Ausgabe 
(26.7.1932) Nr. 161
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errag uno GelchSflSsteller^Papenstraße 15, Redaktion: Langen- :aße 4«. Sprechstunde der Redaktion: Montag bis Freitag von

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Gestern abend fand in Büernen dia letzte tzroße Massenversammlung der NSDAP. statt. Trotz Hitze und allgemeiner Ver- fammlungsmüdigkeit hatte es sich die Bre­mer Bevölkerung nicht nehmen lassen, zu erscheinen. Der große Casinosaal war bis hinauf zu der Galerie dicht besetzt. Als IPg. Konsul Bernhard das Wort zu seinen Ausführungen ergriff, war der Saal schon überfüllt. Aber immer noch kamen neue Menschen, unter denen man besonders viele neue Gesichter fand.

Pg. Konsul Bernhard begann seine Rede mit dem Hinweis, daß zur Zeit in Bremen eine Kriegsopfertagung stattfände und fuhr dann fort: Pg. Oberlindober hat be­

reits gestern auf der Tagung der zu einem Verband verschmolzenen Organisationen die Stellung der Nationalsozialisten zu den deutschen Kriegsopfern erläutert. Aber es sei uns an dieser Stelle noch einmal er­laubt, vor weiteren Volkskreisen zu be­tonen, daß wir treu zu denen stehen, was auch immer kommen mag die ihr Blut und Leben, ihre gesunden Knochen, im Völ­kerringen für uns geopfert haben.

Eigenartig jedoch muß es berühren, daß am gestrigen Tage noch die Parteien es wagten, den armen Kriegsopfern ihr Mit­gefühl auszusprechen, die Schuld an ihrem Elend sind. Das ist eine Heuchelei, eine große Gemeinheit, die niemand verzeihen kann, wenn sogar ein Vertreter des Zen­trums salbungsvolle Worte findet. Wer hat 'denn die Notverordnung erlassen, die den Kriegsopfern die Renten kürzt? Da mögen sich die Leute mal in den Spiegel sehen, die sich nicht scheuen, mit den armen Kriegsopfern Wahlpropaganda zu treiben

Wir sind dessen gewiß, daß, wenn 1918 die Revolution nicht gekommen wäre, wir immer noch soviel erübrigt hätten, um den Kriegsopfern das zu geben, was ihnen zu­steht.

Wer hat uns denn bis zu diesem grauen Ende geführt? Zurufe: Pros. Dietz, Wen- hold. Haben wir dazu etwas tun können? Das einzige war das Schreien, das uns helfen konnte, aber anscheinend haben wir noch nicht laut genug geschrien.

Wir sind in die Bürgerschaft gegangen. Wir waren keine parlamentarischen Schön­redner. Aber wir hatten den festen

Willen zur Arbeit.

Daß wir gegen die Phrasengießkannen der anderen nicht anreden konnten, kann und wird uns niemand übelnehmen. Alle Par­teien stehen heute gegen uns im Kamps. Wenn ich das Bündnis der Deutschnatio­nalen mit der Volkspartei sehe, so kommt mir unwillkürlich der Spruch Goethes im Faust auf die Lippen:

Es tut mir in der Seele weh, daß ich dich in der Gesellschaft seh!"

Wir aber gehen unbeirrt duxchs Ziel, denn wir trösten uns mit dem schönen deut­schen Manneswort:

»Je mehr Feind', desto mehr Ehr'!"

Pg. D..:rhard sprach dann speziell von

den Bremer Verhältnissen und führte aus, daß es leider Gottes noch immer Leute gäbe, die noch nicht begriffen hätten, wor­auf es ankommt.

Handel! Sagt man, vergißt aber, daß ein Handel nur dann existieren kaun, wenn das Hinterland als Abnehmer in Frage kommt. Es find also keine Bremer Be­lange, über die am 31. Juli entschieden wird. Nein, es geht um mehr, um den Bestand unseres Volkes, um Arbeit und Brot.

In den folgenden Ausführungen kriti­sierte Konsul Bernhard die Haltung der Schünemannpresse, die wir in letzter Zeit des öfteren gegeißelt haben. Er er­klärte, daß er nicht annehmen konnte, daß sich ein Ehrenmann einschliche, um seine eigenen Schandtaten zu hören» Anders kann man es auch nicht bezeichnen, wenn

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der Schünemannverlag Spitzel in geschlos­senen Mitgliederversammlungen der NS. DAP. sitzen hat. Einen Rat, den Pg. Bern­hard den Zuhörern erteilte, sollte sich jeder zu Herzen nehmen. Holen Sie sich die Bre­mer Nachrichten einmal von den setzten Tagen vor und nach der Wahl.

Für uns gibt es in Bremen nur eine Entscheidung. Bolschewismus oder Natio­nalsozialismus. Es gibt keine Mitte. Auf der einen Seite: Rache, Haß, Dolch, auf der anderen: Friede, Freiheit, Freundschaft! Wer nicht für uns ist, ist gegen uns!

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Mit diesen Worten schloß Pg. Konsul Bernhard seine vortrefflichen Ausführun­gen und erteilte dem Fachberater der Reichs­leitung der NSDAP. für Kriegsbeschädig­tenfragen, dem Pg. Oberlindober, M. d. R., das Wort.

