Ausgabe 
(14.7.1932) Nr. 151
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Berlagsort Bremen. Herausgeber Kurt Thiele. Verlag: Bremer Die BNZ erscheint jeden Werktag u. kostet RM 1.90 frei Haus, Anzeigenberechnung: hiesige die 10 gespaltene mm°Ieile RM 0.1kl Nationalsozialistische Zeitung, KurtLhiele. Geschäftsstelle Papen. durch die Post zuzügl. 36 Pfg. Bestellgeld. Der Bezugspreis ist im auswärts RM 0.18. im Textteil RM 0.50, auswärts RM 0.7S stra ße lS. Redaktion Langenstr. 48. Sprechstunden der Redaktion: Voraus zahlbar. Bei Betriebsstörung, Streik, Verbot. Aussperrung Stellengesuche RM 0.06. Sonstige kleine Anzeigen RM. 0.0g

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Osmsinils

Wenn in Berlin die nationale Jugend gegen Versailles oder zu einer Gefallenen-Ehrung demon­striert, pflegt der Berliner Polizeipräsident da­zwischen schießen zu lassen. Me hierzu erforder­liche Geistesverfassung scheint auch in Bremen an Maßgeblichen Stellen vertreten zu sein, auch wenn don derartigen Gewaltmatznahmen unsere Stadt verschont blieb.

Es handelt sich hier keineswegs um eine partei­politische Einstellung nach dieser oder jener Rich­tung, sondern um die weltanschauliche Basis, auf welcher der vom Marxismus abhängige Bremer Senat steht. Was ist geschehen?

Marxistische Verbrecher stellen Bomben her, deren Sprengwirkung eine große Zahl von Men­schen getötet hätte. Einer Polizeistreife gelingt es, die Bomben sicherzustellen und ein Polizei­beamter verliert dabei sein Leben. Wer noch nicht parteipolitisch vernagelt oder durch Haß gegen den Nationalsozialismus geblendet ist, empfand mit uns impulsiv, daß ganz Bremen diesem Mann eine Dankesschuld abzutragen hatte. Es konnte sich nicht darum handeln, mit krimi­nalistischer Rabulistik festzustellen, wie weit dieser Mann durch Einsatz feines Lebens bewußt oder unbewußt sich die Ehren verdient hat, die wir ihm erwiesen hätten. Das natürliche Empfinden jedes irgendwie deutsch und heldisch denkenden Menschen löste sofort das sittlich hochstehende und wertvolle Verlangen aus, vor diesem Mann, vor seinem Sarg einmal tiefempfundene Achtung zu bezeugen.

Der Wert eines Molles, einer Gemeinde hängt davon ab, wie weit die Menschen fähig find, Achtung und Ehrfurcht vor der Größe eines Opfers zu empfinden und wie weit sie gewillt find, diese Gesinnung, wenn notwendig, selbst in die Tat umzusetzen. Der heranwachsenden Jugend hier Beispiel und Lehrer zu sein, gehört zu den obersten Pflichten jeder Regierung.

Von diesem Standpunkt aus gesehen müssen wir dem Bremer Senat die allerschwersten Vorwürfe machen. Er hat von alledem, was uns, was auch der Bremer Polizei-Beamtenschaft selbstverständ­lich schien, das Gegenteil getan.

Wir hätten erwartet, daß der Senat das dar­gebrachte Opfer eines jungen Menschenlebens durch eins würdige Feier, z. B. im Bremer Dom, ehren würde.

Wir hatten erwartet, daß der bremischen Be­völkerung, der bremischen Jugend die Möglichkeit geboten würde, den Empfindungen Ausdruck zu verleihen, von denen vorher gesprochen wurde.

Wir hatten erwartet, daß der bremische Senat zum mindesten während der Uebersührung die bremische Flagge auf Halbmast setzen würde.

Wir hatten erwartet, daß zum allermindesten der gesamten bremischen Polizeibeamtenschaft Ge­legenheit gegeben wurde, von ihrem toten Ka­meraden Abschied zu nehmen.

