^skngsng 1932
Bremen, sonnaveno, v. 2Z.S11H 1«
MWW
WWW
ÄÄDM-
MWMÄH
' - ! ,- - V, '-'
WW^M-MsWWW
L'2^
DUrWÄE
.^K^Dr^E'
.-«^ÄW-ÄW
MM.
E1Ä
kKLKÄ
LkL'-i
d?W
MM
3^>
Verlag und Geschäftsstelle: Papenstraße 1S, Redaktion: Langen» straße 48. Sprechstunde der Redaktion: Montag bis Freitag von 18 bis 19 Uhr. Fernsprecher: Domsheide 858 78.
Die BNZ erscheint Werktags und kostet 1.90 frei Haus, durch die Post zuzüglich 36 Hh? Bestellgeld.
Parteiamtliches Organ der Bremer Nationalsozialisten
Anzeigen: hiesige die 10 gespaltene mm--Zeile 0.10, auswärts 0.12; im Textteil 0.50, auswärts 0.70; Stellengesuch« 0.06; sonstige kleine Anzeigen 0.08. Platzvorschrift ohne Verbindlichkeit. Bei Betriebsstörung, Streik, Verbot usw. hat der Bezieher keinen Anspruch auf Rückzahlung des Bezugspreises.
WM
Merwältiiendk KunSgebungen i
KMnkwur
Die alte Festungsgarnison Neisse hat heute ein anderes Gesicht. Man nannte sie einst das schlesische Rom. Was schwarz war, ist indes nun braun geworden, und der das zuwege brachte, ist Adolf Hitler.
1914 zogen aus diesen grauen Mauern die feldgrauen Männer des ruhmreichen Infanterieregiments 23 an die bedrohte Grenze, und heute dröhnen die Brücken, die über den Neisseflutz sich spannen, unter dem Marschtritt der braunen Bataillone Adolf Hitlers. Die Marschweisen unserer Standartenkapellen klingen in den enge« Straßen und finden in den Herzen der Bewohner dieser alten, stolzen Soldatenstadt ihr tausendfaches Echo. Heute gibt es in Neisse fast nur noch einen Gruß: Heil Hitler! Zehntausendfach hallt es wider. Das Hakenkreuz und das deutsche Freiheitsbanner beherrschen das Stadtbild. Nur in einer Mauerecke sieht man ein „Heil Brüning". Auf dem historischen Marktplatz lungert eine Horde Reichsbannerstrolche und Moskauer Söldlinge. Die Gesichter sind dieselben. Jeder einzelne der Prototyp jenes sterbenden Klüngels, der Deutschland bisher regieren wollte.
Schon um drei Uhr kommen sie. die Bauern aus dem Neissetal, die heute die Sense aus der Hand legten, um Adolf Hitler zu sehen. Sie kommen zu Tausenden und aber Tausenden, die Handwerker, Arbeiter. Angestellten. Beamten und tragen in den abgehärmten Gesichtern den stolzen Blick, den nur die glühende Idee des Nationalsozialismus prägen kann. Die Söhne jener Männer, die in dieser Stadt im alten Deutschland den Soldatenrock trugen und irgendwo in fremder Erde ins Grab sanken, marschieren beute im braunen Hemd durch die Straßen, durch die ihre Väter mit dem Deutschlandlied auf den Lippen in den Weltkrieg zogen. Das glänzende Band der Neisse weist uns den Weg hinaus auf den Rochusplatz, wo sich das braune Heerlager aufgebaut hat.
Ei« Kommando schallt durch die Lust. Der Sicherheitsdienst meldet, daß Adolf Hitler in kurzer Zeit eintreffen wird. Ein Fieber hat die Massen gepackt. Man spürt es, wenn man sich so prosaisch ausdrücken darf, daß sie
Wer Reiße
alle Heißhunger haben nach der Freiheit, «m welche das Zentrum systematisch Nebelschleier gelegt hat. Da jauchzen sie alle dem ersten Strahl einer Freiheitssonne entgegen. SA. marschiert ei«, von den Heilrufen der Massen, die das weite Rechteck besetzt halten, stürmisch begrüßt. Draußen in den Gärten ballen sich die Menschen zu Zehntausenden.
In die ergreifenden Augenblicke des Toten- gedenkens hinein dringt das Motoren- geräusch des Flugzeuges, das soeben auf dem Flughafen niedergeht.
4ÜÜÜV Augenpaare umspannen die Eingangspforte, in der Adolf Hitler erscheinen muß.
Der Führer kommt! Ein unbeschreiblicher Jubel bricht los. Seine Augen gleiten hinüber über die dichten Mauern der SA. und grüßen die stolzen Sturmfahnen. Kleine Hitlerjungen drücken dem Führer eine Fülle von Rosensträußen in den Arm. und nun tritt der Schmied des kommenden Deutschlands aus Mikrophon und kündet mit seiner markigen Stimme sein heiliges Wollen.
