Ausgabe 
(25.7.1932) Nr. 160
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Parteiamtliches Organ der Bremer Nationalsozialisten

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Annähern- 1 Million begeisterter deutscher Männer und Frauen

An »er tschechische« Grenze

«n Bord der 1720. 23. Juli.

Noch hängen wir den Gedanken nach, sehen vor uns Bilder des erwachenden Schlesier- landes, da setzen wir schon wieder zur Landung nieder. ELrlitz. Ins Auto und mit ihm durch die sächsische Lausitz, vorbei an der die Landschaft beherrschenden Landkrone und über Herrenhut nach Zittau. Ueberall in den Straßen und in den Dörfern werden wir er­wartet und der Führer mit jubelnden Heil- ruken und Blumen überschüttet.

Wochenlang geht der Ruf: der Führer kommt durch das Land, gibt Hoffnung, bringt Freude in die Augen, macht stolz und froh. Fahnen machen plötzlich die Straßen hell. Hunderte von Händen regen sich, bauen, zim­mern. schreiben, arbeiten und arbeiten. Und als der Morgen graut, geht durch diese Stadt jene Bewegung der sehnsüchtigen Erwartung, wie sie in diesen Wochen der Entscheidungen durch ganz Deutschland geht. Zittau steht im Zeichen Adolf Hitlers. Zittau flaggt, Zittau grüßt den Führer. Hier, dicht an der Grenze «er Tschechoslowakei, hier, wie überall.

Zweifacher Gedenktag ist heute für diese Stadt. Heute vor 175 Jahren stand der Feind vor den Toren, jagten Tod und Verderben in der Stadt und legten sie in Trümmer.

Zweiter Gedenktag: Der Führer spricht in Zittau. Vor vier Jahren besuchte er schon einmal diese Stadt, sprach, rüttelte auf, häm­merte. Ueber 2000 Menschen damals!

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die zusammenströmen, die keine Wege scheuen, keine Strapazen. Weither kommen sie, aus

Prag, aus Eablonz, Reiffenberg, Rumburg, über die Grenze.

Kopf an Kopf, dicht gedrängt füllen sie das weite Feld, stehen draußen in dichten Mengen auf den Straßen und zu beiden Seiten des Platzes und warten, bis der Führer kommt.

llrrb -Les alles an einem Werktag, nachmittags um Z Wr.

Dann plötzlich ist der Führer da, drängt sich hindurch, nimmt die Grüße und Blumen ent­gegen, schreitet durch ein Spalier erhobener Arme und steht dann oben auf dem Podium, umgeben von brausendem Jubel.

Man hört keinen Laut. Und in diese Stille hinein spricht Adolf Hitler, spricht wieder zu zehntausenden von Menschen, wie Tag für Tag," Woche für Woche.

Ein gewaltiges Glaubensbekenntnis:

Wir Nationalsozialisten glauben, daß doch ein neues Reich kommen muß. Ein Reich der Ehre, ein Reich der Kraft, ein Reich der Ar­beit und der Ehrlichkeit, ein Reich, das nicht nach Klassen geschätzt und nicht nach Klassen regiert wird, ei« Reich der Gerechtigkeit, das jeden schützt, der sich friedlich sein Brot ver­dient."

Durch die Begeisterung aufgerüttelter und aufgewühlter Menschen hindurch verläßt der Führer den Platz, zu neuer Fahrt, zu neuem Kampf und zu neuem Siege.

Von Zittau fahren wir wieder weiter durch das deutsche Land, Vautzen entgegen über das Schlachtfeld von Hochkirch. An der Straße liegt der Friedhof, wo die Grenadiere Fried­richs des Großen in zähem Ringen den Sieg und die Entscheidung erkämpften.' Dann kommt Bautzen.

Braune Mrmflui in Bautzen

2 « ««« Sberlausttzer vor Sem Führer

(Bon unserem nach Bautzen entsandten Sonderberichterstatter.)

Bautzen. den 23. Juli 1932.

Idyllischer Versammlungsort neben der alten abgehackten Mühle, mit viel Liebe und viel Ar­beit zu würdigem Empfang gerüstet. Eichengir- landen und Rosen, Musik und Zelte. SA. und Fahnen, von der Rednertribüne prächtiger Blick auf die Hänge der Stadt.

