Ausgabe 
(18.7.1932) Nr. 154
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Parteiamtliches Organ der Bremer Nationalsozialisten

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Wer in Ostpreußen

Solange -er Parteien-Frrfinn möglich ist- ist -ie Rettung Deutschlands unmöglich

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Vormittags

Loetze». 18. Juli 1832.

Schwarz und gespenstisch ragt ein Kreuz in den abendlichen Himmel. Weit über die Kette der masurischen Seen kündet das Kreuz vom Tod der Helden, die vor 18 Jahren ihr Herz­blut für Deutschland verspritzten. Viele Gräber unbekannter deutscher Krieger liegen zu seinen Führn. Hier ruhen 152 unbekannte deutsche Soldaten, hier 48. dort 62, dort 32. Deutsche Helden liegen hier als Mahner — Laßt uns nicht vergeblich gefallen sein!

Der Abendwind flüstert in den Zweigen der Mächtigen Tannen. Furchtbares haben diese Wälder gesehen. Weiches Moos bedeckt jetzt den Boden, der von Granaten durchwühlt und von Blut durchtränkt war. Junge Väumchen stehen da zwischen den jahrhundertealten, sie stehen da. wo die Granaten die Riesenbäume »«splitterten.

„Bis hierher ist damals der Russe gekom­men. Sehen Sie. dort ziehen sich noch die Schützengräben durch den Busch." Ein alter Bauer erzählt von der Zeit. da die Russen einfielen, von der Flucht, von den brennenden Dörfern, die den Himmel rot färbten, von den Greueltaten der Kosaken. Mit zitternder Stimme spricht der Alte. Er hat viel erlebt. Seine Frau wurde von Kosaken geschändet, seine Kinder wurden von Russen ertränkt, wie junge Katzen. Nur er selbst ist wie ein Wunder übrig geblieben.

„Wir sahen gerade zu Tisch, als die ersten Kugeln gegen die Dachziegeln flogen. Na. und dann ging es sehr schnell. Ehe wir fliehen konnten, war der Kosak schon im Dorf. Als sie wiederabzogen. war ich allein. Am späten Abend kamen sie noch einmal und alles, was

in Loetzen

fliehen konnte, floh. AIs wir dann später zurückkamen, war kein Stein mehr auf dem andern. Wir mutzten ganz von vorn wieder anfangen."

Von Loetzen schallen die Glocken herüber. Die Roggenfelder, die sich vom Waldesrand bis zu den ersten Häusern Hereinstrecken, sind reif zur Saat. Gleich dahinter schimmert die Fläche eines der tausend Seen.

„Das könnte denen so passe», uns unser Land zu rauben. Damals war es der Russe» heute ist es der Pole. Nicht eine Krume Erde, nicht einen Halm Gras sollen sie habe«!" Es keuchtet in den Augen des Alten. „Und morgen kommt Adolf Hitler zu uns. Er wird uns hier schon nicht umkommen lassen."

Die Nacht ist hereingebrochen. In feier­licher Stille liegen die Ehrenfriedböfe, liegen Männer des Volkes, und die Nacht vergeht. Kaum beginnt es im Osten zu dämmern, da kommen sie von allen Seiten herangezogen Ein Volk ist aufgestanden, seinen Führer zu begrüßen.

Schon am frühen Morgen füllt sich der weite Platz vor der Stadt, wo der Führer sprechen wird. Die Sonne glüht unbarmherzig. Da stehen sie. die Männer und Frauen, die Bauern, die sich sonst nie eine Minute Ruhe gönnen. Bürger und Handwerker, die ihre Amtsftellen verlassen haben zu einer Stunde, da die Arbeit sonst am stärksten ist.

Plötzlich um 11 Uhr erschallt das Kom­mando: Stillgestanden? über den Platz. Die SA. springt' auf. Sperrketten werden ge­schlossen und dann kommt der Führer! Nicht endenwolleuder Jubel begrüßt Adolf Hitler.

