Ausgabe 
(27.7.1932) Nr. 162
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Verlag und Geschäftsstelle: Papenstraße 15, Redaktion: Langen- jtraße 48. Sprechstunde der Redaktion: Montag bis Freitag von 18 bis 19 Uhr. Fernsprecher: Domshetde 25878.

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Parteiamtliches Organ der Bremer Nationalsozialisten

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Begeisterter Empfang durch Sie Bevölkerung, die wieder eine nationalsozialistische Regierung fordert

Skis M« Wringen

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(Von unserm nach Sondershausen entsandten Sonderberichterstatter.)

. Unter der strahlenden Mittagssonne startet die Wagenkolonne des Führers zur Fahrt durch Thüringen, durch das grüne Herz Deutschlands. Bald liegt Weimar hinter uns. Die Wagen brausen durch Erfurt. Jetzt zieht sich die Straße durch einen Zipfel von Preußen, das pber Erfurt in Thüringen hineinragt. In allen Dörfern wird der Führer jubelnd begrüßt. Vor ftren Häusern stehen Bauern, an denen unsere Wigen vorübersaufen. Durch das Geknatter der M stören ballen ihre Heilrufe. Frauen in großen Llibeiterschürzen halten Adolf Hitler ihre Buben fund Mädel entgegen, die ihre kleinen Aermchen gu n Gruß erhoben hoben»

Sondershausen, 26. Juli.

' Geschichtlicher, unvergessener, gewaltiger Feiertag: das Hitler-Treffen zu Füßen des KysfbSuser.

' Kysshäuser unter Hitlerfahnen! Symbol des Erwachens in Deutschland! Deutschland wacht auf! Der FLbrer steht hart an der Schwelle und fordert kräftig Einlaß in das neue Deutsch­land!

Barbarossa im Berg. schlafender Kaiser Rot­bart, erhebe dein sorgenverquältes Antlitz, scheuche den Schlummer von müder Stirn! Hörst Du die klirrenden Schritte der branucn Bataillone. Barbarossa? Das ist ein Volk! Hundert Jahre find endgültig um!

Hinauf zum Kyffhäuser, schnaufend über holpriae Stufen zum Denkmal. Gewaltig in der Höhe, gewaltig in der Breite liegt es da, ein erhebendes Erlebnis des Beschauers, der zum erstenmal sieht, staunt und starrt!

Keuchend über ausgetretene Turmbautreppen zur höchsten lichten Plattform. Jetzt Himmels­lohn überraschender Weitblick unter mäch­tiger roter Sandsteinkrone weit über Thü­ringen.

Dahinten, Sondershausen! Fernglas ange­setzt: Städtchen rückt erkennbar näher. Auf

dem Svortplatz am Ausgang flattern Haken- kreuzfabnen an streichbolzdünnen Stangen. Ferne Ameisenhafuen hasten! Massenaufmarsch der 4V 660.

Sie alle haben die letzten 14 Jahre unheil­voller Kyffhäuser-Dämmerung miterlebt. Deutschlands Zusammenbrach, den Weg des November-Systems, die Kette der Entrechtunq des Verrats und der Knechtuna. Barbarossa schlief! Feindliche Naben der Zwietracht der Korruption, der Mißwirtschaft, der Not.' des Elends, der Arbeitslosigkeit, des Terrors der

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8ie Sekten nickt - 8ie tun nickt visk. 0er Leznefs IHn «in«! verisckt, Osr kisutscks Volk ist sukzevsckt.

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Vonzengewalt, der Steuerfron, der Inflation, der Religionslosigkeit, der Sittenverderbnis, der Verweichlichung und des erschreckenden Brudermordes find mit hartem Flügelschlag an tauben Ohren vorbei geflattert. Barbarossa schlief! Tief und fest!

Doch heut! Barbarossa ist erlöst! Deutsch­land marschiert!

Sie kommen, die 40 000, zn dem Festplatz Sondershausen, um ihren geliebten Führer zu sehen. Begeisterung und Jubel steigerten sich von Stunde zu Stunde. Ganz Sondershausen ist ausgestorben. Die ganze Stadt ist auf dem Festplatz, und auch das flachs Land ist ver­waist. Die Bauern haben ihre Sensen und Dreschflegel beiseits gelegt:Heute ist um 12 Uhr mittag Feierabend. Wir wollen un­seren Hitler sehen. Wir werden morgen dafür schneller arbeiten."

Und nun ein Aufschrei, der sich über die Straßen fortpflanzt, durch die Dörfer schallt und weitergetragen wird bis zum Denkmal da oben auf dem Kyffhäuserberg: »Hitler ist da. Heil Hitler!"

