Ausgabe 
(6.8.1932) Nr. 171
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Snemsn, Sonnsbvnrl, 6. Stugusl

Linrolpnois ISPßg,

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Königsberg, 5. August. Die Pressestelle des Polizeipräsidiums Königsberg teilt mit:

Der beabsichtigte Anschlag gegen, das Ge­werkschaftshaus am 1. August ist aufge­klärt. Die Akten gehen heute der Staats­anwaltschaft zu. Es sind acht Täter, die angeben, SA.-Leute vom 12. Sturm zu sein, festgestellt. Unter ihnen befindet sich der Sturmführer. Eine vollendete und vier versuchte Brandstiftungen am 1. August !in Königsberg-Kalthof sind ebenfalls auf­geklärt. 13 Täter sind festgenommen und tzeben an, dem Sturm 12 der SA. anzu- tzehören.

Die NSDAP. hat es nicht nötig, sich Ihren schicksalhaften Weg zur Führung des deutschen Volkes, den sie legal zu Ende gehen will und wird, durch Unbesonnenhei­ten, wie sie hier vorliegen, zu erschweren. Wir lehnen deshalb nach wie vor jegliche Terrorakte ab.

Wenn aber einzelne SA.-Männer, die jahrelang in stetiger Lebensgefahr vor dem Mordmarxismus schwebten, die alle schon einmal ihr Blut geben mußten für die Freiheit des deutschen Volkes, die Be­lastungsprobe nicht mehr aushielten, als sie erfuhren, daß ihr Kamerad Reinke in viehischer, entsetzlicher Weise von der Kom­mune abgeschlachtet worden war, dafür ha­ben wir tiefes, menschliches Verständnis.

Die Zornesröte steigt einem jedoch ins Gesicht, wenn man nun plötzlich in allen den Zeitungen Riesenberichte über denna­tionalsozialistischen" Terror" liest, die die unzähligen Morde an unseren Kameraden der braunen Armee fast- immer verschwiegen haben.

Wir wissen, daß einmal das deutsche Volk Richter sein wird, und diese Gewißheit läßt uns unseren Weg unbeirrbar und un­erschütterlich fortsetzen.

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Zwickau, 5. August. Am Donnerstag abend sind in Mälzen St. Jakob drei, in Lüßnitz zwei, in Crimmitschau drei, in Cu- nersdorf ein Reichsbannerangehöriger ver­haftet worden. Bis jetzt find 12» Pistolen und etwa 7000 Schutz Munition ans Ta­geslicht gelangt. Die Staatsanwaltschaft führt die weitere Untersuchung, in die nun­mehr führende Persönlichkeiten des Reichsbanners verwickelt sind.

Sssppsekungsn dsi v. Eszfi

Berlin, 5. August. Zu der Besprechung einzelner Länderminister beim Reichsinnen­minister verlautet ergänzend, daß der Reichsinnenminister in der Konferenz die Pläne der Reichsregierung zut Bekämpfung des Terrors dargelegt hat. Man geht nicht fehl in der Annahme, daß nach Ansicht der Reichsregierung die bisher beschlossenen bzw. in Vorbereitung befindlichen Maßnah­men ausreichen werden. Grundsätzlich sind Neberlegungen der Länder, wie die Ruhe und Sicherheit im Bedarfsfälle aufrechter­halten werden kann, selbstverständlich be­rechtigt- Gleichwohl dürsten die Lander- Ministerien in Mecklenburg-Schwerin und in Bkannschweig in ihren Üeberlcgungen die bisher getroffenen und die neuen für den

Berlin, 5. August.

Bekanntlich hat der kommissarische Innenmini­ster von Preußen, Dr. Bracht, in seiner letzten Warnung" drakonischeMaßnahmenan- gekündigt. Uns fehlt allmählich gegenüber derartigen etwas bombastisch klingenden Verspre­chungen der Glaube. Mit polizeilichen oder an­deren Verwaltungsmittelchen ist nach unserer Auf­fassung der kommunistisch « sozialdemokrat'schen Mordseuche überhaupt nicht beizukommen.

