Ausgabe 
(28.7.1932) Nr. 163
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An den Reichskanzler

vsr NekkeiunsrNug

««««o BranLenburges vor dem Führer

(Von unserem nach Tberswald« entsanLten Sonderberichterstatter.)

Eberswalde, 27. Juli 1S32.

/ Es ist Erntezeit in der Mark Brandenburg. Schwere, mit Korn beladene Fuhrwerke wanken durch die Straßen der Dörfer und fleißige Hände laden das in heißer Sonnenglut auf dem sandigen Boden der Mark gereifte Ge­he ide in die offenen Scheunen. Hart war die klrbeit während der vergangenen Monate. Weite Flächen konnten nicht mehr gedüngt werden, und immer wieder findet man Felder, »uf denen statt Getreide Unkraut wuchert. Die Gerichtsvollzieher habe« in der Mark Branden­burg ganze Arbeit geleistet. Tag für Tag kün­den die Kreisblätter Zwangsversteigerungen an und Dutzende von Vauernfamilien, die Friedrich der Große hier auf diesem Boden an­gesiedelt hat, mußten Haus uud Hof verlassen und wurden vom System in die Fremde gejagt. ' Ein gütiges Schicftal gab diesem Jahr wenig­stens eine gute Ernte. Das Landvolk arbeitet in diesen Tagen mit allen Kräften, um die gol­denen Aehren zu bergen.

Aber heute um 12 Uhr mittag ist Feiertag. Die umliegenden Gutsbesitzer und Bauernhöfe haben ihren Knechten und Mägden und Land- krbeitern frei gegeben. Die Geschäfte der Ort­schaften weit und breit haben ihre Läden heute geschloffen. Die Scheuneutore stehen heute nicht offen und die Pferde tummeln sich lustig auf der Weide. Die ganze Mark Brandenburg kennt heute nur ein Ziel:

H6o!1 Aillep

Die Bauern kommen aus den Dörfern in Strömen nach Eberswalde ins Stadion. Adolf

Hitler spricht! das ist heute der Schlachtruf!

Das weite Stadion in Eberswalde füllt sich mehr und mehr. Unbarmherzig strahlt die Sonne auf die Massen. Sie wartet aber ge­duldig. Da, kurz mach vier Uhr nachmittags er­scheint ein Flugzeug am Horizont. Es kommt rasch näher. Der Führer kommt! Jubelnd he­ben die 40000 Bauern und Bürger ihre Arme empor und grüßen die Dreimotorige, die den Führer durch das Land trägt. Das Flugzeug zieht eine Schleife und verschwindet rasch wie­der in der Ferne. Es will jn der Nähe landen.

Signal: Die Brandenburger SA. marschiert auf. Unter den stolzen Klängen des Fridericus Rex-Marsches marschieren die Regimenter mit ihren wehenden Fahnen ins Stadion ein. Dann spricht der Reichstagsabgeordnete Hinke! und rechnet vernichtend mit der SPD. ab.

Plötzlich geht eine Bewegung durch die Rei­hen. Die Massen erheben sich und da erschallt schon am Eingang der Ruf: Hitler kommt! Sieg-Heil! So hallt es dreimal durch die dicht­gedrängten Reihen und über den Platz hinweg geht ein Sturm der Begeisterung. Unter Blu­menbergen wird der Führer empfangen und vom Gauleiter Dr. Schlange in Branden­burg willkommen geheißen.

Dann wird es still. Der Führer spricht:Sie haben Deutschland und ihrem System Aufstieg prophezeit und sie haben sich getäuscht, und sie haben uns den Niedergang prophezeit »ud sie habe« sich wieder getäuscht. Wie National­sozialisten find nicht zu vergleichen mit einer der übrigen dreißig Parteien. Wir kämpfe» für die große Volksbewegung und werde» un­sern Kampf auch nach dem 31. Juli fortsetze«.

Wir Wen uns ei» M Merkt md veWgrn es riWOts- lssbis ins Gmb Wein

Es mag viele in Deutschland gebe«, die v denken. LS und 14 Millionen haben sie « auf die Beine bringen können, aber weil werde« sie nicht kommen. Glauben Sie m weine lieben Volksgenossen, wen« man üb Haupt von einem Wunder rede« will, dann das Wunder schon hinter uns. vor « Negt ein ganz natürlicher Weg. Millionen v Menschen find in diesen Tagen zusammen! strömt, die sich früher in den dreißig Partei gegenüberstanden, die sich bisher vielleicht I kämpft und befehdet habe«. Wen« das «i des deutschen Volkes Erhebung ist, wann ka w av da«» oo« einer Volkserhebung spreche

