Ausgabe 
(15.7.1932) Nr. 152
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Lin Volk im ^uidnuok

Wenn die Feuer von den Bergen lodern und die Sturmglocken durch das Land schallen, dann steht das Volk aus, um seine Freiheit zu er­kämpfen. So war es immer und so wird es morgen sein, wenn Adols Hitlers Freiheitsflug wie ein Sturmwind über die deutschen Lande braust. Gewaltiges, Niegesehenes wird Deutschland in den kommenden Tagen erleben. Ein Volk im Aufbruch aber nun nicht mehr ringend Zoll um Zoll, jahraus jahrein um jede Seele kämpfend. Nein! Diesmal emporreißend wie ein Bulkan- ausbruch und mit einem Stoß das ganze Land, das ganze Volk erfassend. Wie eine Fanfare wird der Weckruf des Führers durch alle Gaue des deutschen Landes schallen. Motoren donnern ihr gewaltiges Lied durch die Lüste, ein heulender, alles aufrüttelnder Sturm peitscht es von Ost nach West, von Süd nach Nord, das gellende:

veuisoklsnrl opwsoko!"

Die Zeit ist reif und steht vor einer entscheiden­den Wende. 14 Jahre instinktloser Politik und marxistischen Verderbens haben ein Chaos her- . aufbeschworen, in dem alle Werte vernichtet, alle Kräfte lahmgelegt, die Hirne vernebelt, alles Wissen um Volk und Nation verschüttet wurden.

Einzig eine Feste erwuchs stählern i» erzge- sügten Quadern dieser höllischen Wirrnis: Der Nationalsozialismus Adols Hitlers!

*

Vier Jahre lang stand die graue Front. Millionenfach heulte der Tod in jeder Sekunde über sie hin, alle Schrecken der Hölle konnten sie nicht zerbrechen. Da kam das Gift: Nicht das Gas, das der Feind herüberschoß nein, das Gift, das Landesverräter, Marxisten und Juden in die Front tropften, das Hinterland mit ihm verseuchten bis der Tag da war, da namenlose Schande über Deutschland lag. Bis auf den Tag, da die roten Fahnen der Ehrlosigkeit über dem Lande der Ehre wehten, da man den Tapfren die Orden von den zernarbten Leibern riß die Hel­den bespuckte und das Volk schändete. Und nach der Schande kam die Gemeinheit, und sie unter­schrieb mit deutscher Hand und deutschem Namen, daß Deutschland schuld gewesen an dem Kriege, den eine Welt gegen uns geführt. Nach der Ge­meinheit aber kam die Not. Und sie fraß sich durch das Land, fraß die Bergwerke und löschte die glühenden Augen der Hochöfen aus, fraß Haus und Hof des Bauern und den Besitz dessen, der für seine Kinder gespart. Sie fraß den Wohl­stand der Länder und die Reichtümer der Ge­meinden, sie fraß die Arbeit dem Arbeiter und stieß ihn in das Elend hinaus, und gab ihm Hunger und Verzweiflung statt Kraft und Arbeit, Knechtschaft und Mord statt Freiheit undGlück.

Eine Oede wurde das Land, an allen Grenzen beraubt und zerstückelt. Sie aber herrschten, in­mitten der Schande, sie knechteten das Volk und ließen es den Hunger spüren, und wichtiger als das Leben des deutschen Arbeiters war ihnen die Bezahlung der Tribute, die der Feind erpreßte.

*

Ein Mann aber war da, dessen Herz kam nicht los von Deutschland, des Reiches Schande brannte ihn wie eigene Schande, des Volkes Not tat ihm wie der eigene Hunger weh, der Verräter Regi­ment war ihm hassenswert wie nichts auf der Welt. Und er begriff, daß nur die Freiheit Brot t« schaffen vermag.

< lisd er begann zu arbeiten für des deutschen

Volkes Befreiung- einer allein gegen Millionen Feinde. Er wußte die Quellen zu finden, aus denen der Strom der Befreiung floß, er schlug sie auf, daß sie reicher und immer reicher strömten, bald war es ein Bach, bald ein Fluß, schäumend, brausend, bereit die Dämme zu sprengen und die zu vernichten, die Deutschland vernichteten. Da aber setzten sich die roten und schwarzen Ver- derber von den jüdischen Hintermännern getrieben, zur Wehr. Stärker denn je branden Haß und Lüge, Verleumdung und Hetze, Mord und Ver­brechen der deutschen Freiheitsbewegung entgegen. Der feige hinterhältige Haß des Feindes sprühte das Gift seiner Verworfenheit aus tausend Düsen über uns hin.