Wie ein Faustschlag ins Gesicht wirkt dem ge­genüber die schäbige Art und Weise, in der der Tote über die Landesgrenze geschafft wurde. Wenn nicht gegen den offensichtlichen Willen des Senats Vertreter unserer Bewegung wir berichten hierüber an anderer Stelle an die Landes- grenze geeilt wären, um dem Ermordeten eine letzte Ehre zu erweisen, der Tote wäre sang- und klanglos aus Bremm fortgefahren worden.

Klaubt d« Bremer Senat damit di« Pflichttreu«

der Beamtenschaft anzuerkennen, daß er sie in ihren Gefühlen der Trauer und des Schmerzes beleidigt? Nicht einmal dem Hauptmann der

Bereitschaft ist es gestattet worden, offiziell an der Beisetzung in Lingen teilzunehmen.

Eine Regierung, die so wesensfremd gerade den staatsbejahenden Empfindungen der Bevölkerung und der Beamtenschaft gegenübersteht, hat kein Recht mehr, im Amt zu bleiben. Die bremische Bürgerschaft aber weisen wir darauf hin, daß an einem solchen Verhalten der unheilvolle marxisti­sche Einfluß zum Ausdruck kommt, unter dem der Senat in Bremen steht.

art.

Kstionslsorislisiisvks Ksgisnung in p4soirIsnIiui'g-8olHwsi'in

Landtagspräsidium rein nationalsozialistisch.

Schwerin, 13. Juli. Der neugewählte Landtag, der am Mittwoch nachmittag zum ersten Male zusammentrat, wählte den nationalsozialistischen Abgeordneten Krüger zum Präsidenten des Hauses. Von den 55 abgegebenen Stimmen erhielt Krüger 30. Auf den kommunistischen Kandidaten Schröder entfielen drei Stimmen. Stell­vertretender Vorsitzender wurde ebenfalls ein Nationalsozialist, nämlich der Abgeord­nete Dr. Schumann, für den wiederum 30 Abgeordnete stimmtet!, während der sozial- demokratische Kandidat Höcher 20 Stimmen erhielt. Bei der Wahl des zweiten Stell­vertretenden Vorsitzenden lag nur ein Vor­schlag vor; es handelte sich um den Natio­nalsozialisten Engel» der somit gewählt wurde. Als Schriftführer schlugen die Nationalsozialisten ihre Abgeordneten Bür­ger, Brüning, Braun, Negener, Mattis und Buse vor. Mit 32 von insgesamt 55 abgegebenen Stimmen wurden die Natio­nalsozialisten gewählt. Das Präsidium des Landtags von Mecklenburg-Schwerin ist also rein nationalsozialistisch.

De. Vorsitzende Krüger verlas hieraus ein Schreiben der bisherigen Staatsregie­rung Eschenburg-Haack-Schlesinger, die hierin ihren Rücktritt erklärten.

Nach längerer .Geschästsordnungsans-

sprache begann dann die erste Lesung des nationalsozialistischen Jnitiativgesetzent - Wurfs, der die Herabsetzung der Zahl der Staatsminister von drei auf zwei verlangt. Auch der sozialdemokratische Führer sprach sich für den Entwurf aus. Der zweiten Le­sung wurde von den Kommunisten wider­sprochen, so daß der Entwurf am Mittwoch nicht mehr verabschiedet werden konnte.

Hieraus erfolgte die Wahl des Minister­präsidenten. Der Nationalsozialist Gran- zow wn.k:e mit 35 Stimmen der National­sozialisten und der Deutschnationalen ge­wählt. Vierzehn Stimmen entfielen auf den Sozialdemokraten Paul Schröder, drei kommunistische Stimmen aus Willy Schrö­der. Unter lebhaftem Händeklatschen und lauten Heil-Rusen trat Granzow sein Amt qls Ministerpräsident an. Auf den Vor­schlag der Nationalsozialisten ein weiterer Vorschlag lag nicht vor wurde Amts­hauptmann Dr. Schars-Güstrow, der nicht Mitglied des Mecklenburg-Schwerinschen Landtages ist, zum zweiten Staatsminister gewählt. 54 Stimmzettel wurden abge­geben; 24 waren unbeschrieben. Die 30 Stimmen der Nationalsozialisten entfielen auf Dr. Scharf.