„Wir reiche« jedem deutschen Mensche« die Hand. Wenn man uns aber die Faust zeigt, dann werden unsere braunen Bataillone den letzten Widerstand breche«. Ich bettle nicht um Stimmen, ich ermähne nur jeden, endlich einmal alle Rücksicht auf Stand, Gesellschaft und Klasse zurückzustellen, und einmal nur an Deutschland zu denken» an jenes Deutschland, dessen bestes Blut hinter diese« Fahne« marschiert
in öle Mißest.
Hinter den Zäunen und auf den angrenzenden Werken bricht der Jubel empor und mischt sich ein in die Vegeisterungsrufe der unübersehbaren Menschenmenge, die hier in Ergriffenheit dem Führer endlich einmal ins Auge siebt.
Schon sausen die Propeller wieder. Wenige Minuten später kreist das stolze Flugzeug über der alten Festung Neiße, während unten auf dem Platz das Deutschlandlied wie ein heilioer Schwur zum Himmel dringt. Seit 1914 hat Neiße wieder einen stolzen Tag gehabt.
3m Wal-MinM Revier
empfangen Zoos« -en Führer
Einen aus der nächsten Nähe, den SA.-Mann Hertel, deckt noch nicht einmal die Erde. Und doch paart sich mit der Trauer die stolze Freude, daß überall aus den Hütten und Feldern die Menschen winken und grüßen. Jawohl, dieses Land der Kohle und des Fleißes ist deutsch!
Es trägt die braunen Hemden» die schon in den Anfängen des Nationalsozialismus hier eine« harten Kampf zu bestehen hatten.
Daran ändern auch die paar roten Fahnen nichts, die zähe Jünger von Karl Marx hier herausgehängt haben, um daran zu erinnern, daß Waldenburg einmal rot war.
Starke Polizeikräfte sind heute in der Stadt postiert. Um das außerhalb in den Bergen gelegene Stadion zu schützen, sind ganze Kolonnen karabinerbewaffnete Schützenketten ausgeschwärmt.
Mehr und mehr füllt sich das riesiae Stadion. Schon viele Stunden vorher sind 40 000 Menschen in der Arena und ihrem weiten Rund versammelt.
Noch stehen über 8000 SA.-Männer und Hit- ler-Jungens in Marschkolonnen draußen auf der Anmarschstraße.
Eine
in ikrer schmucken und doch so ernsten Tracht. Märsche und deutsche Lieder. Stundenlang sitzen und stehen diese Zehntausende schon hier.
Männer und Frauen, alt uno zung warien geduldig. Man glaubt in einer großen Familik zu sein. Der Bergmann sitzt neben dem Bei amten und der Bürger neben dem Bauer iy gleich froher Erwartung.
Meldungen auf Meldungen kommen: Der Führer ist in Liegnitz abgefahren — der Führer ist in Waldenburg eingetroffen — der Führer kann jeden Augenblick hier sein! So steigert eine Meldung nach der anderen die Stimmung Heines, der beliebte Gruppenführer Schlei siens, trifft, freudig begrüßt, ein. Er ist denf Führer vorausgefahren. Aus der Ferne hör^ man Heilrufe. Ein Teil der riesigen Menschenmasse erhebt sich und reckt die Arme zum Gr:G Don dieser Seite kommt Adolf Hitler! Mäch? tig rollt ein Heilruf über das Feld. Der Führet ist da! Hätte es noch eines Beweises bedurfh daß die Herzen der Jugend an diesem schlich! ten und doch großen Manne mit den große- blauen Augen hängt, dann wurde er hier Hoden 50 000 Menschen erbracht
Jungen und Mädchen umringen den Führer, als er in dem Stadion erscheint. Blumensträuße auf Blumensträuße drückt man ihnj in die Hand, — Dutzende, Hunderte. Mit einem fröhlichen Lächeln auf den Lippen immei wieder dankend, läßt sich der Führer nichts zu viel werden. ..Gott, hat der Mensch eine Geduld!" höre ich hinter mir sagen. Schließlich aber geht es nicht mehr.
-»»ky ist W
4
Die SA zieht ein. Die Polizei hat wieder einmal Schwierigkeiten gemacht und den Anmarsch verzögert.
Ernst grüßt Adolf Hitler die Vorbeimarschierenden. Gauleiter Herbert Brückn er, der erste Bannerträger der roten Hakenkreuzfahnen in Schlesien, begrüßt den Führer knapp, ernst und würdig. Und dann tritt er an das Mikrophon. Mit ganz ruhiger Stimme beginnt der Führer, um schon nach wenigen Minuten mit jener bekannten Leidenschaftlichkeit z» sprechen, die mitreißt und überzeugt.