S o glaubten sie den Strom der deutschen Frei­heit stauen zu können. Aber höher und höher stieg die Flut, immer neue Herzen strömten dem

Führer zu, unabsehbar schon, ein riesiger See, die Dämme sprangen, die Schleusen wurden undicht, aber immer noch wurden sie gestopft, mit den brutalsten Mitteln wurden sie aufgetürmt, höher und höher und fester und fester gegen die braune Flut. Sie peitschen die Wogen des von ihnen entfesselten Chaos gegen uns. Die Unterwelt steigt empor gegen die Söhne des Lichts. Täglich lassen sie unsere Besten morden. Wir tragen sie auf blutigen Bahren zu Grabe. Der gedämpfte Wirbel unserer trauernden Trommeln reißt nicht mehr ab. Aber aus dem Volke heraus erstehen die Rächer. Die Flut steigt schneller als die Dämme gebaut werden können, die Wasser der Freiheit werden tiefer und stärker mit jedem Tag, und wo der Damm eben noch 5 Millionen aufge­halten, brandeten am anderen Tag 10 Millionen, 15 Millionen gegen ihn an.

Unrl istrl bi'seksn ll>6 VAmmv

Allzu gewaltig find die Wasser geworden, kein See mehr, ein Meer, ein unübersehbares braunes Meer, und es bricht jetzt hervor, und es wird ver­nichten alles, was wider es steht. Keine Macht der Welt mehr kann es aufhalten im Sturm. Brei­ter werden die Risse im Damm, weiter klaffen die Schleusentore auseinander . . . überall aus dem Boden dringen die Quellen . i . es ist kein Hal­ten mehr: Das Volk steht auf, der Sturm bricht los die braune Sturmflut donnert: Wascht frei das Land von Schmach und Schande, wascht frei das Land von Lüge und Verrat, wascht frei das Volk von Haß und Brudermord!

Freiheit und Brot!

Die Schleusen auf, durchstecht die Sklavendämme!

Die braune Sturmflut kommt!

Des Führers Freiheitsslug beginnt!

»

Schon stehen die Sturmvogel gerichtet, die den Führer über die deutsche Erde hinweg in alle Länder und Gaue des Reiches tragen werden. Mehr als fünfzigmal, in unermüdlichem, über­menschlichen Einsatz, wird Adolf Hitler in diesen vierzehn Tagen zum Volke sprechen. Die ganze braune Armee der politischen Kämpfer wird in diesen zwei Wochen überall in Deutschland ihren Führer begrüßen. Von Tilsit bis zum Bodensee und vom Rhein, von der Wasserkante bis her­unter zu den bayerischen Bergen wird es keinen Landstrich in Deutschland geben, den der Führer nicht durcheilt.

Ein herrliches Symbol des Willens zur Reichs­

einheit wird dieser kreisende Flug Adolf Hitlers über Deutschland sein.

Vom Fels zum Meer wird sein Weckruf hallen.

Millionen Deutsche werden mit eigenen Ohren den Führer in die Freiheit hören, mit eigenen Augen Adolf Hitler sehen. Darüber hinaus aber wird das ganze Deutschland Gelegenheit haben, diesen herrlichen Freiheitsslug im Geiste mit zu erleben. Die Männer der nationalsozialistischen Presse, die an dieser gewaltigen Flugreise des Führers mitten hindurch durch die Erhebung des Volkes teilzunehmen das Glück haben, werden den Millionen und Abermillionen deut­scher Volksgenossen, die arm und geknechtet in allen Winkeln des deutschen Vaterlandes sich nach einem lichten Hoffnungsschimmer im grauen All­tag sehnen, Tag für Tag durch die national­sozialistische Presse Bericht geben über dieses ge­waltige deutsche Erlebnis.

Sie werden ihnen Kunde geben von dem wirk­lichen Denken und Fühlen ihrer deutschen Brüder, von der Verzweiflung, aber auch die Erhebung ihrer Volks- und Schicksalsgenossen in Stadt und Land, in Nord und Süd, in West und Ost.

Und so wird der morgige Start zum Freiheits­flug des Führers für alle deutschen Freiheits­kämpfer das gellende Signal zum Generalangriss auf die wankende gegnerische Stellung, und er wird für alle deutschen Brüder, die im Herzen sich bereits der deutschen Freiheitsbewegung ver­schrieben haben, der Fansarenstotz sein zum offenen und freien Bekenntnis für das kommende neue Deutschland der Freiheit und der sozialen Ge­rechtigkeit.

Sekluk jslrN IlMsr* üben Deulseblsnü!

