Ausgabe 
(13.8.1932) Nr. 177
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D erlag und GeschäftAstÄlar Papenstraße 15, Redaktion! Langen» Kratze 48. Sprechstunde per Redaktion: Montag bis Freitag von ^ 18 bis 19 Mr» Fernsprecher: Domsheive 85378.

Die BNZ erscheint Werktags und kostet 1.90 frei Haus, durch die Post zuzüglich 86 ^ Bestellgeld.

Parteiamtliches Organ der Bremer Nationalsozialisten

Anzeigen: hiesige die 10 gespaltene mm-Zeile 0.10, auswärts ^ 0.12; im Textteil ^ 0.50, auswärts 0.70; Stellengesuchs 0.06; sonsttge kleine Anzeigen 0.08. Platzvorschrift ohn« Verbindlichkeit. Bei Betriebsstörung, Streik, Verbot usw. hat der Bezieher keinen Anspruch auf Rückzahlung des Bezugspreises.

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Berlin, 12. August. Am Freitag wurden in ganz Preußen überraschend und schlagartig Durch­suchungen bei den Geschäftsstellen und Funktio­nären, sowie bei führenden Mitgliedern der KPD »md der ihr angeschlossenen Organisationen, ins­besondere bei dem Roten Massen-Selllstschutz und >er Antifaschistischen Aktion vorgenommen. Aus »erschienen Städten liegen bereits die Ergebnisse dieser Haussuchungen vor. In Köln wurden außer umfangreichem Schristmaterial auch Massen ge­sunden. In Koblenz wurde ebenfalls umfang­reiches Schriftenmaterial sichergestellt. Auch wur­den verschiedene Massen und Schlaginstrumente be­schlagnahmt. In Kiel wurden verschiedene Schutz-, Stich- und Hiebwaffen gesunden. U. a. wurde in einer Wohnung eine Anzahl zu Flachwasjen um­gearbeiteter Stahlstangen beschlagnahmt.

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Hamburg, 12. August. Am Freitag vormittag Wurde auf Veranlassung der politischen Polizei in Hamburg eine größere Anzahl Einzelaktionen ge­gen Kommunisten und gegen kommunistische Par­teibüros, Verkehrslokale usw. unternommen. Kurz nach 12 Uhr wurde auch das Parteihaus der KPD am Valentinkamp überholt. Auch die Lokalredak­tion der „Hamburger Volkszeitung" wurde bei dieser Gelegenheit durchsucht. Gegen 13 Uhr wurde das Büro der Antifa in der Kaiser-Wilhelmstraße besetzt. Ueber das Ergebnis der Aktion schweigt sich die Politische Polizei vorläufig noch aus. Die Untersuchungen stehen offenbar mit der kürzlich erfolgten Ueberholung des Gaubüros des .ver­botenen Rot-Frontkämpfer-Bundes in Hamburg im Zusammenhang.

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Berlin, 12. August. Reichskanzler von Papen empfing am Freitag den Besuch der nationalsozialistischen Abgeordnetem Haupt­mann Rohm und Gras Helldorf, der die Besprechung des Reichskanzlers mit Adolf Hitler vorbereiten sollte.' Adolf Hitler wird tut Laufe des Sonnabendvormittags so­wohl vom Reichskanzler, wie auch vom Reichspräsidenten empfangen werden. Nach dem Besuch der nationalsozialistischen Ab­geordneten begab sich, wie berichtet, der Reichskanzler zum Reichspräsidenten, um ihm über die Lage Bericht zu erstatten.

In unterrichteten Kreisen verweist man auf die Tatsache, daß die Einladung der Zentrumsfraktion des Preußischen Land­tages für Montag zu Verhandlungen über die Regierungsbildung in Preußen von der nationalsozialistischen Fraktion abgesagt worden ist, ,,da das ausschließlich Sache Kes Parteiführers Adolf Hitler sei".

