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Derlag und Geschäftsstelle: Papenstraße 13, Redaktion: Langen» ftratze 48. Sprechstunde der Redaktion: Montag bis Freitag vo» 18 bis 19 Uhr. Fernsprecher: Domsheide 83878.
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Parteiamtliches Organ der Bremer Nationalsozialisten
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Berlin, 10. August. Nachdem der Reichspräsident in Berlin eingetroffen ist, haben die Verhandlungen über eine Umbildung der Reichsregierung begonnen. Der Reichskanzler hat bereits am Dienstag abend mit dem Reichswehrminister, der Ende voriger Woche eine Besprechung mit Adolf Hitler hatte, Rücksprache genommen. Am Mittwoch vormittag, 11 Uhr, begab sich Herr von Papen zum Reichspräsidenten, um ihm über seine Pläne zur Umbildung der Reichsregierung Vortrag zu halten.
Kombinationen
Ueber das Ergebnis der Besprechung des Reichspräsidenten mit dem Kanzler werden in der Berliner Presse die verschiedensten Meinungen geäußert. Man nimmt an, daß eine Neubildung der Reichsregierung erfolgen wird mit Adolf Hitler als Reichskanzler. Dieser Kombination zufolge wird der Reichskanzler von Papen Außenminister und Vizekanzler, Gregor Straffer Reichsinnenminister und Goering möglicherweise Reichsverkehrsminister werden. Die übrigen Refforts würden in den Händen der bisherigen Kabinettsmitglieder bleiben. Reichsaußenminister von Neurath soll wieder Botschafter in London werden und Reichsinnenminister von Gahl Oberpräsident von Ostpreußen. Von amtlicher Seite können diese Kombinationen noch in keiner Weise bestätigt werden. Eine Entscheidung in dem einen oder dem anderen Sinne ist jedenfalls noch nicht gefallen.
Entgegen den Gerüchten vom Mittwoch vor-
Eine Begründung des Reichsgerichts
Berlin, 10. August. Ueber einen der letzten Streiche des verewigten Gummiknüppeldiktators, Alber Grzesinski, das zehntägige Verbot des „Angriff" vom 14. Juli, das vom Reichsgericht bereits auf sieben Tage gekürzt wurde, hat das höchste deutsche Gericht gleichsam als Abgesang für den Dahingegangenen eine wenig erfreuliche Urteilsbegründung verfaßt, die sich aber auch gewisse andere Leute nicht hinter den Spiegel stecken werden.
Das Verbot, das sich u. a. auch auf eine angebliche Verächtlichmachung der katholischen Kirche durch einen im „Angriff" abgedruckten Artikel mit der Ueberschrift „Zen- trums-Schurkerei" begründete, war von der Berliner Zentrumsprefse zu einer wilden Hetze gegen die NSDAP ausgeschlachtet worden. Demgegenüber stellt die Urteilsbegründung des Reichsgerichts fest:
„Der unter der fettgedruckten Ueberschrift „Zentrums-Schurkerei" erschienene Artikel richtet sich nicht wie das Verbot annimmt, gegen die katholische Kirche, sondiern gegen die Zcntrumspartei und gegen Zentrumsleute, insbesondere auch gegen den für die Beerdigung zuständigen Kaplan in Bernau und vielleicht auch gegen den Bischof von Berlin- denn in dem Artikel ist gesagt, der Kaplan habe das kirchliche Begräbnis davon abhängig gewacht, daß dem Toten das braune Hemd ausgezogen werde vnd daß seine SA-Kameraden nicht bei der Beerdigung im braunen Hemd erschienen. Das beruh« auf einem . !
i fanatischen Haß der Zentrumsanhänger !
mittag werden am heutigen Mittwoch voraussichtlich keine Parteiführer mehr empfangen werden, weder vom Reichspräsidenten noch vom Kanzler. Herr von Papen wird, wie verlautet, am Donnerstag den Führer der Zentrumspartei empfangen, anscheinend um sich der Zustimmung dieser Partei zu der Um- bezw. Neubildung des. Reichskabinetts zu vergewissern,
vss Kabinett lagt
Berlin, 10. August. Das Reichskabinett trat am Mittwoch um 17 Uhr zu einer ausgedehnten Sitzung zusammen, die bis gegen 19.30 Uhr dauerte. Eine amtliche Mitteilung über die Sitzung bezw. über die in der Sitzung gefaßten Beschlüsse ist nicht erfolgt. In gut unterrichteten Kreisen unterstreicht man immerhin die Tatsache, daß die Entscheidung stärker denn je in der Hand des Reichspräsidenten liege, der seinerseits angesichts der gespannten Lage im Innern wie auch im Hinblick auf die Unmöglichkeit parlamentarischer Mehrheitsbildungen nach wie vor auf eine überparteiliche Präsidialregierung Wert legt. Die nachfolgenden Verhandlungen des Reichskanzlers mit den Parteien werden daher auch in dieser Richtung liegen.