Die Faust der Not hat den Bautzener Arbei­ter durchgerüttelt. 14 Jahre lang. Jetzt endlich ist er erwacht und marschiert in unseren Reihen dem Sieg entgegen. Während sich draußen die Masten erwartungsfroh aufbauen und üher die Landstraßen aus allen Richtungen der Wind-

Den /^ukbau ksben sie zsksül, ^4i1 Llllansils ksbsn sie zepnslU. Den >>o1e 8puk ist bsiö vorbei, V/enn jeöe,' vZkll 6>e

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rose Wanderscharen heranziehen, fährt man hin­aus nach Baruth, Meschwitz. Kamenz, durch das schöne, das himmlische sächsische Land.

Die vorbildliche in bester Entwicklung befind­liche Viehzucht der Oberlausitz hat durch er­schreckendes Absacken der Viehpreise und die Rieseneinfuhr an Viehprodukten in diesem Sommer den größten Schlag seit 189V erlitten. Während die Landwirtschaft bitter ringt, lebt man in den roten Aemtern fröhlichen Tag. Sor­gen hat man, ja: die Landwirtschaftsschulen. Schöne Schulen, vorbildliche Schulen, prächtige Schulen, aber mit mehrLehrern alsSchülern. Hier hat die Arbeit der Nationalsozialisten in der Landwirtschaftskammer dem Bonzentum leise auf die Finger geklopft. Seit dieser Zeit wis­sen die Bauern, unter Hitler marschieren heißt Abbau und Aufbau. Abbau der unzweckmäßigen Luxuseinrichtungen und Aufbau einer neuen ge­sicherten Existenz.

Zurück zum Platz der gewaltigen Kund­gebung.

Kolonnen wendischer Bauern und Bäuerin­nen in ihrer Landestracht. Auch sie. die preu­ßischen Wenden, die ganz genau wissen, welch Schicksal ihnen droht, wenn sie nicht am Natio­nalsozialismus festhalten, sind herbeigeeUt, «m ihrem Führer z« huldigen.

In der Anfahrtstraße Bewegung. Eine Kette rasender Kraftwagen. Und nun, unter den auf­rüttelnden Präsentiermarsch-Klängen begrüßt der Führer irisch und munter wie am ersten

Tag, kameradschaftlich wie immer grüßend und einige Worte mit verdienten Führern und SA.- Männern wechselnd, sein deutsches Volk. Ein Volk. das sich ihm bedingungslos freiwillig un­terordnet, ein Bolk, bei dem endlich einmal die Gruppe von Arbeiter und Angestellten, von Bürger und Bauern, von Professor und Schü­ler, von Soldat und Tagelöhner, von Student

und Erwerbslosen verwischt sind. Ein Volk steht' da und reckt die Arme. Ein Volk jubelt, eines Volkes Begeisterung trägt den Führer durch diel Reihen. Der Führer spricht. Wind weht deck Schall der markigen Stimme über die Lautspre^ cher bis nach Bautzen hinein.

Weiter stößt unsere Autokolonne vor in dass sächsische Land auf Dresden zu.

Frerhettskamys Drestzen

(Von unserem nach Dresden entsandten Sonder­berichterstatter)

Dresden, den 23. Juli 1932

Gewaltigster Tag, den Dresden je gesehen hat! Hunderttausende sind in Dresden zusam­mengekommen, die nichts anderes wollen als: Deutschland!"

Sehr schwer und unter großen Mühen hat sich hier in Dresden unsere Bewegung durchsetzen können. Es galt einen harten Kampf gegen unbelehrbares Spießertum und gegen die sturen Revolutzer des November 1918. Dort, wo früher der Bürger resignierte und widerstandslos den Terror und die Schikanen roter Machthaber er­trug. steht heute der Kämpfer für das Dritte Reich.

Der riesige Sportplatz draußen vor der Stadt ist seit dem Vormittag schon übersüllt. Hun­derttausend deutsche Männer und Frauen warten auf das Eintreffen des Führers.

Im gleichen Schritt marschiert SA. auf die grünen Riesenflächen in der Mitte des Stadions. Die Disziplin dieser Jungen und Männer ist erstaunlich. Da, der Präsentiermarsch ertönt: Standarten und Fahnen marschieren ein. Das Spiel der Standartenkapelle, die an der Spitze der Fahnengruppe marschiert, geht unter in dem ohrenbetäubenden Jubel der Hun­derttausend. Rot flattern die Banner über den Köpfen der braunen Soldaten, geradeaus sind die Augen der Männer gerichtet. Hart sind die Gesicher, fest umklammern die Fäuste die heiligen Symbole unserer Bewegung. Hinter den Fahnen marschieren die Stürme ftlÖO bis 5/100 feldmarschmäßig ausgerüstet. Das sind die Jungen und Männer, auf deren Schultern das neue Deutschland aufgebaut wird. Das sind die Männer, die von mißgünstigen Schwäch­lingen als Strolche beschimpft werden. Das sind die Männer, die zu jeder Stunde fürs Vaterland und für ihren Führer ihr Leben hin­geben.

