Ausgabe 
(29.7.1932) Nr. 164
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Million- erwacht

Ungeheure Menschenmengen rnivkinge» in Wefthentschlan» he« Führer

59 M an -tt ReWgllM

Schwarz umflort flattern die Hakenkreuzban- Ner, schwarze Trauerbinden trägt die SA. Bor Wenigen Stunden hat die Kommune den Schar­führer Joachim Raskin aus dem Hinterhalt Zerschossen. Draußen, wenige Minuten von Aachen entfernt, zeigt eine rote Blutlache die Stelle, an der Raskin für sein Vaterland und für seinen Führer fiel. Die ganze Nacht war er unterwegs. Er hatte mit seinen Kameraden Plakate geklebt. Stundenlang hatte das rote Gesinde! der Kom­munisten und derEisernen Front" in einem Roggenfeld auf der Lauer gelegen, um einen der unsrigen abzuknallen.

Ein kleiner roter Zettel mit dem Hakenkreuz prangt an einem Telegraphenmast, dahinter das Roggenfeld zertrampelt. Hier haben die Mord­schützen gelegen. Auf der Straße eine weite Blutspur. Hierher hat sich der zu Tode Ge­troffene weitergeschleppt. Dort brach er zusam­men, der blutige Abdruck seiner Hand auf der Straße. Nochmals wollte er sich aufrichten, dann verlor er die Besinnung. Fast zwei Stun­den mußte er liegen, bis er verbunden wurde. Seine Kameraden waren längst daheim. Er selbst war auch auf dem Heimweg und hatte hier das letzte Plakat verklebt, als die Mord­schützen trafen.

Unser Auto rollt durch menschenleere Straßen. Die Polizei hat am frühen Morgen alles, was irgendwie verdächtig war, verhaftet. Hier und drrt stehen kleine Gruppen von Arbeiterfrauen h«rum, die aufgeregt über das furchtbare Er­eignis dieser Nacht sprechen.

Unser Wagen hält vor einem Gasthaus, vor dem drei junge Burschen stehen, die im Augen­blick, als sie den Wagen erkannten, fortliefen, als ob der Teufel hinter ihnen her wäre. Nicht ein einziger dieser Strolche hatte ein reines Gewissen.

In der Leichenhalle des Krankenhauses Aachen- Forst liegt zwischen grünen Blattpflanzen unser Kamerad aufgebahrt. Furchtbar haben ihn die roten Mörder zugerichtet. Durch einen Lungen- und einen Bauchschuß niedergestreckt, war er den Verbrechern ausgeliefert. Das Gesicht ist ent­stellt von furchtbaren Wunden, man sieht ent­setzliche Beulen und viele blutunterlaufene Stellen.

Das ist das dritte Opfer der Standarte 25 Aachen. 2m November 31 steinigte Kommu- nistengesindel unter der Führung des Juden Kaufmann den SA.-Mann Geuerten, vor zwei Monaten wurde der SA.-Mann Hambuckers von Kommunisten aus dem Hinterhalt erschossen und in der Nacht zu heute wieder ein Toter.

Das Maß ist übervoll.

Die Kundgebung in der Aachener Radrenn­bahn steht vollkommen unter dem Eindruck des furchtbaren Erlebnisses der letzten Nacht. Stein- hart und voll verbissener Wut sind die Gesichter der SA.-Männer.

die Eturmsahnen tragen Trauerflor

,.3u Tausenden und Zehntausenden kommen die Bürger, Bauern und Arbeiter von allen Seiten herbei. 40-50 000 Arbeiter aus dem klachener Industriegebiet, Bürger und Bauern pno zusammengekommen, eine so ungeheure Menschenmenge, wie sie Aachen noch nicht auf hat. Nur wenige Kilometer L"ter Aachen liegt die belgische und holländische so, daß also nur von zwei Seiten her > Wochenlang hatten katholische «euttube Amt, dazu aebrniickit . a eaen

Adolf Hitler und diese Kundgebung zu hetzen, aber alle ihre Mühe hat nichts genutzt. Der Ausbruch des Volkes ist durch nichts, weder Lurch Terror «och durch Lüge und Verleumdung zu hemmen. Die alte Kaiserstadt Aachen steht im Zeichen Adolf Hitlers. So wie im Norden. Osten und Süden das Volk sich in gewaltigen Wogen erhebt, so steht auch hier das Deutsch­land an der Westgrenze auf gegen ei« System, das es nicht verstanden hat, das Volk gegen bolschewistische Söldner, gegen internationale Ausbeuter zu schützen.