„Bon Freiheit reden sie jetzt in den letzten K Wochen? Dreizehn Jahre läng hat man von dieser Freiheit in Deutschland nichts gehört. Da wurden sie geknebelt, getreten und geschlagen, da hat man den Gummiknüppel zum Zepter dieser Republik gemacht. Da hat man nach außen versklavt.
Sie sollten den Mund halten mit ihrem dummen Freiheitsgeschwätz. Was in den letzten
sechs Wochen geschehen ist, das geht uns Nation nalsozialisten nichts an. Aber das. was dick anderen getrieben haben, dreizehn Jahre lang, das steht hier zur Diskussion, und das kann niel mand abstreiten, daß in diesen dreizehn Jahren ein Volk verelendete, wie es niemals bisher dit Geschichte sah.
Drei Milliarden Tribute hat die Papen« Regierung in Lausanne unterschrieben. Dagegen ereifern sie sich jetzt. Sie haben kein Recht dazu. Denn sie haben vor zwei Jahren noch 130 Milliarde« mit dem Ssoungplan unterschrieben, und als wir uns dagegen wehrte», da haben sie gegen uns geschimpft, haben uns verhöhnt und dem deutschen Bolk weiß zu machen versucht, daß mit diesem Poungplan eine große Tat geschehen sei. Sie haben kein Recht, diese drei Milliarden zu kritisieren. Dieses Recht habe« nur wir, die wir dreizehn Jahre lang den Er« süllungswahnsinn bekämpft haben.
Graue Wolken liegen über dem Waldenbur- ger Vergland, jenes Gebiet Schlesiens, das so wenige Menschen in Deutschland kennen. Mitten zwischen dem Grün von Tannen und Eichen liegen die Kohlenschächte, die den Einwohnern dieser Gegend ihr Brot geben. Harte Arbeit kennen diese fleißigen Menschen, und doch haben, wie überall im deutschen Baterlande, hier die Not und die Arbeitslosigkeit ihren Einzug gehalten.
Im Mittelpunkt des niederschlestschen Berg- Saugebietes liegt Waldenburg. Diese Stadt der Kohle hat heute ihren großen Tag. Von allen Seiten her kommen die Menschenmassen »u dem Stadion her, um ihren Führer Adolf Hitler zu hören.
Trauerflore von
trauerklore an den Armbinden, Trauer um n« drei Kameraden, die von Reichsbanner und «ot-Kront tu den letzten 14 Taae« auf schleki-
Adolf Hitler spricht in Waldenburg? Das geht wie ein Lauffeuer durchs ganze Land. Da kommen sie per Rad, per Eisenbahn, zu Fuß und im Auto heran von den Bergen und aus den Tälern, aus dem furchtbar notleidenden Kreis Neuenrode, aus Gottesberg, der höchsten Stadt Preußens. Da kommen sie aus den Orten, wo der große Friedrich seine Schlachten schlug, die das Schicksal dieses Landes in den letzten 159 Jahren und auch in weiter Zukunft bestimmen sollten. Von Ho- henfriedberg, von Veuthen, aus allen diesen Orten, mit denen die Geschichte Preußens rn Ewigkeit verbunden ist.
Lautlos kommen sie heran. Die SA. kommt. Ernst wehen die
thron Fahnen,
scher Erde erschossen, erschlagen, ihr Leben ließen für ei« besseres Deutschland.
Sportplatz unb
(Von unserem nach Liegnitz entsandten Sonderberichterstatter.
Zwei mächtige rote Backsteintürme, die Liebfrauenkirche, das Schloß der schlesische« Piasten- herzöge im Frührenaissancestil, Straßenwinkel mit Barockgiebeln, alte Häuser, Gärten zwischen den Gebäuden, grüne Parkgürtel um die innere und äußere Stadt. Das ist Liegnitz, die schöne „Gartenstadt Schlesien s". Im Rosengarten wirst ein Wasserspiel seine glänzenden Schleier hoch in die Sommerlüfte. Unter den Laubbäumen der Parkanlagen ziehe» sich grüne Rasen.
Draußen vor den Hügeln der Siegeshöhe geht die weite Kammlinie des Oberkatzbackaebirses^
1
blau, — in schon binahe unwirklicher Ferne, dib Kette des Jser- und Riesengebirges.
Gestern wirbelten noch bnmvse Trommeln durch dle Stadt.
SA.-Männer trugen einen Kameraden za Grabe, der im Dienste für die Bewegung mit seinem Motorrad tödlich verunglückte. Jetzt liegt der noch nicht Zwanzigjährige unter einem Kranz- und Blumenhügel draußen auf dem stillen Friedhof. Es war ihm nicht mehr vergönnt, den Führer sprechen zu hören und ih« zu sehen, der heute in Liegnitz spricht. Jedoch wird der Name jenes, im Dienste der Bewegung