Ausgabe 
(16.7.1932) Nr. 153
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Parteiamtliches Organ der Bremer Nationalsozialisten

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Sieden Stunden donnerten die Motors über streu Wolken ihr Lied. Sieben Stunden brauste xie Maschine über Deutschland dahin. Sieben stunden von München bis Tilsit. Ratternd klang das Kampflied dieses Tages tausendsach durch das Getöse der wirbelnden Lust: Wir »ommenl Wirkommen!

/Adolf Hitler über Deutschland. Im weißen Dunst versinken eben die Türme der Frauen­kirche in München. Die drei Motors reißen »hre Maschinen hoch hinauf, tausend Meter, Zweitausend Meter, — die Erde ist versunken, was Herz der Maschine klopft in hämmerndem jTakt, klopft bis in das Blut hinein: Wir klommen! Wir kommen! f

Der Führer hat seinen Platz hinter dem »funker. Man merkt ihm die Ansnengungen Wahlkampfes der letzten Monate nicht an.

Mordfunker. des Wahlka

r steht frisch aus. Vor seinem Fenster an lner Seite jagen weiße Wolkenfetzen vorbei.

/ Dr. Dietrich, der Pressechef, reicht dem Führer die neuesten Morgenzeitungen. Sie melden neue Untaten des roten Morogesindels aus dem stanzen Reich. Sie melden, daß der Berliner Polizeipräsident unser Berliner Organ „Der Angriff" verboten hat, weil es seiner Empörung über die marxistische Mordhetze Ausdruck ge­geben hat. Das wird nicht mehr lange dauern.

Adolf Hitlers letzter Sturmflug über Deutsch­land hat begonnen.

Jetzt wir- Abrechnung gehalten mit den Volksverderbern jeglicher Färbung. Vierzehn Tage lang wird der Schatte» Hitlers über Deutschland fliegen. Die letzten Dämme» die gegen die braune Flut ausgerichtet sind, werden eingerisse«. Nichts kann den Siegeszug unserer Bewegung mehr hemmen. Weder marxistischer Mordterror, noch bürgerliche Schwäche. Die heilige Empörung, die durch das deutsche Volk geht, kann mit Gewalt oder billigen Ver­sprechungen nicht mehr gedämmt werde». Sie flackert zur heiligen Flamme auf und steigt in Heller Lohe hoch, bis das deutsche Herz wieder zu festem Stahl geschmiedet ist. ^

Der Bordfunker gibt laufend seine Standort­meldungen. Die dreimotorige Maschine bohrt sich durch den dichten weißen Dunst hindurch. Grau, wie hingegossenes Blei, die Havelseen, und dann sind wir auch schon über Tempelhof. Die Räder der Maschine setzen auf dem Boden auf. Die Gattin des Berliner Gauleiters Goebbels bringt dem Führer Blumen zum Gruß. Schon klingen die Motoren wieder. Steil geht es wieder zu den Wolken hinauf. Die vorderen Kanten der Tragflächen weit überspringend stoßen die Hauben der Motoren mit den kreisen­den Luftschrauben in oen Dunst vor, wie Köpfe von gewaltigen Raubvogeln, die nach Beute schauen.

Unsere Benle heißt Deutsch!«»!!

, Das alte Kreuzritterlied erlebt im Gesang der Maschine neue Auferstehung: „Nach Ostland wollen wir reiten". Die Sehnsucht der besten Deutschen, die in Stahl und Eisen dachten, ging jme nach dem Süden, immer nach dem Osten. An Osten war Not. Dort wartet Kampf und -Kampf mit dem Schwert und Arbeit mit dem Spaten.

*

/ Die Wolkendecke unter uns ist weiß und un­bewegt. Wir scheinen über eine Wolkenland- schaft dahinzufliegen. Matter Glanz des Son­nenlichts auf dem schwarzen Blech der Motor- umkleidungen. Die Wolken scheinen ein Heer zusammengeschobener Riesen. Wir aber willen' Unter dieser Decke liegen Felder, Wälder', Städte und Dörfer, deutsches Land. das geraubt wurde und das man heute Korridor nennt «Auch das wird zurückgeholt!

/Wir erkennen Danzig unter der weißen Wolkendecke, jene Stadt, nach der der Pole gierig die Hände ausstreckt. Unsichtbar fliegen wrr über die Marienkirche dahin. Wir wissen: Tausende dort unten denken an uns. Der Bild- berichterstatter Hartmann fotografiert das weiße >Ehaos unter der Maschine und kleine Fischer­boote auf der Ostsee, als die Wolken plötzlich zerreißen. Am Eandstrand der frischen Neh- srung deuten winzig kleine Kreise Sandburgen .Eine Flugmaschine jagt wie ein kleines Lr-M über die Baumkronen dahin.