Dann spricht Adolf Hitler:

25««« Männer «n- Fransn, Arbeiter u. Lauem, Kaufleute, Han-werker «n- Beamte, iuna u. alt,

die hier das erhebende Bild der Volksgemein­schaft repräsentieren, das der Nationalsozia­lismus wie überall in Deutschland, so im be­sonderen Matze in den Masuren Wahrheit werden läßt.

Des Führers Ankunft verzögert sich. da die Fahrt in Ortschaften, die am Wege liegen, Unterbrechungen erleidet durch begeisterte Ovationen.

Während einer Pause spricht Pg. Dr. Lau

über die politische Lage. Kaum hat er ge­endet. da branden schon von der Zufahrts­straße stürmische Heil-Rufe auf, die sich fort­pflanzen und die wartende Menge in Be­wegung bringen. Wie der Wind über das Kornfeld streicht, so geht der Gruß durch di« Reihen, die Arme fliegen in die Höhe und der Führer schreitet zur Rednertribüne.

Man erkennt sie gar nicht wieder, dts stillen zurückhaltenden Männer.

Wie-er «nö wie-er bricht -as Keil empor.

Am Fuße der Tribüne stehen kleine Mädchen und Buben, den Arm voller Blumen, rote Nelken und blühende Rosen, die sie dem Führer überreichen.

Gauleiter Koch begrüßt Adolf Hitler auf masurischem Boden mit dem Gelöbnis, auch weiterhin zu kämpfen bis zum Siege. Dies Land bleibt nicht nur deutsch, sondern masu- risch und nationalsozialistisch! Nun tritt Hitler vor das Mikrophon, aufs Neue von überwältiaendem Jubel begrüßt, so daß er sich nur mühsam Gehör verschaffen kann.

Wuchtig und hart fallen die Sätze, Bekenntnis! ablegend zu Polk und Vaterland. Einhellig und donnernd steigt der Beifall aus den Reihen der Zuhörer. ,

„13 Jahre hindurch haben die Machthaber unser Volk erfüllt mit dem Gedanke», fremd« Hilfe werde uns zuteil werden. Wir erfüllen unser Volk mit der Idee: außer unserer

eigenen Kraft gibt es keine, die uns helfen wird. Solange der Parteien-Jrrsinn mög­lich ist. ist die Rettung Deutschlands un­möglich.

Deshalb will ich -iefe Parteien aus Deutschtan- beseitigen".

Und zu den Parteien gewandt: „Ihr könnt uns niemals beugen, niemals biegen, und brechen erst recht nicht! . An einem Mangel

an Pflichtbewußtsein ist unser Volk zugrunde gegangen. Erfüllen Sie deshalb jetzt Ihr« Pflicht.

Mir -er Kampf auch ausfallen mag, es wir- weiter vekämpst wer-en.

Richt wer « bis « Wschen Papen Negiermw. solchem über 11. Stchee sozialtemoke. Regierung wirb am 31 Sult gerichtet werten

Dann spricht der Führer von den Verträgen, die in Lausanne angenommen wurden. „Kein Nationalsozialist hätte sie angenommen und ein nationalsozialistisches Deutschland wird die Verträge auch nicht anerkennen."

Immer wieder brandet der Jubel der 25 000 masurischen Bauern, die den Platz füllen empor. Die Sperrkette der SA. in ihrer

An Ortetsburo

Ausmarsch

Grau verhangen ist der Himmel. Eine Ichwarze Wolkenwand zieht auf. als das Presseauto auf den masurischen Straßen Or- telsburg zustrebt. Je näher wir der Stadt kommen, umsomehr verändert sich das Bild. oas uns umgibt. Leer die Felder, leer auch "ie Dörfer. Alle sind seit Stunden unterwegs nach Orteisburg, um den Führer des kommen­den Deutschlands zu begrüßen.