Rohm und Helldorf auch beim Reichswchrministrr Berlin, 13. August. Der Stabschef der SA., Rohm, und der SA.--Führcr für Ber­lin-Brandenburg, Gras Helldorf, hatten am Freitag außer mit Reichskanzler von Pa­pen auch mit Reichswehrminister von Schlei­cher und dem Staatssekretär d^s Reichs- , Präsidenten, Dr. Meißner, Vorbesprechungen.

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Das oldenburgische Ministerium der Kirchen und Schulen hat am 3. August folgende Ver­fügung an die oberen Schulbehörden erlassen: „Ehre und Freiheit sind die wertvollsten natio­nalen Güter des Volkes; sie zu verteidigen, ist die erste und vornehmste Pflicht jedes Volksgenossen; gehen sie verloren, so ist das Volk dem Untergang geweiht. Bor dieser Gesahr steht das deutsche Volk wieder, wie so oft in seiner Geschichte. Die Vor­bereitung und Entfesselung des Weltkrieges, das Vcrsailler Diktat und die darauf ausgcbavten Tri- butdiktate, nicht zuletzt die moralische Minder- wertigkcitserklärung des deutschen Volkes, die das ganze Versailler Diktat durchzieht und in der Kriegsschuldlüge des Artikels 231 gipfelt, stellen nichts andres dar, als einen neuen Versuch der zahlreichen Feinde und Neider Deutschlands, un­sere Ehre und Freiheit zu vernichte». Wie zielbe­wußt und hartnäckig dieser Versuch verfolgt wird, haben die jüngsten Verhandlungen in Lausanne und ihre Ergebnisse erneut bewiesen.

Es gibt daher im Augenblick nur eine Aus­gabe, die allen anderen voranstehen muß: die uns drohende Gesahr klar zu erkennen, das Volksbe- unißtsein in allen Schichten und Ständen zu he­ben, ihnen Mut und Selbstvertrauen einzuslötzen und sie über alle sozialen Unterschiede hinweg zu einer unerschütterlichen, zu jedem Opfer bereiten Kampfgemeinschaft für nationale Ehre und Un­abhängigkeit zusammenzufügen.

Das Ministerium rechnet hierbei auf die freu­dige Mitwirkung aller Schulen. Unsere deutsche Fugend, die aus natürlichem Selbstbehauptungs­willen von sich aus die tatsächliche Gleichberechti­gung unseres Volkes mit allen Kulminationen

fordert, wird leicht für diese Aufgabe zu gewin­nen sein. Es wird vor allem darauf ankommen, diesem Willen durch Vermittlung klarer Einsicht in die geschichtlichen Vorgänge eine aus eingehen­der Kenntnis und innerster Ueberzeugung be­ruhender Zielrichtung und Festigung zu geben.

Im Geschichtsunterricht ist daher der Behand­lung der neuesten Geschichte in jedem Schuljahr der ihr für die Zukunstsentwicklung unseres Vol­kes gebührende Platz einzuräumen. Je nach dem Alter der Schüler und Schülerinnen werden hier mehr die Tatsachen, dort mehr die geschichtlichen Zusammenhänge in den Vordergrund zu stellen sei«. Es wird aber erwartet, daß alle Schüler und Schülerinnen beim Abgang von der Schule eine ihrer Fassungskraft entsprechende Kenntnis von dem Hauptinhalt der Tributdiktate, von ihrem Werdegang und ihren verheerenden Einwirkungen aus das Leben unseres Volkes besitzen. Mit glei­chem Nachdruck ist dafür zu sorge«, daß bei un­serer Jugend die Großtaten der ruhmreichen deut­schen Wehrmacht und die Leistungen des ganzen deutschen Volkes im Kampfe um seine Ehre und Freiheit während der vier unerhört schweren Kriegsjahre in lebendiger Erinnerung bleibe«. Die Schulausjichtsbeamten haben sich hiervon regel­mäßig zu überzeugen.