Adolf Hitler spricht zum erstenmal in Aachen. Jubelnd begrüßen ihn die Massen, als er im

Flugzeug in großen Kurven über der Radrenn­bahn kreist. Wenige Minuten später betritt er» von Blumen überschüttet, die Kampfbahn. Wie Hammerschläge gehen die Worte des Führers nieder. In letzter Stunde ruft er zur Einigkeit, zur großen Idee eines einigen» großen Deutich­land auf. »

Die riesigen Hakenkreuzbanner, die rechts und links an der Rednertribüne hängen, die Sturmfahnen, die Girlanden, alles flattert im Wind. Wolkenfetzen jagen am Himmel. Die Lautsprecher dröhnen die Worte des Führers weithin über das Land.

Die Kundgebung ist aus. Adolf Hitler fliegt weiter nach Köln, wo ihn Hunderttausende seit Stunden erwarten. Durch die Straßen Aachens wälzt sich das Heer der Arbeiter und draußen 4n Aachen-Forst liegt unser Kamerad kalt und bleich auf einer schmalen Bahre. Das Volk ist ihm als Rächer erstanden.

Im KMen M«

iLLvoo RheiMnöer geloben Lrene um Treue

Köln, 29. Juli 1932.

Ueber die große Rheinbrücke ziehen die Massen hin zu dem weiten Messegelände, wo Platz für Hunderttausende ist, die alle dort den Führer erleben wollen.

Hier marschierten in den unvergeßlichen Augusttagen 1914 deutsche Regimenter, ge­schmückt mit Blumen, begleitet von Tausenden von Frauen und Kindern, während hoch vom Dom tiefe, gewaltige Glockenklänge über den Strom weit in das Land hallen.

Hier kamen sie dann zurück, die müden, graue» Kolonnen, unbesiegt, verraten und be­logen, beschmutzt in ihrem Innern und in ihren Augen brannte ein heimliches Feuer, der Wille dennoch das Reich zu bauen.

Und als dann der Feind im Innern Ehre und Nation verriet, als Händler und Bonzen das Volk verkauften, um ihr eigenes Dasein zu bewahren, zogen wieder Kolonnen über den Strom, bläu und gelb. Der Feind jenseits der Grenze marschierte ei». Fremde Soldaten besetzten das Land, nur diesmal stand nie­mand an den Straßen. Die Glocken blieben stumm, keine Fahnen, kein Jubel. Die Menschen ballten die Faust in ihrer Ohnmacht. Ein einziges Gebet stieg zum Himmel, das Gebet: ,Herr mach uns frei! Schick uns einen, der Deutschland erlöst."

Unter der Brücke wälzt sich seit Jahrhun­derten breit und schwer der Fluß, Deutsch­lands Strom, nie Deutschlands Grenze. Im­mer wieder war des Rheinlands Geschichte Deutschlands Schicksal gewesen. Hier war der Kampf des Nordens gegen den Westen, hier war das Bollwerk, das dem Siegeszug Roms ein Ende bereitete und von hier ging immer der Geist der Freiheit über das Land.

Immer in Zeiten großer Not, in Zeiten des Aufbruchs und der Erhebung waren der Rhein und sein Volk die Feste, an der alles zerbrach, was dagegen Sturm lief.

Viel Leid war es» viel Stolz, viel erhabene Größe. Kaum ein Land, das den Fluch des Verrats, mit dem ein neuer Abschnitt in der Geschichte begann, so fühlen mußte» wie hier die einzige große Millionenstadt von Dort­mund bis Köln.

Kein Land, das so ausgebeutet, so verarmt und so zerbrochen wurde, wie dieses hier, das einst so reich war. Dreizehn Jahre irrsinnige Snstempolitik, dreizehn Jahre Mißwirtschaft und T ur a nu L i .. dreizehn Jobra Wabuünu i»»r

Novemberlinge und trotz unermüdlichen Kampfes und zähen Ringens gegen den Unter­gang stehen hier fast alle Räder still. Die Schlote und Hochöfen sind erkaltet, die Werk­stätten stehen leer. Zerbrochen die Fenster und Dächer und drohend grinst das Chaos.

Heute ist ein Tag, der ein Markstein in der rheinischen Geschichte wird. Kolonnen mar­schieren über den Rhein, Und wieder Fahnen und wieder das Volk, das jubelnd im Gleich­schritt mitzieht über den Strom und in allen brennt ein gewaltiges Feuer. In allen glüht eine Flamme, ein gewaltiges Feuer

Rheinland erwache!

Deutschland erwache! Dort ziehen die Regi­menter hinter den blutroten Fahnen deutscher Revolution, mit ihnen die Zehntausende und Aberzehntausende, all die Erben einer großen Geschichte, Erben von Not und Niedergang,

Erben, die das Vermächtnis der feldgraue» Armee, der Tote» und Siechen in sich tragen^ Sie alle wissen» daß Deutschlands Freiheit und Deutschlands Sieg nur Hitlers Sieg sein könne«,

Kolonnen stehen bereit, den Führer zu emp­fangen. Hitler kreuzt über der Stadt. I» allen Straßen Fahnen, auf allen Plätze» Braunhemden und das Volk ist in den Straße^ marschiert hinaus zum großen Platz der Rhein» Metropole.

