Ausgabe 
(19.8.1932) Nr. 182
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Parteiamtliches Oraan der Bremer Nationalsozialisten

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Die nationalsozialistische Bewegung ist ihrem Ursprünge und ihrem Ziele nach eine revolutio­näre Bewegung.

sie kann nicht nach dem Matze einer Par­tei gemessen werden, die diese oder jene Aende­rung in der augenblicklichen politischen oder wirt- sachtflichen Gliederung zum Ziele hat. Sie er­strebt vielmehr eine grundlegende Neugestaltung des Staates nach Wesen und Inhalt, ein Ersetzen veralteter und verbrauchter Einrichtungen durch vollkommen neue. Das bedeutet Revolution. Der Träger dieses revolutionären Gedankens kann nur der SA.-Mann sein. Es mutz immer wieder herausgestellt werden, daß sein Streben nnd sein stampf nicht allein dem Ziele dient, den Marxis­mus in all seinen Spielarten vom Bolschewismus bis zur sozialdemokratischen Bourgeofie zu schla­gen, sondern datz er sich ebenso klar, eindeutig und rücksichtslos absetzt von der ideenlosen Reaktion eines verspießerten -Bürgertums.

Die Jahre 1918—1932 haben unter Beweis ge­stellt, datz der Marxismus nicht in der Lage ist, aufzubauen, sondern nur zu zerstören; datz er nicht fähig ist, die von ihm Proletariat genannte Volksschicht auf eine höhere soziale Stipfe zu füh­ren, sondern nur das gesamte Volk zu verprole-- ta visieren.

Liberalismus und Reaktion habn jahrzehnte­lang vorher schon ebenso sinnfällig den Nachweis ihrer Unfähigkeit zur Staat-führung erbracht. Der Marxismus kann sich immer noch hinter der Behauptung verstecken, daß er im November 1913 ein Chaos übernommen Habs —, wobei freilich ihn die alleinige Schuld an der Herbeiführung dieses Zustandes trifft. Das am 9. November 1913 rühmlos gestürzte System hat aber nicht nur nicht vermocht, diesen Zusammenbrach zu ver­hindern, sondern hat in entscheidender Stunde unmännlich kapituliert. Trotzdem es in der deutschen Armee ein Instrument in der Hand hatte, wie es stärker und besser zu keinen Zeiten zur Verfügung stand. Der Soldat, der draußen an den Fronten focht, wird es diesem Staats­system nie vergessen, datz es seiner Opfer nicht wert war.

Die Träger und Vertreter des vornovember- lichen Deutschlands haben die Prüfung des Schick­sals nicht verstanden, und in der Stunde der Not vollkommen versagt. Dem Novembershstem hat das Schicksal die gleiche Prüfung auferlegt —, auch hier ist das Ergebnis ein Scherben- und Trümmerhaufen.

Nun pocht das junge Deutschland an die Tore der Macht. Es will und wird den Nachweis seines Könnens erbringen jung und unverbraucht, unbelastet, kampfesfroh und siegesbewußt.

Wir lehnen sie alle ab: Die „Klugen", die „Besonnenen", die „Reifen", die „Erfahrenen", alle, die soviel wissen wollen und doch eines nicht können: entschlossen das Schicksal zu meistern.

Es sind viele in unseren Reihen die — sei es unter den roten Fahnen, sei es unter dem bürger­lichen Baldachin — dereinst gestanden haben; viele, die als Frontsoldaten — sei es als General, sei es als Mann — draußen an der Front kämpf­ten und bluteten.

Sie alle sind Fleisch von unserem Fleisch und Blut von unserem Blut, wenn das Fronterlebnis in ihnen die Erkenntnis reifen ließ, daß sie heute als Kämpfer des nationalsozialistischen Freiheits- uud Gemeinschaftsgedankens nur nach vorn und Nicht mehr nach rückwärts sehen dürfen.

Alle die anderen können uns keine Kameraden fein. Nicht die Zahl, sondern die gleiche innere Verbundenheit ist unsere Stärke.