Königsberg: Eingekeilt unter Dächern, Türmen und dann wieder Felder, Baumgruppen.

Fallböen drücken von oben auf die Maschine. Sie schwankt wie auf leicht bewegtem Meere. Die 3 kreisenden Schrauben aber reißen sie vorwärts immer weiter nach Nordost, bis in den äußersten Zipfel Deutschlands. An der nördlichsten Meereskante wird Adolf Hitler dahinfliegen. In über 50 Versammlungen wird er sprechen, Millionen werden ihn hören und sehen können.

Der letzte große Kampf für Deutschlands Be­freiung hat begonnen. Die Abrechnung Adolf Hitlers mit den Feinden des Volkes wird zu ihrer endgültigen Vernichtung führen.

Es gab bereits an allen Orten aufregende Tage, ob der Führer zu ihnen kommen wird. Sie hoffen und glauben. Hoffnung und Glaube wird nicht zu Schanden kommen.

Adolf Hitler, der des Reiches Einheit wahrt, ist über Deutschland in sprühender Gischt: Lüge und Verleumdung erreichen ihn nicht mehr.

Aus Millionen von Kehlen ertönt heute der Ruf, mit dem Adolf Hitler einsam seinen Kampf begann, mit dem er Siege erfocht und jetzt auch zum Endsiege stürmt:

NeutWM Macht!

Der Meer m her litauischen Grenze

MsMMdgMng in Tilsit

/Noch einmal winken zur Linken die stahl-' «auen Fluten der Ostsee, rechts das Mosaikfeld krönender und reifender Felder. Das gewaltige krausen tzsr Motoren Mj gb. ^Die, Maschine.

'steht schwach tmd holpert über Seit Rasen. Ein Wagen bringt den Führe« Lum . Rennplatz ÄrlK s

Sonne liegt über Tilsit, der alten umkämpften Stadt. Hoch ragen Türme über sie hin. Jahr­hunderte alte Häuser erheben sich in den wink­ligen Straßen, die Geschlechter kommen und gesen sahen, immer noch wälzt die Memel ihre Fluten an ihren Mauern vorüber. Drüben aber am anderen Ufer, was leuchtend in der Sonne liegt, das ist die Grenze. Dort ist die Kette geschlungen, die das Memelland von uns trennt, das deutsche blühende Memelland. Deutsche Menschen arbeiten dort, säen und ernten, kämpfen um ihr täglich Brot und hoffen mit unendlicher Sehnsucht auf den Tag, der ihnen die Freiheit wiedergeben soll. Lang und gewaltig zwängt sich eine Brücke über den Strom, die Königin-Luise-Brücke. Aber drüben auf der anderen Seite stehen die litauischen Zollbeamten und halten Wacht, und die deutschen Memelländer stehen am Ufer und schauen sehnsüchtig hinüber nach der alten Stadt, die immer noch in Deutschland liegt.

Mehr als irgendeine andere Stadt des Ostens stand Tilsit im Mittelpunkt der poli­tischen Ereignisse. Die Schweden nahmen sie in ihren Besitz, im Siebenjährigen Kriege, die Rüsten fielen in sie ein, und die Königin Luise vertrieben über die Grenzen ihres Reiches, fand Zuflucht in ihren Mauern. Es kamen Zeiten, da der Traum Preußens und des Deutschen Reiches in ein schreckliches Erwachen stürzte. Mitten durch Deutschland zwängte sich die feindliche Grenze. Der Ruhm Preußens erlosch auf den Schlachtfeldern von Jena und Auer- städt. Immer kleiner wurde das Land, auf dem noch die Tapfersten gegen eine millionenfache Uebermacht kämpften. Immer enger schnürte sich der tödliche Reif des Unterganges zusam­men und dann kam der Tag, wo die Standarten der französischen Regimenter und ihrer deutschen Vasallen flatterten. Vom Rhein bis nach Wien und von Hamburg bis Tilsit.

Zertrümmert das Heer, vernichtet Glaube und Wohlstand, das zersplitterte Land von Verrätern zerfetzt und dazu eine landesverräte- rische Presse in der Landeshauptstadt Berlin. Schwach und nachgiebig die Führung, ohne Ver­ständnis für die Rot des Volkes.