Das Produkt einer 14jährigen bolschewistischen Erziehungsmethode ist heute ein Untermenschen­tum, das keiner Besserung mehr fähig ist und nur noch durch Vernichtungsmatznahmen an weiteren Untaten verhindert werden kann. Die verzweifel­ten Ausbrüche des Volkszorns gegen die geistige» Urheber der roten Mordhetze sollten den zurzeit verantwortlichen Trägern der Staatsgewalt klar zu Bewußtsein gebracht haben, daß man mitparitä­tischer" Behandlung in Ausnahmezeitcn nicht mehr durchkommt. Es mutz einmal festgestellt werden, daß es ein Unterschied ist, ob sich Massen in na­tionalsozialistischen Händen befinden oder in den Händen marxistischer Verbrecher.

Es kommt auf die Gesinnung an und nicht

Notfall geplanten Maßnahmen der Reichs­regierung berücksichtigen, so daß die Aus­stellung von Hilsspolizei in diesen Ländern zunächst wenigstens unterbleiben dürfte. Die Verstärkung der Polizei in Oldenburg, wird, wie aus der amtlichen Mitteilung hervor­geht, in Kürze wieder aufgehoben werden.

Schüsse in Darmstadt

Darmstadt, 5. August. In der letzten Nacht fielen in der Rheinstraße, der Haupt­straße von Darmstadt etwa 15 bis 17 Schüsse aus einem die Straße entlang fah­renden Kraftwagen. Das Ueberfallkom- mando wurde sofort verständigt und suchte die ganze Gegend ab, jedoch ohne Erfolg. Es wurde ein grauer Personenwagen fest­gestellt, der späterr wieder dieselbe Straße zurückfuhr; dabei wurden auf einen vor sei­nem Hause stehenden Passanten nochmals zwei scharfe Schüsse abgegeben.

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Johannesburg, 5- August. In der Nacht zum Freitag wurde gegen das Kaufhaus Scheimann von bisher unbekannten Tätern ein Anschlag ver­übt. Aus der Hofseite des Kaufhauses war ein 40 Zentimeter langes und 80 Millimeter starkes, mit Sprengstoff gefülltes Gasrohr in ein Fenster gelegt und zur Explosion gebracht worden. Zer­stört wurden fast alle Fensterscheiben im Hos, vorn wurde eine Schaufensterscheibe eingedrückt, außer­dem weisen die Ringmauern eines Anbaus große Riffe auf. Die Anlage des Anschlages läßt daraus schließen, daß die Täter mit den örtlichen Ver­hältnissen vertraut sind. Die Polizei hat ÖOO RM. ausgesetzt für denjenigen, der über die Täter An­gaben machen kann.

auf den Tatbestand. Mt juristischen Definitionen läßt sich Mördergesindel nicht bekämpfen.

Wir fordern nicht Entwassnung aller, sondern an­gesichts des Versagens einer schon rein zahlen­mäßig nicht ausreichenden Polizei, die Bewaffnung der anständigen Elemente.

Wir verbitten es uns. Laß ein SA.-Mamr, der sich seiner Haut wehrt oder abschreckende Vergel­tung übt, auf die gleiche Stufe gestellt wird mit den Straßenbanditen aus Gewohnheit, denen der Mord Nervenkitzelei ist und das Abschlachten an­derer ein Gewerbe. Man spricht davon, daß die Todesstrafe vom Schnellrichter verhängt wer­den soll. Hier frägt sich nur, wer der Mörder ist und wer der Ermordete.

Bis heute zählt die NSDAP. insgesamt über 8 090 Tote und Verletzte» darunter im Juli d. I. allein über 2 000. Unter ihnen 28 Tote! Allein in einem Monat! Das sind Ziffern, die zeigen, wo die Mörder sitzen.

Eine Verhängung von Todesstrafen hätte des­halb nur Sinn, wenn sie sich gegen den Träger des Mordwillens richtet und nicht gegen den, der der Mordseuche mit der Waffe entgegentritt.

Dresden, 5. August.

Gestern starb Pg. Hans Reisegerste, Propaganda- wart der Ortsgruppe Frohburg und gleichzeitiger Ortsgruppenleiter der OG. Ejcheseld, im Kranken­haus Borna an den Folgen eines erlittenen Stiches in den Unterleib.