In diesem Jahre ist während der Augustwochen der Geschichtsunterricht in allen Schulen und Klas­sen ausschließlich in den Dienst dieser Aufgabe zu pellen. Sie findet ihren Höhepunkt in einer Schul­feier am 27. August, dem Tage vor dem Gedenk­tage des Sieges von Tannenberg. Der Unterricht fällt an diesem Tage aus; dafür sind nach Mög­lichkeit die Reichs-Jugendwettkämpse abzuhalten."

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B er li n, 12. August. Die für Montag in Aus­sicht genommene Besprechung über die Regierungs­bildung in Preußen ist abgesagt worden. Die Frak­tionen der Nationalsozialisten und der Deutsch­nationalen haben der Zentrumsfraktion mitgeteilt, daß sie zu dem vorgesehenen Zeitpunkt Vertreter nicht entsenden können.

Die Entscheidung über die Regierungsbildung ist wider Erwarten hinausgeschoben worden.

Der gestrige auf eine Parlamentarische Lösung abzielende Vorstoß der Zentrumspartei hat an dein Stand der Dinge nichts geändert. Es hängt ganz von dem Willen der NSDAP ab, ob es mit dem Zentrum verhandeln will oder nicht und unsere Bedingungen, der unbedingte Anspruch auf die Führerschaft, bleiben auch in diesem Falle genau die gleichen. Das A und O der nationalsozialisti­schen Forderungen bleibt die Kanzlerschaft Hitlers. Der Reichskanzler bestimmt bekanntlich die Richt­linien der Politik und es ist daher Wahnsinn, wenn man uns die Verantwortung für einzelne Ministerien aufbürden will, wo der Kurs der Po­litik von anderer, nichtnationalsozialistischer Seite bestimmt wird. Dieser klaren Einsicht wird sich auch der Reichspräsident nicht verschließen können.

Es zeugt von grenzenloser Unaufrichtigkeit, wenn das gesamte Zentrum schreit, die National­sozialisten müßten unbedingt an die Verantwor­tung, es sei aber nicht nötig, daß die stärkste Partei den Kanzler stelle. Mit anderen Worten: die frommen Zentrumsheuchler wollen im Grunde ihres schwarzen Herzens doch nicht, daß die NS­DAP die Verantwortung übernimmt. Es ist nur Schein nach außen hin, denn das Zentrum weiß ebensogut wie wir, daß nicht ein untergeordneter Minister, sondern der Reichskanzler für die Taten einer Regierung verantwortlich ist.

Das aufbauwillige Deutschland hat weder In­teresse noch Zeit mehr für solch unehrliches Zen- trums-Versteckspielen. Ebensowenig hat es Ver­ständnis dafür, daß der Reichspräsident mit der Betrauung Adolf Hitlers immer noch zaudert. Womit will man es begründen, daß man ausge­rechnet den Führer zur Nation, den Mann, der

das Vertrauen von nahezu 14 Millionen Wäh­lern aus allen Volksschichten besitzt, Adolf Hit­ler, aus der Verantwortung ausschaltet? Wo ist das Vertrauen, das demgegenüber Herr von Pa» pen besitzt?

Das deutsche Volk will endlich den Beginn deZ Wiederaufbaues» Der Wille der Nation allein ist entscheidend. Was gescheiterte Parteigrößen und sensationslüsterne Zeitungsschreiber über die Not­wendigkeit der Regierungsbildung und über die Verhandlungen zusammenschreiben, ist belanglos. Noch zweifeln wir nicht, daß der Wille der Na­tion sich bedingungslos durchsetzen wird. SonK wehe Deutschland!

