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Bremer Nationalsozialisten
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Wien, 2. August. Der frühere österreichi-- ssche Bundeskanzler Prälat Dr. Ignatz Sei-- pel ist am Dienstag vormittag um 7.S0 Uhr !im Sanatorium „Waldfrieben" im Wiener Wald seinem langen Leiden erlegen.
Ignatz Seipel wurde am 19. Juli 1876 kn Wien geboren. Er wandte sich dem geistlichen Beruf zu und wurde 1899 zum Priester geweiht. Oktober 1918 trat er als Minister für soziale Fürsorge in das Kabinett Lammasch ein und wurde 1919 Vizepräsident der Sozialisierungskommissiou. Im Mai 1922 übernahm er als erster Priester seit 600 Jahren das österreichische Kanzleramt, das er bis November 1924 verwaltete. Nach dem Rücktritt des Kabinetts Ramek bildete er Oktober 1926 sein zweites Kabinett. Mit Rücksicht aus die im April 1927 erfolgten Neuwahlen trat er wiederum zurück, um am 19. Mai 1927 sein drittes Kabinett zu bilden. 1929 demissionierte er endgültig. 1930 trat er von der Führung der Christlich-Sozialen Partei zurück.
Die Beisetzung des ehemaligen Bundeskanzlers Seipel erfolgt am Freitag, da der Verstorbene in seinem letzten Willen keine Verfügung hierüber getroffen hat, in einem Ehrengrab aus dem Wiener Zentralfriedhof.
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> Berlin, 2. August. Berliner Pressemeldungen zufolge sollen zwischen dem, Zentrum und der Bayrischen Volkspartei Erörterungen stattfinden, die auf einen ^engeren Fraktionszusammenschluß beider Parteien hinauslaufen. Dabei soll jedoch den Parteien die organisatorische Selbständigkeit bleiben. Der engere fraktionelle Zusammenschluß wird vor allem deshalb erwogen, weil Zentrum un5 Bayrische Volkspartei alsdann mit 99 Mandaten die drittstärkste Partei im Reichstag wären und bei Koalitionsverhandlungen mit den Nationalsozialisten als geschlossene Machtpositio n verstärkt auftreten können.
Daß die gesamte Presse sich außerdem in Vermutungen ergeht über die zukünftige Haltung unserer Bewegung, ist private Angelegenheit.
Berlin, 2. August. Berliner Pressemeldungen zufolge gewährte Reichskanzler von Papen dem Vertreter der amerikanischen „Associated Preß" ein Interview und erklärte:
Seine Regierung beabsichtige keinesfalls, sich um die Bildung einer Koalition im Reichstag zu bemühen. Wenn die Wahl überhaupt eine besondere Bedeutung gehabt habe, dann bestehe diese darin, daß das deutsche Volk das Bestreben der Regierung, das Land von der Parteienherrschaft zu befreien, gutgeheißen habe. Die Regierung wolle mit ihrem konstruktiven Programm vor den Reichstag treten und seine Mitglieder vor die Entscheidung stellen, ob sie angesichts des dringenden Bedürfnisses nach objektiver unparteilicher Arbeit die Regierung aus dem Sattel zu werfen wagten. Der Kanzler sprach die Hoffnung aus, daß die Zentrumspartei nicht das Odium auf sich laden würde, eine neue Kabinettskrise hervorzurufen. Der Reichskanzler verlieh der Ueberzeugung Ausdruck, daß der Augenblick gekommen sei, wo die nationalsozialistische Bewegung am Wiederaufbau des Vaterlandes tätig mithelfen müsse.
Nach den außenpolitischen Absichten der Regierung und ihrer .Stellung zur
Jena, 2. August. In Stadtroda wurde im Anschluß an Reibereien zwischen Kommunisten und Reichsbanner einerseits und Nationalsozialisten andererseits von Polizei aus Jena eine Haussuchung vorgenommen. Nach dem Polizeibericht wurden in der Konsumvereinsbäckerei 70 Schlaginstrumente, meist schwerster Art, beschlagnahmt. Darunter befanden sich 50 besonders zurechtgeschnittene schwere Knüppel, zehn Totschläger, Schlagringe, Drähte mit schweren Schrauben und ein feststehendes Messer. Unter den in der Konsum-Vereinsbäckerei betroffenen Personen hatten sich auch Fremde befunden und man nimmt an, daß sie nicht in friedlicher Absicht von auswärts hergeholt worden waren.