Brausender Jubel von den Tribünen? Wie eine mächtige Woge branden die Arme der

Hunderttausend dem Führer zum Gruß ent­gegen. Durch eine schmale Gasse, die von der SS. nur mit Mühe offen gehalten wird, kommt der Führer. Rechts und links vor dem Podium sind die Fahnen aufmarschiert. Adolf Hitler beginnt zu sprechen.

Diese Kundgebung ist so gewaltig, daß schon diese Tatsache beweist, in wie weitem Maße das Volk erkannt hat, daß etwas mehr als eine gewöhnliche Reichstagswahl aus dem Spiele steht.«

Mit scharfen Worten geißelt der Führer das Geschwätz eines deutschnationalen Redners.

Die Geschichte wird einmal feststellen, was deutscher ist, die Schaffung von 3V Parteien oder deren Beseitigung."

Roch vor 5 Jahren stellte sich der Genosse Braun hin und wollte sich verpflichten, niemals den Nationalsozialismus nach Preußen zu lassen. Bor Monaten nach wollte mich Erzesinski mit der Hundepeitsche außer Landes jagen.

Wo Mb Me Sexren heute?!"

Die Worte des Führers gehen unter in denk tobenden Beifall der Masten, der anhält, als der Führer schon im Auto den Platz verläßt. Neuer Jubel der Begrüßung, die unserem Gregor Stratzer gilt, der nach Hitler das Wort ergreift.

*

Unsere dreimotorige Nohrbach stand längst wieder bereit, am Dresdener Flughafen, als wir ankamen. Zehn Flugzeuge des nationalsozia­listischen Fliegerkorps schwirrten und surrten in den Lüften, grüßten vom Himmel die anderen zur Erde. Junge Flieger und erprobte Kämpfer des Weltkrieges zeigten dem Führer ihre Kunst und ihren Mut und bald flogen wir mitten in dem Fliegergeschwader gegen Leipzig. Schon liegt unter uns Meißen, hier unten sammelten sich bereits die Massen unter dem Hakenkreuz zur Straßer-Versammlung. Eine Runde ihnen zum Gruß, den sie erwidern mit Tüchern. Weiter, eine Viertelstunde später landen wir im Flug­hafen Leipzig.

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8NMS in Lcinzii

Leipzig» 23. Juli 1932

Hier auf dem blutgetränkten Feld erreicht des Führers Freiheitsflug seinen Höhepunkt. Hier auf der Bastion, der innerdeutschen Front, auf der Schicksalsschlachten des deutschen Lebens mehr als einmal über das Brachfeld ging, hier ist entscheidende Stätte.

Vor dem Reichsgericht stehen heute wieder wie damals, als Adolf Hitler den Schwur der Legalität gab, lange Schupoketten. Heute werden hier die Klagen erledigter Preußen- Bonzen verhandelt, heute aber warten keine Masten, niemand schert sich um diesen Schlußakt einer Tragödie, denn das Volk weiß, daß nicht hier, sondern draußen vor der Stadt, wo Adolf Hitler sprechen wird, die Entscheidung über Leben und Zukunft der Nation LU leben, ist.

Und darum strömt es hinaus und wartet dort auf seinen Führer.

Zwischen Wolken schweben wir hin und wäh­rend die Maschine ihren rasenden Takt häm­mert, gehen unsere Blicke über das weite däm­mernde sächsische Land bis hinein in die Lausitz.

Irgendwo erkennen wir das leuchtende Rot unserer Fahnen, die dem Führer zum Gruß flattern. Unsere Gedanken schweifen zurück. Fern von den kleinen Fragen des Tages in uns steht die Erinnerung auf an unsere 2000jährige Ge­schichte, und es wächst überwältigend, das Bild des deutschen Volkes, der eherne Ablauf der Geschichte ist mahnend und beglückend in unq lebendig.

Dieses Land, das wir überfliegen, dessen! woblaealiederten-Llächen sich uns wie auk eines