Noch für Mittwoch abend hatte Reichskanzler von Papen den deutschnatioualen Parteiführer Dr. Hugenberg zu einer Besprechung gebeten. Donnerstag nachmittag empfängt der Reichskanzler die Zentrumsabgeordneten Dr. Joos und Staatspräsident Bolz. Adolf Hitler weilte am Mittwoch noch nicht in Berlin. Die Verhandlungen des Reichskanzlers mit dem Führer erwartet man für Freitag vormittag.
gegen die Nationalsozialisten, und nur der Haß des Zentrums stehe hinter dem Verhalten des Zentrumskaplaus.
Eine Beschimpfung der katholischen Kirche ist hierin nicht enthalten.
Da auch nicht festzustellen ist, daß etwa Einrichtungen oder Gebräuche der katholischen Kirche in dem Artikel beschimpft oder böswillig verächtlich gemacht werden, so liegen die Voraussetzungen, auf die das Verbot allein begründet ist, nicht vor."
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Illegaler Fortbestand des Roten Frontkämpfer- Bundes in Hamburg
Hamburg, 10. August. Die Polizeibehörde teilt mit: Die Polizei ermittelte am Dienstag nachmittag in einem Hinterhaus der Brüderstraße das Büro der Gauleitung des verbotenen Roten Frontkämpfer-Bundes. In einem gemieteten Zimmer des betreffenden Hauses hatte sich die Gau- leitung des Bezirkes Wasserkante des Roten Frontkämpfer-Bundes ein Büro eingerichtet, das von der Polizei ausgehoben wurde. Das in dem Zimmer befindliche Inventar wurde nach dem Stadthause geschafft. Die gesamte Kaffenbuchjüh- rung und Mitglicdrrkartei wurde beschlagnahmt. Außerdem wurde eine große Menge Schriften militärpolitischen hochverräterischen Inhalts gesunden. Koppel, Schulterriemen, Koppelschlösser, Gamaschen, Armbinden in großen Mengen und Tausende von Abzeichen des RFB beschlagnahmt werden. Somit wurde ein umfangreiches Beweismaterial für den illegalen Fortbestand des RFB zusamengetragen. Die Leiter des Büros sind der Polizeibehörde bekannt, können aber im Interesse
der Untersuchung nicht genannt werden. Die Zahl der bei der Durchsuchung im Gängeviertel gefundenen Revolverpistolen hat sich auf 24 erhöht.
Kommunistisch« Sprengstoffattentäter Offenbach, 10. August. Bon der Osfenbacher Polizei wurden am Mittwoch in der Angelegenheit des Sprengstossanschlages aus das Arbeitsamt in Mülheim a, Main sieben Kommunisten festgenommen.
Kölner KPD-Führer wegen Hochverrats verhaftet Köln, 10. August. Der Kölner KPD-Führer Eckerts ist unter Hochverratsverdacht verhaftet worden. Bei einer Durchsuchung der Wohnung des Festgenommenen wurde ein Koffer gefunden, in dem wie verlautet, hochverräterisches Material der KPD festgestellt wurde.
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Hamburg, 10. August. Am Dienstag nachmittag wurde ein Nationalsozialist in Winterhude von drei Marxisten überfallen und mit Messerstichen so schwer verletzt, daß er in ein Krankenhaus geschafft werden mußte. Die Täter sind entkommen.