Auch ein Platzregen, der niedergeht, kann den Strom der Menschen nicht bannen, der U Fuß und auf Gefährten aller Art dem KundgeLungsort zustrebt. Da teilt sich die Wolkenwand und strahlend bricht die Sonne hindurch, während wir auf den Marktplatz einbiegen. Vor der Front der Häuser das Bild, das ich überall bort sah, wo der Führer erwartet wird, immer wieder zeigt es sich, wallende Fahnen mit dem Zeichen des Haken­kreuzes, dazwischen maiurllche lknbnen t» Ihren

braunen Uniform hat Mühe, die Masten zurückzuhalten, als. der Führer nach seiner Rede den Platz verläßt. Nun geht der Men­schenstrom wieder zur Stadt zurück. Die Kund­gebung ist aus. Angefüllt mit der Idee des Führers, gepackt von seinen Worten sind die Masten bereit, ihr Letztes für Volk und Führer herzugeben.

irrbett Masuren

-er 25M

leuchtenden Farben. Zahllose Häuser tragen noch besonderen Schmuck in Gestalt von Transparenten und Vlumenangebinden.

Am Eingang zum Schützenplatz eine be­ängstigende. wimmelnde Menge, hindurch geht es unter Triumphbögen und Transparenten. Auf dem Platz selbst warten schon Zehn­tausende auf den Führer. Die Tribünen sind mit Blumen und Transparenten geschmückt. Die Sonne spielt über den leuchtenden Farben der Fahnen und vom Pavillon schmettern fröhliche Marschweisen der Neideuburger Standartenkapelle. Ein Spalier strammer SA.-- und SS.-Männer ist auf dem Kund- aebungsplatz gebildet. Durch die Zugänge strömen die Menschenmassen und füllen den weiten Platz mitsamt dem verfügbaren Tri- Lünenaufbau. Schließlich lind .es

Der Augenblick kommt, der uns ein einiges I der Führer das Spalier der SA. und SS. Deutschland bringt, weil ein anderes Volk durchschreitet, um die Fahrt eilig fortzusetzen- dieses neuen Deutschlands wieder würdig ge-1 denn schon warten in Osterode Zehntausend« worden ist." aus ihn.

Noch einmal donnert der Beifall auf, indeß >

Slumftchrt über Masmens See«

Masmens Leem-Schwur für Wolf Hstkr

(Eigener Drahtbericht unseres am Befrsiungsfluge beteilig­ten Sonderberichterstatters.)

Ostpreußen! Gremlan-!

Von beutegierigen und vermessenen Feinden umgeben, dazu die bitterste Not im Lande. Und doch neben aller Schmach und Erniedri­gung der Hort für das Reich und seine Erhe­bung!

Bei der letzten Triumphfahrt durch Masuren versprach der Führer, die Treue der Masuren durch einen Besuch zu belohnen. Er hat Wort gehalten. Aber die Masuren haben sich in ihrer Begeisterung zum Führer des neuen Deutschland selbst Lbertroffen.

Ihr tapferen Masuren, Kämpfer in Deutsch­lands äußerstem Nordosten treu und stark trotz Armut und Bitternis dieser Zeit. Man wird -Luch Dank willen für dielen einen Tag. denLhr

Adolf Hitler, dem Führer, gewidmet habt. Ihr werdet diesen Tag nie vergessen, da ihr dem Führer und seiner Bewegung die Treue ge­schworen habt. Als leuchtendes Vorbild steht Ihr im Reich da.

Arm - aber -ie Zreuesten -er Treuen!

Von Ditlaken, wo der Führer als Gast des Gruppenführers von Litzmann, dem Sohn des alten Generals Litzmann, die Nacht ver­brachte, jagt die Wagenkolonne im Sturm die langen Straßen auf Lötzen zu. Die sonnenver­brannten Arme der ostpreußischen Bauern grü­ßen den Führer. Wieder flattern uns Fahnen- bänder mit Inschriften entgegen: „Heil unserm Retter! Heil Adolf Hitler!"

^ Zehntausende in Lötzen! Unter dem Ab«

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