Ausgabe 
(4.8.1932) Nr. 169
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Berlag und G-schästsstell«: Papenstraße 15, Redaktion: Langen- Kräh« 48. SprÄdMtWL der Redaktion: Montag bis Freitag von 18bis 1SWiyFerusprecher: Domsheide 25878.

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Parteiamtliches Organ der Bremer Nationalsozialisten

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Berlin, 3. Aug. Im preußischen Presse­dienst der NSDAP. nimmt der Fvaktions- vor sitzende der national-sozialistischen Preu­ßischen Landtagsfraktion Pg. Knbe zur gegenwärtigen innerpolitischen Lage sowie Reichsregierung von Papen Stellung. Un­ter der UeberschriftDer nationalsozia­listische Sieg" sagt er u. a., daß der Reichs-! tagswahlkamps die schwerste Belastungs­probe gewesen sei, die die nationalsozia­listische Partei bisher habe aus sich nehmen müssen. Nachdem der Reichspräsident von IHindenburg Herrn Brüning und seine Re­gierung nach Hause geschickt habe, habe er den Zentrumskanzler von Papen sowie den Deutschnationalen Freiherrn vonGahl !in die Regierung berufen und nun be­gann man mit einer neuen Methode den Siegeszug des Nationalsozialismus zu sa­botieren.

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Ungehindert von der Reichsregierung hätten die schwarz-roten Parteien in unge­hemmter Demagogie gegen den National­sozialismus hetzen können. Das Verhal­ten des Reichskommissars Dr. Bracht zeige, daß dieser Zentrumsmann den National­sozialisten gegenüber die Rolle des Herrn von Kahr zu spielen bereit sei. Der einzige Mann im Reich und Preußen, der an dem Spiel der getarnten Zentrumsmänner nicht beteiligt sei, sei Reichswehrminiftec von Schleicher.

Berlin, 3. August. In der Nacht zum Mitt­woch wurde eine Gruppe Nationalsozialisten am Wedding aus einem kommunistischen Verkehrslokal heraus beschossen. Dabei wurde der Nationalsozia­list Fritz Schulz durch einen Kopfschutz getötet. Verletzt wurden drei Nationalsozialisten. Ein Kommunist erhielt Kopfverletzungen. Die Polizei drang in das kommunistische Verkchrslokal ein und «ahm 17 Personen fest. In dem Lokal wurden zwei Messer, ein Gummischlauch und drei Patro­nenhülsen ausgcsunden.

Unser Berliner Gaublatt,Der Angriff", schreibt zu dieser neuen ungeheuerlichen Blnttat folgendes:

Wir Nationalsozialisten sind jedenfalls nicht ge­willt, uns weiterhin wehrlos abschlachten zu lassen, und wir möchten den sehen, der es wagt, unter den obwaltenden Umständen einem SA.-Mann einen Vorwurf daraus zu machen, wenn er recht­zeitig zur Notwehr zu greifen sucht. Wir fordern, daß es der SA und SS gestattet wird, sich be­waffnet auf der Straße zu zeigen, solange, bis endlich der Rotmordterror restlos gebrochen ist. Wir fordern weiter, daß zum Zwecke dieser Bre­chung des bolschewistischen Blutterrors die SA und SS als Hilfspolizei einberufen wird. Wir garantieren dafür, daß dann binnen wenigen Ta­gen der ganze Moskau-Spuk aus Deutschland ver­schwunden ist. Wir fordern, daß nunmehr unver­züglich Nationalsozialisten die Vollzugsgewalt in Deutschland und in Preußen übertragen wird. um

Wir Nationalsozialisten haben gar kei­nen Anlaß, im Reich oder in Preußen aus die Herren von Papen, Dr. Bracht und Freiherr« von Gayl irgendwelche Rück­sicht zu Nehme«.