Am Donnerstag wird die Regierungser­klärung verlesen.

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Sekwsns lrommunlsliseks Usdei'källs

Berlin, 13. Juli. Am Mittwoch, gegeH 23 Uhr, verübten in der NonnendammalleH in Siemensstadt Kommunisten, die vortz einer Demonstration im Berliner Westes heimkehrten, schwere Uebersälle auf Natio-z nalsozialisten. Dabei erhielten vier Kom-, munisten schwere Schußverletzungen und! mußten in das Spandauer Krankenhaus gebracht werden. Zwei von ihnen starben nach ihrer Einlieferung. Außerdem wur-, den acht Personen leicht verletzt. Die Polizei nahm 8 Kommunisten und 11 Nationalsozia-, listen fest.

Auch in Oberschöneweide gerieten Kommu- nisten und Nationalsozialisten aneinander. Auch hier erhielten vier Kommunisten Schußverletzungen. Zwei von ihnen wur- den in das Elisabeth-Hospital eingeliefert. Zwei Nationalsozialisten wurden verhaftet»

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Sozialdemokratische Geschäftsstelle als Ucberfallzentrale.

Duisburg, 13. Juli. Vor der Geschäfts- stelle der sozialdemokratischenVolksstimme'' im Stadtteil Hamborn kam es am Mitt- woch zu einer schweren Schlägerei zwischen! Reichsbannerleuten und Nationalsozialisten. Im Verlauf der Schlägerei wurden drei Schüsse abgegeben. Ein Nationalsozialist wurde lebensgefährlich, ein anderer leichtes verletzt. Die Polizei nahm eine Durch-, suchung der Geschäftsstelle nach Waffen vor^

Stnsüsnksmpk in Köln

Köln, 13. Juli. Am Dienstag abend kam es wiederum an mehreren Stellen deil Stadt zu Ausschreitungen von Kommu-, nisten, die, wie die Polizei berichtet, teilweise! die Form offener Auflehnung und planmä-, ßigen Angriffs gegen die Polizcikommandosj annahmen. Die in großer Stärke aufgeboten«; Polizei mußte häufig von der Schußwaffe Gebrauch machen und zur Wieöerherstel-, lung der Ordnung einen Panzerwagen eil» fetzen.

Schon in d-en ersten Abendstunden wurde ein Umzug von Nationalsozialisten in Köln-Kalk vom organisierten kommunisti-- schen Massenselbstschutz gestört. Einschrei­tende Polizeibeamte wurden an einer Stelle aus den Häusern beworsen, beschossen und, mit heißem Wasser übergössen. 17 RädelZ-, sichrer wurden bei dieser Gelegenheit fest-, genommen. Mehrfach wurden später Heini-, kehrende Nationalsozialisten bedroht und! überfallen, jedoch sind bisher keine nen­nenswerten Verletzungen bekanntgeworden.

Zu regelrechten Kampf handlun-, gen kam es um Mitternacht in der Palan-, ter- und Elsaß-Straße. Hier hatte deck kommunistische Massenselbstschutz an per-« schiedenen Stellen das Straßenpflaster auf-, gerissen, den Fahrdamm mit Glasscherben überschüttet, Straßenlaternen gelöscht und die Durchfahrt durch Mülltonnen gesperrt. Auf Polizeistreifen wurde geschossen. In planmäßig durchgeführter Gegenaktion konnte schließlich unter Einsetzung eineD Panzerwagens die Ruhe in den Morgen-, stunden wieder hergestellt werden. Ganz« Häuserblocks wurden durchsucht und Hieb-, Stich- und Schußwaffen beschlagnahmt. 35 Personen wurden festgenommen. Jnwie-, weit aus Seiten der Aufrührer Verletzun­gen vorgekommen sind, war nicht sestzic- stellen. Ei» Polizeibeamter wurde leicht verletzt.