Der Führer spricht in knappen, aber so auf­rüttelnden Sätzen, daß die ganze Versammlung vor Begeisterung glüht. Spricht und rüttelt wach:Sie haben 14 Jahre die Freiheit mit Füßen getreten» und jetzt reden sie auf einmal von Freiheit. (Ein Mann brüllt aus der Menge fanatisch:Jawobl, Freiheit durch Hitler!"). Die Gegner können ihren Zusam- menvruch nicht bemänteln, sie tragen die Schuld! Ursprünglich waren wir ein Volk, und erst mit der Zeit sind wir zerrissen worden. Was die Zeit zerreist, kann man wieder heile«, und am Ende müssen wir wieder ein Volk werden. Wir haben ein Ziel, und für dieses Ziel sind wir 13 Jahre eingetreten und werden wir eintrete«, bis uns der Rasen deckt: Deutsch­land zusammen zn schweiße», Deutschland wie­der frei, Deutschland wieder einig zu machen!"

12« M in Erfurt

Jetzt durchführen wir Sondershausen. Aus der Ferne grüßt das Kyffhäuserdenkmal herüber. Die Stadt selbst liegt da wie ausge­storben. All ihre Menschen stehen draußen auf dem Sportplatz. Brausend steigt ihr Jubelruf zum Himmel, als der Führer erscheint.

In sausender Fahrt kommen wir zum Stadion in Erfurt zurück. Dann zum Flugfeld. Aus­gerichtet stehen die beiden Maschinen, die den Führer nach Eera bringen. Bald hängen sie wie schimmernde Libellen unter dem Sommer- himmel. Nach kurzem Flug gehen sie nieder.

Erfurt, den 27. Juli 32

Ein strahlender Sommertag über dem grünen Herzen Mitteldeutschlands. Die weiten Vlumen- felder Erfurts stehen in den herrlichsten Far­ben. Rote. bläuliche und gelbe Felder, blau­grüne Wälder und eine unendliche Zahl sonnen- durchalühte Kirchtürme und Giebeldächer, das ist Erfurt, wie es in dem weiten Tal vor uns liegt, eine Stadt der Blumen und Türme.

Aus allen Teilen des Thüringer Waldes strömen heute die Bauern und Bürger zusam­men. Am Morgen vor Sonnenaufgang brachen sie schon aus, um zu Fuß und Pferd ihr Ziel zu erreichen. Die Eisenbahn ist zu teuer, die Not der Thüringer Heimarbeiter gren­zenlos. So laufen sie denn in glühender Son­nenhitze Stunde um Stunde, um nur ein einziges Mal den Führer Adolf Hitler zu sehen und zu boren.

Glühend rot flammen die Hakenkreuzbanner. Durch den hohen Torbogen im Hintergrund des Stadions marschiert die SA und die SS, Sturm auf Sturm ein. Immer mebr bedeckt sich der grüne Nasen. Die tiefen Kolonnen stehen rings um das riesiae Oval, die Kapelle svkelt unermüdlich. Lautsprecher dröhnen Kommandos Worte, die den Aufmarsch regeln. Ueber eine Stunde dauert es. bis die Stürme einmarschiert sind. 5600 SA.-Männer der Standarten 94. 05, 06 und 6.

Immer noch sind die Ansahrtsstraßen ver­stopft von den drängenden Masten. Noch in letzter Minute kommen Sonderzüge von außer- balb. 120 000 deutsche Männer und Frauen fitzen und stehen dichtgedrängt im riesigen Oval des Stadions. Arbeiter aus den stillgelegten Schuhfabriken, Heimarbeiter aus dem Thüringer Wolh. PUsaa» Poliern. ^ Alle "y- Volks­

gemeinschaft, die nur das eine Ziel hat: ein freies Deutschland! Ein Mann hat sie'vereint, für eines Mannes Idee kämpfen sie und dieser Mann, der Führer Adolf Hitler, wird heute zu ihnen sprechen.

Scharf ausgerichtet stehen die SA.-Kolonnsn um die grüne Rasenfläche des Stadions herum. Während noch der Vorredner des Führers spricht, hallen plötzlich brausende Heilrufe durch

den mächtigen Torbogen, durch den der Führer das Stadion betritt. Lange oauert es, bis er all die vielen Blumen in Empfang genommen hat, die ihm von weißgekleideten Kindern über­reicht werde«. Dann geht er über die weite Fläche, umbraust von dem Jubel der Begrüßung,' zur Rednertribüne.