Schicksal hat uns einst ein großes Reich sehen lasse». Wir lebten in ihm und dursten es fünf Jahre verteidige«. Das Schicksal »ahm uns dieses Deutschland nnd zerschlug es. I« diesen Tagen gibt uns das Schicksal wieder Ge­legenheit, am Aufbau eines neuen große« deut­schen Reiches wieder mitzuarbeiten.- Der Hohenfriedberger Marsch klingt auf. 40 000 erheben sich und jubeln dem Führer zu. Das Auto des Führers fährt durch die Reihen, und Berge von Blumen werden in das Auto geworfen. Der Führer nimmt sie und gibt sie dem SA.-Führer:Geben Sie die Blumen mei­ner SA.-

UM in Brandenburg

/von unserm nach Brandenburg a. d. Havel entsandten Sonderberichterstatter.)

Brandenburg (Havel), den 27. Juli 1932.

Brandenburg ist das Ziel. die lOOOjah- Ae Stadt. Alte Hauptstadt der Mark, mit Namen verbunden, die als Denkmäler in die Geschichte eingingen. Die Vergangenheit trug wre Namen durch das Land. Kriege wurden hier ausgefochten, die heute noch nicht ver- deffen find. Fast 1000 Jahre find es her, seit­dem hier die Besten ihr Evangelium gegen die Wenden vortrugen und siegten. Ruhmreiche

Das ist alles schon lange vorbei. herrscht die Not in Brandenburg. Die Geg< wart ist traurig und schwer. Auch hier v überall in Deutschland liegen die Fabrik still, die Vrennaborwerke, die Excelfior-Wer die Korona-Werke, die Zehntausenden Vi gaben, haben liquidiert. Fast die ganze S beiterschast ist ausgeschlossen aus dem Arbei Prozeß. Hungert, stempelt, feiert. Brande bürg, die Stadt der Fabriken und Arbeiter die Stadt der Arbeitslosigkeit geworden. T Not.vergeffen wir es nicht, fand die Arbei: i Brandenburgs noch vor wenigen Jahren uni 1 roten Fetzen. Lber auch dies ist schon lan

her. Ein Evangelium der Pflicht, der Liebe und der Verantwortung wurde durch das Land getragen von einem Namen, der Deutschland über alles liebt und der den Funken in den Herzen zu einem Sturm entfachte, der in diesen gewaltigen Tagen der Entscheidung von der Wasserkante hinüber bis zu den Bergen, und der Brandenburg zu einer imposanten Kund­gebung hochriß.

Die Arbeiter Brandenburgs schufen ihrem Führer Adolf Hitler eine« Empfang, den er niemals vergessen wird. Brandenburg im Flaggenschmuck, in den Arbeiterviertel» weht unser Symbol. Hier wie überall steht die Stadt im Zeiche« des große« Tages.

Als das Witzblatt Brandenburgs, dieBran­denburgische Zeitung" (Fritz Ebert jun ) ver­kündete,Adolf Hitler unwillkommen", da zog ein homerisches Gelächter durch die Stadt, daß diesen Propheten der Atem ausging. Die Arbeiterschaft von Brandenburg zeigte an diesem Tage in einer Kundgebung von gewal­tigem Ausmaße, daß sie unerschütterlich hinter den Fahnen des Dritten Reiches marschiert. Nicht, weil sie verzweifeln, eilen sie in langen

Reihen zurStadt hinaus,'sondern weil sie sich ihrer Verantwortung bewußt wurden. Nicht) weil nur die Begeisterung sie trägt, fahren sie auf Lastwagen und Rädern durch den regne­rischen Tag, sondern weil stärker und größer als jemals die Liebe zu ihrem Volk und zu ihrem Boden in ihren Herzen aufbrach. >

Sie kamen herbei, um ihren Führer zu sehen und ihm zu zeigen: wir sind da, wir stehen zur Fahne, wir bleiben treu! Das ist es) deshalb stehen wir seit Stunden Lei strömen­dem Regen und warten. Deshalb liegt in ihren Augen die Freude der Erwartung. Sie feiern ihren großen Tag.

Nun stehe« sie vor ihm» eine schwarze Meng«; und sind ergriffen und aufgerüttelt «nd fühle» bis ins Herz hinein, daß ihnen in diese« Stunde ei» Weg gewiesen wird, den sie gehe« müssen auf Gedeih und Verderb. 35 000 find es, die seinen Worten lauschen. Arbeiter) Bauern und Soldaten. Und wer es bisher noch nicht war, der wurde es in dieser Stunde: ei« Kämpfer für eine bessere Zukunft, ein Soldas der braunen Armee.