Damit wurde wieder einer der besten und rührigsten Parteigenossen von viehischem Rotmord- gesindel abgeschlachtet, nur weil er an Deutschlands Zukunft glaubte und unermüdlich für die Befrei­ung seines Volkes kämpfte. Moskauer Gesindel tobt sich hemmungslos aus und mordet ungestraft deutsche Volksgenossen, ohne daß sich irgendeine Stelle findet, die diesem Nntermenschentum das Handwerk legt.

Pg. Hans Reifegerste starb im 48. Lebensjahr und hinterläßt Frau und 4 Kinder.

Lin Swsitsn iVioi'rl

Chemnitz, 5. August.

In der vergangenen Nacht, kurz nach Mitter­nacht, wurde aus das nationalsozialistische Lokal, Cafe Herold, in der Oststraße, ein Feuerüüersall verübt. Die Täter waren Kommunisten. Aus das Lokal wurde ein Schuß abgegeben, der einen parteilosen Zahnarzt, der mit SA.-Leuten im Lokal saß und Karten spielte, sofort tötete.

Wenn keine weiteren Schüsse gefallen sind, so liegt das an dem Versagen der kommunistischen ^ Waffen. Ein Täter ist verhaftet worden.

Zwei SA -Männer in Elbing schwerverletzt Ueberfall aus Polizeibeamte

Königsberg. 5. August. In der Nacht zum

Kommunistisoke Umlnisbs in IVIüneksn

München, 5. August. Der PolizeiberrchL meldet folgendes;

Die Kommunisten hatten für Donnerstag/ abend Demonstrationen im Westen und Osten der Stadt anberaumt. Um 22.00 und 24.00 Uhrk führte die Polizeidirektion Säu­berungsaktionen in Giesing durch, wobei 14 Kommunisten festgenommen würden, die es offensichtlich auf Zusammenstöße mit Aw-! dersgesinnteu abgesehen hatten. Dabei wue» den Pistolen, Schlagwaffen und Dolche be-« schlagnahmt. Weiterhin wurde in Westend ein heimkehrender Nationalsozialist von et-t wa 10 Kommunisten tätlich angegriffen. Beim Einschreiten der Polizei wurde von einem der Beteiligten eine Armeepistole weggeworfen. Im übrigen gelang es den Polizeistreifen wiederholt, unberechtigt was»! fenführende Personen festzunehmen.

Hamburger Tageblatt" für fünf Tage verboten

Hamburg, 5. August. Die Hamburgeis Polizei hat auf Grund der Verordnung deA Reichspräsidenten gegen politische Ausschrei-, tungen vom 14. Juli das nationalsozialisti» scheHamburger Tageblatt" auf die Dauer von fünf Tagen bis zum 9. August ein-, schließlich verboten.

Freitag wurden mehrere Straßenviertel von der Polizei planmäßig beobachtet. Hierbei erfolgte ein Ueberfall von etwa 40 Per-» sonen auf zwei Beamte in Zivil. Es wur-» den insgesamt fünf Täter festgenommen« die sämtlich im Besitz von Waffen warenj Es handelt sich um linksradikale Elemente. In der Nacht wurde auf die Wohnung deH Ortsgruppenleiters der NSDAP. in Frey-, stadt ein Anschlag verübt. Ein großer Stein wurde durch das Fenster geschleudert. AlH der Ortsgruppenleiter zwei Schreckschüsse! abgab, flüchteten die Täter. In der Nacht zum Freitag hatten sich in der KomniL» straße in Elbing zahlreiche Kommunisten angesammelt. Als zwei Nationalsozialisten vorüberkameu, wurden sie angegriffen und mit Messern niedergestochen. Sie erlitten lebensgefährliche Verletzungen am Kopf und Rücken.

Ucberfälle auf Nationalsozialisten Zwickau, 5. August. In der Nacht zunk! Freitag svurde in Schneeberg im Erzge-» birge ein der NSDAP. ungehöriger 23jäh-> riger Schneider durch Stockschläge auf den Kopf und ins Gesicht schwer verletzt. Drei Täter, die bisher noch nicht ermittelt wer-» den konnten, ließen auch dann noch nicht von ihm ab als er zusammengebrochen war« indem sie ihn mit Fußtritten bearbeiteten- Auch in Schwarzenberg im Erzgebirge wurden mehrere Nationalsozialisten über»« fallen. Einer von ihnen wurde mit Er»» schießen bedroht. Drei trugen lchwertz Kopfverlekunaen davon.

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