Ausgabe 
(1.8.1932) Nr. 166
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Verlag unv Geschäftsstelle: Papenstrahe 15, Redaktion: Langen- straße 48. Sprechstunde der Redaktion: Montag bis Freitag von 18 bis 19 Uhr. Fernsprecher: Domsheide 258 78. vie BNZ erscheint Werktags und kostet 1.90 frei Haus, durch die Post zuzüglich 36 Bestellgeld.

Parteiamtliches Organ der Bremer Nationalsozialisten

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Der Wahltag in Berlin 6 Schmer- und 18 Leichtverletzte 287 Zwangsstellungen

Berlin, 31. Juli. Die Reichshauptstadt zeigte am Morgen des Wahltages ein recht belebtes Aus­sehen. Der Flaggenwald ist noch dichter geworden. Ein durch eine einstweilige Verfügung verbotenes Hetzplakat der sozialdemokratischen Partei gegen Hitler mit der Ueberschrist: „Das ist der Schul­dige" ist von den Anschlagssäulen entfernt.

In der Nacht kam es in Berlin zu zahlreichen politischen Zusammenstößen. Die Polizei meldete bis 8 Uhr früh 34 politische Schlägereien, dar­unter auch einige Schießereien. Fünf Demonstra- tionsversuche wurden von der Polizei aufgelöst und K9 Schmicrkolonnen festgenommen. Die Zusam­menstöße

forderten einen Toten, nämlich einen siebzehn­jährigen Kommunisten, der von einem Polizei­beamten in der Notwehr erschossen wurde,

des weiteren 6 Schwer- und 18 Leichtverletzte. L7l Personen wurden zwangsgestellt. 11 Pistolen,

8 hieb- und Stichwaffen wurden beschlagnahmt, 13 Anschlagsäulen sind in der vergangenen Nacht in Brand gesteckt und 300 Wahlplakate abgerissen w >rden.

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Mehrfach blutige Zusammenstöße in der Nacht

Berlin, 31. Juli. Während die Wahlhandlung durch irgendwelche ernstere Zwischenfälle nicht gestört worden ist, kam es in der Nacht in ver­schiedenen Städten des Reiches zu schweren Zusam­menstößen, die mehrere Todesopfer forderten. Im einzelnen liegen aus dem Reich folgende Meldun­gen vor:

In den Städten des Ruhrgebiets ist der Wahl­sonntag bis zum Mittag ohne besondere Zwischen­fälle verlausen, dagegen kam es in der vergangenen Nacht in Essen verschiedentlich zu Zusammen­stößen. Im Stadtteil Essen-West entwickelte sich aus unbekannter Ursache eine Schießerei, bei der der 34jährige Kommunist Karl Daun durch Bauch­schuß und

der 20jährige Nationalsozialist Meuler durch Armstcckschuß schwer verletzt wurden. Zwei in der Nähe wohnende Schupo­beamte, die sich infolge des Lärms aus die Straße begaben, wurden gleichfalls beschossen, wobei einer der Beamten durch einen Streifschuß am Kopf verletzt wurde. Er erwiderte das Feuer. Dabei wurde

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Die Ruhe konnte nach Eintreffen von Polizei- derstärkungen wieder hergestellt werden. In der Katzenbruchstraße wurden Nationalsozialisten von Kommunisten überfallen und mißhandelt. Dabei erhielten

vier Nationalsozialisten durch Hiebe mit einem Seitengewehr erhebliche Verletzungen.

Zwei Kommunisten wurden unter dringendem Tatverdacht festgenommen. Am frühen Morgen gerieten in Essen-Borbeck vor dem SA--Heim Klebekolonnen der KPD. und der SPD. mit den Nationalsozialisten in Streit. Der National­sozialist Hans Schott erhielt von einem unbekann­ten Kommunisten einen Schuß in den Oberschen­kel Ein Verdächtiger wurde festgenommen.