NnerWrle Begeisterung

Nr Meer und v?. GsMeis brechen - §sr?S Wesiels Emt l?t sMemsgen Aas Madien im roten Meer der 189 vso satteln

(Don unserem nach Berlin entsandten Sonderberichterstatter.)

Berlin, 27. Juli 1932.

Hitler-Tag in Berlin. Strahlender Meteor auf funkelnder, sternübersäter Freiheitsstraße des Auferstehungsfluges Adolf Hitlers. Hitlertag Berlin! Ergreifendes Bekenntnis zum Führer. Bühne unter freiem Himmel, weit draußen im überfüllten Erunewalder Stadion, auf schwarz­gedrängten Rennbahnterrassen. Mitwirkende: 180 000 Berliner, Arbeiter «nd Angestellte, Er­werbslose «nd Beamte, Schaffner und Kauf­leute, Handelsherren »ud Schmiedegesellen, Rechtsanwälte «nd Steinträger» Näherinnen und Prinzessinnen, Kindermädchen und Stu­dentinnen, Männer und Frauen, jung und alt. Deutsches Volk von Berlin.

Drei Salven Freudenfeuer über Berlin. Keine Täuschung über bevorstehende Schwierig­keiten, kein Frohlocken über Schicksalsentschei­dungen, kein Jubel von endgültigem Sieg. Aber dies TreuegelSbnis der 180 000 ist glor­reiche Geschichte, die Geschichte der Volkserhe­bung.

Die keiksn rin6 zssckioLsen! k^skmsn korb!

Horst Wessels Saat ist aufgegangen. Ernstes, graues Steinoval zwischen grünen Wäldern, im Hintergrund ragende Schornsteine, Kirchtürme, Silhouette Berlins. Blumen und Fahnen, Mu­sik und braune Soldaten, Organisation und Freude, Himmel und Menschen.

Um 12 Uhr mittags werden die Zugangs- straßen lebendig. Berlin marschiert. Ueber die Heerstraße fluten die Wogen.

5 Uhr nachmittags springen des Stadions Flügeltüren auf. Durch Eisengitter und SS.- Staketten ergießt sich die Menschenflut. Jeder bekommt einen Platz. Reihen-Aufmarsch voll­zieht sich reibungslos. Bewunderungswürdige Ordnung. Wie an feinen unsichtbaren Fäden werden die Zehntausenden geleitet, grüne Aus­weise, weiße und blaue und schwarze und gelbe E-dabin ,---- -dorthin! ^Gemütlich und ver.

ständig. Freudiger Auftakt: Trommel und Trompeten, Fanfaren und Schlagzeug Und nun zieht es durch Berlin immer nach dem Stadion hin. Im Stadion helle Freude. Die Hälse recken sich: Die Turner marschiere« ein.

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weiß, schwarz, braun, frisch und gesund. Sieges-, bewußt, Beifall gewohnt. Signal. Leise be­gleitet Musik. Vorturner von Scheinwerfern erhellt. Und im Oval wiegt, streckt und reckt sich, senkt und rafft sich ein vieltausend- gliedriger Turnerleiü in packenden Frei­übungen. Das Ganze Halt: Kehrt marsch! Schluß und Jubel.

Nun ein Blick nach oben. Zwar kommt der sehnlichst erwartete Führer noch nicht, es regne! was vom Himmel herunter will. Trotzdem t sie blicken nach oben. Da, in der Luft zeigen sich Flugzeuge. Sie sprühen wi» im Feuer-! werk. Der Jubel legt sich, um von neuem aufzubranden, als SA. in tiefen Gliedern ein­rückt. Berliner, Brandenburger Lungen. Knorke junge, kräftige Kerle. Im Stadion wird es heiß.

Achtung, das Wort hat Pg. Dr. Goebbels, Sie alle wissen nicht, wie oft sie ihn schon gehört haben, unsern Dr. Goebbels. Aber so­oft er spricht, muffen sie hin, wieder und immer wieder? Sie können ihn nicht sehen, aber sie springen von ihren Sitzen, wenn e« das System geißelt. Er gibt es senen immer wieder. Nicht endenwollender Jubel, Begeiste­rung.

Der Doktor spricht:

Die deutsche Ratio« getreten von der Weltmächten, ihrer Ehre und ihres Ansehe»! beraubt, im Bruderkrieg zersetzt, diese deutsch! Nation ist dabei unfähig geworden, ihr Lebensschicksal vor der Welt und ihre« Drohungen zu verteidige«. Das ist das Resultat einer 14jährige« Sqstempokitik» die mit dem S. November 1918 begann «nd de« dentlLeu Volke am Ankamr^kreiheit. Arbeit«