Sprengstossdiebstahl
Rudolfstadt (Thüringen), 10. August. Wie das Kreisamt mitteilt, sind bei den Hartstein-Werken
Acht Polizeibeamte wegen Körperverletzung verurteilt
Dortmund, 10. August. Vor der Dortmunder Großen Fericnstrafkammer hatten sich acht Po- lizeibeamie, sechs 22- bis 25jähr:ge Wachtmeister, ein Polizeioberwachtmeister und ein 40jähriger Polizeihauptmann wegen vorsätzlicher Körperverletzung, Hausfriedensbruches und Ucberschreitung ihrer Dienstbefugniffe zu verantworten. Den Angeklagten wurde vorgeworfen, anläßlich einer Ansammlung vor einer Geschäftsstelle der NSDAP in der Innenstadt von ihrem Gummiknüppel in pflichtwidriger Weise Gebrauch gemacht und wahllos auf völlig unbeteiligte Personen eingeschlagen und diese in rohester Weiss mißhandelt zu habe», wobei 13 Personen mehr oder weniger schwere Verletzungen davongetragen hatten. Nach fünftägiger Verhandlung verkündete am Mittwoch abend das Gericht das Urteil. Die Angeklagten erhielten: ein Polizeioberwachtmerster ein Jahr, drei Monate Gefängnis, zwei Polizerwachtmeister ein Jahr, drei Monate Gefängnis, zwei Wachtmeister je neun Monate Gefängnis zwei Wachtmeister ein Jahr bezw. acht Monate Gefängnis und ein
Madrid, 10. August. Am Mittwoch um 4,00 Uhr versuchten gleichzeitig etwa 50 bis 60 Leute, darunter einige Militärs, ins Hauptpostgcbäude, weitere 100 Leute in das Kricgsministerium und eine dritte Gruppe in die Polizcidirektion einzudringen. Die im Postgebäude liegende Gendarmerie konnte die Anstürmenden bis zum Eintreffen von Verstärkungen zurückschlagen. Später wurden 40 Mann festgenommen. Hinter dem Krtegsminifterium kam' es zu einer heftigen Schießerei, bei der 300 Schüsse gewechselt wurden. Der Ansturm auf die Polizei wurde mit Maschinengewehren zurückgeschlagen. Kleine Tanks fuhren später vor den genannten Gebäuden auf. Der Polizeidirektor erklärt, daß es sich um
Gebr. Fässer in Mellenbach-Glasbach zweieinhalb! Kisten Sprengstoff, 80 Meter Zündschnur, 40 Sprengkapseln und eine Schneidczange sür Zünd« schnür gestohlen worden. Von dem Täter hat mal) noch keine Spur.
Uebersall auf SA-Mann
Wismar, 10. August. In der Nacht zum Mittwoch wurde der SA-Mann Florstedt auf denk Heimweg von Kommunisten aus dem Hinterhalt angeschossen. Etwa sieben Schüsse wurden vort dem Gesinde! auf ihn abgegeben. Glücklicherweise traf ihn nur ein Schuß in den Arm.
^Vjski'igvi' ^öpslen von Kommunisten üdoi'tsiisn
Schncidemühl, 10. August. Am Dienstag abend kam es in Kaldan bei Schlochau zu einer Schieße« rei zwischen dem siebzigjährigen Förster Roepke und vier Arbeitern, von denen einer erschossen! und zwei verletzt wurden. Roepke wurde in der Gastwirtschaft von den Arbeitern, die Kommunisten sind, bedroht. Auf dem Nachhauseweg versuchten ihn die vier Arbeiter zu überfallen und. Roepke konnte sich ihrer nur durch die Schußwaffe erwehren. Bei der Schießerei wurde der Arbeiter Spors, der Roepke von hinten ansprang, tödlich in die Brust getroffen. Der Arbeiter Bahn wurde schwer und der Arbeiter Ladwig leicht verletzt, Der vierte entkam unerkannt. Röpke steht der NSDAP nahe. Der Grund zu dem Uebersall aus ihn entsprang politischen Motiven.
Polizeihauptmann vier Monats Gefängnis. Gegeß sämtliche Angeklagten mit Ausnahme des Letztes ren, wurde die Aberkennung der Befähigung zu< Bekleidung öffentlicher Aemter ausgesprochen.
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Berlin, 11. August. In einer Auflagenachrichk des Preußischen Innenministers, die ein Berliner Vormittagsblatt erhalten hat, wird über die Was- fenschiebungen in Zwickau und Suhl amtlich folgendes festgestellt: Unter der falschen Verbuchung als Auslandslieserung haben die Wassenhändler Otto Pochert und Otto Greiselt in Suhl etwa 430 Pistolen und 25 000 Schutz Munition an das Mitglied des Reichsbanners Schwarz-Not-Gold Kurk Weck in Werdau in Sachsen geliefert. Der Wafsen- hündler Greiselt ist sozialdemokratischer Stadtverordneter und sozialdemokratisches Kreistagsmit, glied und gehört auch dem Reichsbanner Schwarz, Rot-Gold als Mitglied an. Der andere Wassenhändler Pochert ist auch Mitglied des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold.
eine Bewegung gegen die Republik gehan°( delt habe; der Aufruhr sei jedoch gänzliM mißglückt. Der Aufruhr soll fünf Tote, und zwar einen Unteroffizier, drei Solda-j ten und einen Zivilisten gefordert Habens Verhaftet wurde bisher ein General, meh-< rere Offiziere sowie der Herzog von Jn-s fantado. Die Putschvorbereitungen warenj geheim geblieben. Erst eine Stunde vop dem Losschlagen hatte die Polizei einige Fingerzeige erhalten. In der Hauptstraße wurde noch nach fünf Uhr geschossen. In! anderen Stadtteilen hörte man noch biss sieben Uhr Schüsse fallen. Die Ausständig schon zogen sich dann in die Umgebung vorh Madrid zurück. >
Ueber die Vorgänge am Mittwoch frühj
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