde ein Toter geborgen, der noch nicht erkannt werden konnte. Es sind demnach am Sonntag aus dem Schiff 31 Tote geborgen. Mit den schon früher geborgenen drei Toten zusammen

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Das Flugzeug des Schweizer Fliegers Stran- mann drohte kurz vor dem Ziel einen Flügel zu verlieren. Der Mechaniker Schröder sprang des­halb mit einem Fallschirm aus dem Flugzeug ab, das durch den Sprung erleichtert, ohne wetteren Zwischenfall bis zum Wiener Flugplatz fliegen und dort landen konnte. Schröder erlitt beim Landen eine Prellung des Rückgrats und mußte in ein Krankenhaus überführt werden.

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Berlin. Der beauftragte Bevollmächtigte des Neichskommissars für Preußen, Dr. Bracht, hat an alle Polizeibehörden (einschließlich Land­jägerei) folgenden Erlaß gerichtet

Im Verfolg der Richtlinien des Runderlasses vom 5. August 1932 verbiete ich den Beamten der Polizei und Landjägerei in Dienstkleidern an politischen Veranstaltungen teilzunehmen, sofern es sich nicht um einen dienstlichen Auf­trag handelt.

Massenskucht ins Freie

Berlin, 22. August. Infolge des Hitzerekordes von 36,6 Grad in Berlin setzte bereits in den frühen Morgenstunden des Sonntags eine Massen- ftucht der Berliner ins Freie ein. Die Verkehrs­mittel waren überfüllt und den Verkehr aus den Ausfallstraßen gewaltig. Die Ausflugsorte und die Freibäder hatten den bisher höchsten Besuch des Jahres zu verzeichnen. Soweit bis Sonntag abend festgestellt war, sind beim Baden in den Ge­wässern bei Berlin elf Personen ertrunken-

Involution von odon?

Nachdetn zunächst einmal die vereinigre linke und bürgerliche Presse hörbar aufge­atmet hatte, als am 13. August Reichspräsi- den von Hindenburgden Staat vor Adolf Hitler gerettet hatte", tritt nun allmählich der graue Alltag wieder in seine Rechte. Am 30. August tritt der Reichstag zusammen, und wenn Herr von Papen seine mutige Ankündigung wahr machen sollte, sich mit seinemAufbauprogramm" dem Reichstag zu stellen, dann wird auch Herr von Hin­denburg erkennen können, wer eigentlich hin­ter seinem Präftdialkabinett dernationalen , Konzentration" steht. Daß es viel mehr als die Dentschnationalen fein werden, ist wohl nicht anzunehmen. Immerhin eines etwas schwache Konzentration.

Deshalb erheben sich heute bereits überall! die Fragen nach dem, was dann kommen soll. Der -eutschnationale Abgeordnete Borck hat in einem Artikel im Tag bereits! das Stichwort gegeben: Revolution von! oben. Nun nimmt auch die schwerindu­strielleD. A. Z.", die dem Kabinett Papen sehr nahe steht, Gelegenheit, ihren Lesern einen kleinen Ausblick in die Zu­kunft zu vermitteln. Sie schreibt n. a.j Die Notwendigkeiten des Augenblicks. . . , müssen unter allen Umständen verwirklicht werden, das heißt, wenn es sein muß, auch gegen das Parlament. Wenn das Par­lament es wagen sollte, sich dem Reichs­präsidenten zu versagen, muß .... dass parlamentarische System endgültig liqui­diert werden.

, Das sind klare Worte, die zeigen, wohin der Weg führt. Wir Nationalsozialisten sind nicht dazu da den Parlamentarismus zn verteidigen. Wir haben niemals einen Zweifel daran gelassen, daß wir grundsätz­liche Gegner der westlichen Demokratie überhaupt sind. Was würde es jedoch be­deuten, wenn Herr von Papen nach seinem sicheren Mißtrauensantrag im Reichstag seine Regierung als Diktatur, gestützt auf Reichswehr und Polizei, weiterführen würde? Der Reichspräsident hätte sich ge­weigert,den Staat einer .einzigen Partei auszuliefern" (hinter der das glühende Ver­trauen 14 Millionen Deutscher steht), um ihn dann einem reaktionären Adelskabinett' zu überantworten, das sich bereits durch!

! seine erste Tat, die Millionen Volksgenossen von ihrer bereits zum Verzweifeln gedrückten Lebenshaltung noch weitere Abzüge zumutet, höchstens das Vertrauen gewisser Unter­nehmerkreise sicherte. Wer steht denn hinter Herrn von Papen? Außer Herrn Hngen- berg mit seiner reaktionären Partei, dir. jetzt auf einmal dem noch eben im Wahl­kampf bekämpftengetarnten Zentrums - mann" laut zujubelt, vielleicht noch der Herrenklub. Oder etwa auch die, deren wirtschaftliche Lage durch den Sozialabban Papens noch verzweifelter geworden ist, als sie schon vorher war, oder die von Papens Erfolgen in Lau Kanne. Begeisterten, oder die, die anerkennen müssen, wie rasch und gründ­lich die Regierung mit dem roten Mord in Deutschland fertig geworden ist? Wir möchten wissen- woher man die innere. Be­rechtigung nehmen könnte, diesem Kabi­nett der sozialen Reaktion und der Volks­fremdheit den Staat zu überlassen, ange­sichts der ungeheuren Aufgaben, die sich stündlich als immer dringlicher erweisen.

Die Regierung bereitet ein großes Auf­bauprogramm vor, aber was bis jetzt da­von an die Öffentlichkeit gedrungen ist, ist noch enttäuschender, als man annehmen konnte. Die Verhandlungen mit dem Reichsbankpräsidenten Luther über die Fi­nanzierung des Arbeitsbeschassungspro- gramms werfen schon ein bezeichnendes Licht auf die innere Stelnng der Regierung. Urrd was bedeutet es schon, wenn man mij Lialem Proaramm bestenfalls 500 000 Mem