Draußen jenseits des Rheins sammeln sich schon seit den frühen Nachmittagsstunden Tau­sende Männer der Arbeit, Bauern, Studen­ten mit ihren Fahnen, Priester im schwarzen Rock, Beamte in ihren Uniformen, es sammelt sich das Volk.

Gegen Abend bedeckt sich der Himmel mit drohendem Grau und es beginnt ein Regen ohne Ende. Die Masse wächst. Nun sind es 125 000, die warten und warten. Was schert sie das Wetter, wenn der Führer kommt. SAll steht in triefenden Braunhemden. Dann kommt endlich der Führer. Jubel aus hunderttausend Kehlen braust dem Führer' entgegen und schwingt sich über den Strom hin über dick Stadt, aus der die gewaltige Gotik des gigau-, tischen Doms zum Himmel ragt.

Dann spricht der Führer, durchgeregnet das Braunhemd, wie bei allen seinen Kameraden.' Er schenkt den Abertausenden eine Predigt der Hoffnung und der gläubigen Kraft. Er weist den einzigen Weg in die Zukunft, der Kampf heißt, immer nur Kampf, ein Weg hin zu dem ewigen und einzigen Ziel, Deutschland!

Deutschland, Deutschland über alles ist die Antwort der 125 000, die dem Führer nach­klingt, als ihn der Wagen schon weiter trägt zu neuen Hunderttausenden.

Das war der Höhepunkt eines gigantischen Kampfes gegen den Volksfeind von Schwarzen und Roten, der allein in dieser Woche hier in Köln, im Gau Köln, Aachen drei Kameraden das Leben kostete.

Das war die letzte Sammlung des rheinischen Volkes vor dem Mann, in dem sie alle den Führer zu Deutschland, zur Freiheit erkennen, Das war der Siegeszug, letzte Schlacht, in der unser Rheinland, würdig seiner großen Ge­schichte, Bannerträger zu'm deutschen Sieg sein wird.

In der Goethestadt Frankfurt

(Von unserm nach Frankfurt a. M. entsandten Sonderberichterstatter.)

Frankfurt a. M., 29. Juli 1932.

Hitlertag von Frankfurt am Main. Tag der Fahnen und Standarten. Tag des jubelnden Bekenntnisses zum neuen Deutschland. Du wirst eingehen in die Geschichte dieser Stadt. Würdige Fortsetzung der rauschenden Kundge­bungen der Ärbeitsbereitschaft und Vater­landsliebe im ganzen Land.

Dieser Tag, ein unlösbares Glied in der Kette unvergeßlichen Volksaufmarsches wurde mit einer Liebe ohnegleichen vorbereitet und geformt, mit Eifer und Starrköpfigkeit wurde er allen Schwierigkeiten zum Trotz begonnen, und mit so großer Begeisterung zu Ende ge­führt, die ihresgleichen sucht.

Frankfurt, Stadt der Kaiser, Stadt ruhm­reichen Klanges in der Welt, wie oft wurde dein Name geschändet in der letzten Zeit.Neu- Jerusalem am fränkischen Jordan" nannte der Volksmund diese Stadt, die allmählich zum Tempel von Juden und Judengenossen, von Schacherern und Emporkömmlingen und Job­bern geworden war. Irgendwo im Grünen lieaen die Villen dieker au Deutichland ver­

dienenden Zeitgenossen jüdischen Glaubens. Immer noch fahren ihre Wagen durch die Straßen zu der Börse, immer noch laufen in ihren Händen die Fäden der Wirtschaft zu­sammen, aber auf den Straßen marschieren die neuen Bataillone des neuen Deutschlands.

Sie marschieren für die Zukunft, für ihr Volk, für ihr Land. Vorbildliche Arbeit leiste­ten unsere Kameraden in Frankfurt. Mar­schieren und warten, klären auf und ließen nicht nach, bis diese Stadt endgültig erobert war, und als vor wenigen Wochen anläßlich des Sängerbundfestes 50 000 reichsdeutsche und ausländische Sänger durch die Straßen zogen, da standen Kopf an Kopf SA.-Männer und Hitler-Jugend im braunen Hemd als Spalier.

Das wär das Symbol, das von den 50 000 Deutschen erkannt und mit brausenden Heil­rufen gegrüßt wurde. Frankfurt ist in unserer Hand. Allen Schwierigkeiten zum Trotz ge­stalteten die Frankfurter einen Hitlertag. Das hunderttausend Menschen fassende Stadion wurde von schwarzen und roten Machthaber« verweigert. Das durften sie jetzt noch. Jetzt haben sie noch die Macht, dafür reichten ihre Befugnisse noch aus. Sie wußten genau, daß selbst dieser ungeheure WaU aeiüllt wird vo«