Aus Braun schweig wird berichtet, daß bis

zum Sonntag mittag im ganzen Lande, abgesehen von kleineren Reibereien, Ruhe herrschte. Dagegen kam es am Sonnabend in Haffelfslde zwischen Teilnehmern einer SPD.-Versammlung und Na­tionalsozialisten zu einer schweren Schlägerei, wobei auch mehrere Schüsse fielen. Der Kom­munist Fritz Müller wurde durch «inen Schutz getötet. Ein weiterer Kommunist erhielt einen Schuß ins Bein. Vier Nationalsozialisten wurden durch Schießwaffen nicht unerheblich verletzt. Wer den tödlichen Schuß abgegeben hat, konnte noch nicht festgestellt werden.

In Hamburg und Schleswig-Holstein nahm der Wahltag mit Ausnahme eines schweren Zwifchenfalls in Jtzehoe einen ruhigen Verlauf.

In Jtzehoe versuchten in der Nacht zum Sonntag Linksgerichtete von einem Hause eine Hakenkreuzfahne herunterzuholen; sie wurden je­doch von SA.-Leuten daran gehindert. Als sich darauf drei SA.-Leute zum Ortsgruppenleiter be­

geben wollten, um den Vorfall zu melden, wurden sie von einem größeren Trupp aus einem Haus heraus beschossen. Im ganzen wurden acht Schüsse aus dem Hinterhalt abgefeuert.

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Als das Ueberfallkommando eintraf, waren die Täter bereits spurlos verschwunden. Sie sind je­doch teilweise erkannt. Einige Kommunistenführer wurden bereits festgenommen. Infolge des Zu­sammenstoßes ist ein Altonaer Polizeikommando nach Jtzehoe verlegt worden.

In Chemnitz, in der Annaberger Straße, kam es in der Nacht zu einem blutigen Zwischen- fall. Zwei Polizeibeamte wurden von einer grö­ßeren Zahl von Unbekannten überfallen. In der Notwehr gab einer der Polizisten drei Schüsse ab, durch die ein Angreifer schwer verletzt wurde. Er ist inzwischen im Krankenhaus gestorben. Auch die beiden Polizisten find verletzt.

Unser» Sieg

Berlin, 1. August. Nach einer genaueren Berechnung auf Grund der vorliegenden Endziffern wird der Reichstag 607 Abgeordnete zählen gegen 577 Abgeordnete des letzten Reichstages.

Lngsbnisss risn Ksiekslsgswskien vom

31. 7. 32 14. S. 30

Stimmen

Man­

date

Prozent

Stimmen

Man­

date

Prozent

SPD.

7 951245

133

24,3

KPD.

8 575 244

143

24 5

NSDAP...

13 732 777

229

37,4

NSDAP...

6406379

107

18,3

KPD.......

5278094

89

14,3

KPD

4 590 160

77

13 1

Zentrum....

4 586501

76

12,2

Zentrum....

4127 000

68

11,8

NNVP ....

2172 941

37

6

DNVP.

2 457 686

41

7.0

DVP.

434548

7

1,1

DNV.

1577 365

30

4 5

Wirtsch.P...

146061

2

0.4

Wirtsch. P. ..

1361 762

23

3,9

Staatsp.

371378

2

1

Staatsp.

1322034

14

3,8

Bayer. Vp...

1190453

20

2,8

Bayer. Vp...

1 058 637

19

3,0

Landvolk....

91284

2

—

Landvolk

1108043

21

3,2

Chr. Soz. Vd.

364 749

4

1

Chr. Soz. Vd.

869595

18

2,5

Volksrechtp. .

40887

—

—

Volksrechtp. .

271291

—

0,8

Dt.BauernP.

137 081

2

—

Dt.Bauern P.

539 434

6

1>0

Landbund...

96859

2

—

Landbund ...

193926

—

0,6

Dt. Hann. P.

46873

—

—

Dt. tzann. P.

SAP.

72169

—

—

u.Kons. Vp..

457 083

3

1.3

kiif.8sr.M8gM..

87 333

—

—

kiir.8sr.M8gM..

81 550'

—

0,2

Mimik Müerii..

122246

—

—

Mimik MM- .

75889

—

0,2

kommunisiiseks

iNontttsi

Königsberg. Am Sonnabend abend wur­den nationalsozialistische Zeitungsausträger von Kommunisten überfallen. Ein Kommunist zog. unter einem Taschentuch versteckt, ein Messer und durchschnitt einem Nationalsozialisten die Kehle, der in kurzer Zeit verblutete. Drei vermutlich als

Täter in Frage kommende Kommunisten wurden von der SA. daraufhin, wie der Bericht der Kri­minalpolizei mitteilt, derartig verprügelt, daß sie zum Verbinden ins Krankenhaus eingeliefert wer­den mußten.