Die deutsche Freiheit hat keine Heimat Mehr und keine Stätte das Reich. Und doch aus dem letzten Zentimeter Boden und aus dem letzten Strauch noch wuchs es empor, angeklammert an die unendliche Sehnsucht von väterlandstreuen Männern. Von der eigenen Regierung als Ver­räter und Friedensstörer gebrandmärkt: aber sie begeisterten und redeten, zerrten die Jugend und die Alten, die im verlorenen Kriege ge- kämpft, hervor aus der Armseligkeit der licht­losen Tage.

Sie fachten die Flamme an, arm und versto­ßen sieben lange Jahre, und dann endlich schlug die Flamme empor und kam sausend über Europa, — verbrannte die Not und die Schande, verbrannte das Diktat des Feindes und ver­brannte Klastenhaß und Unterwerfungsgeist. — Strahlend stieg die Freiheit empor über dem Lande zwischen Weichsel und Memel.

Leut? wis.damals -liegt,daZ^änd.in.ti

Schmach und Schande. Heute wie damals stöhn/ das deutsche Volk unter einem Vertrag, der es U Boden drückt und der es zur Verzweiflung »ringt. Auch vor 125 Jahren, vor dem Frie­densvertrag von Tilsit fronte das Volk für uns tragbare Tribute, und als man dann glaubte die Besucher würden aus dem Lande verschwin-j den, kam man mit immer neuen Tributfordck rungen, die das Land bis zum Letzten saugten.

Heute wie damals flattern die Banner deH Freiheitswillens wieder über dem Lande und heute wie damals marschieren die Bataillons die gewillt sind, bis zum letzten Atemzug für dick Freiheit zu kämpfen. ^

Namen tauchen auf, die wie Glocken klinge« in dieser Zeit — Port — Port von Wartens bürg, Freiherr von Stein und Scharnhorst, Männer, die für ihre Heimat, für ihr Volk da Aeußerste wagten und sich bedingungslos selbß in die Schanze warfen, wenn das Vaterlar' sie rief. Damals wie heute. Auch heute geh wieder ein gewaltiger Aufbruch durch das Lau Aus der dumpfen Verzweiflung würdelose« Jahre schwingt sich hell der Glaube an die kunft und der Wille zur Freiheit. Tag für TaH wächst der Sturm. Mann stellt sich an MannZ Hunderte, Tausende, Millionen, ein ganzes Volk. Und diesem Volk will wieder frei auf fre» em Boden sein. Heute wie damals. ^

Der Führer kommt!

Wie ein Jubelruf fliegt diese Kunde durch Ost? Preußen, fliegt von Mund zu Mund und von Haus zu Haus. Ein Land ist bereit einen Will­komm zu entbieten, wie es noch niemals einei erlebt hat im deutschen Land. Ostpreußen steh unter dem Zeichen Adolf Hitlers. Die Bürg«! in den Städten lassen die Arbeit liegen. - Bauern kommen von ihren Höfen, über dene, die schwarze Fahne der Not und Verzweiflung weht. All die deutschen Menschen dieser armer schönen Provinz, die abgeschnitten vom deutsche Mutterland um Freiheit ringen, strömen hin--! ein nach Tilsit, nach der alten umkämpfte«^ Stadt, in der der Führer sprechen will.

Die Straßen Tilsits prangen im Flagge- schmuck. Hakenkreuze flattern neben den Fahnen des alten Heeres. Transparente find über dick Straßen gespannt. Die Bevölkerung Tilsits is in einem Taumel der Begeisterung. Noch nie mals hat der Führer in Tilsit gesprochen. Zmi erstenmal wird das deutsche Tilsit die Worts Adolf Hitlers vernehmen. Zum ersten Mals werden die Tilsiter diesem Mann in die Augen, sehen, der nun wieder im brausenden Flug über Deutschland von Stadt zu Stadt, von Provinz zu Provinz fliegt, immer auf dem Posten «nH einsatzbereit, ringend um die Seele des deutsche«

Volkes. ^

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Seit Tagen arbeiten die SA. und SS. Alls Parteigenosten setzen sich ein Tag «nd Nach« Und als endlich der große Tag erwachte, wälzte« sich eine Menschenwoge aus der Stadt hinaus zum Rennplatz. Da kommen Sonderzüge aus der- Umgebung, Lastwagen fahren durch das sonnige! Land. Damvker komme n die Memel herab.