Wsttenlsgsi' im Sswenkseksttsksus
Dresden, 1. August. In der Nacht zum Montag kam es in Groß-Schönau zu einem Ueberfall von Reichsbannerleuftn auf Mitglieder der NSDAP. Nach den Angaben der Gendarmerie fielen drei bis vier Schüsse, durch die der Nationalsozialist Wilhelm Ka- bus aus Heinewalde schwer verletzt wurde. Ein anderer Nationalsozialist wurde durch einen Hieb auf den Kopf verletzt. Eine Haussuchung im Gewerkschaftshaus förderte folgende Waffen zutage: 40 selbstge- fertigte Totschläger (Gummischläuche mit Eisen gefüllt), 4 Dolche, ein Seitengewehr, zwei Schlagringe, eine Pistole, Kaliber 6,35, aus der geschossen worden ist und ein 7 mm- Revolver mit K Schuß geladen, außerdem 18 Reservepatronen. In einem Gasthaus, in dem Nationalsozialisten Verkehren, wurde ein dolchähnliches Brotmesser (N) gefunden.
Steinwürse gegen ungarisches Kons .lct
Frankfurt a. M., 2. August. Die Hinrichtung zweier Kommunisten in Ungarn hatte den Frankfurter Kommunisten Veranlassung
Frage der Autarkie befragt, antwortete der Kanzler:
Die autarkischen Bemühungen, die wir machen, find uns durch die Weltlage ausgezwungen worden und sind nicht aus unserem Willen hervorgegangen. Wir wollen ebensosehr wie irgendeine andere Nation daran mitarbeiten, daß die Zollmauern niedergelegt werden und der Güteraustausch «leichter wird. Leben und leben- lassc» ist unser Wahlspruch.
Auf die Frage nach einer Verfassungsreform eingehend, betonte von Papen, er hoffe, daß unser Wahlsystem in dem Sinne revidiert werde, daß die persönliche Verantwortung des Reichstagsmitgliedes wieder hergestellt werde. Die Frage der Staatsform steht überhaupt nicht im geringsten zur Debatte. Auf die letzten Politischen Ausschreitungen eingehend, erklärte von Papen bestimmt:
„Wer auch immer nachgewiesenermaßen für Zwischenfälle verantwortlich ist, wie für die bedauerlichen Ereignisse in Königsberg, wird Zerfahren, daß wir entschlossen sind, rasch und junr- marifch mit ihm zu verjähren,
Durch die Waffenfunde steht es noch den Angaben der Gendarmerie fest, daß seitens der Reichsbannerleute die Schüsse abgegeben worden sind, in deren Reihen sich im übrigen, wie nachträglich festgestellt wurde, auch eine Anzahl Kommunisten befanden«
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Weimar, 1. August. In -er Nacht zum Sonntag wurden der inzwischen zum Reüchs- tagsabgeordneten gewählte Pg. Trübenbach sowie sein Begleiter, SS.-Mann Hellmuth, von Kommunisten und Reichsbannerleuten überfallen und schwer verletzt.
In Elxleben bei Erfurt hatten die beiden Parteigenossen, die von einer Versammlung kamen, eine Reifenpanne. Als sie hielten, wurden sie sofort von einer Masse Marxisten der „Eisernen Front" umringt. Sie konnten gerade noch weiterfahren. Am Ausgang des Ortes wurden ihnen Knüppel in die Räder geworfen. Als sie dann ein Stück weiter wieder anhalten mußten, um die Panne zu beseitigen, siel plötzlich die Meute über unsere Parteigenossen her und schlug sie zu Boden. Bewußtlos chlieben beide liegen. Später gelang es ihnen, sich bis in den nächsten Ort zu schleppen, wo sie zusammenbrachen. Pg. Trübenbach liegt mit schwerem Schädel- und Kieferbruch und Pg. Hellmuth mit schwerer Gehirnerschütterung im Erfurter Krankenhaus.
Aus der Art, in der der Ueberfall ausgeführt wurde, geht klar hervor, daß man ganz planmäßig dem nationalsozialistischen Reichstagskandidaten aufgelauert Hat, um ihn zu beseitigen.
zu einer Kundgebung gegen das ungarische Konsulat gegeben, f ftn große Steine, die in Drohbriefe eingewickelt waren, gegen das Gebäude. Größerer Schaden wurde nicht angerichtet, da die nächtlichen Ruhestörer durch die Nachtwache verscheucht wurden.
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Berlin, 2. August. Eine der übelsten Blüten des schwarz-roten Novembersystems, der sozialdemokratische Polizeimajor Heinrich, ist jetzt in die Wüste geschickt worden. Major Heinrich war der Hauptschuldige an der „Skagerrakschlacht" und zahlreicher anderer ebenso unwürdiger und unerhörter Prügelszenen, die sich die Berliner Schutzpolizei unter ihrer bisherigen marxistischen Führung gegenüber der nationalen Bevölkerung der Reichshauptstadt erlauben durfte.