Oef füki'ei' sprickl:

Wenn einem Volk überhaupt geholtem werden soll» dann kann dieses nur durch einq Regierung geschehen, die in der eigenen Mach« ihre Grundlage hat, und die Macht ist in diesem! Falle Kraft und Kraft, heißt geschlossener Wille und geschlossener Einsatz einer Nation, ganz gleichgültig, welche Fragen sie losen will, 08 innen- oder außenpolitisch. Die Aufgaben der Zukunft find so groß, daß sie nicht von einem Haufen von dreißig Parteien gelöst werden können, sondern nur durch das Zusammen-; schweißen aller zu einem Willen uiü» zu eine« Tat!«

Die Worte des Führers gehen unter in dem brausenden Jubel der begeisterten Massen^ Spontan braust das Horst-Wessel-Lied auf. Die Bauern und Arbeiter haben die Worte in sich aufgenommen wie ein Evangelium. Die letzten Tage bis zum Entscheidungskampf am 31. Juli stehen im Zeichen dieser Kundgebung. Keiner; der sie miterlebte, wird bis zum endlichen Sieg ruhen, den Worten des Führers Erfüllung zu bringen.

Mühselige Fahrt durch die Dunkelheit. Schein­werfer warfen ihr Helles Licht aus die Land-j straßen. Schweigend sieben die dunklen Fichten-^ und Tannenwälder. Der frische Duft dest Nadeln schwingt über das dunkle Land. Auf und nieder gehn die Straßen. Zackig stehen die Wälder auf den Bergen.

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(Bon mrlerrm «ach Sera entsandten SonderSerichterstatter) Eera, den 27. Juli 1932

Osterland, östlicher Teil Thüringens. Einge­bettet in herrliche grüne Berge. Inmitten rauschender Wälder liegt Kera von Sonne überstrahlt. Hier wie überall ruhen die Fabriken zum größten Teil. Die Webwaren- Jndustrie ruht. Arbeiter stempeln und feiern. Sie haben kein Brot. AVer das ehemals rote Eera marschiert heute hinter unser« Fahne«.

Nach den vielen Jahren der Not, der Arbeits­losigkeit. der Sorge, endlich wieder ein Heller Tag: Adolf Hitler kommt auf seinem Vefrei- ungsflug über Deutschland nach Thüringen, nach Gera. Allen Schwierigkeiten zum Trotz wachsen Fahnenmaste auf dem Schützenplatz empor, kamen von weither Osterländer Arbeiter und erlebten eine so gewaltige und imposante Kundgebung, wie sie Thüringen niemals vor­her gesehen hat.

Sonderzüae mit Arbeitern kommen an, von der bayrischen Grenze, vom Frankenland, von der Saale und aus dem Meuselwitzer Braunkohlen­gebiet. Das Osterland feiert seinen großen Tag.

Endlose Reihen von SA. marschieren auf. for­mieren sich, treten zu Leiden Seiten der Tribüne an, und an dem Veraabhang über dem Platz stehen Hiterfungen in Doppelreihen.

Ein feierlicher Augenblick. Das Niederlän­dische Dankgebet klinA auf und dann das Lied vom guten Kameraden. Die Fahnen senken sich, stehend wird das Lied gesungen. 50 000 Thiinn« aer Arbeiter ebreu ihre Eelalleuei

Plötzlich Bewegung. Rufe und Signale. Di« Wagenkolonnen des Führers fahren an. Ueber einen weichen Teppich grüner Tannenzweige geht Adolf Hitler durch ein Spalier seiner braunen Kameraden.

Nun steht er vor 50 000 Thüringern, deren Jubel zu ihm emporklingt. Ueber die Spitzen! der Fahnen hinweg spricht Adolf Hitler zu den Osterländer Arbeitern:

Jetzt schreien sie plötzlich gegen die Repara« tione», nachdem sie dreizehn Jahre erfüllst habe«, nachdem sie dreizehn Jahre zerstört haben, dreizehn Jahre die Wirtschaft vernicht teten. sieben Millionen Arbeitslose auf dem! Gewissen habe«. Jetzt misten sie aus einmal) daß wir nicht drei Milliarde« zahlen können;! und vor zwei Jahren, da schrieben sie, daß wiv 130 Milliarden zahlen können".

Begeisterte Zustimmung antwortet ihm, braue det zu ihm empor. Alle diese 50 000 Arbeitsu die in den schweren Tagen der Not und den Arbeitslosigkeit am eigenen Leibe die verbreche­rische Mißwirtschaft und das zerbechende RegU ment der Novemberparteien verspürten, grüßests den Führer zu Freiheit, Ehre. Arbeit und Bro' Schweigend in wilder Schönheit liegt Rennsteig, der unsere Straße kreuzt. Mr jetzt auf dem Kamm des Thüring, Waldes. Die Landstraße senkt sich. Kompressoren unserer Wagen pfeifen zwischen den Tannenwäldern dahin. Plötzlich bricht d«> Wald ab. Eine große Kampfbahn, dicht gv<i füllt mit wartenden Menschen. Hildburg) u_!. e n bearükt ieiue» Lsthrttl