Wenn siiek ttiüens Llunmvogsl am 21. 2uü ivivüsn suß ülo üvutsebe Lnüe senkt, muk oeulseklanü unsen seSnß

Noklwsg oiien Ssvkgssss

Antwort an Schünemann

Nachdem dieBremer Nachrichten" in einetz Reihe von Sonntagsartikeln in einseitiger Form! dieAuswüchse" bei der NSDAP. bekämpft hatte, nahmen wir vor zwei Lagen gegen die Schüne-- mannpresse Stellung und wiesen ihr nach, daß sis mit einem höchst mangelhaften Verständnis füp die deutsche Freiheitsbewegung ausgerüstet sei- Wer angebliche Auswüchse bekämpfen will, muE sich in einer sauberen Position befinden und zum) mindesten die entscheidenden Grundwerte unseres Bewegung anerkannt und begriffen haben. Daß sich der Aufbruch einer Nation nicht zwischen Plüschmöbeln vollzieht und wir unsere Gegner, nicht mit Glacehandschuhen anfassen, wissen wiv auch. Darüber braucht uns kein Schünemann« organ aufzuklären.

Nur als Anerkennung für dieBremer Nach­richten" seien bei dieser Gelgenheit Worte von dem uns doch gewiß nicht nahestehenden Frank Thieß zitiert, die dieser in seinem neuen BuchDie Zeit ist reif", trotz seiner kritischen Einstellung uns ge­genüber niederlegt. Der Verfasser spricht voni dem Nationalsozialismus als einem geschichtlichen! Phänomen und sagt dann wörtlich: - . - nicht wegen der Zahl seirier,Mftläufer, sondern weil das Schiff dieser Park« von einer Riesenwelle ge-j tragen wird: Der geschichtlichen Welle des neuen nationalen Geburtswillens. Ohne Zweifel ein ge­waltiger Vorgang, größer als die Befreiungs­kriege, die rasch im Sande Metternichs verliefen^ ein Vorgang, der alle Schichten des Volkes er-1 greift und Millionen mit einer Ahnung dieses neuen aufsteigenden Zeitalters erfüllt.

Wer die engherzigen und kleinlichen Nörgeleien derBremer Nachrichten" liest, weiß, daß ihre Verfasser nicht zu den Millionen gehören, die eine Ahnung von dem neu aufsteigendem Zeitalter empfinden, umso weniger, als ihnen nichts besseres einfällt, als abermals in höchst unsach­licher wir wollen nicht sagen pöbelhafter Form auf unsere Ausführungen zu antworten. >

Da wir aber über mehr als eine Ahnung von der Geistesverfassung der Schünemannpresse ver­fügen, haben wir einen solchen Gassenton nicht nötig, um nachzuweisen, daß derklare Weg" der Bremer Nachrichten" verdammte Ähnlichkeit mit einem Hohlweg oder einer Sackgasse hat, der keinen freien Ueberblick gestattet.

Wir können uns also ersparen, Ausdrücke Witz Parteihengste" oderParteigehirne" richtigzu-- tellen, oder gar den Vorwurf zurückzuweisen, daß uns die Partei höher stehe als die Nation. Auch die kleine Fälschung, die man uns vorwirft, A wohl nur der Versuch eines Ablenkungsmanövers, denn wenn es auch oft sehr schwer ist, zu erkennen, was dieBrevier Nachrichten" in ihren Leit­artikeln meinen, in diesem Falle hatten sie sich doch mit hinreichender Deutlichkeit daraufhin fest­gelegt, daßParteihäuptlinge mit eiskalter Be­rechnung mit Brachialgewalt drohen, wie auch die Morde der Kommune auf Befehl von Organisa­tionen erfolgen." Oder ist sich der Schreiber über das Dortchenauch" nicht im klaren?

Aber das alles ist nicht das wesentliche. Un^ kommt es darauf an, festzustellen, daß dieBremer^ Nachrichten" entgegen ihrer immer wieder aufge-, stellten Behauptung von der parteipolitischen und? sonstigen Unabhängigkeit keine Gelegenheit ver­säumt, bei der sie in einseitigster Form über deck Nationalsozialismus herfällt. Wenn sie jetzt in ihrer Verteidigung davon spricht, daß sie dock Nationalsozialisten sogar die Putativnotwehr weit-! herzig auslegen würde, so sind das Phrasen ohne Wert, denn in der Praxis haben wir noch keins Stellungnahme derBremer Nachrichten" in die­sem Sinne gefunden.

Unabhängig und national bezeichnet sich dig Schünemannpresse auch in ihren neuen Angriffen! gegen uns und spricht vonbestem Wissen und! Gewissen", mit dem sie ihren Weg geht. Marx könnte, wenn eins sachliche Diskussion mit deo Schünemannpresse möglich wäre, darauf hin­weisen, daß in Zeiten schwerster geistiger Ansein-