Die Welt von heute, die uns nicht versteht, jam- Wert, wenn unsere verfolgten und gehetzten Kämpfer sich zur Wehr setzen und Vergeltung Pldern,

Ihr Herrschaften, habt ihr auch ein Wort ge­funden, als Tausende und aber Tausende Exi­stenz und Gesundheit, Hunderte und aber Hun­derte ihr Leben opferten, heimtückisch niederge­metzelt vom Abschaum der menschlichen Gesell­schaft?! Der Opfertod der Besten hat euch nicht berührt; gegen die Züchtigung von Lumpen und Verbrechern erhebt ihr flammenden Protest. Nein, es ist schon so: mit dieser Welt, mit dieser Gesellschaft, mit dieser Gesinnung verbindet uns nichts. Ihr gilt unser Haß und unsere Verach­tung, ganz gleich, ob sie sich in roter Kappe, in

der Zipfelmütze oder im Zylinder entgegenstelln

Wir kennen keine Parität, keine Objektivität zwischen deutschen Männern nnd Volksfremdem Gesinde!. Wir kennen kein Kompromiß. Wir wollen ein neues Deutschland, ein Vaterland der Ehre, der Freiheit und der Größe, ein Volk glei­cher, starker Gesinnung, einen Staat der Helden und nicht der Händler. Trotzig und unbeugsam marschieren wir auf dieses Ziel.

„Kameraden, die Rotsront und Reaktion er­schossen, marschieren im Geist in unseren Reihen mit."

Schreiber wird der Vorwurf gemacht, daß es in keiner Weise die Interessen der Litauer im Memelgebiet zu wahren suche. Die zentralen Behörden werden zu sofortigen durchgreifenden Maßnahmen aufgefordert.

In chauvinistischen Kreisen wird zur Wieder­einsetzung des früheren Gouverneurs Merlys in sein Amt als Gouverneur des Memelgebicrs und für eine gebührende Genugtuung wegen seiner Absetzung aufgefordert.

Obgleich alle Pläne noch im Anfangsstadlunt stecken, so ist dennoch schon in allernächster Zu­kunft angesichts der neuen Lage mit durchgrei-, senden Litauisierungsmatznahmen im Memel« gebiet zu rechnen.

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Der Staalsanwalt berichtigt sich.

Schneidemühl, 18. Aug. Wie gemeldet wird, ist der in Zusammenhang mit den Zwischenfällen in Glumen erlassene Haft-! befehl gegen zehn SA-Leute auf Antrag des Oberstaatsanwalts wieder aufgehoben worden. Die SA-Leute sind bereits aus. der Haft entlassen. Es wurde inzwischen festgestellt, datz dem Vorgehen der beschul­digten SA-Leute unmittelbar ein Angriff aus der polnischen Bevölkerung voransge-, gangen ist.

Also hat man wieder einmal nach tra-, ditioneller Methode SA-Männer verhaftet/ ohne überhaupt eine genaue Untersuchung geführt zu haben. Es sind ja nur Natio­nalsozialisten, die außerdem sich sogar ge­gen Polen znr Wehr gesetzt haben. Also Untersuchung überflüssig. In Preußen scheint sich wirklich noch nicht viel ge-- ändert' zu haben.

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Auf die erneuten Angriffe der Bremer Volks­zeitung vom Donnerstag und der Bremer Nach­richten vom Freitag morgen stellen wir nochmals fest, datz der verhastete Miklis weder in den Li­sten der SA. noch in den Listen unserer Partei steht, also weder SAu-Mann noch Parteimitglied

ist.

Miklis hatte sich um die Aasnahme in die SA. und Partei beworben, jedoch war diese von der Ableistung einer Probezeit abhängig gemacht, während der, wie jetzt festgestellt, ohne Wissen des Standarteusührers ein SA.-Mann ihm ei» Braunhemd geliehen hat.

Aus jeden Fall steht einwandfrei fest, datz Mik­lis weder SA.-Mann noch Parteimitglied war, unsere Erklärung also der Wahrheit entspricht.

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Altona, 18. August. Am Spätabend des 7. März d. I- wurden am Hafenplatz in Lauen- burg zwei Nationalsozialisten, H. und M., von einem Trupp Reichsbannerleuie umzingelt und verprügelt. Dabei hat sich der Schneider Hof­schneider besonders hervorgetan, indem er M. mit einem Gummiknüppel über den Kopf schlug und H. eine blutende Verletzung über dem linken Auge beibrachte. Die übrigen Reichsbanner- leute sollen mit Fäusten geschlagen und mit Füßen getreten haben. Nun hatten sich sechs von ihnen vor dem Altonaer Schöffengericht zu ver­antworten. Zwei davon sind erst sech­zehn Jahre alt. Das Gericht verurteilte drei Angeklagte wegen gemeinschaftlicher schwerer Körperverletzung und weil sie bewaffnet zu politi­schen Zwecken an öffentlichen Orien erschienen waren, zu Gefängnisstrafen von 1 bis 3 Mona­ten. Drei Angeklagte wurden freigesprochen. Die Verurteilten erhielten bedingte Strafaus­setzung mit Bewährungsfrist,

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Berli». 18. August.