Hoffentlich folgen so manch andere Blüten, deren es immer noch viel zu viele gibt, recht bald nach!
VispkünttsI-IUski'ksil im Lisisiüsn Ltartti'sl
Eisfeld, 1. August. In dem thüringischen Städtchen Eisfeld fand mit den Reichstags- und Landtagswahlen auch die Neuwahl zum Stadtrat statt. Es erhielten die Nationalsozialisten 13 Sitze, die SPD. und KPD. je einen Sitz, die übrigen Parteieq gingen leer aus«
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Von Kurt Thiele, M. d. R.
1.
01s vntsvksitlonrls dliakisi'Isgs lls» DOsi'xismus
Rund 14 Millionen für eine einzige Partei, allein abgegebene Stimmen sind eine Tatsache, die in der deutschen Parlamentsgeschichte einzig dasteht. Die Partei, die das — noch dazu ohne Revolution — fertig brachte, ist die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei. Die höchsten Wahlziffern werden naturgemäß nich einem Umsturz von der im Umsturz erfolgreichen Partei erreicht. In einer solchen Lage befand sich die Sozialdemokratische Partei nach 1918. Sie er
reichte jedoch nur folgende Zahlen:
Nationalversammlung 19. 1. 1919 11509 009 Reichstagswahl 6. 6. 1920 6104 000
4. 5. 1924 6 008 000
7. 12. 1924 7 881000
20. 5. 1928 9 153000
„ 14. 9. 1930 8 570 000
„ 31. 7. 1932 7 951 000
Dabei ist zu berücksichtigen, daß von der Wahl am 4. Mai 1924 einschließlich ab die USPD. in der SPD. wieder aufgegangen war. An ihrer Stelle begann der Kommunismus russischer Prägung (Bolschewismus) sein blutiges Haupt zu er-, heben, der in ständig steigendem Maße den in der Sozialdemokratischen Partei organisierten, vorübergehend gemäßigten, Marxismus in sein Fahrwasser des individuellen Terrors einschließlich der Einführung des Mordes in die Parteipolitik zwang. Diese Entwicklung ist nunmehr soweit gediehen, daß dem deutschen Marxismus der Mord, am deutschdenkenden, den Internationalismus ablehnenden Volksgenossen ein gern und täglich geübtes politisches Kampfmittel geworden ist. Es ist darum notwendig, sich auch einmal die Zahlenreihe des Gesamtmarxismus, wie sie bei den Parlamentswahlen als Entwicklungsmesser in Erscheinung tritt, zu vergegenwärtigen. Der deutsche Gesamtmarxismus — also SPD. zuzüglich USPD. bzw. KPD. — erreichte-folgende Ziffern:
Nationalversammlung 19. 1. 1919 13826 000 Reichstagswahl 6. 6. 1920 11 740 000
4. 5. 1924 9 702 000
7. 12. 1924 10 590 000 ' 20. 5. 1928 12 417 000
" 14. 9. 1930 13 165000
" 31. 7. 1932 13 229 000
Besonders beachtenswert bei der Betrachtung dieser Zahlen ist das starke Abfallen bei der Wahl vom 4. Mai 1924. Wir erinnern uns, daß diese Wahl die erste nach der Inflation, jenem marxistischen Kapitalverbrechen, war. Dann aber erholte sich der Marxismus wieder und nahm zahlenmäßig einen erheblichen Aufschwung bis 1928. Weder das konservative noch das liberale Bürgertum noch das konfessionelle Zentrum vermochten das zu verhindern.
Erst mit dem Eintritt der NSDAP. in die parlamentarische Arena in Reich, Ländern und. Gemeinden seit 1928, stemmte sich der neuen marxistischer Welle ein haltgebietender Wall entgegen und brachte sie mit dem 31. Juli 1932 zum Stehen. Daß der Marxismus in Deutschland nicht zum offenen Bolschewismus geführt hat, das hat einzig und allein nur die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei verhindert, Verhindert dadurch, daß sie dem sich immer mehr zum Bolschewismus entwickelnden Marxismus einen lebendigen Wall von der neuen Säkular- Jdee des nationalen Sozialismus erfüllter Menschen in Gestalt der neuerstehenden Volksgemeinschaft entgegensetzte, kurz dadurch, daß sie aus den untereinander in vielfachen Meinungen, Richtungen, Anschauungen, Parteien und Konfessionen zerrissenen deutschen Menschen wieder ein National- Volk schmiedet.
Jedermann in Deutschland weiß heute etwas von der Entwicklung der NSDAP. unter Adolf
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