Soüvisn fügt siok

Newyork» 12. August. Wie aus La PaL (Bolivien) gemeldet wird, Hai die bolivianft sehe Regierung die Bedingungen der paru amerikanischen Union aus Einstellung dcii Feindseligkeiten zwischen Bolivien und Pa« raguay angenommen. Danach wicd der get genwärtige Status vorläufig au rcchterhal» ten und die Chaco-Frage durch einen intern, nationalen Ausschutz geprüft. Die Schlicht tungsverhandlungcn zur vollständigen Bein lcgung des Streites um den Gran Chaevj sind am 15. September. ^

Neue blutige Zusammenstöße in Nicaraguis

Newyork, 12. August. Wie aus Nicara( gua gemeldet wird, kam es bei Jinotega zu! schweren blutigen Kämpfen. Aufständisch« unter Führung des bekannten Freiheits^ kämpfers General Sandino hatten Truppen der unter dem amerikanischen Einfluß ste­henden nicaraguanischen Regierung plötzlich überfallen. Die Zahl der Toten anf beiden Seiten beträgt 75. Die Aufständischen wur» den von der Nationalgarde zurückgeschlagen und ziehen sich hartnäckig kämpfend zurück.

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Planen, 12. August. In Elsterberg an der säch­sisch-thüringischen Grenze wurden drei Personen verhaftet, weil bei ihnen Waffen und Munition gefunden wurden- Die Polizei beschlagnahmt» drei Pistolen, 120 scharfe Patronen, Schlagringe, Totschläger, drei Tcschings mit gezogenem Laus und eine Menge Schrotpatronen. Einer der Ver­hafteten wurde mit einer geladenen Schußwaffe betroffen. Auch diese Verhaftungen stehen mit der Wasfenschiebungsangclegenheit des Zwickauer und Werdauer Reichsbanners in Verbindung.

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Berlin, 12. August. Amtlich wird mitgeteilt: Der > hat Formen angenommen die zum Teil nichts

Reichskommissar Dr. Bracht hat sich entschlossen, kulturellen Zersetzungserscheinungen im äußeren Bilde, vor allem der Großstädte, im Rahmen des Möglichen entgegenzutreten. Insbesondere ist es die schamlose Herabsetzung der Frauenehrc und Fraueuwürde, die als typische Entartungserschei- nung christlicher deutscher Volkskultur und Volks- sittc zuwiderläuft. Es sind deshalb zunächst grund­sätzlich alle Nacktdarstellungen in Theatern und Re­vuen, Kabaretts usw. ebenso verboten wie die Versuche, durch weibliche Personen in dürftigster Bekleidung einen Anreiz zum Besuch von Schank- stätten auszuüben.

Deutsche Frauen, nur mit Badekostümcn beklei­det, durch ein vielhundertköpsiges Publikum auf ihre körperlichen Reize abtaxieren zu lassen, um sie dann als Schönheitskönigin zu prämieren, ist ein Zeichen kulturellen Niedergangs. Derartige Dinge werden daher in Zukunft verhindert wer­den.

Das Badeleben an unseren Strömen und Seen

mehr zu tun'haben mit der begrüßenswerten Fov» derung nach Licht, Lust und Sonne. Der Reichs» kommissar hat daher das Nacktbaden und den Besuch von Gaststätten in Badebekleidung — so« weit sie nicht unmittelbar mit dem Badestrand tttz. Verbindung stehen — verboten.

Sogenannten Freikörperkulturschulen war es möglich, in großen Theatern Berlins vor Tau»1 senden von Zuschauern gymnastische Nacktvorfüh»^ rungen von Kindern, Jugendlichen und Erwachset neu beiderlei Geschlechts, unter dem Zeichen der' Anbahnung einer neuen „Proletarischen Kultur* zst zeigen. Das deutsche Volk lehnt in seiner großen: Mehrheit eine derartige „Kultur" ab. Daher wer»' den solche Darbietungen in Zukunft verhindert werde«.

Die Polizei ist ferner angewiesen, dem Straßen» bild verschärfte Aufmerksamkeit zuzuwenden, not auch dort oft beklagten unerträglichen Auswüchse^ entgegenzutreten.