Der völkische Beobachter" schreibt;

Wie uns aus zuverlässiger Quelle ge­meldet wird, hat der zur Zeit in Urlaub befindliche Regierungsdirektor Görve aus dem Berliner Polizeipräsidium im März dieses Jahres folgerte Pistolen und Waffen ausgegeben;

1. An den Deutschen Metallarbeiterver­band Berli», Linienstr. 83, 7g Pistolen und 35vg Schutz Munition.

2. An die Konsumgenossenschaft Berlin und Umgebung 44 Pistolen und 5044 Schuß Munition.

3. An die Verlagsgescllschaft des Allge­meinen Deutschen Gewerkschaftsbundes (ADGB.) Berlin, Jnselstratzc, 4« Pistolen und 1VVV Schuß Munition.

4. An das Reichsbanner Berlin, Seba- stiaustraße, 4Ü Pistolen und 2VÜV Schuß Munition!

Die Ausfolgung der Waffen fand

mit Genehmigung

des damaligen sozialdemokratischen Poli­zeipräsidenten Grzesinski und unter Wissen des derzeitigen Leiters der Politischen Ab­teilung 1, Kriminalrates Scherler, statt.

Regierungsdirektor Görke hat auch ganze Aktendeckel voll von Waffenscheine«, welche vom Reichsbanner beantragt nnd geneh-

ist dstnisriigt

Paris, 18. Aug. Der „Temps" gibt in einem längeren Leitartikel seiner beson­deren Befriedigung über die Ratifizierrmg des Lausanner Protokolls durch das öster­reichische Parlament Ausdruck. Die Ab­stimmung, so erklärt das Blatt, trägt we­sentlich zur Klärung der juristischen Lage Oesterreichs bezüglich des wirtschaftlichen oder politischen Anschlusses an Deutschland bei. Das Manöver, das der ehemalige Reichsaußenminister Curtius und Schober veruursacht hätten, eine deutsch-österrei­chische Zollvereinigung zu schaffen, könne sich in Zukunft.nicht wiederholen, da das Lau­sanner Protokoll nicht nur dasjenige von Genf aus dem Jahre 1422 nach einmal deutlich klarstelle und bestätige, sondern die Dauer des status qno wieder kläre und damit allen alldeutsche» Bestrebung,?» die Wirkuna nebmc.

migt wurden sowie die Belege dafür stets sorgfältig unter Verschluß gehalten.

Außerdem hat Herr Regierungsdincktor Görke, wie nachträglich bekannt wird, wäh­rend seiner Herrschaft den nachtdtensthaben- den Beamten befohlen, datz Angehörige der NSDAP. in jedem Fall in das Polizei­präsidium einzuliefern sind und ihre Ent­lassung nicht so schnell zu erfolgen habe, während er sich über die eingelieferten Reichsbannerlente die Entscheidung selbst vorbehielt.

Diese letzteren wurden von den dienstha­benden Kommissaren auf Anordnung des Regterungsdirektors Görke sofort nach der Einlieferung wieder entlassen, ja, es ist so­gar vorgekommen, daß man diesen Reichs­bannerangehörigen die ihnen bei der Unter­suchung abgenommenen Waffen bei der Ent­lassung wieder ausgehändigt hat.

Tie schützende Hand des Herrn Ministe­rialdirektors Klausener, der auch noch im­mer seines Amtes waltet und sich sogar neben dem Reichskommissar für Preußen Dr. Bracht und dem neuernannten Polizei­präsidenten von Berlin Dr. Welcher der erstaunten Menge präsentiert, darf Wohl also auch unter dem „neuen Kurs" die marxistischen Bürgerkriegsvorbereitungen decken, die ihm persönlich sicher nicht unbe­kannt gewesen sein dürsten.

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Vor neuen Litauisierungsmatznahmen im Memelgebiet

Kowno, 18. August. In maßgebenden Regie­rungskreisen wird das Haager Urteil eingehend studiert, um schon in der nächsten Zeit praktische Folgerungen daraus zu ziehen. Wie.verlautet, wird ins Auge gefaßt:

1. Eine Einigung über die durch frühere Direk­torien unberührt gelassenen Fragn: wie Un­gleichung des Programms der Memelländi- schen Schulen an die litauischen Schulen.

2. Die Regelung der Sprachensrage, der Beam­ten und Behörden.

3. Die endgültige Klärung der Frage üher die Beibehaltung der fremdsprachlichen Beamten, Lehrer und Richter, sowie eine Reihe anderer kultureller und wirtschaftlicher Fragen.

In der Kownoer Presse setzt nach der anfäng­lichen Zurückhaltung jetzt wieder ein heftiger Hetzfeldzug gegen das Memelgebiet und die jetzi­gen gntonoinen Behörden ein. Dem Direktorium