Diese neue abscheuliche Bluttat der Mord- kommuue sclle auch allen denen die Augen osstreu, die am Sonntag noch kommunistisch gewählt Hobel

blsek üsn Soklsekt

Vor neuen Wegen

Die deutsche Freiheitsbewegung hat abev4 mals die Etappe erreicht, die sie sich zurrt Ziele steckte. Sie ist parteipolitisch gesehen! die weitaus größte Partei Deutschlands go« worden und wird als solche der ausschlag-« gebende Faktor aller parlamentarischen Vor-, gange im Reich und in den Ländern sein^ Da es sich, wie gesagt, um rein Parlament tarische Vorgänge handelt, ist es heute auch! noch nicht an der Zeit, das Ergebnis nach dieser Richtung hin zu werten; es sei denn^ man gibt noch einmal dem Stolz Ausdrucks daß es unserer Idee gelungen ist, 14 Mil°> lionen Menschen nicht zu einer Partei der Mißvergnügten und Steuernnwilligen, son-, dern zu einer Bewegung der Disziplin und Opferbereitschaft zu bekehren. Dieser sitR liehe Wert ist um vieles höher zu veran-r schlagen als alle äußeren Erfolge, es ist ein! Wert, der uns Pflichten auferlegt, aber auch Rechte verleiht.

Wir haben heute das Recht, den bürgern lichen Parteien zu sagen — und das trifft ganz besonders für Bremen zu — daß sie durch die Art ihres Wahlkampfes, durch dis hemmungslosen Angriffe gegen die deutsche Freiheitsbewegung der Sache selbst und vor allem dem deutsche Volke einen schlechten Dienst erwiesen haben. Der Marxismus! hat zweifellos aus dieser Kampfstellung der Rechtsparteien gegen die NSDAP. erheblich«! Vorteile gezogen. Wir brauchen dabei nur! an Bremen zu denken, denn hier haben die bürgerlichen Zeitungen bis auf einige ge-< legentliche Bemerkungen die Volksverhetzun«/ und Lügenslnt der marxistischen Presse ge>« duldet und unterstützt, nur weil sie gegen! die NSDAP. gerichtet waren. Die „Bremeiis Nachrichten" haben die wohlverdiente Ant-« Wort bekommen, noch nicht 35000 Bremer haben sich zu dem Sammelsurium von aw-s geblich politischen Ansichten bekannt, für die! sie mit rückhaltloser Heftigkeit eingetreten sind.

Wir haben auch in Bremen erlebt, baff neben seinem loyalen Freunde Alfred Faust! der „einzige Bremer Kandidat" Senator a.Tu Dr. Stahlknecht trotz Zuhilfenahme von drei Wahlkreisen so kläglich und hemmungslos! durchsieh wie es eben heute nur bei der! Volkspartei ohne Volk möglich ist. Und daH mit Recht. Diese Partei mag hundert aus-« gesuchte Vernunftsgründe für ihre Ehe mit dem Marxismus anführen, wir haben es ihr vor der Wahl gesagt und sagen ihr eH heute, wer vom Marxismus frißt, stirbt daran. In Bremen reicht es nicht einmal zu einer Beerdigung dritter Klasse.

Dabei erinnern wir uns, daß Professor? Dietz, der wohl in erster Linie für diesen! Todeskurs der Volkspartei in Bremen Vev4 antwortlich ist, die Senatsumbildnng mit dem Hinweis auf die kommende Reichstags-! Wahl verschob. Wie weit soll noch die Bro-i mer Koalition der grünen Volkspartei und roten SPD. zusammengeschlagen werden^ bis jeder begriffen hat, welcher Weg jetzt eingeschlagen werden soll? Auch das wird die Zukunft lehren. Wir werden warten und handeln zn gegebener Stunde wie im Reichs und wir werden hier unseren Weg genau so! zu Ende gehen wie im Reich. Das ist unser! Recht, das uns die Geschichte und die Ver-^ antwortuna vor der Nation, die« wir -R