Ich brauche nicht darauf hinzuweisen, daß wir Nationalsozialisten Vorkommnisse wie in Königsberg scharf verurteilen und ablehnen. Wir bedürfen auch keiner Be­lehrung durch Herrn Dr. Bracht über Las, was Disziplin ist und über das, was die Staatsnotwendigkeiten verlangen. Wir sind durch die preußischen Innenminister seit dem November 1318 daran gewöhnt, daß sie am lautesten nach Staatsdisziplin rufen, die in ihrer privatpolitischen Auffassung erheblich weniger Staatsdisziplin erkennen lassen als wir. Die Reichstagswahlen wer­ben mit dem ungeheuren Sieg der NSD. AP. nicht nur die Neuordnung der Dinge im Reich herbeiführen müssen, sondern auch die endgültige Regelung der preußischen Staatsangelegenheiten bringen. Wir Nati­onalsozialisten in Preußen lehnen eine Statthalterschaft getarnter Zentrmnslcute in dem Staate Friedrich des Großen ab. Wir Preußen sind gewohnt, uns selbst zu regieren. Auch die getarnten Zentrums-- leute wollen davon Notiz nehmen, daß wir nicht darum ein Jahrzehnt und länger im härtesten Kampfe, gestanden haben, damit als Endergebnis ein Kabinett angeb­lich neutraler Verwaltungsaristrokraten das Steuerruder des Reiches in die Hände nimmt. DerErfolg" der Herren von Pa-- pen und Dr. Bracht in Preußen ist ledig­lich die Zunahme der Kommunistischen Partei seit den Preußenwahlen um 723000 Stimmen. Die fast 14 Millionen, die am 31.. Juli sich zum Hakenkreuzbanner be­kannt haben, fordern nunmehr die Ueber­nahme der Staatsgewalt durch deu Natio­nalsozialismus. Wo bürgerlich regiert wird, triumphiert der Marxismus".

so eine Wiederkehr des kommunistischen Räuber- unwesens ein für alle Mal unmöglich zu machen. Wir fordern endlich, daß die Kommunistische Par­tei, die nichts anderes ist als eine organisierte Verbrecherbande, verboten wird und daß den Ver­tretern der blutrünstigen Moskauer Fremdenlegion der Zutritt zum Deutschen Reichstag, in dem sie nichts zu suchen haben, verwehrt wird. Nur Deutsche, die sich bewußt zum deutschen Staat und Volk bekennen, haben in der obersten Ver­tretung des deutschen Volkes ein Recht auf Sitz und Stimme. Wir warnen die Regierung, an die­sen unseren Forderungen achtlos vorbeizugehen.

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Tilsit, 3. August. Am Mittwoch wurde der Re- gierungsbaumeister Lars vom Wasserbauamt, der sich mit seiner Gattin auf einem Spaziergang in der Packhofpraße befand, von mehreren Kommu­nisten angegriffen und verprügelt. Das Ueberfall- kominando nahm einige Leute fest. Die Polizei wurde von der Menge mit Rot-Front-Rufen und Schmähungen enipfangen. Ein Kommunist stahl die lizeibeamter, der den Dieb stellen wollte, wurde als das Ueberfallkommando fort war. Ein Po­lizeibeamter, der den Dieb stelln wollte, wurde von einer drohenden, johlenden Menge angegrif­fen. Er wollte seine Schußwaffe ziehen, als drei

Polizeibeamte in Zivil, die km selben Augenblick vorbeikamen, ihn befreiten.

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Mayen, 4. August. Am Mittwoch kam es zu Uebersällen von Kommunisten auf Nationalsozia­listen, in deren Verlauf drei Nationalsozialisten schwer verletzt wurden. Als die Polizei erschien, waren etwa 1b Beteiligte verletzt weggeschafft worden. Die Polizei säuberte mit der blanken Waffe und dem Gummiknüppel die Straße. Zehn Konrmunisten wurden verhaftet.

Diese Zusammenstöße waren infolge eines Ge­rüchtes entstanden, daß in die Wohnung eines Kommunisten ein Sprengkörper geworfen wor­den sei.

I» Wirklichkeit hatte ein 33jähriger Kommu- nist eine selbstgefertigte Handgranate mit nach Hause genommen, die in dem Augenblick, als er sie weglegen wollte, explodierte. Hierbei wurden der Kommunist und sein Vater schwer verletzt.

Waffenfunde bei Kommunisten

Königsberg, 3. August. Am Mittwoch veran­staltete die Königsberger Polizei eine Suche in dem Arbeiterviertel Haberberg. Sie umstellte die Bade­anstalt Haberbergergrund und drang in die Bade­anstalt ein. Vier Personen wurden abgefangen, die bewaffnet waren. Während des Eindringens versuchten dort befindliche Kommunisten sechs ge­ladene Selbstladepistolen über den Zaun zu werfen. Weiterhin fand man ein Tesching, Munition und

Buenos-Aires, 3. August. Die bolivianischen Truppen eröffneten am Dienstag abend einen Großangriff auf Puerte Casado, einen wichtigen strategischen Punkt am Paraguay-Fluß. Von Asuncion sind weitere Truppen nach der Grenze abmarschiert, denen von der Menge ein begeister­ter Abschied bereitet wurde. Die paraguayauische Regierung hat die Mobilmachung sämtlicher Män­ner zwischen 22 und 29 Jahren und sämtlicher Offiziere zwischen 20 und 50 Jahren angeordnet. Die Kriegsbegeisterung ist überall sehr groß. Red­ner fordern das Volk auf, die heilige Sache Paraguays zu verteidigen, und sprechen von einemgerechten" Krieg. In Conception haben die Frauen sich bereiterklärt, ein Amazone n- Bataillon zu bilden. Das paraguaya- nische Oberkommando bestätigt die Räumung von Fort Bouqueron durch die paraguayanischen Trup­pen, gibt jedoch die Verluste der Bolivianer auf 60 Mann an.