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Er weist zum Eingang darauf hin, daß in diesen Tagen in Bremen ein Ereignis vor sich gegangen ist, das ein grelles Schlag­licht auf unsere augenblickliche verzweifelte Lage wirft. Zwei große Verbände der Kriegsopfer- und -Hinterbliebenen haben sich unter dem Druck der Zeit und der völligen Verständnislosigkeit der Regierun­gen für ihre Forderungen zusammenge­

schlossen, und damit dem Volke ein Bei-« spiel gegeben von der Notwendigkeit ge-t schlossener Einheit und klaren zielbewußten! Einsatzes. !

Die Männer, die 41/2 Jahre lang als le«, bendige Mauer den deutschen Boden der» teidigt haben, haben nicht auf eine eiws gehende Begründung gewartet, um sich dw« (Fortsetzung auf Seite 2)

Sekünsmann Sügl

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Wir haben zu Beginn dieses Wahlkampfes mehrfach versucht, mit denBremer Nach­richten" sachlich zu diskutieren. Wir haben aber einmal festgestellt, daß diese Zeitung nur in der gehässigsten und übelsten Form gegen uns zu polemisieren vermag, ohne sich auf sachliche Einwände einzulassen, und wir stellen zum anderen fest, daß dieses unabhängige" undnationale" Blatt bis auf den heutigen Tag seinen Wahlkamps ausschließlich gegen die deutsche Freiheits­bewegung führt, während bislang Aus­einandersetzungen mit dem Marxismus so gut wie garnicht zu finden waren. Damit ist die Einseitigkeit dieses Blattes wieder einmal festgenagelt, das, wie immer nach den Wahlen, versuchen wird, durch einen Kurswechsel die große Zahl entrüsteter Leser wiederzugewinnen, die jetzt angewidert von der Scheinheiligst dieser Zeitung ihr den Laufpaß gaben.

In unserer gestrigen Ausgabe hatten wir festgestellt, daß dieBremer Nachrichten" sich eine der übelsten Fälschungen des Mar­xismus zu eigener Verunglimpfung der Freiheitsbewegung zunutze gemacht haben und wir haben den Hauptschriftleiter, Fritz Reineck, aufgefordert, diese Schmutzigkeiten sofort richtig zu stellen. Das ist in der heu­tigen Ausgabe geschehen, ohne daß man es sich nicht versagen konnte, neue Verdächti­gungen auszusprechen.

DieBremer Nachrichten" lügen aber­mals bewußt,

wenn sie in ihrer Richtigstellung behaup­ten, sie hätten das marxistische Pamphlet nur auszugsweise wiedergegeben. Sie ha­ben ausdrücklich sich mit diesen Anwürfen identifiziert und haben ihre Verleumdung mit dem Satz geschlossen:Sie veranschau­lichen einwandfrei, wohin die nationalsozia­listische Reise gehen soll."

DieBremer Nachrichten" lügen abermals bewußt,

wenn sie behaupten, daß aus der eigenen Parteipresse oder den Reden der Führer zu entnehmen war, daß wir z. B. die Be­amten zu Angestellten machen wollen, daß wir die Sozialversicherung beseitigen wo^

len, daß diezuständige Sektion der NSs DÄP." entscheiden solle, ob Arbeitslose pro! Tag und Person 60 Pfennig erhalten sollen^

Herr Reineck wir fordern Sie hiermit abermals auf, diese infame Verleumdung -er NSDAP. unter Beweis zu stellen^ Sie wundern sich, wenn wirdiktatorisch«! Fragen" stellen, aber wir müssen Jhnerk schon sagen, - Sie ohne einen solchen geistigen Knüppel nicht soviel Anstand auf» bringen, Entstellungen und Verleumdung gen, die Sie verbreiten, richtigzustellen^ Sie werden das in Ihrer bekannten Art bestreiken. Wir machen Sie jedoch heute! schon auf folgendes aufmerksam:

In Ihrer Sonnabend-Ausgabe vom 23. d. Mts. werfen Sie uns eine Fälschung der Besucherzahlen der Hitlerkundgebung vor und erklären dabei: das Bremer Sta» dion saßt, wenn die Menschen wie Hering«! stehen, allerhöchstcns 18VÜV Menschen. »

Herr Reineck, Ihr Blatt lügt schon wieder,

denn es ist selbstverständlich auch der Re-t daktion derBremer Nachrichten" bekannt^ daß das 56 fache dieser Zahl im Stadion! untergebracht werden kann. Aber damit! nicht genug. Die Stadion-Verwaltung hat! in verständlicher Abwehr dieser aus polt« tischen Gründen erfolgten Diskreditierung! ihrer Anlagen den bremischen Zeitungen, also auch denBremer Nachrichten" eine! Mitteilnng zugehen lassen,, aus der sie ent-i nehmen mußten, wie sehr die ^,B: einer? Nachrichten" wieder einmal die Tatsachen! auf den Kopf gestellt haben.

Aus dieser Mitteilung stellen wir fest, daß bei einer Riesenkundgebung im Stadion 1V1VVV Menschen untergebracht werden können, daß bei einer Veranstaltung, wiq der unsrigen, die die Tribüne und den Tribünenplatz mit den Kurven benutzt, 4S Ü6Ü Menschen untergebracht werden kön°« nen und daß außerdem, wie auch diese Mit-, teilung ausdrücklich feststellt und dabei Be­zug nimmt auf unsere Kundgebung, weiter«! Zebntausende am Osterdeich Aufstellung