In ihrer Antwort an den Völkerbund sagt die bolivianische Regierung, daß die bolivianischen Truppen zuerst angegriffen worden seien. Die Note der in Washington tagenden neutralen Re­gierungen hat der bolivianische Außenminister da­hin beantwortet, daß Bolivien gegen eine neu- .trale Untersuchung der Angelegenheit nichts einzu­wenden habe und in der Zwischenzeit sich von jedem militärischen Vorgehen gegen Paraguay ent­halten werde.

Weits^s kämpks im Vkseo-Svdivl

Bnenos Aires, 3. August. Berichte aus Bolivien und Paraguay besagen überein- . stimmend, daß die Kämpfe ihren Fortgang nehmen. Bolivianische Flugzeuge haben die russische Emigrantenkolonie Nemmonite erneut mit Bomben belegt. Der Präsident von Paraguay verlangt in einer neuen Kundgebung an die Armee Taten, die des

zwei Alarmpistolen, el« Schlachtmesser und einen Dolch. 17 Kommunisten wurden verhaftet und i« das Polizeigesängnis eingeliefert.

V. Mntslsn sddei'ufsn

Berlin, 3. August. Die polnische Presse» nimmt die unverschämte Verletzung der Exterritorialität der deutschen Gesandt-» schast zum Anlaß einer wüsten Hetze gegM den Geschäftsträger v. Rintelen.

Da v. Rintelen bereits im Juni in das Auswärtige Amt berufen worden ist, ergibt sich das unglückliche Zusammentreffen, daß der Geschäftsträger gerade in diesen Ta°» gen Warschau verläßt. Die Regie des, Auswärtigen Amtes hat in diesem Falle wieder einmal gänzlich versagt und dem deutschen Ansehen einen weiterem Schlag versetzt.

Wisäei* eins ^sisekmsiäuns

München, 3. August. Vom Braunen HauZ wird mitgeteilt:

Die von einem Vertreter des Londoner News Chroniclc" verbreitete Meldung, er habe Gelegenheit gehabt, Adolf Hitler in München zu, sprechen und von ihm Ant-> Wort auf eine Anzahl wichtiger Fragen zu erhalten, ist von AZ unwahr.

Kampfgeistes ihrer Vorväter würdig seien« Die Regierung in Asuncion dementiert die» Berichte, daß bolivianische Truppen einen Angriff auf Puerto Casado am Paraguay-» Fluß ausgeführt hätten.

London, 3. August. Nach einer Meldung aus Washington haben von 13 amerika-, nischen Staaten 15 ihre diplomatischen! Vertreter in London angewiesen, Noton zu unterzeichnen, in denen Bolovien und Para» guay zur sofortigen Einstellung der Feind» seligkeiterr aufgefordert werden.

Genf, 3. August. Der Präsident des Völ-, kerbundsrates hat der bolivianischen Re» gierung eine Keschwerdenote der Regierung von Paraguay übermittelt, in der erklärt wird, daß das Vorgehen Boliviens einen» Bruch der Verpflichtungen des Völkerbunds» kommens bedeute, sei jedoch bewert, eins Schiedsgerichtsentscheidung anzunehmen.

Die internationalen Versuche, eine Eint» gung herbeizuführen, stoßen nach hiesiger Auffassung auf Schwierigkeiten, da Wirt« schaftliche Interessen verschiedener Gruppen! zu berücksichtigen sind. Das strittige Chaco-, Gebiet wird hier seiner wirtschaftlichen» Bedeutung und internationalen Stellung nach mit dem Mossul-Gebiet verglichen» >

Luftangriff auf Paraguay?

Newyork, 4. August. Die Regierung i« Asuncion versieht die Bevölkerung mit Gas« masken, da sie im Falle der KriegserklL-« rnng einen bolivianischen Luftangriff be-s fürchtet. Außerdem wurden Maßnahme« zur Rettung der Lebeusmittelvorräte gs« troffen.

Wie aus La Paz gemeldet wird, have« die dortigen Banken der bolivianischen Re-t gierung eine größereKriegsanloihe" gsj währt.

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